Sechs Wochen zu sechst {die erste Zeit mit vier Kindern}

Wie ist das so mit vier kleinen Kindern?
Nach den ersten sechs Wochen mit dem kleinen Bruder kann ich sagen: das Leben mit vier Kindern ist genauso wie ich es mir vorgestellt habe und doch komplett anders.

Das Leben ist bunt, turbulent, verrückt und chaotisch, anstrengend, voller neuer Überraschungen und einfach nur schön.
Dass es jemals anders war, das kann ich mir nicht mehr vorstellen. Es sind erst sechs Wochen, doch an eine Zeit ohne mein kleines Baby kann ich mich kaum noch erinnern. Diese vier Kinder gehören einfach zu uns wie das Wasser zum Meer, der Sand zum Strand.
Unsere kleine Familie, wir sechs, das fühlt sich genau richtig an, als ob es schon immer so bestimmt gewesen wäre.

Die ersten Wochen waren nicht leicht, kaum waren wir nach der Geburt aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen und die großen Brüder und der Babybruder hatten sich aneinander gewöhnt, schon mussten wir wieder in die Klinik.
Unser kleines Neugeborene war gerade 9 Tage alt, als plötzlich hohes Fieber auftrat. Als das Thermometer über 39°C anzeigte wurde ich leicht panisch. Unsere Kinderärztin schickte uns auf direktem Weg ins Krankenhaus. Zum Glück hatte mein Mann an diesem Tag früher Feierabend gemacht und konnte uns fahren und auf die anderen Kinder aufpassen.
Wir blieben dann eine Woche im Klinikum. Zuerst isoliert, da nicht klar war, was er hatte, dann mit einer lieben Zimmernachbarin mit ihrem ebenfalls Neugeborenen.
Die Zeit war ziemlich hart für alle in der Familie. Ich war im frühen Wochenbett, dem Tränenreich sehr nahe, der Kleine war sehr erschöpft und musste erst wieder zu Kräften kommen und meine drei großen Kinder durften mich eine Woche nicht sehen, da wir ja isoliert waren.
Dennoch haben wir uns die Krankenhauszeit so schön wie möglich gestaltet. Immerhin hatten wir so genug Zeit, in Ruhe zu kuscheln und uns besser kennen zu lernen. Die exklusive Zeit nur mit ihm habe ich trotz der schwierigen Zeit genossen.
Am Ende kam raus, dass er einen Enterovirus (eine Magen-Darmerkrankung) hatte, den die Brüder wohl aus dem Kindergarten angeschleppt hatten.
Ich bin wieder einmal froh, dass wir mit der Universitätsmedizin Mannheim so eine gute Kinderklinik mit hervorragenden Ärzten und Pflegepersonal in der Nähe haben.

Wieder zu Hause musste der ganze sich-aneinander-gewöhnen Prozess von vorne beginnen. Meine drei großen Söhne endlich wieder zu sehen war so schön. Noch nie hatte ich sie so lange nicht gesehen – wenn ich so darüber nachdenke, habe ich sie noch nie einen einzigen Tag nicht gesehen. Ich habe sie so vermisst.
Auf einmal war es aber wieder laut – und wild. Der Babybruder war erst mal ganz durcheinander, schließlich hatte er in seinem kurzen Leben mehr Zeit im Krankenhaus als zu Hause verbracht.

Nach gut 2 Wochen konnte sich also endlich so etwas wie Alltag bei uns einspielen. Der Babybruder hat langsam in seinen Rhythmus gefunden, die Jungs haben sich daran gewöhnt, dass nun ein vierter Bruder im Haus ist.

Die Prioritäten verändern sich, wenn ein kleines Wesen auf die Welt kommt. Wichtig ist jetzt nur noch, dass es dem Babybruder gut geht und die Brüder glücklich, zufrieden und satt sind. Immerhin tragen alle saubere Klamotten (zu mindestens noch beim Anziehen in der Früh), bekommen jeden Tag ein frisches Essen auf dem Tisch (mal abgesehen davon, dass es meistens „iiihhh, das stinkt“ ist – Gemüse ist ja bekanntlich auch nicht zum Essen da) und sind immer pünktlich in der Schule, zum Fußball, beim Hip Hop und in der Musikschule. Dass die Kleinen jetzt erst um 9 im Kindergarten sind und wir an unseren freien Tagen nur gemütlich zu Hause sitzen, kuscheln, spielen und Puzzle machen ist dabei doch ziemlich egal. An den Wochenenden bleiben wir auch meisten daheim und machen es uns gemütlich.

Ja, das Leben ist gemütlicher geworden. Oft leben wir einfach so in den Tag hinein – stillen, wickeln, kuscheln, spielen. Und dazwischen noch Apfelkuchen backen, versuchen das Haus ordentlich zu halten und die sich hauenden Kinder auseinander zerren. Ganz „bad mom“ läuft seit der Geburt und mit dem Beginn des Herbstes auch vermehrt der Fernseher. Warum auch nicht. Pädagogisch erhalte ich dafür mit Sicherheit keinen Pokal, aber wenn ich allein mit meinen vier Jungs bin, es nachmittags dunkel und kalt wird um die Jungs einfach vor die Tür zu schicken und ich neben Stillen und Abendessen kochen drei weitere Kinder haben die nichts mit sich anzufangen wissen außer das Haus abzureißen, ja, da greife ich auch mal in den Zauberärmel und Simsalabim ist die Fernbedienung da und schaltet eine Folge Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksberg ein. Solang das nicht jeden Tag ist und nicht von morgens bis abends passt das für uns und erleichtert meine Alltag enorm. Danach können die Jungs sich auf ein frisches, mit Liebe zubereitetes Abendessen freuen. Den Jungs gefällt’s und das ist es doch, was zählt.

Eigentlich läuft es ganz gut. Ein bisschen unstrukturierter und chaotischer als mit drei Kindern. Aber mein Glücksbaby ist recht pflegeleicht. Solange er bei mir auf dem Arm oder im Tragetuch ist, so ganz nah bei Mama, ist die Welt in Ordnung. Er braucht viel Nähe und ich auch. Mir tut es gut, jemanden den ganzen Tag ganz nah bei mir zu haben. Auch wenn die kurze Pause am Wochenende, wenn der Kleine bei Papa ist, auch gut tut. Sonst sind wir 24 Stunde zusammen. Tag und Nacht wird gekuschelt und ich genieße die Zeit, die ich mit Stillen, Kuscheln und Tragen verbringe. Von jemanden gebraucht werden ist ein wunderbares Gefühl. Natürlich brauchen meine drei Großen mich auch noch, besonders der kleinste große Bruder, aber dann sind sie doch schon so selbstständig und brauchen Mama nicht mehr rund um die Uhr.
Nähe und Geborgenheit ist das, was unser Baby jetzt braucht und wenn er genug davon bekommt, ist er glücklich und zufrieden.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen einem alles über den Kopf wächst, einem alles zu viel ist. An denen Tränen fließen – bei mir und bei den Kindern. Zugegeben, die Tage überwiegen sogar. Aber die bleiben mir nicht im Gedächtnis. Ich behalte die schönen Tage in Erinnerung. Die Tage an denen ich mit dem kleinsten großen Bruder Kekse backe, wir nachmittags warmen Kakao trinken, zusammen Hörspiel hören und uns in Decken kuscheln.
Diese Tage sind der Grund warum wir vier Kinder haben, warum ich am liebsten noch vier weitere hätte. Und natürlich dieser Geruch. Der Geruch eines neugeborenen Babys.
Nichts ist wundervoller. Und egal wie anstrengend der Tag ist, wie müde und kaputt ich bin, wie wenig Kräfte noch vorhanden sind, wie viele Termine noch anstehen – ganz intensiv, ganz bewusst am Kopf riechen. Die Augen schließen, den Geruch aufnehmen. Das macht alles einfach unwichtig und die Welt einfach nur schön.
Dieser besondere, schönste Duft auf der ganzen Welt.

