Mandelöl und Naturkosmetik {zarte Pflege für Babyhaut}

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Seit über acht Jahren bin ich nun Mama. Viele meiner Ansichten, Einstellungen, Erwartungen und Vorstellungen haben sich verändert.
Während der ersten Schwangerschaft lebt man ja in so einer Babyblase, in der man sich vorstellt wie alles wird, wie man Kinder erzieht, was man alles niemals machen wird und was dafür auf alle Fälle. Diese Blase zerplatzt dann ziemlich schnell und schwups befindet man sich im chaotischen Familienalltag in dem nicht wirklich alles so läuft, wie man es gern hätte.

Mit den Jahren bin ich erfahrener geworden, weiß was Babys gut tut, lernte sie zu lesen (oder bilde mir ein ich könnte das) und wurde eigentlich in Allem lockerer. Vor allem habe ich gelernt auf meinen Bauch zu hören. Der liegt immer richtig.

So hat sich auch meine Einstellung zur Kosmetik für Babys und Kinder grundlegend geändert. Vor der Geburt meines ersten Sohnes habe ich wie selbstverständlich Baby Waschgel, Lotion, Creme, Babyöl und Wundschutzcreme gekauft.
Da mein Sohn sehr empfindliche Haut hat, mussten wir sehr aufpassen welche Kosmetik wir verwenden. Am Besten funktioniert hat die Sensitive Serie von Penaten. Davon hatten wir auch die Feuchttücher, bevor wir angefangen haben diese durch Waschlappen und selbstgemachte Feuchttücher zu ersetzen.
Auch SebaMed Baby&Kind vertrugen die Jungs sehr gut und kam oft zum Einsatz.

Mit dem neuen Baby, welches nächste Woche bereits ein Jahr alt wird (wie schnell die Zeit mit vier kleinen Kindern verfliegt brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen), kamen auch Umstellungen ins Haus.
Durch meine Bemühungen Müll zu vermeiden und so natürlich wie möglich zu leben kam meine gesammte Babyroutine ins Schleudern.
Ich habe angefangen mit Stoffwindeln zu wickeln und jegliche Kosmetik fürs Baby auf ein Minimum zu reduziert.
In den ersten Monaten kam nur Wasser und ein wenig Bio-Mandelöl an Babys Haut. Das reicht für so kleine Wesen allemal aus.

Seit Anfang letzten Jahres stelle ich nach und nach all unsere Kosmetikprodukte auf Naturkosmetik um. Das tut unserer Haut, unserem Körper und der Umwelt gut.
Beim Wickeln verwende ich neben Wasser und Mandelöl noch Mandelöl noch diese Babycreme von Weleda wenn Babys Po wund ist. Sie ist zwar etwas teurer, dafür sehr ergiebig (es ist immer noch die halbe Tube voll) und pflegt und schützt einfach wunderbar.

Mit dem Start des Baby-led Weanings (also das Selberessen des Babys, wem der Begriff nichts sagt…mein Mann weiß wahrscheinlich auch nicht, was das überhaupt ist) mit so sieben Monaten haben wir angefangen nach und nach weitere Produkte von Weleda Calendula zu verwenden.
Denn die Essensreste (Tomatensauce, Spinat und Reis verteilt sich so wunderbar am ganzen Körper und den Haaren – ihr wisst was ich meine) bekommt man nicht mehr so einfach abgewaschen.
Außerdem benötigt Babys Haut, besonders im nahendem Herbst und Winter, langsam zusätzliche Pflege.

Da ich unsere Medikamente sowieso online bei Shop Apotheke bestelle und die Weleda Produkte dort wesentlich günstiger sind, kaufe ich unsere benötigte Kosmetika dabei gleich mit.
Die Bestellung verläuft immer wunderbar und alles ist zügig zu Hause. Zudem sind die Preise immer unschlagbar günstig und bei einer großen Familie geht so einiges an Nasentropfen, Wundcreme und Pflaster drauf.
Das Calendula Cremebad und die Gesichtscreme sind einfach wunderbar und für die empfindliche Haut des ältesten Sohnes sind die weiße Malve Produkte (ebenfalls von Weleda) sehr zu empfehlen.

Ich selbst verwende immer diese Seife zum Waschen und Duschen um möglichst wenig Müll zu produzieren. Auch die älteren Kinder nehmen gerne Seife, aber für die Kleinen benutze ich lieber eine Waschlotion.
Zum Eincremen nach dem Baden bin ich immer noch überzeugt von reinem Mandelöl von Miaono in der Glasflasche. Das ist am natürlichsten und der Plastikkonsum wurde dabei auch auf ledglich den Deckel reduziert.

Neben Weleda verwenden wir noch gerne die Produkte von Burt’s Bees, das Boep und Lavera Baby & Kinder.
Diese vertragen alle Kinder gut und ich wechsel mich beim Kauf immer ab, je nachdem was gerade im Angebot ist.
Dieses Zahngel von Lavera habe ich gerade erst gekauft und wir wollen testen, ob das eine Alternative zur unserer sonst verwendeten Elmex ist.

Derzeit bin ich mit der Pfelge der Kinder und unseren verwendeten Produkten sehr zufrieden.
Meine für mich verwendeten Produkte versuche ich noch zu optimieren was die Naturkosmetik und die Reduzierung des Plastiks betrifft, aber ich bin auf dem Weg.
Sobald meine Vorräte aufgebraucht sind, werde ich wahrscheinlich einfach einige Produkte der Kinder mitverwenden. Denn auch meine Haut freut sich über möglichst wenig Gedöns.

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Sommer, Sonne, Sonnenschutz {UV Schutzkleidung und Sonnencreme für Babys und Kleinkinder}

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Wir befinden uns bereits in der zweiten Schulwoche nach den Sommerferien und so ganz langsam stellt sich der Alltag wieder ein. Mit nun zwei Schulkindern und einem Kindergartenkind es ist nicht minder stressig alle vier Kinder morgens aus dem Haus zu bekommen. Im Herbst wird das alles noch mal schwerer, wenn es morgens beim Aufstehen noch dunkel ist. Im Moment bin ich noch die einzige, die im Dunklen aufsteht und ich merke schon, dass es eine ganze Ecke mühseliger ist aus dem Bett zu steigen. Dafür fällt es dann abends leichter in die Federn zu fallen. Einen Tod muss man halt sterben…

Die Sommerferien haben wir dieses Jahr zu Hause verbracht. Bis auf ein paar Ausflüge und einen Kurztrip haben wir den Garten in ein Wasserparadies verwandelt und die meiste Zeit draußen verbracht.
Da dieses Jahr die Temperaturen wieder ins Unendliche gestiegen sind, waren wir in der Mittagszeit immer im Haus und sind erst nachmittags wieder gut geschützt raus gegangen.
Sonnenschutz ist im Frühjahr und Sommer das A und O. Ohne geht es nicht nach draußen.
Wir haben unzählige Sonnencremes getestet.
Anfangs kaufte ich eine Creme in der Apotheke. Nur das Beste fürs Kind…naja, das Beste ist halt nicht immer das Beste. Die Creme kann ja wirklich gut sein, aber meine Kinder haben davon Ausschlag bekommen und so probierten wir uns durch das Drogerie Sortiment.
Am Ende sind wir bei der Meeressonnencreme von Paediprotect und dem Sonnenspray von Jean&Len gelandet. Beide 50+ und für uns die besten Sonnencremes.

Unser Baby versuche ich allerdings nach Möglichkeit so wenig wie es geht einzucremen. So zarte Babyhaut hat es am liebsten pur ohne jegliche Kosmetikprodukte.
Lediglich Mandelöl und ein milder Badezusatz kommen an seine Haut.
So bleiben wir zwei immer im Schatten, was aber natürlich keinen 100% Schutz darstellt und man trotzdem noch schützen muss, und ich ziehe ihm wenn er im Tuch getragen wird lange, dünne Hosen an. Wenn es um die 40°C hat, bleibt er aber im Body und wird dann doch eingecremt. Ist ja eh schon heiß genug im Tuch, da laufen bei uns sowieso die Schweißflüsse und so kann zu mindestens er so wenig wie möglich anhaben.

