süße Bohnencookies {neue Lieblingsnascherein meiner Jungs}

Am Wochenende bin ich ziemlich oft in der Küche vorzufinden. Nach dem Frühstück kommen mir da irgendwie immer viele Ideen zu neuen Rezepten und ich bin dann so voller Tatendrang, dass ich augenblicklich ans Werk muss.
Manchmal muss ich mich dann aber doch gedulden. Nämlich dann, wenn die neue Rezeptidee Zeit beansprucht. Arbeite ich mit Hülsenfrüchten, so verwende ich fast ausschließlich die getrocknete Form und weiche diese über Nacht ein. Ich habe zwar auch ein paar Dosen Kichererbsen und Bohnen im Vorratskeller, falls mich abends der Heißhunger auf Hummus überkommt, aber normalerweise koche ich lieber frisch.
Zum einen ist es um Welten günstiger und zum anderen schmeckt es besser und ist frei von jeglichen Zusätzen (wobei ich bei der Dosenware auch immer drauf achte, dass nur die Hülsenfrüchte, Salz und Wasser verwendet werden).

Die Mühe des Einweichens und Kochens lohnt sich bei den süßen Bohnencookies auf alle Fälle.
Sie werden nur natürlich, mit Kokosblütenzucker, gesüßt und da sie ganz ohne Mehl gebacken werden, sind sie Glutenfrei und zudem Laktosefrei und vegan.
Also eigentlich für jegliche Unverträglichkeit geeignet. Nussallergiker wählen ein Nussmus das sie vertragen.

Meine Jungs haben zum Glück keinerlei Allergien und ich bin sehr froh, mir darum keine Gedanken machen zu müssen.
Die drei lieben die Bohnencookies. Mein großer Sohn meinte, dass die Kekse so so lecker sind, dass er die immer essen könnte und ich solle sie ganz oft backen.
Na, wenn das mal kein Kompliment ist. Sie dürfen dabei gerne öfter zugreifen. Hülsenfrüchte liefern gutes Eiweiß und Ballaststoffe und Bananen, Datteln und Mandeln geben Energie und füllen den Körper mit Mineralstoffen und Vitaminen auf.

Ganz frisch gebacken schmecken die Cookies am selben Tag einfach am besten.
Aber man kann sie eine Woche luftdicht verschlossen aufbewahren. Sie sind ein beliebter Nachtisch bei uns oder eine Nachmittags-Leckerei mit Apfeltee.
Mit den Früchten und Nüssen kann man dabei gerne experimentieren und nehmen, was einem schmeckt. Wer mag schummelt noch ein paar Stückchen, mit Kokosblütenzucker gesüßte, Schokolade mit rein und in den Wintermonaten ganz viel Zimt.
Falls ihr Maulbeeren noch nicht kennt, solltet ihr sie einmal ausprobieren. Wir essen sie wirklich gerne und sie bieten eine leckere Abwechslung zu Rosinen. Als Alternative können Rosinen, Korinthen oder Cranberries verwendet werden.

süße Bohnencookies
ca. 20 Stück

60 g getrocknete weiße Bohnen
60 g getrocknete Kichererbsen
Alternativ: 250 g Kichererbsen oder weiße Bohnen aus der Dose
40g Kokosblütenzucker
1 TL gemahlene Vanille
1 TL Weinsteinbackpulver
1 reife Banane (ca. 150 g)
70 g Nussmus
Salz
100 g zarte Haferflocken
50 g Mandelmilch
40 g Maulbeeren (Alternativ: Rosinen)
40 g gehobelte Mandeln
70 g Datteln

Die weißen Bohnen und Kichererbsen über Nacht in Wasser einweichen.
Am nächsten Tag abtropfen lassen und mit frischem Wasser für 45 Minuten köcheln lassen.
Wasser abgießen und abkühlen lassen.
Alternativ Kichererbsen oder Bohnen aus der Dose in ein Sieb geben, mit Wasser abspülen und abtropfen lassen.
Die Bohnen und Kichererbsen mit dem Kokosblütenzucker, Vanille, Backpulver, Banane, Nussmus und einer Prise Salz mit dem Stabmixer oder im Mixer glatt pürieren.
Haferflocken und Mandelmilch zugeben und ganz kurz pürieren.
Maulbeeren und Datteln hacken und zusammen mit den Mandeln unterkneten.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen und je 1 EL des Teigs zu etwa 20 Bällchen formen und auf das Blech legen.
Bällchen gut platt drücken (Cookies verändern ihre Form beim Backen nicht).
Cookies bei 180°C für 18 Minuten backen.
Abkühlen lassen und luftdicht verschlossen aufbewahren.