 

Nachtrag: Mittlerweile ist unser Sonnenschein schon 7 Wochen bei uns…aber genauso ist das Leben mit vier Kindern – Pläne kann man zwar machen, aber sie funktionieren selten und was ich heute erledigen wollte, kann auch erst in zwei Wochen fertig sein. That’s real life!

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Babyzimmer makeover {das neue Zimmer vom Babybruder}

Spätestens ab Mitte jeder Schwangerschaft überkommt mich der Nestbautrieb. Ist die kritische Zeit erstmal vorbei und der Bauch schon kugelrund, kann ich mich kaum zurückhalten und möchte am liebsten alle schicken Onlineshops leer kaufen, zum Baumarkt düsen und für das neue Baby ein gemütliche neues Zimmer schaffen, das zeigt, wir freuen uns auf Dich und Du bist so willkommen in deinem Zuhause.

Allerdings war das Babyzimmer bis Mitte des Jahres noch besetzt. Von meinem kleinen Baby, das schon bald ein großer Bruder sein sollte.
Die beiden großen Geschwister teilten sich bereits ein Zimmer. Eigentlich wollte der kleine Bruder nicht umziehen. Schließlich ist so ein Einzelzimmer gar nicht schlecht. Keiner der abends noch von Fußball redet, wenn man selbst lieber schlafen möchte und man darf jeden Abend die Einschlaf CD aussuchen und muss sich nicht mit den Brüdern einigen.
Wir verkauften ihm aber das neue Bett im Jungszimmer als Großer-Bruder-Bett und das 3er Zimmer als exklusiv für die Großen und sein altes Zimmer für Babys.
Und siehe da, auf einmal war das neue Bett im neuen Zimmer sehr gefragt.

Die Sommerferien kamen und somit ein guter Zeitpunkt um die Zimmer zu wechseln. Schließlich stellten wir uns drauf ein, dass das abendliche Zubettgehen länger dauern könnte. Und wenn am nächsten Tag keine Schule ist, muss immerhin morgens keiner früh raus.
Ich richtete ihm das neue Bett besonders schön ein. Dekorierte alles um, machte es gemütlich und als er am Mittag aus dem Kindergarten nach Hause kam, war er ganz aufgeregt und sehr glücklich über sein Bett für große Brüder.
Nun schlafen also die drei Brüder in einem Zimmer und es geht erstaunlich gut. Zum Spielen und sich zurückziehen gibt es zahllose Möglichkeiten. Der Kleine ist eh meist bei mir im Wohnzimmer und Küche und im Keller haben wir noch ein Spielzimmer. Wenn der Babybruder älter ist, kann wieder einer der anderen umziehen, so dass jeweils zwei in einem Zimmer sind oder einer zieht in den Keller oder das Arbeitszimmer wird umgebaut. Es gibt noch viele Möglichkeiten aber für jetzt sind alle glücklich wie es ist.

Nachdem der Rausschmiss – ähhh Umzug – vollbracht war, konnte ich endlich meinem schier unendlichen Nestbautrieb hinterherkommen.
Mein Mann brachte mir die ausgesuchte Wandfarbe mit, hier und da wurden in meinen liebsten Shops bestellt und die Nähmaschine lief eh den ganzen Sommer auf Hochtouren.
Mittlerweile wussten wir, dass es wieder ein kleiner Bruder wird (was auch sonst?) und meine derzeitige Liebe zu den Farben maisgelb und grau konnte ich voll und ganz ausleben.
Zusammen mit dem kleinen (bald großen) Bruder habe ich eine Wand neu gestrichen und es ist sogar richtig gut geworden. Hätte ich so gar nicht geglaubt. Mein Mann war auch ganz verwundert, dass wir das hinbekommen haben. Schließlich sind wir beide nicht so die Heimwerker. Das gesparte Geld für den Maler (den wollte mein Mann nämlich engagieren) steckte ich sofort in den ein oder anderen Stoff.
Als die Farbe getrocknet und alles genäht war (bis auf die Babydecke, die konnte ich erst nach unserem Sommerurlaub nähen, weil bis dahin noch kein Name feststand und dieser wieder mit drauf sollte) konnte endlich einer der schönsten Sachen in der Schwangerschaft starten. Alles Herrichten, Dekorieren und gemütlich Einrichten für den so gewünschten und jetzt schon über alles geliebten Babybruder.

Es ist alles so schön geworden. Ich setzte mich jeden Tag ein paar Minuten ins Zimmer, streichelte meinen Babybauch und erzählte unserem Glückskind wie sehr wir uns alle auf ihn freuen und wie sehr ich ihn liebe und gar nicht glauben kann, welch ein Glück es ist, ihn bald bei mir zu haben.

Fünf Wochen ist er nun bei uns. Ich weiß jetzt schon nicht mehr, wie es ohne ihn war. Er hat noch gefehlt, auf ihn habe ich immer gewartet. Er gehört zu uns, schon lange bevor er geboren wurde.
Mit ihm ist alles so viel schöner, bunter, heller. Er ist meine Sonne und macht jeden Tag zu etwas ganz besonderem.

Sein Zimmer nutzen wir bisher nur zum Wickeln, weil er lieber im Familienbett schläft als in seinem. Die Zeit vergeht jedoch wie ein Flügelschlag und bald wird er in sein Zelt krabbeln und Autos über seinen Teppich flitzen lassen. Die Babyzeit wird so schnell vorbei sein. Ich werde jede Sekunde aufsaugen und auch an stressigen Tagen, wenn alles über einen zusammenzubrechen droht, immer daran denken, welches Glück man in den Armen hält, wenn man glückliche, gesunde Kinder hat. Alles andere erscheint auf einmal nebensächlich.

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Ich zähle jetzt bis drei… {unsere selbstbestimmte Geburt im Klinikum}

Es soll sie ja geben. Geduldige Menschen. Ich gehöre nicht dazu.
Geduld ist keine Stärke von mir und Warten eine Qual. Da trifft es sich ausgezeichnet, dass ich bei bereits zwei meiner drei Kinder den errechneten Termin hinter mir lies und Tag ein, Tag aus auf die Geburt warten musste.
Sohnemann eins kam erst nach 10 Tagen und auch erst nach Einleitung auf die Welt, Sohn Nummer drei ganze 5 Tage später.
Nur unser Sandwich wollte unbedingt ein Nikolauskind werden und kam dann am 6. Dezember und somit zwei Tage vor seinem Termin zu uns.