Normale Kleidung hält aber die Sonne auch nicht komplett von Schädigung fern. Daher gibt es spezielle Sonnenschutzkleidung mit LSF 50+. Wenn man die trägt, hat sie den gleichen Effekt wie Sonnenmilch. Die UV Strahlen bekommen Hausverbot: „Ihr kommt hier nicht rein!“.

Für die zwei großen Jungs haben wir Sonnenschutz Shirts, die wir immer beim Baden anziehen. Besonders im Wasser ist es wichtig die Haut gut zu schützen.
Für die zwei kleinen sind Anzüge mit LSF sehr gut geeignet.
Bei einem meiner liebsten Stoffwindelshops Stoffywelt* gibt es Sonnenschutz Shirt und Anzüge* der Marke Pop-In für Kinder bis 4 Jahren.
Die Marke kennen wir von den Lätzchen* vom Babybruder und sind schon Fans von den schönen Mustern und der Qualität.
Daher war ich direkt Feuer und Flamme, als Stoffywelt mich fragte, ob ich die Sonneschutzanzüge testen mag.
Die Sonnenschutzanzüge* für Babys und kleinere Kinder gibt es mit angenähtem Sonnenhut und ohne. Mein kleinster ist ein bekennender Hutabzieher und daher ist so ein angenähter Hut echt praktisch. Auch wenn er ziemlich gemotzt hat als er den Hut einfach nicht vom Kopf bekommen hat.


Der große Bruder wollte den neuen Anzug erst nicht anziehen (er hat immer ein wenig Probleme neue Kleidung zu akzeptieren), aber als der kleine Bruder den gleichen Anzug anhatte, wollte er auch unbedingt. Mama muss halt öfter mal in die Trickkiste greifen.
Die Anzüge haben zwar lange Ärmel um wirklich gut gegen die Sonne zu schützen, sind aber schön dünn und die Jungs fanden es sehr angenehm zu tragen. Natürlich sind sie auch zum Schwimmen und im Sand spielen geeignet.
Unser Baby trägt drunter noch eine waschbare Schwimmwindel oder eine Stoffwindel wenn er mit dem Anzug nicht ins Wasser geht.

Einmal nass, trocknet der Stoff sehr schnell.
Die Motive gefallen den Jungs sehr gut und die Größen sind sehr variabel. Ich denke, dass der Anzug vom Baby noch nächsten Sommer passt. Der Große wird dieses Jahr noch 5 und der Anzug ist schon knapp. Aber man kann ihn mit Sicherheit von 3 bis fast 5 tragen. Ich mag so Kleidung, die man lange verwenden kann.
Der Reißverschluss dürfte bei dem großen Anzug allerdings auch gerne vorne sein. Dann könnte der große Bruder ihn auch allein auf- und zumachen um auf Toilette zu gehen. Aber groß stören tut es wiederum auch nicht. Kurz Reißverschluss aufschieben und den Rest kann er dann allein.
Bei der Babygröße gibt es im Schritt auch praktische Knöpfe um schnell wickeln zu können.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit unserer neuen Sonnenschutzkleidung.
Das Gesicht muss ich natürlich weiterhin eincremen, aber um den Oberkörper und Schenkel muss ich mir dann nicht mehr zu viel Gedanken machen und besonders für das Baby, das mittlerweile so mobil ist den ganzen Garten zu erkunden (und somit den schönen schattenspendenden Apfelbaum hinter sich zu lassen), ist es eine wunderbare Lösung um das schöne Sommerwetter draußen zu genießen.

Ich bin guter Dinge, dass der Sommer noch mal Fahrt aufnimmt und habe das Planschbecken noch nicht weggeräumt.
Leider sind jetzt keine Ferien mehr und wir haben nur noch an wenigen Nachmittagen und am Wochenende Zeit um die Wasserpistolen raus zu holen und eine Wasserschlacht zu veranstalten. Aber die Prognosen sehen gut aus und so stehen die Chancen, dass ich auf die tägliche Frage der Jungs, ob wir endlich wieder den Rasensprenger anmachen können um durchzuhuschen, mit JA beantworten kann, nicht schlecht.

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Danke an Stoffwelt für die Zurverfügungstellung der Sonnenschutzanzüge!

Immer auf der Hut {Sicherheit im Krabbelalter}

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Mein jüngster Sohn wird nächste Woche bereits 10 Monate.
Lang vorbei sind die Zeiten, wo ich ihn auf seine Krabbeldecke legen konnte, er zufrieden mit seiner Rassel spielte und ich mir keine Gedanken machen musste wenn ich mal kurz auf die Toillette verschwunden bin.

Nun krabbelt der kleine Schlawiner in einem Affenzahn durchs Wohnzimmer, dass man gar nicht so schnell gucken kann, bis er wieder irgendwas angestellt hat.
So hat er letztens sogar meine Teetasse vom Sofatisch gefegt. Was weiß ich wie er da rangekommen ist, denn hochziehen kann er sich eigentlich noch nicht.
Zum Glück war der Tee kalt und das Maleur schnell weggewischt.

Nachdem der kleinste Bruder vor ein paar Monaten anfing zu Robben und die Welt jenseits der Krabbeldecke zu erkunden, musste das Haus wieder Babysicher gemacht werden.
Der kleinste große Bruder ist bereits 4 Jahre alt und somit nicht mehr auf alzu viel Sicherheit bedacht.
Wie schon bei den drei großen haben wir nur alles wirklich nötige gesichert und decken den Rest mit Aufpassen, Aufklären und Ermahnen ab. Das hat immer sehr gut funktioniert.

Obwohl wir in einem Haus mit Obergeschoss und Keller wohnen, hatten wir nie ein Treppengitter. Zum einen finden wir das extrem unpraktisch und zum anderen konnten so unsere 3 älteren Kinder bereits Treppe laufen (also eher Treppe krabbeln) bevor sie frei laufen konnten. Noch nie ist einer die Treppe runtergefallen und sie waren früh wirklich sehr geübt in Treppensteigen.
Es kommt natürlich auf die jeweilige Wohnsituation an. Bei uns geht die Treppe von der Diele aus hoch und runter. Das Wohnzimmer und sonstige Zimmer können mit Türen geschlossen werden. Somit besteht keine große Gefahr, dass das Krabbelbaby alleine in den Gefahrenbereich kommt.
Die großen Brüder haben gelernt, die Türen immer zu zumachen wenn sie rein oder raus gehen und ich passe ja sowieso auf. Wenn wir uns alle für die Schule und Kindergarten fertig machen und ein großes Gewusel in der Diele herrscht, muss man natürlich aufpassen wie ein Luchs oder einer der Jungs bekommt Treppenwache und passt auf den kleinen Bruder auf.
Für uns funktioniert das sehr gut und ich sehe es als großen Vorteil, dass die Jungs früh an Treppen gewöhnt waren.
Hat man die Treppe im Wohnzimmer, muss man natürlich für Sicherheit durch ein Treppengitter sorgen, sonst macht man nichts anderes mehr, als das Baby vom Runterfallen zu bewahren. Bei baby-walz gibt es eine breite Auswahl an Modellen und Designs. Es gibt soviel mehr abseits der klassischen Gitter. Natürlich muss man dann den großen Geschwistern auch beibringen, das Gitter immer zu schließen, ist ja quasi das gleiche wie bei uns die Türen. Der Satz „Tür zu!“ fällt hier bestimmt 20 mal am Tag.

Neben der Treppe ist wohl die Steckdose das gefährlichste im Haus. Bei uns muss man sich darum zum Glück keine Gedanken machen, da wir bereits beim Bau des Hauses kindersichere Steckdosen installiert haben. Wer dies nicht hat, sollte jede Steckdose in Babyhöhe mit einem Schutz absichern. Wir müssen uns da nur um die Mehrfachsteckleisten kümmern, die vergisst man nämlich ganz gerne, dabei müssen sie auch alle eine Sicherheitsvorkehrung haben.
Wer jetzt noch alle Putz- und Waschmittel sowie Medikamente außer Reichweite der Kleinen (das gilt übrigens auch im Kleinkindalter und nicht nur für Krabbelbabys) aufbewahrt, hat schon so gut wie alles geleistet um den kleinen ein sicheres Zuhause zu bieten.