Als kleine Aufmerksamkeit verschenke ich zwei oder drei Cookies gerne in einer hübschen Verpackung.
Die ist ziemlich schnell gemacht. Mit dem Stempelset „Perfect Mix“ von Stampin‘ Up und ein bisschen Band und Spitzendeckchen hat man schnell eine kleine Aufmerksamkeit für einen lieben Menschen.
Man sollte viel öfter Danke sagen oder jemanden einfach so eine kleine Freude machen. Das kostet weder viel Zeit noch Geld, macht aber glücklich.

me and my 3 boys {nicht gut genug}

Die Zahnlückenpupertät bestimmt gerade stark unseren Alltag.
Ich fühle mich ausgepowert von den täglichen Machtkämpfen mit meinem großen Sohn und den Trotzanfällen der beiden Kleinen. An meinem Vorsatz, dieses Jahr gelassener zu werden, weniger zu meckern und mich nicht so schnell auf die Palme bringen zu machen, scheitere ich täglich. Aber ich gebe nicht auf und gebe jeden Tag mein bestes.

Mein Bestes?
Das sehen meine drei Jungs anders. In ihren Augen mache ich alles falsch, was man überhaupt falsch machen kann.
Ich komme wahlweise zu spät zum Kindergarten Abholen oder zu früh. Dabei kann man nicht sagen, ob es heute zu früh oder spät ist. Egal wann ich komme, es passt halt nie. Ich gehe jeden Tag mit einer positiven Einstellung in den Kindergarten: Heute wird es besser! Die Jungs werden sich freuen wenn ich komme, sich anziehen und mit nach Hause kommen.
Das passiert aber in 9 von 10 Fällen nicht. Ich werde angemeckert, weil ich dies und jenes falsch mache. Keiner zieht sich an, geschweige denn, steigt ins Auto.
Es ist ein großer Kraftakt, die drei irgendwie nach Hause zu bekommen. Sehnsüchtig blicke ich auf die anderen Kinder, die ihren Eltern entgegen rennen, sich umziehen und einfach so, ohne zu murren und sich auf den Boden zu schmeißen, ins Auto einsteigen oder sich aufs Fahrrad setzen.
Ich atme tief durch und versuche mich daran zu erinnern, dass ich gar keine anderen Kinder haben möchte. Ich möchte meine drei! Nur die drei, wie sie sind. Und auch wenn mein Nervenkostüm bis zum Mittagessen bereits sehr zu bröckeln beginnt, so stelle ich mich jeden Tag der Herausforderung in der Gewissheit, dass es irgendwann besser sein wird. Durchhalten, tief durchatmen, nicht die Nerven verlieren.

Zu Hause angekommen begehe ich die nächsten schwerwiegenden Fehler.
Beim Essen mache ich wirklich alles falsch.
Ich gebe mir so viel Mühe, Backe, Koche, denke mir schöne Sachen aus, die den Kindern schmecken könnten. Ich verbringe wirklich viel Zeit damit, mich um eine gesunde und kindgerechte Ernährung zu bemühen. Aber egal wieviel ich mich anstrenge, wieviel ich mir Mühe gebe etwas zu finden, was allen schmeckt, es ist doch nie gut genug.
Mindestens einer ist unzufrieden, nölt rum und beschwert sich. Das Essen ist zu warm, zu grün, zu wenig, zu viel, einfach das Falsche, es sieht anders auch als sonst, …, …
Da gibt es böse Gesichter, weil ich es nicht geschafft habe zum Curry frisches Naan Brot zu backen oder der Brokkoli nicht richtig zubereitet ist.
Selbst bei den Gerichten, die sie sich gewünscht haben (jeder darf sich einmal die Woche etwas zu Mittag wünschen), stimmt irgendwas nicht. Sei es nur, dass das anders aussieht als beim letzten Mal.