Warten auf die Geburt sollte ich demnach gewohnt sein. Ich hatte trotz Tendenz zur Übertragung Hoffnungen, dass meine vierte Geburt nicht allzu lang auf sich warten ließe.
Falsch gedacht.
Die Woche des Geburtstermins kam und nichts geschah. Ich hatte bereits 2 Wochen vor Termin ordentliche Übungswehen. Aber die kamen jeden Tag und waren jeden Morgen wieder weg. Jeden Morgen wachte ich auf und mein erster Gedanke war „Mist, wieder nichts passiert heute Nacht.“.
So kam der 30. August. Und ging wieder.
Am nächsten Abend war dann klar – ein Augustbaby bekommen wir nicht. Ich fande das ein wenig schade, denn ich finde August einfach einen sehr schönen Monat. Mein Mann war froh, schließlich wollte er gerne ein Septemberbaby um bei der Einschulung die Wahl zu haben ihn mit noch 5 oder fast 7 einschulen zu lassen.
Wunsch erfolgreich erfüllt, denn am nächsten Morgen war September.
Ich tat weiterhin alles um die Geburt anzutreiben. Jeden morgen meine Fitness, wie die ganze Schwangerschaft über, dazu ganz viel Zimt und mit dem Fahrrad die Kinder in den Kindergarten kutschieren.

Am meisten Sorgen bereitete mir der Gedanke, dass es zu einer Einleitung kommen könnte.
In deren Genuss kam ich ja bei der ersten Geburt. Die Erinnerungen daran sind nicht schön. Höllische Wehen, Wehentropf, PDA, Saugglocke und ein total geschwächtes Kind, welches erstmal von den Kinderärzten mitgenommen wurde. Nein, das wollte ich nicht. Die letzten beiden Geburten waren so viel schöner. Natürliche Wehen, keine Schmerzmittel, höllische Wehen (nunja, die kann man nicht ändern…aber diese fühlten sich trotzdem anders an) und muntere, gesunde Babies.
So war mein Plan. Einleiten wollte ich nur, wenn es medizinisch wirklich absolut notwendig sein sollte und nicht weil Tag X erreicht war.

Pläne. Ja, Pläne sind super. Nur funktionieren sie meist nicht.
Beim ärztlichen Kontrolltermin ging es dem Baby bestens. Aber das Fruchtwasser war gering. Ich solle am nächsten Tag in die Klinik, um es abzuklären und besser früher als später einzuleiten.
Das Thema geringes Fruchtwasser kannte ich schon von der letzten Geburt. Damals hatte ich auch große Sorge, dass eingeleitet werden müsse, aber die Ärzte im Krankenhaus haben Entwarnung gegeben und so konnte die Geburt ganz von alleine ein paar Tage später losgehen.
So wiegte ich mich in Sicherheit und als mein Mann mich am nächsten Tag zum Termin ins Krankenhaus fuhr, dachte ich immer noch, ich würde in ein paar Stunden in der Bahn nach Hause sitzen um abends mit meinen Jungs zum Fußballtraining zu gehen.
Leider bestätigte mir der Arzt im Krankenhaus jedoch das zu geringe Fruchtwasser und hat mir gut zugeredet, dass eine Einleitung einfach notwendig sei, weil es sonst einfach zu gefährlich für das Baby wäre. Meine Gefühle spielten Achterbahn. Ich durfte noch nicht mal nach Hause, sondern sollte mich gleich auf Station melden, mein Zimmer beziehen und bereits abends sollte mit der Einleitung begonnen werden.
Unter Tränen rief ich meinen Mann an und versuchte eine Betreuung für die Kinder zu organisieren. Eine Einleitung dauert meist länger, aber ich wollte beim Start nicht allein sein. Ich fühlte mich sowieso schon allein und verlassen.

Dann ging alles seinen gewohnten Gang. Zugang gelegt bekommen, weinen, sich vom freundlichen Arzt beruhigen lassen, in der Klinik anmelden, aufs Zimmer dackeln, sich erstmal setzen und alles sacken lassen. Trotz der bevorstehenden Einleitung war ich wieder froh in „meinem“ Krankenhaus zu sein. Auch wenn wir seit der ersten Geburt weiter weg gezogen sind, so konnte ich mir für die Geburten keine andere Option vorstellen. Hier fühle ich mich aufgehoben, alles war so vertraut (schließlich war ich nicht nur zu den Geburten, sondern auch schon während der Schwangerschaften und auch mit den Kindern öfter in Behandlung), die Ärzte und das Fachpersonal sind immer nett und sehr kompetent.

Ich freundete mich also gerade mit dem Gedanken der Einleitung an und hoffte, dass der Arzt recht behalten sollte und es bei der 4. Geburt ruck zuck gehen sollte, als mein Baby den Plan umdrehte.
Diese Geburt sollte einfach anders verlaufen als die bisherigen. Bei meinen drei Jungs ging es immer klassisch mit Wehen los und die Fruchtblase platze immer erst kurz vor den Presswehen. Somit rechnete ich keine Sekunde damit, dass es diesmal mit einem Blasensprung anfangen würde.
Und da saß ich, telefonierte mit meinem Sohn und auf einmal wurde es nass. Ganz still und heimlich hatte mein Baby sich doch noch entschlossen der Räumungsklage zu umgehen und die Fruchtblase platzen zu lassen.
Auch wenn dies meine 4. Geburt war, so war dies mein erster Blasensprung und ich war leicht überfordert.
Panik. Plötzlich hatte ich Panik, dass ich hier das Kind ohne meinen Mann bekommen müsse. Ich rechnete jede Sekunde mit Mörderwehen und das das Baby in Null Komma Nichts da sein würde. Aus Null Komma Nichts wurden dann noch 11,5 Stunden, aber wer will schon kleinig sein?
Es tat sich nämlich erstmal…nichts.
Erst als ich ein paar Stunden später zum CTG in den Kreißsaal gebracht wurde, gingen leichte Wehen los. Es war mittlerweile schon spät abends. Ich wehte alleine im Kreißsaal vor mich hin, mein Mann sollte zu Hause noch ein paar Stunden schlafen, ich wusste ja wie lange das Rumgewehe dauern kann.