Wären da nicht die großen Brüder… Die stellen derzeit die größte Gefahr da. Sie lieben ihren Bruder zwar sehr und passen auch immer gut auf ihn auf, aber Lego und anderes kleines Spielzeug lieben sie auch.
Es kam durchaus schon vor, dass Lego von ihrem Lego-Tisch im Wohnzimmer runterfiel und der kleine es sich schnappte. Zum Glück bin ich da immer sehr wachsam und normalerweise heben die Jungs es auch immer sofort wieder auf. Eine Lösung wäre natürlich das ganze Lego in das Zimmer der Jungs zu verfrachten. Passt für uns aber nicht so gut, weil sie einfach gerne bei mir sind und ich sie ja auch nicht ausquartieren möchte.
Noch zieht der Kleine sich noch nicht hoch und so klappt es ganz gut, dass alles Lego auf dem Tisch bleibt und er nicht drankommt. Wie das dann aussieht, wenn er groß genug zum Stehen ist und so auch an alle Sachen auf dem Tisch kommt, werden wir dann sehen. Dann müssen wir eine andere Lösung finden.
Beim jetzt 4 Jährigen ging das irgendwie ganz gut im Babyalter. Er hat sich die kleinen Sachen einfach nicht in den Mund gesteckt und daher hatten wir dann keine Probleme damit.

Das letzte was wir erst kürzlich abgesichert haben ist unser Bett. In den ersten Babymonaten hat der Kleine die ganze Nacht bei uns im Bett geschlafen. Da er sich noch nicht drehen konnte, reichte da das Absichern mit dem Stillkissen. Das habe ich nun schon seit dem ersten Kind und es gibt es doch tatsächlich immer noch bei baby-walz zu kaufen.
Jetzt schläft er die erste Nachthälfte in seinem Zimmer und kommt dann irgendwann nachts zu uns ins Bett und kuschelt dort bis zum aufstehen mit mir. Solange wir im Bett liegen und er in der Mitte kann auch nichts passieren. Aber wenn ich aufstehe und ihn noch ein wenig weiter schlummern lassen möchte, wird es gefährlich. Vor dem Bett liegt daher schon immer eine dicke Matratze, falls er doch mal rausfällt. Nun habe ich aber ein Bettgitter bei baby-walz bestellt, aufgebaut und unter die Matratze geklemmt. Das ging super fix und ich schlafe nun viel beruhigter und kann ihn morgens auch noch ein wenig schlafen lassen, während ich mich fertig mache. Auch mein Stillkissen muss ich jetzt nicht mehr ständig vom Schlafzimmer ins Kinderzimmer schleppen, sondern kann endlich auf meinem Stillsessel bleiben.
Beim Kauf des Bettgitters muss man aber drarauf achten, dass es auch für das Familienbett geeignet ist.
Da die anderen Kinder zu der Zeit schon komplett durchgeschlafen oder die ganze Nacht im eigenen Bett verbracht haben, hatten wir das bisher nie gebraucht. Das Nesthäkchen aber hat es am liebsten kuschelig im Familienbett und ich genieße die Exklusivzeit mit ihm sehr.

Zu Letzt sei gesagt, dass die bester Sicherheit das Aufpassen ist. Ich nehme meinen kleinsten eigentlich überall mit hin. Da er immer in unmittelbarer Nähe zu mir ist kann ich ihn vor den meisten Unfällen bewahren, sehe wenn eine Gefahr lauert oder er sich irgendwas schnappt und in den Mund stecken will. Da man aber nicht immer die Augen aufs Kind gerichtet haben kann (besonders wenn noch andere Kinder im Haus rumspringen), informiert man sich am Besten frühzeitig, wie man seine Wohnsituation ans Kind anpassen kann um möglichst wenige Unfälle zu erleben.
Viele Infos und die dazugehörigen Produkte rund um die Sicherheit im Haus und Wohnung findet ihr bei baby-walz.
Ganz vermeiden kann man Unfälle allerdings nicht.
Eine Schramme hier und da, blaue Flecken und auch mal ein aufgeschlagenes Knie gehören zur Kindheit dazu.
Aber Schlimmers lässt sich meist mit kleinem Aufwand verhindern.

Wie ich meine Liebe zu Stoffwindeln entdeckte {Nachhaltiger Leben}

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Als ich vor ein paar Jahren anfing mich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen, war es noch nicht so präsent, wie es heute ist.
Meine Gemüsebeutel* musste ich lange suchen und im Spermarkt und beim Bäcker galt ich ein wenig als kuriose Öko-Mama, die ich eigentlich gar nicht bin.
Zum Glück hat sich das alles geändert und heute ist es normal mit seinen Säckchen einkaufen zu gehen, überall wo es geht auf Plastik und unnötige Verpackung zu verzichten und es gibt nun immer mehr Produkte unverpackt zu kaufen.
Nicht zuletzt entstehen immer mehr Unverpackt-Läden, was mir den Alltag sehr erleichtert und das stundenlange Suchen nach Alternativen erspart.

In den Jahren habe ich bei uns zu Hause viel geändert.
Wir haben viele Produkte durch nachhaltige Varianten ersetzt und viele Sachen kaufe ich gar nicht mehr.
Aber meine nun vier Kinder wickelte ich weiterhin mit Wegwerfwindeln. Bei Stoffwindeln hatte ich immer das Bild von meiner Freundin im Kopf, die vor langer Zeit ihren Sohn anfangs mit Stoff gewickelt hat. Ich fand das enorm umständlich und seltsam.
Irgendwie bin ich vor ein paar Monaten doch wieder auf das Thema aufmerksam geworden. Immerhin habe ich schon lange Feuchttücher durch weiche Baumwollwaschlappen* ausgetauscht und Wattepads und Slipeinlagen* durch Waschbare aus Bambus.
Die zwei großen Müllsäcke mit Windeln jede Woche waren mir schon lange ein Dorn im Auge. Wenn man ein Baby hat und noch zwei der großen Brüder nachts Hochziehwindeln brauchen kommt halt so einiges zusammen.

Wie ich so bin, informierte ich mich erstmal gründlich über das System mit Stoff zu wickeln. Nachdem ich mir ein paar Videos zu dem Thema angeschaut hatte, stellte ich fest, dass sich das Wickeln mit Stoff gar nicht so sehr unterscheidet von dem mit Wegwerfwindeln.
Ich war ein wenig baff, wie einfach das zu sein schien und war endlich entschlossen dem ganze eine Chance zu geben. Was hatte ich zu verlieren? Notfalls würde ich die Windeln wieder verkaufen und wäre um eine Erfahrung reicher.
Also investierte ich ein bisschen Zeit und sammelte alles Wissenswerte über Marken, Windelsysteme und wie man die Windeln am besten wäscht.