Den Nachmittag über bekomme ich nicht mehr so viel Schimpfe ab. Die drei spielen zusammen, sind draußen und hauen sich gegenseitig die Köpfe ein. Ich bin immer neutral und begebe mich auf keine Seite. Daher bin ich hier meistens nicht böse. Außer ich verbiete irgendwelchen Unsinn – dann kann es schon mal sein, dass ich wieder die schlechteste Mama des Universums bin.
Spätestens beim Abendessen ist es aber wieder soweit und die schlimmste Mutter aller Zeiten tritt wieder auf. Laut der drei heißt es dann „kein Kind auf der Welt hat so eine böse Mama wie wir“.
Danke auch! Ich wandere aus.
Wie bei allen anderen Mahlzeiten habe ich auch beim Abendbrot keine Chance irgendwas richtig zu machen.
Der eine möchte Bananenshake, der andere Smoothie, der andere Brot nur mit Butter, der dritte Brot ohne alles und eigentlich und immer genau das, was ich gerade nicht mehr da habe.
Sind die Mozzarella Kugeln aus heißt es „Böse Mama, warum hast Du die nicht gekauft?“. Ja warum denn nicht? Warum nicht einen zweiten Kühlschrank kaufen und jeden Tag einkaufen gehen um immer alles, was die drei jetzt gerade, in diesem Moment essen wollen, da zu haben? Ich bin aber auch eine schlechte Mutter.
Stellt euch das mal vor? Da ist der Schinken alle und kein neuer im Kühlschrank. Straftat Nummer eins!
Keine Brötchen gebacken? Unverschämt! Mama kann jetzt keinen Milchreis kochen, da er zu lange braucht um gekocht zu werden und abzukühlen? Schlechte Planung!

Ich weiß, und muss es mir immer und immer wieder sagen, dass die drei Kinder sind und es nicht so meinen. Sie sehen ihre Bedürfnisse und verstehen nicht, warum sie jetzt gerade in diesem Moment nicht haben können, was sie möchten. Sie möchten nicht verstehen, warum es nicht jeden Tag ihr Lieblingsessen gibt. Sie fragen sich, wo Mama bleibt, um sie vom Kindergarten abzuholen. Gestern war es doch früher. Sie haben ein anderes Zeitgefühl und wissen nicht, dass ich gestern sogar später da war. Aber da haben sie gespielt und die Zeit spielte keine Rolle.
Mama soll immer da und präsent sein und ihre Wünsche und Bedürfnisse erfüllen und ihre Sorgen ernst nehmen.
Für sie bin ich Mama. Nur Mama. Dafür da, ihre Mama zu sein und mich um sie kümmern. Und das heißt für sie auch, Schinken da zu haben, wenn sie gerade Hunger darauf haben. Mama muss doch wissen, dass ich heute welchen essen möchte. Warum hat sie da nicht dran gedacht?

Die drei sind nicht verwöhnt, vielleicht nur in der Hinsicht, dass ich sie die meiste Zeit am Tag betreue und ich mir viel Mühe mit ihrem Essen gebe, aber sie sind kleine Kinder.
Aber ich vergesse das.
Sehe nur die Kritik.
Für mich als Mensch mit wenig Selbstbewusstsein ist das nicht leicht. Mir täglich anhören zu müssen, dass ich nicht gut genug bin. Dass, egal wieviel ich mich anstrenge, ich nie eine gute Mutter sein werde, das kratz an mir und das macht mich traurig – selbst wenn ich weiß, dass die Kinder es anders meinen, als es bei mir ankommt.
Das zeigen sie mir, indem sie zu mir kommen, mich fest drücken und sagen „Ich hab dich ganz, ganz, ganz doll lieb“.
Trotz allem, was ich in ihren Augen so falsch mache, zeigen sie mir doch jeden Tag, dass ich gut genug bin. Dass ich da bin, dass ich für sie da bin.