Plötzlich redete die Hebamme vom Abfall der Herztöne während der Wehen und dass sie bald einen Wehentropf anlegen wollten um alles zu beschleunigen.
Panik. Wieder überkam mich Panik. Wehentropf. Mein Hasswort. Ich erinnere mich noch viel zu gut an den lieben Wehentropf bei der ersten Geburt. Nein, der solle weg bleiben, den wollte ich hier gar nicht erst sehen. Pfui Teufel.
Ich diskutierte mit der Hebamme und der Ärztin. Bei der ersten Geburt fühlte ich mich unsicher und tat genau das, was mir geraten wurde. Jetzt war ich selbstbewusster, konnte einschätzen wo und wie ich bei der Geburt stand, wußte was kam, was ich wollte. Und das war eine natürliche Geburt. Keine Hilfsmittel (um die Einleitung war ich ja schon drum rumgekommen, wofür ich ewig dankbar sein werde) und auch sonst sollte nicht eingegriffen werden. Kein Wehentropf, keine Schmerzmittel, selbst bestimmt und natürlich- so wie die letzte Geburt, so sollte es sein.
Ich konnte die Ärztin also davon überzeugen noch eine halbe Stunde mit dem Wehentropf zu warten bis mein Mann da sei. Den klingelte ich mitten in der Nacht aus dem Bett und schaute sehnsüchtig auf die Uhr, wann er denn endlich da sei.
Bis dahin veratmete ich die Wehen (die jetzt ganz schön übel wurden)und schielte dabei auf das CTG um die Herztöne zu überprüfen.
Und wieder einmal hat meinem Baby die Drohung der Ärzte nicht gefallen, denn in der nächsten halben Stunde fielen die Herztöne nicht mehr ab und ich kam um den Wehentropf drum rum.

Von da an kommt mir alles wie in einer Blase vor. Einer Wehenblase in der Zeit und Raum keine Bedeutung haben. Mir kam es vor, als ob ich tagelang in den Wehen lag – aber von dem Zeitpunkt an dem mein Mann kam bis zur Geburt waren es nur 2,5 Stunden. Ich verstehe das immer noch nicht. Vielleicht ist die Uhr aber auch stehen geblieben…

Die Wehen waren mittlerweile unausstehlich geworden. Oh ja, man vergisst wirklich WIE schlimm die letzte Phase der Geburt ist.
Irgendwann kam die Hebamme mit dem Wehentropf, denn die Herztöne waren wieder schlecht und die Wehen zwar stark aber die Abstände zu lang und sie wollten jetzt eingreifen. Was soll ich sagen? Die Drohung funktionierte wieder und nachdem der Wehentropf schon im Kreißsaal gehangen hatte, wurden die Abstände kürzer. Nun kamen die Wehen in 2 Minuten Abständen und nochmal schlimmer als die zuvor.
Ich weiß nicht, wie mein Baby das gemacht hat, aber er wollte wohl nur unter Drohungen ausziehen.
Da hing der Wehentropf also und fristete sein trostloses Dasein. Leid tat er mir nicht.
Nach zwei Wehen, die alle dagewesenen in den Schatten stellten und mich schier zu zerreißen drohten, musste ich auch schon pressen und dann war er da.

Er war da. Endlich. Mein Wunder, meine große Liebe, mein Ein und Alles, mein Baby, mein Sohn, alles was ich mir gewünscht hatte. In dieser Sekunde stand die Welt still. Die Gefühle, die einen überfluten, sind unbeschreiblich. Die Erleichterung, dass die Wehen vorbei sind – Stolz, dass man es geschafft hat – Glück, unendliches Glück, dass das allergrößte Wunder nun zu uns gehört – Liebe, soviel Liebe, die das Herz überflutet – Dankbarkeit – Erschöpfung und noch mehr Liebe.

Und dann Fassungslosigkeit, dass ich, trotz all der schlechten Anzeichen, eine selbst bestimmte, natürliche Geburt bekommen habe, die schöner nicht hätte sein können – na gut, um die Wehen kommt man ja leider nicht drum rum. Ich hatte solche Ängste, solche Sorgen vor und während der Geburt und am Ende war alles perfekt und genauso wie es sein sollte. Geborgen und gut versorgt in meiner Wunschklinik und ganz natürlich nur wir drei und die Hebamme. Als mein großes Wunder dann nackt auf meinem Bauch lag und sofort angefangen hat an meiner Brust zu saugen, da hätte mein Glück nicht größer sein können. Alles was ich mir erträumt hatte lag hier in meinen Armen.

Von jetzt an werde ich immer an deiner Seite sein und meine Liebe wird jeden Tag wachsen und alles ist so viel schöner, weil du da bist.

Du bist unsere Sonne, unser Lachen, unser Leben. {Endlich bist Du da}

Die Welt steht still und plötzlich ändert sich alles!

Du hast Dir Zeit gelassen und kamst 6 Tage später als erwartet zu uns.
Jeder Tag, jede Stunde, jede Sekunde die wir gewartet haben hat sich gelohnt.
Du bist da und die Welt ist so viel schöner weil Du ein Teil von ihr geworden bist.

kleiner Bruder
05. September 2018
04:04 Uhr
in Mannheim
3450 g – 51 cm – 34 cm KU

Schon drei Wochen ist unser letztes Kleeblatt-Blatt bei uns. Er macht uns komplett und vollkommen.
Seit dem Tag seiner Geburt haben wir viel erlebt. Langsam kehrt so etwas wie Alltag ein. Auch wenn er ganz anders ist als vor seiner Geburt.
Alles hat sich verlangsamt, alles ist ruhiger und doch soviel lauter geworden.
Die Sorgen sind größer … die Liebe auch. Alles wächst, alles ändert sich.
Das Haus riecht so wunderbar nach Baby.
Ich möchte, dass die Zeit still steht. Möchte jeden Moment einfrieren.

Manchmal gibt es einfach keine Worte.
Liebe ist die stärkste Macht der Welt.
Ich liebe Dich für alle Zeit!

Von Mückenstichen, Fußball und Wasserschlachten {unser Jahrhundertsommer mit Babybauch}

Wo andere noch mitten in den Sommerferien stecken, haben wir schon wieder die zweite Woche Schule und Kindergarten.
Ich muss zugeben, dass ich dieses Jahr ein wenig Bedenken hatte, wie ich die Sommerferien mit meinen drei Jungs so meister. Zum einen waren es das erste Mal 6 Wochen Ferien, da mein größter Sohn erst letztes Jahr ein geschult wurde und zum anderen habe ich noch 2 Wochen bis zum Geburtstermin vom kleinen Bruder und war so die Ferien über hochschwanger und kugelrund.

Aber dann wurden es wieder Erwartens wunderbare Ferien und die Zeit ging rasend schnell um.
Erstmal waren wir für 10 Tage auf einem Bauernhof in Bayern. Die Fahrt war wirklich die Hölle, weil sitzen für mich nur noch unter Schmerzen geht und 8 Stunden Autofahrt da nicht wirklich das schönste für mich ist. Irgendwann waren wir aber da und nachdem die ersten Tage von Trotzanfällen und streiten und ärgern unter den Geschwistern bestimmt waren, hatten sich endlich alle eingewöhnt und es wurde von Tag zu Tag entspannter.