Als System wollte ich All-In-Ones* (AIO) testen. Das sind, wie der Name schon sagt, alles in einem Windeln. Im Prinzip genau gleich wie Wegwerfwindeln, halt nur zum Waschen.
Bei Stoffywelt* und Fratzhosen* bestellte ich meine ersten Stoffys und ein wenig Zubehör. Zusätzlich stöberte ich im Netz nach gebrauchten Windeln, denn das ist nun mal das Nachhaltigste und zudem auch Kostengünstig, denn so eine Stoffwindel kostet erstmal einen Batzen Geld (ich Fuchs rechne mir dabei aber aus wieviel Euros und Euros ich schon für Wegwerfwindeln ausgegeben habe – oder besser doch nicht, sonst fall ich vom Stuhl).
Neue Windeln müssen zudem 3 bis 5 mal eingewaschen werden bis sie einsatzbreit, sprich saugstark genug, sind. Gebrauchte sind natürlich schon eingewaschen und können direkt genutzt werden.
Schon beim Aussuchen der Windeln war ich ganz verzaubert. Es gibt wahnsinnig schöne Muster und man muss aufpassen, dass man nicht in eine regelrechte Sucht fällt (stellt sich hier die Frage, ob ich nicht bereits verfallen bin…aber das ist ein anderes Thema).
Ich konnte mich dann doch für drei Windeln entscheiden, die sollten zum ersten Testen reichen.
Spätestens als die erste Windel an dem Babypopo war, war ich gänzlich überzeugt. Liebe auf den ersten Blick!
Das Wickeln ist so einfach und sie halten erstaunlich dicht (ahtte da irgendwie so meine Bedenken).
Hatte ich mit meinen bisherigen Windeln oft das Problem, dass sie ausgelaufen sind, so ist mir das bisher mit den Stoffys nur einmal passiert und das auch nur, weil noch etwas von der Einlage rausgeschaut hat.
Auch Babys Popo freut sich über den weichen Stoff an der Haut und ist seitdem viel wenig wund.

So schaffte ich mir nach der ersten Testphase genug Windeln an um keine Wegwerfwindeln mehr nutzen zu müssen und bin seit dem ersten Tragen ein riesen Fan.
Mein Mann erklärte mich für ein wenig verrückt noch beim 4. Kind auf Stoff umzusteigen.
Aber es lohnt sich einfach immer. Egal zu welcher Zeit. Natürlich muss man erstmal etwas Geld investieren, aber das hat man zum einen schnell wieder raus und zum anderen, werde ich die Windeln, wenn ich sie irgendwann nicht mehr brauche, weiter verkaufen. Die Umwelt freut sich sowieso über jede gesparte Wegwerfwindel.
Das ist für mich auch der wichtigste Faktor. Ob Soffwindeln nun günstiger oder gleich teuer sind wie Wegwerfwindeln ist dabei erstmal zweitrangig.
Ich habe schon vor Jahren Statistiken gelesen, ob Stoff oder Werwerfwindeln besser für die Umwelt sind. Schließlich muss man auch viel Wasser zum Waschen der Windeln verwenden.
Dort hieß es immer, dass beide gleichauf liegen. Beschäftigt man sich aber ein bisschen mehr mit dem Thema, findet man heraus, dass es sich aber in Bezug auf Stoff sehr besser verhält, wenn man ein paar Sachen beachtet.
Zum einen, die Waschmaschine immer voll zu machen, nicht nur die Windeln alleine wäscht (wir waschen sie zusammen mit den Waschlappen und Handtüchern) und keinen Trockner verwendet.
Zum andern, die Windeln gebraucht kauft und wieder verkauft, wenn man sie nicht mehr benötigt.

Wie ihr seht, bin ich ganz begeistert von dem System und das Wickeln macht dank der schönen Muster auch sehr viel Spaß. Selbst das zwei Mal die Woche Waschend er Windeln macht mir wirklich Freude (dass ich das mal übers WASCHEN sagen darf). Die großen Brüder finden die Windeln vom kleinen Bruder auch toll  (besonders die mit dem Donut drauf). Sie sind einfach so viel netter anzusehen und anzufassen als Wegwerfwindeln.
Apropos Brüder. Für die Großen habe ich Trainers* angeschafft. Das sind Windeln in Unterhosenform, ähnlich der Hochziehwindeln. Allerdings muss ich warnen, dass diese nur geeignet sind, wenn nur ein paar Tropfen nachts in der Windeln landen. Denn soviel wie eine herrkömmliche Windel können sie nicht aufnehmen und wir hatten schon mehrere nasse Laken in der Frühe. Aber das Ziel ist ja auf lange Sicht, dass nachts ganz auf Windeln verzichtet werden kann. Bis dahin läuft die Waschmaschien halt ein wenig öfter…

Nachdem wir nun eine gute Routine mit den Stoffwindeln gefunden haben, gesehen haben, was für uns passt und was nicht, erzähl ich euch nächste Woche gerne wie wir das alles handhaben und wie es für uns einfach das perfekte Wickelsystem geworden ist.

 

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Coole Stoffwindeln für jeden kleinen Popo

 

Solange Du da bist kann mir nichts geschehn

Meine liebe Mama!

Ich weiß, es ist nicht einfach sich Tag und Nacht um mich zu kümmern. Alles stehen und liegen zu lassen, wenn ich Dich brauche. Dich selbst hinten anzustellen und alles zu geben, damit ich gesund und glücklich bin.
Ich weiß, ich weine heute sehr viel.
Aber glaube mir, ich mache das nicht um Dich zu ärgern. Mir geht es einfach nicht gut. Ich weiß auch nicht was los ist. Irgendwie drückt der Bauch und irgendwas fühlt sich im Mund so komisch an. Irgendwas Hartes möchte sich durch mein Zahnflisch drücken. Mama, das tut so weh, tu doch was.
Ich kann leider noch nicht reden und so schön singen wie Du kann ich auch nicht.
Mama, bitte sing mir noch einmal mein Lieblingslied vor und halt mich dabei fest in den Armen. Lass mich nicht los, geh nicht weg, blieb bei mir.
Ich weine manchmal stundenlang, höre einfach nicht auf weil mir so viel durch den Kopf geht. Ich habe neue Orte besucht und so viele Menschen gesehen, die ich nicht kenne. Das macht mich alles ganz durcheinander. Und auf einmal kann ich so viele neue Sachen. Ich kann mich jetzt vorwärts bewegen, ich wusste gar nicht, dass ich das kann und bin so verwirrt, was jetzt alles mit mir passiert.
Ich brauche Dich jetzt. Sei einfach da und halte mich. Geh nicht weg, auch wenn ich ganz doll viel schreie und Du so müde bist wie ich. Wenn Du jetzt weg gehst, fühle ich mich ganz allein gelassen mit all meinem Kummer. Dann bin ich ganz einsam und habe Angst.
Ich höre auch wieder auf zu weinen, versprochen. Aber vielleicht dauert das noch ein wenig. Ich möchte deine Wärme spüren und wissen, dass Du immer für mich da bist.
Ich möchte mit Dir kuscheln und mich ganz fest einschmusen bei Dir.
Meine Mama, ich möchte Dich nicht ärgern, ich weiß nur einfach nicht was ich tun soll. Alles tut weh, mein Kopf fährt Achterbahn und ich bin so durcheinander.
Das Leben als Baby ist so schwer. Jeden Tag passieren so viele neue Sachen, lerne ich so viel und sehe ich so viele Dinge und Menschen, die ich nicht kenne. Ich wusste nicht, dass die Welt so groß ist. Wie soll ich mich hier nur zurecht finden?
Ich hoffe, Du bist immer da an meiner Seite und zeigst mir den Weg. Beschützt mich, passt auf mich auf und bist einfach da.
Ich brauch Dich so sehr. Dich kenne ich am längsten, wir beide gehören schon lange zusammen.
Ich weiß, das laute Weinen tut auch Dir weh und Du würdest jetzt lieber schlafen und dich ausruhen. Aber ich brauche Dich jetzt.
Halt mich fest und lass mich niemals los.

Ich liebe Dich so.

 

Ihr seid mein JA

Derzeit hören die Jungs jeden Tag Bon Jovi.
Gerne wird die Anlage laut aufgedreht und dabei wild getanzt oder Fußball gespielt.
Als letztens das Lied „Born again tomorrow“ lief, stillte ich gerade den kleinen Bruder.

Im Text heißt es übersetzt „Wenn Du morgen wieder geboren wirst, würdest Du dein Leben genau so leben wie gestern?“
Bis vor kurzem hätte ich eine Millisekunde später lautstark mit Nein! geantwortet. So viele Fehler habe ich grmacht, so viele schlechte Entscheidungen getroffen, so viel Schmerz erlitten, soviel Dummheiten gemacht, zu viel gestritten und zu viel geweint.
Doch für dieses Jahr habe ich mir eins vorgenommen: Positiv zu denken, im Hier und Jetzt leben, mein Leben so annehmen wie ist und vor allem glücklicher sein.
Dann schaute ich mein Glückskind an, welches gerade zufrieden gestillt wurde und auf einmal war meine Antwort JA! Denn am Ende war alles richtig, denn dann kamst Du und deine Brüder!