Vor den Kindern hätte ich nie geglaubt, wieviel man bei der Erziehung und bei der Beziehung zu den Kindern lernen muss, wie sehr es einen fordert, jeden Tag an sich zu arbeiten.
Das Leben mit den drein stellt mich derzeit vor eine große Herausforderung. Sie sind alle in einer schwierigen Phase und der kurze Altersabstand ist im Moment wirklich eine Bombenmischung.
Aber was ich am kräfteraubendsten und anstrengendsten empfinde ist die Arbeit an mir selbst. Mir ihre Kritik nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen, mich in Geduld und Ruhe zu üben, mich nicht auf 180 bringen zu lassen, nicht zu schreien, auch wenn ich am liebsten ein Löwengebrüll durch das Haus jagen würde.
Ich möchte einfach gelassener werden und jeden Tag an mir arbeiten, es besser zu machen. Aber es fällt mir alles so schwer, wenn ich mir jeden Tag anhören muss, dass ich im Grunde genommen doch alles falsch mache, was man als Mama falsch machen kann.

Demnächst eröffne ich den Club der „bösesten Mamas aller Zeiten“. Wer ist mit dabei?

Birnen Dattel Gugelhüpfle {so lecker kann gesund sein}

Die Regentropfen prasseln an unsere Fenster und es ist Vormittags so dunkel, dass ich Licht anmachen muss.
Diese Woche ist wirklich trüb und so schmuddelig kalt. Uh bäh.
Den Jungs macht das wie immer nichts aus. Im Gegenteil. Sie freuen sich eigentlich immer wenn es regnet, da sie dann ihre Gummistiefel und Matschhosen anziehen können.

Ich bleibe lieber daheim und backe etwas Leckeres um es nachmittags mit einer großen Tasse Tee naschen zu können. Sauwetter regt in mir immer schon das Bedürfnis zu Backen.
Auf meinem letzten Bastelworkshop habe ich ein zuckerfreies Buffet aufgebaut, dass die Teilnehmer bei einer kleinen Pause stürmen konnten.
Am besten kamen die Birnen-Dattel-Gugelhüpfle an. Auch bei meinen Jungs stehen sie an erster Stelle. Sie sind aber auch lecker. Total saftig und süß. Und das ganz ohne Zucker und nur mit Datteln gesüßt. Für die drei müssen sie natürlich eine Haube aus (Birken)Puderzucker haben und – ganz wichtig – meine zuckerfreien „Zuckerperlen“ oben drauf.
Ich bevorzuge die Hüpfe ja nackig. Also ohne Guss – dafür mit einer fruchtigen Himbeersauce, die in Rekordzeit gemacht ist.

Die Sauce ist so herrlich cremig und einfach nur köstlich. Eigentlich ist es ratsam gleich einen ganzen Liter davon zu machen.
Sie schmeckt so gut zu Eis, in Joghurt, zu Waffeln, Kuchen, Pancakes – zu allem!
Man kann auch Heidelbeeren oder Brombeeren verwenden. Alles einfach nur gut!

Falls ihr mit dem Gedanken spielt mal einen zuckerfreien Kuchen auszuprobieren, dann ist das hier das richtige Rezept!
Die Gugelhüpfe schmecken süß und keiner würde dabei an ein gesundes Kuchenrezept denken. Ehrlich. Probiert es einfach aus!
Für Gäste und Neulinge zum Thema gesunde Leckerein backe ich die Hüpfe immer nur mit Dinkelmehl 630. Das ist für die allgemeinen Geschmacksknospen am schmackhaftesten.
Die Jungs und ich mögen sie mit Buchweizenvollkornmehl aber noch lieber.
Auf alle Fälle sind sie auch 1- 2 Tage später noch sehr frisch und saftig und können sogar zum Frühstück genascht werden – dann aber lieber ohne Guss.
Für die Jungs schneide ich sie auch gerne in kleine Stücke und gebe ihnen ein paar davon mit in die Lunchbox in den Kindergarten.
Da kann ich mir auch sicher sein, dass sie wenigstens etwas von ihrer Brotbox essen und ich nicht wieder haufenweise Reste am Abend an meinen Mann verfüttern muss.