Wir verbrachten den Tag am Pool, die großen haben unentwegt Fußball gespielt und der kleine hatte alle Hände voll zu tun mit dem Traktor das Heu in die Scheune zu transportieren.
Daneben gab es frische Milch (leider nicht für mich) und Eier vom Hof und jeden Tag ein Eis für die drei Schleckermäuler.
Vor dem Urlaub hatte ich mir zum Ziel gesetzt, dass wir uns dort endlich auf einen Namen für den kleinen Bruder einigen. Schließlich war ich jenseits der 30. Woche und irgendwann musste das Kind ja mal einen Namen bekommen. Bisher kamen wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner und unsere beiden Namenslisten war lang aber keine wollte die des anderen.
Wie es der Zufall so will, machte ein kleiner Junge auf dem Bauernhof Ferien, dessen Name mir noch gar nicht in den Sinn kam. Ziemlich schnell war dann klar, dass das unser Name für den kleinen Bruder werden wird. Endlich konnten wir uns einigen und allein deshalb hat sich die lange Fahrt in den Urlaub gelohnt.

Wieder zu Hause musste mein Mann wieder auf die Arbeit düsen und ich war allein mit den wilden Jungs. Uns kam das gute Wetter zugunsten und wir haben schnell eine wunderbare Ferienroutine entwickelt. Die drei durften im Schlafanzug frühstücken und dann den ganzen Tag im Garten verbringen. Das Planschbecken wurde morgens befüllt, damit es Mittags eine angenehme Temperatur hatte, die Fußballtore wurden kaputt gekickt und ich bekam den ein oder anderen Wasserpistolenspritzer ab.
Auf große Unternehmungen hatten wir alle keine wirkliche Lust und so blieb es beim Garten und der Eisdiele. Slow living war unser Motto und auch wenn ich erst ein schlechtes Gewissen hatte, dass die Jungs in den Ferien nichts erlebt haben, waren doch irgendwie alle glücklich und zufrieden.
Manchmal heißt tolle Sommerferien auch einfach den ganzen Tag Fußball spielen, mit dem Wasserschlauch am Spielturm eine Wasserrutsche bauen und nackig durch den Rasensprenger zu laufen. Sandverschmiert Eis essen, Waffeln im Garten zum Abendessen verputzen und mittags stundenlang Hörspiele hören und Mamas Babybauch beim Wachsen zuschauen.

Ein bisschen produktiv waren wir dann aber doch noch. In den ersten Ferienwochen habe ich mit den Jungs das Babyzimmer gestrichen, umgeräumt und eingerichtet und alle Strampler und Bodys aus dem Keller geholt, gewaschen und einsortiert. Auch die ganzen Näharbeiten, die ich mir für das Baby vorgenommen habe, konnte ich fertig bekommen.

Ich würde lügen, wenn ich nicht auch sagen würde, dass es auch durchaus stressig war. Einkaufen mit drei Kindern und Hochschwanger gleicht einem Triathlon und für einen Termin beim Frauenarzt musste mein Mann extra später zur Arbeit und ich mich abhetzen möglichst schnell wieder zu Hause zu sein.
Nachdem nun fast die zweite Woche Schule und somit Alltag rum ist, sehne ich mich nach den Ferien zurück. Morgens alle drei pünktlich fertig zu bekommen grenzt schon an einer schier unmöglichen Mission, aber sie abends vor 21 Uhr ins Bett zu bekommen ist so unwahrscheinlich wie ein Lottogewinn, wenn man gar kein Lotto spielt.
Immerhin hat die Hitze ein wenig nachgelassen, denn bei 36°C im Schatten den Jungs beim Fußball Training zuschauen ist jetzt auch nicht besonders erholsam.

Jetzt kommt also die spannende Zeit. Wann wird sich der kleine Mann auf den Weg zu uns machen? Ich rechne eher mit September, aber theoretisch könnte er jederzeit kommen. Am liebsten wäre mir ja der gleiche Ablauf wie bei der letzten Geburt. Da sind wir ins Krankenhaus als die Kinder schon im Bett waren und mein Mann war schon wieder zurück als sie morgens aufgewacht sind. Besser ging es nicht.
Also bitte wieder genau so. Aber die Wehenschmerzen, die dürfen ruhig ein bisschen weniger heftig sein (sprach das rosa Einhorn).

Mädel oder Bub {die lang ersehnte Antwort}

Jetzt habe ich fast nicht mitbekommen, dass ich heute bereits in der 29. Schwangerschaftswoche bin.
Durch meine drei Jungs und unseren Alltag fliegen die Tage und Wochen nur so dahin.
Nächste Woche startet Woche 30 und dann wird es doch langsam ziemlich real.
In nicht allzu ferner Zukunft werde ich ein Kind zur Welt bringen. Ich weiß noch nicht so recht, wie ich mich bei dem Gedanken fühle.
Vorfreude – klar, aber auch große, wahnsinnig große, Bedenken. Wie wird die Geburt? Sind die Schmerzen wirklich so unerträglich, wie ich in Erinnerung habe (ja, sind sie)? Werden die Jungs währenddessen gut versorgt sein?
All so Fragen kreisen fast täglich durch meinen Kopf und doch schiebe ich sie immer ganz weit weg – denn es ist doch noch sooo lange hin bis Ende August (…denkst de…).
Aber irgendwie wird sich alles finden und planen kann man eh nicht viel, dass weiß ich mittlerweile.

Eine Frage hat sich allerdings schon geklärt.
Ob wir denn einen vierten Buben bekommen oder ein Mädel.

Die Jungs waren da sehr gespalten welcher ihr Favorit ist. Sohn eins wünscht sich einen Bruder (wir bekommen doch eh nichts anderes), Sohn zwei eine Schwester (wir haben doch schon so viele Jungs) und Sohn drei ein Baby (den Wunsch kann ich auf alle Fälle erfüllen).
Mein Mann wollte weitere Unterstützung des männlichen Geschlechts und mir ist es eigentlich Wurscht. Wie ich schon in einem der letzten Beiträge geschrieben habe, bin ich einfach nur so überglücklich, dass beim Organscreening alles in Ordnung war und das Baby gesund sein wird, dass das Geschlecht wirklich an letzter Stelle steht.

Mädel oder Junge, beides hat Vor-  und Nachteile.
Wenn ein Mädel kommt, gibt es mal Abwechslung (wobei jedes neue Kind sowieso ganz anderes ist als die anderen), wir haben schon laaange einen Namen und meinen Spielzeug Ponys aus Kindheitstagen würde wohl mehr Beachtung geschenkt werden.
Allerdings wird es auf alle Fälle Kostenintensiver. Denn ein paar Mädchen Sachen würde es schon bekommen und ich vermute mal stark, dass es, wenn es älter wird, auch „Mädchen Spielsachen“ haben möchte (spätestens im Kindergartenalter kommt wohl so oder so die rosa Phase).

Mit einem Jungen hingegen kenn ich mich aus. Wir haben nahezu alles da was ein kleiner Bruder bräuchte. Nach drei Jungs ist das Haus einfach gut ausgestattet und Anziehsachen haben wir auch nicht zu wenige. Ich fühle mich wohl als Jungsmama und alle drei sind absolute Mamakinder.
Käme da nicht die Tatsache ins Spiel, dass das Kind einen Namen braucht. Und sich auf einen zu einigen würde wohl eine große Herausforderung werden.