Meine Antwort ist Ja!
Ja, mein Leben würde ich genau so wieder leben wollen. Denn jede Entscheidung, ob gut oder schlecht, jeden Weg den ich gegangen bin. Alles führte am Ende zu Dir. Zu Dir und deinen drei Brüdern. Hätte ich einen anderen Weg gewählt, vielleicht gäbe es euch nicht.
Alles hat mich genau da hingeführt wo ich jetzt bin. Zu euch.
Jede Träne, jedes Lachen, jeder Verlust, jede Absage auf so viele Bewerbungen, jede schlechte Note, jeder Unfug, alles war richtig. Am Ende weiß man das.
Es war alles richtig. Jeder Liebeskummer, jedes Kopfzerbrechen, jeder Tanz auf einer Party, jedes Weinen ins Kissen, jeder negative Schwangerschaftstest, einfach jeder Tag mit all seinen guten und schlechten Seiten.
Alles führte mich auf meinen Weg und am Ende kamt ihr dabei zu mir. Manchmal wache ich auf und kann nicht glauben, dass ich, ja ich, wirklich vier Kinder habe. Ja, das ist mein Leben, ich bin das wirklich. Wenn Träume wahr werden, fühlt es sich seltsam an. Als ob man von oben auf sich blickt und denkt…huch, das bin ja ich.

Mein Leben ist nicht perfekt, wird es nie sein. Viel zu oft bin ich neidisch, neidisch auf andere, die es scheinbar besser haben, die ihr Leben besser im Griff haben. Oft bin ich verzweifelt, weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll. Doch dann sehe ich mich um, sehe meine vier Jungs und alles ist wieder gut. Ich will mit keinem tauschen, nicht für alles Geld der Welt.
Ich habe so viel in meinem Leben bereut. So viel hat mich belastet. Jetzt denke ich neu. Denke daran, dass mich alles zu dem Leben was ich jetzt habe, geführt hat.

Denn das Ergebnis bist Du! Du kleines Wesen in meinen Armen und deine Brüder die in ihrem Zimmer im Feuerwehrmann-Kostüm gearde versuchen die Welt zu retten. Ihr seid das Ja in meinem Leben. Das Ja zu allem. Und wenn ich seit Wochen nachts kaum noch schlafe und vor Müdigkeit fast umkippe, dann weiß ich, alles ist gut so. Denn Du bist bei mir. Acht Arme schlingen sich um mich und das ist alles, was ich brauche.

Nein, Vorsätze für das neue Jahr mache ich mir nie. Aber meine Einstellung zum Leben möchte ich ändern. Zufrieden werden, glücklich sein, positiv denken, jeden Tag, negatives ausschalten. Das möchte ich erreichen und ihr seit der Weg zu diesem Ziel.

Ein Adventskalender für vier Kinder {Geht das?}

Die Weihnachtszeit ist hat etwas so wundervoll magisches. Alles duftet anders, überall sind Lichter zu sehen, alles ist so wunderbar gemütlich und heimelige.
Für Kinder ist diese Zeit besonders zauberhaft.
Wunschzettel schreiben, auf den Nikolaus warten, Plätzchen backen und dabei Unmengen Teig naschen, heißen Kakao mit Marshmallows trinken, Weihnachtsmusik hören und Bücher bestaunen.
Nicht zuletzt gibt es 24 Tage lang Spannung. Jeden Morgen sind alle gespannt, was in dem Adventskalender versteckt ist. Die Spannung ist kaum auszuhalten, schließlich sieht man alle 24 Päckchen jeden Tag und kann aber trotz Rascheln und Fühlen nicht herausfinden, was dort so hübsch verpackt ist.

Hat man viele Kinder, muss man sich überlegen , ob jeder einen Adventskalender bekommt und so eine ganze Wand im Haus unter sage und schreibe 96 Päckchen verschwindet (wenn man den Mann noch mit dazu rechnet sind es sogar 120!!!), oder ob es nicht eine Option ist einfach einen Kalender für alle zu haben.
Wir haben uns bereits bei Kind Nummer zwei dafür entschieden, dass sich alle Kinder einen Kalender teilen.
So darf jeden Tag abwechseln ein Kind ein Päckchen aufmachen, das Geschenk aber ist für alle zusammen. Das hat den Vorteil, dass man den Kalender auch mit größeren Geschenkchen wie Hörspiele, kleine Bücher und Autos füllen kann und man sich finanziell nicht in den Ruin treibt.

Natürlich, ganz außer Frage, hätte jedes Kind natürlich am liebsten einen eigenen Kalender. Aber Weihnachten ist auch die Zeit des Teilens und, wie mein großer Sohn immer so schön sagt, die Geschenke sind nicht das wichtigste, sondern dass das Jesuskind geboren ist. Amen.

Dieses Jahr sind es ganze vier Kinder. Demnach kommt jeder nur sechs mal an die Reihe. Es klappt erstaunlich gut. Am 1. Dezember gab es ziemlich viele Tränen und Geschrei. Schließlich wollte jeder als erster aufmachen. Bereits am zweiten Tag war es aber okay. Die Jungs wussten, dass die Geschenkchen eh für alle waren und wenn man gerade aufgemacht hat, musste man nur ein paar Tage warten und war schon wieder dran.

Neben dem Päckchen-Adventskalender haben wir zudem auch noch unseren Buchkalender und Adventsweg. Wenn es draußen dunkel wird, werden jeden Tag so viele Kerzen angezündet, wie der Kalender anzeigt. Dann machen es wir es uns gemütlich (gerne auch mit heißem Kakao und Lebkuchen) und lesen eine Seite des Adventskalenderbuches und kleben dazu noch das passende Fensterbild für den Tag auf. Das Anzünden der Kerzen und Fensterbild Aufkleben darf dann auch immer ein Kind im Wechsel machen. Da der kleinste Bruder erst 3 Monate alt ist, müssen sich dabei auch nur drei Brüder aufteilen. Das ist für die Jungs eigentlich viel spannender und wichtiger als der eigentliche Adventskalender.

Und zu guter Letzt bleiben noch die Adventssonntage. Ziemlich praktisch, wenn man vier Kinder hat und es vier Adventskerzen gibt. Der Reihe nach darf hier auch jeder eine Kerze anzünden.
Es gibt also unheimlich viel zu tun, zu teilen und zu freuen.

Mein Mann darf sich übrigens über seinen eigenen Schoko Adventskalender freuen. Allerdings muss er fast täglich seine Schoko durch vier teilen, denn, ja teilen können die Kinder und auch Papa soll da mitmachen. Und es ist ziemlich süß mit anzusehen, wie man sich über 1/4 eines Schokobons so sehr freuen kann.
Das ist die Weihnachtsfreude, die diese Zeit so magisch macht.

Sechs Wochen zu sechst {die erste Zeit mit vier Kindern}

Wie ist das so mit vier kleinen Kindern?
Nach den ersten sechs Wochen mit dem kleinen Bruder kann ich sagen: das Leben mit vier Kindern ist genauso wie ich es mir vorgestellt habe und doch komplett anders.

Das Leben ist bunt, turbulent, verrückt und chaotisch, anstrengend, voller neuer Überraschungen und einfach nur schön.
Dass es jemals anders war, das kann ich mir nicht mehr vorstellen. Es sind erst sechs Wochen, doch an eine Zeit ohne mein kleines Baby kann ich mich kaum noch erinnern. Diese vier Kinder gehören einfach zu uns wie das Wasser zum Meer, der Sand zum Strand.
Unsere kleine Familie, wir sechs, das fühlt sich genau richtig an, als ob es schon immer so bestimmt gewesen wäre.