Birnen Dattel Gugelhüpfle
für 6 kleine Gugelhüpfe (ca. 10 cm Durchmesser)

80 g Datteln
80 g Kokosöl
2 Eier, L
Schale 1/2 Bio-Zitrone
100 g Dinkelmehl 630
60 g Buchweizenvollkornmehl (Alternativ: mehr Dinkelmehl 630)
30 g gemahlene Erdmandeln (Alternativ: gemahlene Mandeln)
1 TL Weinstein Backpulver
Prise Salz
1/4 TL gemahlene Vanille
1/2 TL gemahlener Zimt
1-2 reife Birnen (insgesamt 300 g)
1-3 EL Mandelmilch
optional:
4 EL Birkenpuderzucker
2 EL Mandelmilch
zuckerfreie „Zuckerperlen“

Datteln in wenig warmen Wasser für 1-2 h oder über Nacht einweichen.
Kokosöl leicht erwärmen und mit abgetropften Datteln pürieren.
Eier nacheinander ebenfalls mitpürieren.
Die Mehlsorten mit dem Backpulver, Gewürzen und Erdmandeln in einer Schüssel mischen.
Zitronenschale und Dattel-Ei-Mischung zugeben.
Die Birnen entkernen und mit Schale grob reiben. Ebenfalls zum Mehl geben und alles gut vermischen.
Je nachdem wie saftig die Birnen sind, 1-3 Löffel Mandelmilch unterrühren, so dass ein geschmeidiger, zähfließender Teig entsteht.
6 kleine Gugelupfformen (ca. 10 cm Durchmesser) fetten und Teig gleichmäßig verteilen.
Bei 180°C für etwa 35 Minuten backen.
10 Minuten abkühlen lassen und stürzen. Nach dem vollständigen Abkühlen den Guss anrühren.
Hierfür den Birkenpuderzucker mit der Mandelmilch glatt rühren, die Gugelhupfe damit bestreichen und mit „Zuckerperlen“ bestreuen.
Mit der schnellen Himbeersauce auf den Tisch stellen und genießen.

schnelle Himbeersauce

300 g Himbeeren, tiefgekühlt
2 EL Reissirup oder Ahornsirup
1/4 TL gemahlene Vanille
1 EL Cashewmus

Himbeeren auftauen lassen und mit dem Sirup, Vanille und Cashewmus glatt pürieren.
Fertig!

zuckerfreie „Zuckerperlen“ {schöne Streudeko mal ganz gesund}

Kommt es nur mir so vor, oder hat sich der März als April verkleidet? Das Wetter geht rauf und runter – meine Stimmung auch.
Der Wechsel warm – kalt, Sonne – Regen macht mir immer zu schaffen und obwohl die Jungs nachts durchschlafen, bin ich einfach Dauermüde.
Eigentlich bin ich ein Freund des Winters, aber so langsam bin selbst ich bereit für den Frühling. Meine dicken Winterjacken dürfen ruhig zurück in den Schrank verschwinden und erst im November wieder rauskommen.

Ich freue mich auf Ostern. Es ist so ein schönes Fest. Und für uns Christen auch so wichtig. Die Ostermesse ist mein liebster Gottesdienst. Leider gehen wir seit Jahren nicht mehr hin, da es für die Jungs einfach zu spät ist. Aber die ganze Stimmung in der Kirche zaubert mir immer eine Gänsehaut auf den ganzen Körper. Wenn es dann Licht wird und alles wieder hell ist. So berührend.
Die Jungs sind bereits ganz aufrege, weil in ein paar Wochen der Osterhase kommt. Ich wünsche mir jetzt schon mal bitte keinen Regen am Ostersonntag, damit ich morgens die kleinen Geschenke und ein paar Eier im Garten verstecken kann. Die staunenden Kinderaugen, die nach dem Aufwachen aus dem Fenster blicken um zu sehen, ob der Osterhase da war, sind unbezahlbar.