Als alter Hase in Sachen Ultraschall habe ich, schon bevor der Arzt uns sagte was es wird, es selbst gesehn.
Mein Mann erkennt ja wirklich gar nichts auf den Bildern am Bildschirm, selbst wenn der Arzt uns dies und jenes zeigt.
Für mich war aber deutlich sichtbar, dass da eindeutig zu erkennen war, dass die Jungs einen kleinen Bruder bekommen.
Ja, unser Jungs Kleeblatt wird vollständig. Wir bekommen unseren vierten Jungen.
Auch wenn das vielleicht nicht alle glauben, aber ich bin glücklich.

Zugegeben, am Anfang war es etwas seltsam für mich. Ich hatte nämlich die ganze Schwangerschaft über das Gefühl, dass es ein Mädchen wird. Die Schwangerschaft war so anders und mein Gefühl lag sonst immer richtig.
Ich musste also im Kopf etwas umdenken und mich auf einen Jungen einstellen. Nach ein paar Tagen kam es aber bei mir an und seitdem freue ich mich eine Jungsmama von bald vier Buben zu sein.
Das mit dem Namen stellt sich aber als wirkliches Problem dar. Wir kommen einfach auf keinen der uns beiden zu 100% gefällt.
Nach drei Jungs (also 6 bereits vergebenen Jungsnamen) wird das nicht einfacher zumal der Name auch zu den anderen passen und einen anderen Anfangsbuchstaben haben soll.
Nachdem wir beide unsere Listen erstellt haben, war schnell klar, dass wir sehr unterschiedliche Vorlieben haben.
Noch bekomme ich keine Panik, dass das Baby namenlos ist, denn es ist ja noch soooo lange hin bis Ende August.

Falls ihr also Vorschläge habt, könnt ihr diese gerne mit mir teilen. Ich kann langsam keinen Namenslisten und „die schönsten Jungsnamen des Jahres“ mehr sehen und die Vorschläge unserer Jungs sind auch nicht wirklich brauchbar.
Ich vertraue einfach mal darauf, dass sich, wie bei den anderen auch, alles finden wird. Am Ende wird der Kleine einen Namen haben und am Ende wird es genau der richtige Name sein.

viertes Kind {und immer wieder die Frage nach dem Geschlecht}

Wenn man mit dem vierten Kind schwanger ist, ist das ganz schön amüsant.
Die Blicke der Anderen und das ungläubige Kopfschütteln und einen für komplett verrückt erklären gehören ebenso dazu wie neugierige Fragen.

Ich bin ein recht offener Mensch und habe keine Probleme auch über private Sachen zu sprechen. Aber ich finde trotzdem, dass sich manches nicht gehört – wenn ich das so sagen darf.
So haben bereits bei Kind Nummer 3 wirklich viele gefragt, ob dass denn geplant sei. Und nicht enge Freunde, nein, Leute die ich kaum kenne. Beim vierten Kind ist das noch verstärkt.
Ich käme nie auf die Idee, jemanden zu fragen, ob es geplant gewesen sei schwanger zu werden und erst recht nicht jemanden, den ich kaum kenne.
Die Frage ist schon sehr persönlich und ich weiß auch nicht so recht, was die Leute hören möchten und was die Information überhaupt bringt?!
Es liegt wohl daran, dass, sobald man aus dem Schema fällt, also 2 Kinder – Mutter – Vater, man komisch beäugt wird. Drei Kinder ist ja mittlerweile fast Standard geworden, aber bei vieren ist man schon eine seltsame Spezies.
Vielleicht können sich die Leute einfach nicht vorstellen, dass man sich ganz bewusst für viele Kinder entscheidet?

Um alle Neugiernasen zu besänftigen:
Ja, wir haben uns ganz bewusst für ein viertes Kind entschieden. Es war sogar das Kind, welches am schwierigsten zu bekommen war. Ich habe einen kleinen Weg hinter mir um endlich unser Wunschkind unter dem Herzen tragen zu dürfen. Es ist sowas von gewollt und geplant und macht unser Kleeblatt perfekt.
Vielleicht ist es verrückt vier Kinder zu bekommen (ganz sicher sogar), aber für uns unser gewähltes Leben.
In einem halben Jahr, wenn ich vor Müdigkeit kaum laufen kann und meine Nerven bereits um 8 Uhr morgens am Ende sind, werden wir uns wiedersprechen…
Ich gebe zu, ein bisschen Angst habe ich schon davor, mich um vier – noch recht kleine – Kinder zu kümmern. Aber ich bin mir sicher, dass wir unseren Weg finden und, genauso wie bei Nummer drei, irgendwann eine gute Routine haben werden und sich das Leben mit den vieren einfach richtig anfühlt.

Noch interessanter ist jedoch eine andere Frage. Die, die auch mehrere Kinder eines Geschlechts haben, wissen schon welche das ist.
Bekommen wir den vierten Jungen oder endlich (!) ein Mädchen?
Dies wird auch gerne in Kombination mit Frage Nummer eins gestellt…habt ihr nochmal auf ein Mädchen probiert? Oder…wenn es ein Junge wird, müsst ihr aber weiter machen…macht ihr jetzt so lange weiter, bis ein Mädchen kommt?
(Da frage ich mich, woher denn bitteschön alle wissen, dass wir unbedingt ein Mädchen haben wollen? Eine Mama von vier Jungs zu sein, finde ich ziemlich cool…)

Mich machen die Fragen eigentlich nur traurig. Sehr oft erlebe ich, dass, wenn jemand von meiner Schwangerschaft erfährt, gar nicht gefragt wird ob es mir und dem Kind gut geht und alles in Ordnung ist, sondern sich sofort, und auch nur, nach dem Geschlecht erkundigt wird. Das habe ich in dieser extremen Form in den anderen Schwangerschaften nicht erlebt.
Ich verstehe natürlich, dass man Interesse an dem Geschlecht hat und ich habe auch kein Problem mit der Frage, denn es ist eine ganz normale, die so gut wie jeder Schwangeren gestellt wird.
Aber diese Art und Weise, diese Neugierde endlich zu erfahren was es wird und einfach Null Interesse an dem Kind an sich, das macht mich traurig.
Wir haben uns für ein viertes Kind entschieden, weil wir uns ein viertes Kind wünschen. Nicht um nochmal auf ein Mädchen zu probieren.
Mal ganz unter uns, nach drei Jungs ist die Wahrscheinlichkeit auf ein Mädchen sowieso recht gering und wir wären ganz schön wagemutig nochmal ein Kind zu bekommen weil wir unbedingt ein Mädchen möchten.
Die Entscheidung für ein Kind fällt doch nicht aufgrund des Geschlechts, sondern weil man diesen einen besonderen Menschen in seinem Leben haben möchte.
Und dieser Mensch hat den Weg zu uns gefunden. Ob er männlich oder weiblich ist, ist dabei Nebensache.
Jemand hat sich entschlossen zu uns zu kommen und unsere Familie zu erweitern. Dafür sind wir unglaublich dankbar.
Den Spruch „Hauptsache Gesund“ fand ich immer irgendwie doof. Aber er ist so wahr. Bei unserem dritten Sohn war nicht ganz klar, ob er gesund sein wird. Wir hatten Wochen und Monate der Angst und Sorgen hinter uns bis nach der Geburt endlich klar war, dass er vollkommen gesund und wohlauf ist.
Ich kann gar nicht laut genug sagen wie egal mir dabei war, ob es ein Sohn oder eine Tochter wird. Ich wollte einfach nur, dass er gesund ist.
Und genauso ist es nun auch. Ich hatte die ganze erste Hälfte der Schwangerschaft furchtbare Angst, dass mit dem Baby etwas nicht stimmt, es nicht gesund sein könnte.
Nachdem beim Organscreening alles danach aussieht, dass es pudelgesund ist, kann ich endlich etwas entspannen. Natürlich gibt es keine 100%ige Gewissheit, aber die Wahrscheinlichkeit ist demnach sehr gering.
Und das war und ist alles was für mich seit dem positiven Test zählt.
Dass es dem Baby an nichts fehlt, alles gesund ist.