Die ersten Wochen waren nicht leicht, kaum waren wir nach der Geburt aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen und die großen Brüder und der Babybruder hatten sich aneinander gewöhnt, schon mussten wir wieder in die Klinik.
Unser kleines Neugeborene war gerade 9 Tage alt, als plötzlich hohes Fieber auftrat. Als das Thermometer über 39°C anzeigte wurde ich leicht panisch. Unsere Kinderärztin schickte uns auf direktem Weg ins Krankenhaus. Zum Glück hatte mein Mann an diesem Tag früher Feierabend gemacht und konnte uns fahren und auf die anderen Kinder aufpassen.
Wir blieben dann eine Woche im Klinikum. Zuerst isoliert, da nicht klar war, was er hatte, dann mit einer lieben Zimmernachbarin mit ihrem ebenfalls Neugeborenen.
Die Zeit war ziemlich hart für alle in der Familie. Ich war im frühen Wochenbett, dem Tränenreich sehr nahe, der Kleine war sehr erschöpft und musste erst wieder zu Kräften kommen und meine drei großen Kinder durften mich eine Woche nicht sehen, da wir ja isoliert waren.
Dennoch haben wir uns die Krankenhauszeit so schön wie möglich gestaltet. Immerhin hatten wir so genug Zeit, in Ruhe zu kuscheln und uns besser kennen zu lernen. Die exklusive Zeit nur mit ihm habe ich trotz der schwierigen Zeit genossen.
Am Ende kam raus, dass er einen Enterovirus (eine Magen-Darmerkrankung) hatte, den die Brüder wohl aus dem Kindergarten angeschleppt hatten.
Ich bin wieder einmal froh, dass wir mit der Universitätsmedizin Mannheim so eine gute Kinderklinik mit hervorragenden Ärzten und Pflegepersonal in der Nähe haben.

Wieder zu Hause musste der ganze sich-aneinander-gewöhnen Prozess von vorne beginnen. Meine drei großen Söhne endlich wieder zu sehen war so schön. Noch nie hatte ich sie so lange nicht gesehen – wenn ich so darüber nachdenke, habe ich sie noch nie einen einzigen Tag nicht gesehen. Ich habe sie so vermisst.
Auf einmal war es aber wieder laut – und wild. Der Babybruder war erst mal ganz durcheinander, schließlich hatte er in seinem kurzen Leben mehr Zeit im Krankenhaus als zu Hause verbracht.

Nach gut 2 Wochen konnte sich also endlich so etwas wie Alltag bei uns einspielen. Der Babybruder hat langsam in seinen Rhythmus gefunden, die Jungs haben sich daran gewöhnt, dass nun ein vierter Bruder im Haus ist.

Die Prioritäten verändern sich, wenn ein kleines Wesen auf die Welt kommt. Wichtig ist jetzt nur noch, dass es dem Babybruder gut geht und die Brüder glücklich, zufrieden und satt sind. Immerhin tragen alle saubere Klamotten (zu mindestens noch beim Anziehen in der Früh), bekommen jeden Tag ein frisches Essen auf dem Tisch (mal abgesehen davon, dass es meistens „iiihhh, das stinkt“ ist – Gemüse ist ja bekanntlich auch nicht zum Essen da) und sind immer pünktlich in der Schule, zum Fußball, beim Hip Hop und in der Musikschule. Dass die Kleinen jetzt erst um 9 im Kindergarten sind und wir an unseren freien Tagen nur gemütlich zu Hause sitzen, kuscheln, spielen und Puzzle machen ist dabei doch ziemlich egal. An den Wochenenden bleiben wir auch meisten daheim und machen es uns gemütlich.

Ja, das Leben ist gemütlicher geworden. Oft leben wir einfach so in den Tag hinein – stillen, wickeln, kuscheln, spielen. Und dazwischen noch Apfelkuchen backen, versuchen das Haus ordentlich zu halten und die sich hauenden Kinder auseinander zerren. Ganz „bad mom“ läuft seit der Geburt und mit dem Beginn des Herbstes auch vermehrt der Fernseher. Warum auch nicht. Pädagogisch erhalte ich dafür mit Sicherheit keinen Pokal, aber wenn ich allein mit meinen vier Jungs bin, es nachmittags dunkel und kalt wird um die Jungs einfach vor die Tür zu schicken und ich neben Stillen und Abendessen kochen drei weitere Kinder haben die nichts mit sich anzufangen wissen außer das Haus abzureißen, ja, da greife ich auch mal in den Zauberärmel und Simsalabim ist die Fernbedienung da und schaltet eine Folge Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksberg ein. Solang das nicht jeden Tag ist und nicht von morgens bis abends passt das für uns und erleichtert meine Alltag enorm. Danach können die Jungs sich auf ein frisches, mit Liebe zubereitetes Abendessen freuen. Den Jungs gefällt’s und das ist es doch, was zählt.

Eigentlich läuft es ganz gut. Ein bisschen unstrukturierter und chaotischer als mit drei Kindern. Aber mein Glücksbaby ist recht pflegeleicht. Solange er bei mir auf dem Arm oder im Tragetuch ist, so ganz nah bei Mama, ist die Welt in Ordnung. Er braucht viel Nähe und ich auch. Mir tut es gut, jemanden den ganzen Tag ganz nah bei mir zu haben. Auch wenn die kurze Pause am Wochenende, wenn der Kleine bei Papa ist, auch gut tut. Sonst sind wir 24 Stunde zusammen. Tag und Nacht wird gekuschelt und ich genieße die Zeit, die ich mit Stillen, Kuscheln und Tragen verbringe. Von jemanden gebraucht werden ist ein wunderbares Gefühl. Natürlich brauchen meine drei Großen mich auch noch, besonders der kleinste große Bruder, aber dann sind sie doch schon so selbstständig und brauchen Mama nicht mehr rund um die Uhr.
Nähe und Geborgenheit ist das, was unser Baby jetzt braucht und wenn er genug davon bekommt, ist er glücklich und zufrieden.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen einem alles über den Kopf wächst, einem alles zu viel ist. An denen Tränen fließen – bei mir und bei den Kindern. Zugegeben, die Tage überwiegen sogar. Aber die bleiben mir nicht im Gedächtnis. Ich behalte die schönen Tage in Erinnerung. Die Tage an denen ich mit dem kleinsten großen Bruder Kekse backe, wir nachmittags warmen Kakao trinken, zusammen Hörspiel hören und uns in Decken kuscheln.
Diese Tage sind der Grund warum wir vier Kinder haben, warum ich am liebsten noch vier weitere hätte. Und natürlich dieser Geruch. Der Geruch eines neugeborenen Babys.
Nichts ist wundervoller. Und egal wie anstrengend der Tag ist, wie müde und kaputt ich bin, wie wenig Kräfte noch vorhanden sind, wie viele Termine noch anstehen – ganz intensiv, ganz bewusst am Kopf riechen. Die Augen schließen, den Geruch aufnehmen. Das macht alles einfach unwichtig und die Welt einfach nur schön.
Dieser besondere, schönste Duft auf der ganzen Welt.

 

Nachtrag: Mittlerweile ist unser Sonnenschein schon 7 Wochen bei uns…aber genauso ist das Leben mit vier Kindern – Pläne kann man zwar machen, aber sie funktionieren selten und was ich heute erledigen wollte, kann auch erst in zwei Wochen fertig sein. That’s real life!

Babyzimmer makeover {das neue Zimmer vom Babybruder}

Spätestens ab Mitte jeder Schwangerschaft überkommt mich der Nestbautrieb. Ist die kritische Zeit erstmal vorbei und der Bauch schon kugelrund, kann ich mich kaum zurückhalten und möchte am liebsten alle schicken Onlineshops leer kaufen, zum Baumarkt düsen und für das neue Baby ein gemütliche neues Zimmer schaffen, das zeigt, wir freuen uns auf Dich und Du bist so willkommen in deinem Zuhause.