Eigentlich wollte ich diese Schwangerschaft gar nicht erfahren, was wir bekommen. Ich stelle mir das unglaublich magisch vor, wenn man erst bei der Geburt erfährt, was es geworden ist.
Aber mein Mann wollte es so gerne wissen. Manchmal bin selbst ich Kompromissbereit (denn die Option, dass nur er es weiß und ich nicht, stand nie im Raum) und so wollen wir nun wissen, ob ein kleiner Bruder oder eine Schwester sich zu den Jungs gesellt.

So können wir dann auch endlich alle Neugiernasen zufrieden stellen und die Fragen aller Fragen beantworten.
Dann freue ich mich bereits jetzt auf die Kommentare. Denn egal was es wird, ein paar lustige Sprüche (oder solche zum Augenverdrehen) kommen in jedem Fall.
Wie gesagt, die vierte Schwangerschaft ist ziemlich amüsant.

Und eins kann ich schon verraten.
Wir wissen, was es wird!

Ein Baby! Und zwar ein zauberhaftes!

Mein allerschönstes Weihnachtsgeschenk

Es gibt uns noch.
Die Stille auf meinem Blog ist nicht zu vergleichen mit dem was hier bei uns los ist. Hier ist es alles andere als still und ruhig.

Ich musste selbst staunen, dass ich mein letztes Lebenszeichen im Januar von mir gegeben habe. Dann ist das passiert, was wohl jedem diesen Winter passiert ist.
Wir waren Dauerkrank. Entweder alle gleichzeitig oder nacheinander, schön abwechselnd – immer im Kreis herum.
Was für eine herrliche Zeit das war. Selbst mit an die 40°C Fieber und kaum Kreislauf zu Hause vor sich hin vegetieren und so ganz nebenbei sich um drei Kinder plus Haushalt kümmern – also ich kann mir durchaus schöneres vorstellen.
Nach gut zwei Monaten war dann endlich alles überstanden. Danach haben wir im Haus umgebaut, renoviert und aufgehübscht und mein Blog rutsche auf der Prioliste immer weiter nach hinten.
Ganz schön verrückt war das erste Drittel des Jahres. Langsam wird es nun ruhiger hier. Wobei das wohl nicht lange anhalten wird.

So erzähl ich euch heute von meinem schönsten Weihnachtsgeschenk – das schönste was ich jemals bekommen habe.
Doch warum erzähle ich erst fast 5 Monate nach den Feiertagen davon?
Obwohl ich bereits um 23.12.2017 wusste was ich als Geschenk bekommen werde, werde ich es erst Ende August zu Gesicht bekommen.

Unser Traum ist wahr geworden – wir werden wieder Eltern und bekommen im August (oder September, man weiß ja nie) unser viertes Kind.
Die Weihnachtstage waren dementsprechend sehr emotional. Ich war überglücklich und auf Wolke 7 und gleichzeitig sehr besorgt, ob es denn auch wirklich real ist und ob alles in Ordnung ist und da wirklich ein kleiner Mensch in mir wächst. Die Sorgen und Ängste ändern sich auch bei Kind Nummer vier nicht.

Im Gegenteil. Vielleicht liegt es am Alter (man wird ja nicht jünger, nur weiser) oder daran, dass die letzte Schwangerschaft nicht optimal lief. Diese Schwangerschaft mache ich mir wirkliche extreme Sorgen. Ich war bis vor ein paar Wochen fest überzeugt, dass irgendwas schief laufen wird. So habe ich auch erst sehr spät überhaupt jemanden von der Schwangerschaft erzählt und in den sozialen Medien habe ich bis nach dem Organscreening gewartet um es zu verkünden.
Heute bin ich in der 24. Schwangerschaftswoche angekommen und jetzt kann auch langsam ich glauben, dass wir bald zu sechs sein werden.
Die 24. Woche ist mein Meilenstein. Ab heute könnte das Baby überleben, falls es zur Welt kommt. Natürlich wäre es sehr kritisch und keiner wünscht sich das. Aber zu wissen, dass man dem Baby theoretisch helfen könnte und es wenigstens eine kleine Chance hätte, beruhigt mich doch sehr.
Meine Freude steigt Tag für Tag und auch die Jungs können kaum erwarten bis Sommer ist.

Manchmal kann ich mein Glück kaum fassen.
Nochmal schwanger zu sein ist ein Segen, ist solch ein Glück, dass ich nicht glauben kann, dass ich das erleben darf.
Es war kein einfacher Weg bis zu unserem Babyglück – aber dafür ist die Freude um so größer.
Nur an die Geburt, da darf ich gar nicht dran denken, denn es sind nicht nur die Sorgen und Ängste um das ungeborene Baby bei diesem Mal größer, auch die Angst vor der Geburt ist exorbitant.
Es ist schon ganz gut, dass man so lange Zeit hat um sich darauf vorzubereiten. Manchmal wünschte ich, ich wäre ein Elefant, dann hätte ich noch ein bisschen Schonfrist bis zur Geburt – andererseits würde ich dann mein viertes Wunder erst nach etwa 2 Jahren kennenlernen dürfen. Da bleibe ich doch lieber bei 9 Monaten Schwangerschaft.

Bei „Kuchenduft & Kinderlachen“ wird es in nächster Zeit natürlich viel um Baby, Schwangerschaft und das Leben mit vier Kindern gehn.
Aber ich habe auch neue, super leckere Rezepte und lasse euch an unserem kleinen Umbau im Haus teilhaben.
Und jetzt, da die Übelkeit und Müdigkeit nachgelassen haben, finde ich auch wieder die Energie um mich an den Computer zu setzen und ein paar Zeilen zu schreiben.
Aber ab nachmittags ist mit mir nichts mehr anzufangen, da werde ich so müde, dass ich sogar beim UNO spielen einschlafe…

Unser neues Lieblingsbrot {knuspriges Bierbrot}

Für mich gibt es nichts schöneres als ein frische Brot im Ofen zu haben und im ganze Haus duftet es wie in einer Bäckerei.
Brotbacken ist so etwas Gemütliches, Schönes, Erfüllendes.
Aus simplen Zutaten wie Mehl, Wasser, Salz und Hefe entsteht etwas so wahnsinnig Schmackhaftes.
Meine Kinder sind ganz wild auf meine Brote und fragen regelmäßig danach. Wo sie sonst keine guten Esser sind, wird hier zugeschlagen als ob es keinen Morgen gibt.

Als ich im Dezember ein Bierbrot probiert habe, hätten die drei am liebsten den ganzen Leib gegessen. Ich halbiere das Brot immer und friere eine Hälfte ein, damit es frisch bleibt.
Für meine Jungs ist es kein Problem die eine Hälfte innerhalb von 2 Tagen allein aufzufuttern.
Besonders mein ältester Sohn konnte sich schier nicht halten vor Begeisterung. Das sei das leckerste Brot der Welt. Da schmilzt mein Mama- und Bäckerinherz.
Und recht hat er – es schmeckt vorzüglich. Am liebsten ganz simpel mit Tomaten- und Gurkenscheiben belegt.
Was am selben Tag nicht gegessen wird, lässt sich am nächsten Tag in den Toaster stecken und macht so das allerbeste Toastbrot. Oder es wird neugeboren zu Croque Monsieur. Ein Gedicht!
Hm, wenn nicht schon alles weg wäre…jetzt bekomme ich tatsächlich großen Appetit auf ein heißes Croque Monsieur. Beim nächsten Backen muss ich mir zwei Scheiben beiseite legen.

Ich backe das Bierbrot immer mit alkoholfreiem Bier. Ihr könnt natürlich auch normales Bier nehmen, was ihr halt da habt. Da wir so gut wie keinen Alkohol trinken, kaufe ich immer ein Sixpack extra für dieses Brot. Durch das Roggenmehl, den Ahornsirup und dem Bier ist das Brot schön kräftig im Geschmack. Wir lieben das sowohl zu herzhaften Aufstrichen als auch zu süß wie mit unserer Chia-Marmelade.

Bierbrot
ein großer, runde Leib

500 g Dinkelmehl Typ 1150 oder 630
250 g Roggenvollkornmehl
21 g frische Hefe
3 EL Ahornsirup
1 Flasche (333 mL) alkoholfreies Bier
1. 5 EL Meersalz

Hefe in eine Schüssel bröckeln und mit Ahornsirup glatt rühren.
Bier sowie 170 mL heißes Wasser dazugeben.
Alles gut vermischen und kurz stehen lassen.
Die Mehlsorten mit Salz mischen. Nun die Hefemischung mit einem Schwung zum Mehl geben.
Alles zu einem glatten Teig verkneten und zugedeckt für eine Stunde gehen lassen.

Eine Arbeitsfläche bemehlen und Teig darauf nochmals durchkneten.
Zu einem runden Leib formen, auf ein Backblech (ausgelegt mit Backpapier) legen und abgedeckt weiter 30 Minuten gehen lassen.
Ofen auf 200°C vorheizen, eine Schüssel mit Wasser unten in den Ofen stellen und das Brot etwa 30 Minuten backen.
Schmeckt lauwarm am allerbesten!

5 Tage bis zur Heiligen Nacht {unsere allerliebsten Plätzchen}

Auch in diesem Jahr sind wir wieder sehr spät dran mit Plätzchen backen.
Aber ich hab’s immerhin vor Weihnachten noch geschafft.
Zum einen hat uns ein Magenvirus dahin gerafft und zum anderen muss ich mal wieder zugeben, dass ich Plätzchen backen nicht mag.

Ja, ich mag es nicht. Alleine schon, aber nicht mit Kindern. Ich Rabenmutter.
Das ist mir einfach alles zu stressig, laut, dreckig und zuviel Teiggenasche (gehört natürlich dazu, aber es sollten auch so 2 oder 3 Plätzchen in der Gebäckdose landen).
Aber da ich mir ja Mühe gebe, eine einigermaßen vorzeigbare Mama zu sein, backe ich selbstverständlich jedes Jahr 4 oder 5 Bleche zusammen mit den Jungs.
Danach brauche ich aber erstmal eine große Tasse Tee zur Beruhigung.
Ich blicke dabei sehnsüchtig auf die Familien in denen (scheinbar) in vollkommener Harmonie Plätzchen Dosenweise gebacken und verziert werden. Wie machen die das bloß?

Um mich selbst zu einem Plätzchenbacktag zu motivieren, muss das Endprodukt, sprich die Plätzchen, wirklich sensationell sein.
Dieses Jahr habe ich endlich das für uns perfekte Pätzchenrezept gefunden.
ich habe damit bereits die Kekse für den Geburtstag meines kleinsten gebacken und bin seither schwer verliebt.
Es kommt ohne Kristallzucker aus und hat doch genau die richtige Süße und schmeckt so wunderbar lecker nach Vanille.

Für unseren Backtag habe ich die 1,5 fache Menge gemacht und das war genau richtig. Zwei große Dosen haben wir so voll bekommen. Eine mit Pistazien für meinen Mann und mich und eine mit Zuckerperlen für die Jungs. Wieviele Perlen beim verzieren auf dem Boden landeten und wieviele auf den Plätzchen lässt sich leider nicht bestimmen.
Und egal wie gut man danach putzt, man findet doch Tage später irgendwo noch Perlen auf dem Küchenboden.

Jetzt warten im Kühlschrank noch Teige für Schwarz-Weiß-Gebäck und Lebkuchen. Die möchte ich aber ohne die Jungs, ganz in Ruhe backen. Beim Blick auf den Kalender bezweifle ich aber, dass das noch was wird bis Heilig Abend.
Ich bin immer sehr motiviert und setzte drei oder vier Teige an, dann wandert alles in den Kühlschrank und meine Motivation in den Keller. Irgendwann kram ich dann beides wieder raus und wenn ich erstmal angefangen habe, macht es auch irgendwie Spaß (vorausgesetzt kein Kind wird involviert).
Außerdem warten die leeren Plätzchendosen noch auf ihren Einsatz und sollen ja nicht umsonst aus dem Keller geholt worden sein.

Kuchenduft Plätzchen

500 g Dinkelmehl 630
250 g Butter
60 g Kokosblütenzucker
60 g Birkenzucker
(kann bei Bedarf auch gegen 120 g Rohrzucker ausgetauscht werden)
3 Eigelb
3 EL Crème Fraîche
Prise Salz
1 TL gemahlene Vanille oder Mark einer Vanilleschote

Nach Belieben:
1 Eigelb
gehackte Nüsse
Zuckerperlen
Puderzucker
Zitronensaft

Alle Zutaten zu einen glatten Teig verkneten und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Teig 2-4 mm dick ausrollen, ausstechen und Plätzchen auf, mit Backpapier ausgelegte, Backblech legen.
Nun entweder das Eigelb mit 1 EL Wasser verrühren, Plätzchen damit bestreichen und nach Lust mit Nüssen oder Zuckerperlen bestreuen oder die Plätzchen „nackig“ backen.
Bei 180°C brauchen sie etwa 10 bis 15 Minuten, je nachdem wie dick und groß sie sind.
Die Plätzchen ohne Eigelb können nun mit Zitronenzuckerguss und Nüssen und Perlen schön verziert werden.