Allerdings war das Babyzimmer bis Mitte des Jahres noch besetzt. Von meinem kleinen Baby, das schon bald ein großer Bruder sein sollte.
Die beiden großen Geschwister teilten sich bereits ein Zimmer. Eigentlich wollte der kleine Bruder nicht umziehen. Schließlich ist so ein Einzelzimmer gar nicht schlecht. Keiner der abends noch von Fußball redet, wenn man selbst lieber schlafen möchte und man darf jeden Abend die Einschlaf CD aussuchen und muss sich nicht mit den Brüdern einigen.
Wir verkauften ihm aber das neue Bett im Jungszimmer als Großer-Bruder-Bett und das 3er Zimmer als exklusiv für die Großen und sein altes Zimmer für Babys.
Und siehe da, auf einmal war das neue Bett im neuen Zimmer sehr gefragt.

Die Sommerferien kamen und somit ein guter Zeitpunkt um die Zimmer zu wechseln. Schließlich stellten wir uns drauf ein, dass das abendliche Zubettgehen länger dauern könnte. Und wenn am nächsten Tag keine Schule ist, muss immerhin morgens keiner früh raus.
Ich richtete ihm das neue Bett besonders schön ein. Dekorierte alles um, machte es gemütlich und als er am Mittag aus dem Kindergarten nach Hause kam, war er ganz aufgeregt und sehr glücklich über sein Bett für große Brüder.
Nun schlafen also die drei Brüder in einem Zimmer und es geht erstaunlich gut. Zum Spielen und sich zurückziehen gibt es zahllose Möglichkeiten. Der Kleine ist eh meist bei mir im Wohnzimmer und Küche und im Keller haben wir noch ein Spielzimmer. Wenn der Babybruder älter ist, kann wieder einer der anderen umziehen, so dass jeweils zwei in einem Zimmer sind oder einer zieht in den Keller oder das Arbeitszimmer wird umgebaut. Es gibt noch viele Möglichkeiten aber für jetzt sind alle glücklich wie es ist.

Nachdem der Rausschmiss – ähhh Umzug – vollbracht war, konnte ich endlich meinem schier unendlichen Nestbautrieb hinterherkommen.
Mein Mann brachte mir die ausgesuchte Wandfarbe mit, hier und da wurden in meinen liebsten Shops bestellt und die Nähmaschine lief eh den ganzen Sommer auf Hochtouren.
Mittlerweile wussten wir, dass es wieder ein kleiner Bruder wird (was auch sonst?) und meine derzeitige Liebe zu den Farben maisgelb und grau konnte ich voll und ganz ausleben.
Zusammen mit dem kleinen (bald großen) Bruder habe ich eine Wand neu gestrichen und es ist sogar richtig gut geworden. Hätte ich so gar nicht geglaubt. Mein Mann war auch ganz verwundert, dass wir das hinbekommen haben. Schließlich sind wir beide nicht so die Heimwerker. Das gesparte Geld für den Maler (den wollte mein Mann nämlich engagieren) steckte ich sofort in den ein oder anderen Stoff.
Als die Farbe getrocknet und alles genäht war (bis auf die Babydecke, die konnte ich erst nach unserem Sommerurlaub nähen, weil bis dahin noch kein Name feststand und dieser wieder mit drauf sollte) konnte endlich einer der schönsten Sachen in der Schwangerschaft starten. Alles Herrichten, Dekorieren und gemütlich Einrichten für den so gewünschten und jetzt schon über alles geliebten Babybruder.

Es ist alles so schön geworden. Ich setzte mich jeden Tag ein paar Minuten ins Zimmer, streichelte meinen Babybauch und erzählte unserem Glückskind wie sehr wir uns alle auf ihn freuen und wie sehr ich ihn liebe und gar nicht glauben kann, welch ein Glück es ist, ihn bald bei mir zu haben.

Fünf Wochen ist er nun bei uns. Ich weiß jetzt schon nicht mehr, wie es ohne ihn war. Er hat noch gefehlt, auf ihn habe ich immer gewartet. Er gehört zu uns, schon lange bevor er geboren wurde.
Mit ihm ist alles so viel schöner, bunter, heller. Er ist meine Sonne und macht jeden Tag zu etwas ganz besonderem.

Sein Zimmer nutzen wir bisher nur zum Wickeln, weil er lieber im Familienbett schläft als in seinem. Die Zeit vergeht jedoch wie ein Flügelschlag und bald wird er in sein Zelt krabbeln und Autos über seinen Teppich flitzen lassen. Die Babyzeit wird so schnell vorbei sein. Ich werde jede Sekunde aufsaugen und auch an stressigen Tagen, wenn alles über einen zusammenzubrechen droht, immer daran denken, welches Glück man in den Armen hält, wenn man glückliche, gesunde Kinder hat. Alles andere erscheint auf einmal nebensächlich.

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Ich zähle jetzt bis drei… {unsere selbstbestimmte Geburt im Klinikum}

Es soll sie ja geben. Geduldige Menschen. Ich gehöre nicht dazu.
Geduld ist keine Stärke von mir und Warten eine Qual. Da trifft es sich ausgezeichnet, dass ich bei bereits zwei meiner drei Kinder den errechneten Termin hinter mir lies und Tag ein, Tag aus auf die Geburt warten musste.
Sohnemann eins kam erst nach 10 Tagen und auch erst nach Einleitung auf die Welt, Sohn Nummer drei ganze 5 Tage später.
Nur unser Sandwich wollte unbedingt ein Nikolauskind werden und kam dann am 6. Dezember und somit zwei Tage vor seinem Termin zu uns.

Warten auf die Geburt sollte ich demnach gewohnt sein. Ich hatte trotz Tendenz zur Übertragung Hoffnungen, dass meine vierte Geburt nicht allzu lang auf sich warten ließe.
Falsch gedacht.
Die Woche des Geburtstermins kam und nichts geschah. Ich hatte bereits 2 Wochen vor Termin ordentliche Übungswehen. Aber die kamen jeden Tag und waren jeden Morgen wieder weg. Jeden Morgen wachte ich auf und mein erster Gedanke war „Mist, wieder nichts passiert heute Nacht.“.
So kam der 30. August. Und ging wieder.
Am nächsten Abend war dann klar – ein Augustbaby bekommen wir nicht. Ich fande das ein wenig schade, denn ich finde August einfach einen sehr schönen Monat. Mein Mann war froh, schließlich wollte er gerne ein Septemberbaby um bei der Einschulung die Wahl zu haben ihn mit noch 5 oder fast 7 einschulen zu lassen.
Wunsch erfolgreich erfüllt, denn am nächsten Morgen war September.
Ich tat weiterhin alles um die Geburt anzutreiben. Jeden morgen meine Fitness, wie die ganze Schwangerschaft über, dazu ganz viel Zimt und mit dem Fahrrad die Kinder in den Kindergarten kutschieren.

Am meisten Sorgen bereitete mir der Gedanke, dass es zu einer Einleitung kommen könnte.
In deren Genuss kam ich ja bei der ersten Geburt. Die Erinnerungen daran sind nicht schön. Höllische Wehen, Wehentropf, PDA, Saugglocke und ein total geschwächtes Kind, welches erstmal von den Kinderärzten mitgenommen wurde. Nein, das wollte ich nicht. Die letzten beiden Geburten waren so viel schöner. Natürliche Wehen, keine Schmerzmittel, höllische Wehen (nunja, die kann man nicht ändern…aber diese fühlten sich trotzdem anders an) und muntere, gesunde Babies.
So war mein Plan. Einleiten wollte ich nur, wenn es medizinisch wirklich absolut notwendig sein sollte und nicht weil Tag X erreicht war.

Pläne. Ja, Pläne sind super. Nur funktionieren sie meist nicht.
Beim ärztlichen Kontrolltermin ging es dem Baby bestens. Aber das Fruchtwasser war gering. Ich solle am nächsten Tag in die Klinik, um es abzuklären und besser früher als später einzuleiten.
Das Thema geringes Fruchtwasser kannte ich schon von der letzten Geburt. Damals hatte ich auch große Sorge, dass eingeleitet werden müsse, aber die Ärzte im Krankenhaus haben Entwarnung gegeben und so konnte die Geburt ganz von alleine ein paar Tage später losgehen.
So wiegte ich mich in Sicherheit und als mein Mann mich am nächsten Tag zum Termin ins Krankenhaus fuhr, dachte ich immer noch, ich würde in ein paar Stunden in der Bahn nach Hause sitzen um abends mit meinen Jungs zum Fußballtraining zu gehen.
Leider bestätigte mir der Arzt im Krankenhaus jedoch das zu geringe Fruchtwasser und hat mir gut zugeredet, dass eine Einleitung einfach notwendig sei, weil es sonst einfach zu gefährlich für das Baby wäre. Meine Gefühle spielten Achterbahn. Ich durfte noch nicht mal nach Hause, sondern sollte mich gleich auf Station melden, mein Zimmer beziehen und bereits abends sollte mit der Einleitung begonnen werden.
Unter Tränen rief ich meinen Mann an und versuchte eine Betreuung für die Kinder zu organisieren. Eine Einleitung dauert meist länger, aber ich wollte beim Start nicht allein sein. Ich fühlte mich sowieso schon allein und verlassen.

Dann ging alles seinen gewohnten Gang. Zugang gelegt bekommen, weinen, sich vom freundlichen Arzt beruhigen lassen, in der Klinik anmelden, aufs Zimmer dackeln, sich erstmal setzen und alles sacken lassen. Trotz der bevorstehenden Einleitung war ich wieder froh in „meinem“ Krankenhaus zu sein. Auch wenn wir seit der ersten Geburt weiter weg gezogen sind, so konnte ich mir für die Geburten keine andere Option vorstellen. Hier fühle ich mich aufgehoben, alles war so vertraut (schließlich war ich nicht nur zu den Geburten, sondern auch schon während der Schwangerschaften und auch mit den Kindern öfter in Behandlung), die Ärzte und das Fachpersonal sind immer nett und sehr kompetent.

Ich freundete mich also gerade mit dem Gedanken der Einleitung an und hoffte, dass der Arzt recht behalten sollte und es bei der 4. Geburt ruck zuck gehen sollte, als mein Baby den Plan umdrehte.
Diese Geburt sollte einfach anders verlaufen als die bisherigen. Bei meinen drei Jungs ging es immer klassisch mit Wehen los und die Fruchtblase platze immer erst kurz vor den Presswehen. Somit rechnete ich keine Sekunde damit, dass es diesmal mit einem Blasensprung anfangen würde.
Und da saß ich, telefonierte mit meinem Sohn und auf einmal wurde es nass. Ganz still und heimlich hatte mein Baby sich doch noch entschlossen der Räumungsklage zu umgehen und die Fruchtblase platzen zu lassen.
Auch wenn dies meine 4. Geburt war, so war dies mein erster Blasensprung und ich war leicht überfordert.
Panik. Plötzlich hatte ich Panik, dass ich hier das Kind ohne meinen Mann bekommen müsse. Ich rechnete jede Sekunde mit Mörderwehen und das das Baby in Null Komma Nichts da sein würde. Aus Null Komma Nichts wurden dann noch 11,5 Stunden, aber wer will schon kleinig sein?
Es tat sich nämlich erstmal…nichts.
Erst als ich ein paar Stunden später zum CTG in den Kreißsaal gebracht wurde, gingen leichte Wehen los. Es war mittlerweile schon spät abends. Ich wehte alleine im Kreißsaal vor mich hin, mein Mann sollte zu Hause noch ein paar Stunden schlafen, ich wusste ja wie lange das Rumgewehe dauern kann.

Plötzlich redete die Hebamme vom Abfall der Herztöne während der Wehen und dass sie bald einen Wehentropf anlegen wollten um alles zu beschleunigen.
Panik. Wieder überkam mich Panik. Wehentropf. Mein Hasswort. Ich erinnere mich noch viel zu gut an den lieben Wehentropf bei der ersten Geburt. Nein, der solle weg bleiben, den wollte ich hier gar nicht erst sehen. Pfui Teufel.
Ich diskutierte mit der Hebamme und der Ärztin. Bei der ersten Geburt fühlte ich mich unsicher und tat genau das, was mir geraten wurde. Jetzt war ich selbstbewusster, konnte einschätzen wo und wie ich bei der Geburt stand, wußte was kam, was ich wollte. Und das war eine natürliche Geburt. Keine Hilfsmittel (um die Einleitung war ich ja schon drum rumgekommen, wofür ich ewig dankbar sein werde) und auch sonst sollte nicht eingegriffen werden. Kein Wehentropf, keine Schmerzmittel, selbst bestimmt und natürlich- so wie die letzte Geburt, so sollte es sein.
Ich konnte die Ärztin also davon überzeugen noch eine halbe Stunde mit dem Wehentropf zu warten bis mein Mann da sei. Den klingelte ich mitten in der Nacht aus dem Bett und schaute sehnsüchtig auf die Uhr, wann er denn endlich da sei.
Bis dahin veratmete ich die Wehen (die jetzt ganz schön übel wurden)und schielte dabei auf das CTG um die Herztöne zu überprüfen.
Und wieder einmal hat meinem Baby die Drohung der Ärzte nicht gefallen, denn in der nächsten halben Stunde fielen die Herztöne nicht mehr ab und ich kam um den Wehentropf drum rum.

Von da an kommt mir alles wie in einer Blase vor. Einer Wehenblase in der Zeit und Raum keine Bedeutung haben. Mir kam es vor, als ob ich tagelang in den Wehen lag – aber von dem Zeitpunkt an dem mein Mann kam bis zur Geburt waren es nur 2,5 Stunden. Ich verstehe das immer noch nicht. Vielleicht ist die Uhr aber auch stehen geblieben…

Die Wehen waren mittlerweile unausstehlich geworden. Oh ja, man vergisst wirklich WIE schlimm die letzte Phase der Geburt ist.
Irgendwann kam die Hebamme mit dem Wehentropf, denn die Herztöne waren wieder schlecht und die Wehen zwar stark aber die Abstände zu lang und sie wollten jetzt eingreifen. Was soll ich sagen? Die Drohung funktionierte wieder und nachdem der Wehentropf schon im Kreißsaal gehangen hatte, wurden die Abstände kürzer. Nun kamen die Wehen in 2 Minuten Abständen und nochmal schlimmer als die zuvor.
Ich weiß nicht, wie mein Baby das gemacht hat, aber er wollte wohl nur unter Drohungen ausziehen.
Da hing der Wehentropf also und fristete sein trostloses Dasein. Leid tat er mir nicht.
Nach zwei Wehen, die alle dagewesenen in den Schatten stellten und mich schier zu zerreißen drohten, musste ich auch schon pressen und dann war er da.

Er war da. Endlich. Mein Wunder, meine große Liebe, mein Ein und Alles, mein Baby, mein Sohn, alles was ich mir gewünscht hatte. In dieser Sekunde stand die Welt still. Die Gefühle, die einen überfluten, sind unbeschreiblich. Die Erleichterung, dass die Wehen vorbei sind – Stolz, dass man es geschafft hat – Glück, unendliches Glück, dass das allergrößte Wunder nun zu uns gehört – Liebe, soviel Liebe, die das Herz überflutet – Dankbarkeit – Erschöpfung und noch mehr Liebe.

Und dann Fassungslosigkeit, dass ich, trotz all der schlechten Anzeichen, eine selbst bestimmte, natürliche Geburt bekommen habe, die schöner nicht hätte sein können – na gut, um die Wehen kommt man ja leider nicht drum rum. Ich hatte solche Ängste, solche Sorgen vor und während der Geburt und am Ende war alles perfekt und genauso wie es sein sollte. Geborgen und gut versorgt in meiner Wunschklinik und ganz natürlich nur wir drei und die Hebamme. Als mein großes Wunder dann nackt auf meinem Bauch lag und sofort angefangen hat an meiner Brust zu saugen, da hätte mein Glück nicht größer sein können. Alles was ich mir erträumt hatte lag hier in meinen Armen.

Von jetzt an werde ich immer an deiner Seite sein und meine Liebe wird jeden Tag wachsen und alles ist so viel schöner, weil du da bist.