Nach dem Eiersuchen freue ich mich auf unser Osterfrühstück mit all den leckeren Sachen, die es nur einmal im Jahr bei uns gibt – und dazu natürlich jede Menge Rührei und Frühstücksmuffins.
Ich backe zwar seit einiger Zeit Zuckerfrei, dekoriere die Muffins und Kuchen für die Jungs aber weiterhin mit Zuckerperlen. Für sie ist das Gebäck dann einfach viel leckerer, denn das Auge isst ja mit und ich freue mich, wenn sie sich freuen.
Trotzdem war ich schon länger auf der Suche nach Zuckerperlen ohne Zucker. Leider bin ich nirgendswo fündig geworden.
Am Wochenende hatte ich dann die Eingebung einfach mal Quinoa Pops, die ich gerne auf meinen Porridge streue, einzufärben.
Vom Ergebnis bin ich ziemlich begeistert. Bunte Perlen, ganz ohne Zucker, verzieren jetzt unser Gebäck.
Die Jungs sind glücklich über ihre „Zuckerperlen“, ich bin glücklich, dass weniger Zucker aufgenommen wird. Win-Win!

Die Quinoa-„Zuckerperlen“ lassen sich in jeder beliebigen Farbe einfärben und halten sich, in einer Dose verpackt, ewig.
Natürlich kann man auch gepufften Amaranth oder Teff benutzen. Was man eben gerade da hat. Vor dem Verpacken auf alle Fälle gut trocknen lassen. Ich habe die Perlen einfach über Nacht in einer Schüssel stehen lassen. Ihr könnt sie aber auch gleich zum Dekorieren verwenden. Als „Kleber“ verwende ich einen Zuckerguss aus Birkenpuderzucker oder unseren Schokoladenguss aus Kakao, Reissirup und Kakaobutter.

zuckerfreie „Zuckerperlen“

1 Messerspitze Lebensmittelfarbenpaste
1 TL Wasser
4 EL Quinoa Pops (oder Amaranth, Teff)

Die Lebensmittelfarbenpaste in einer Schüssel mit dem Wasser glatt rühren.
Quinoa Pops dazugeben und zügig gut vermischen.
Trockenen lassen (1-2 Stunden, am besten über Nacht) und luftdicht verschlossen aufbewahren.

saftige Laugenbrötchen mit Pastinake und Dinkelvollkornmehl {beim Sonntagsfrühstück einfach mal Gemüse verstecken}

Unter der Woche essen die Kinder immer Müsli oder Haferflocken und ich verschiedene Porridge Variationen oder meinen Frühstücks Couscous.
Am Wochenende hingegen gehören für uns frisch gebackene Brötchen oder Baguette mit aufgeschnittenem Obst und Gemüse einfach zum gemütlichen Frühstück dazu. Selbstverständlich mit ein paar Tassen Kaffee und Kakao. Ab und an wünschen die Jungs sich noch eine große Portion samtig weiches Rührei dazu.

Ich liebe es einfach, wenn es morgens bereits nach frischem Gebäck duftet. Und noch warme Brötchen, direkt aus dem Ofen, gehören zu den leckersten Dingen auf dieser Welt.
Unser Repertoire an Sonntags-Brot und -Brötchen wird stets ausgeweitet.
Seit letzter Woche könnte ich aber eigentlich nur noch diese herrlich weichen Laugenbrötchen backen. Die schmecken sowas von gut! Sowas von gut!
Und das beste ist, man schummelt einfach so, ohne das es jemand schmeckt, ein bisschen Gemüse in das Frühstück!
Das Geheimnis sind Pastinaken. Klingt erstmal seltsam im Brotteig – ist aber der Wahnsinn. Sie machen den Teig so weich und saftig und dabei schmeckt man sie kein bisschen raus.
Wenn ich die Laugenbrötchens morgens backe, koche ich die Pastinaken bereits am Abend vorher. So spart man sich Zeit und sie kochen ja allein vor sich hin und machen keine Arbeit.
Alle benötigten Zutaten wiege ich zudem schon mal ab und stelle alles bereit. Dann ist man morgens gar nicht lange beschäftigt: Teig im Schlafanzug anrühren, halbe Stunde gehen lassen und sich währenddessen fertig machen, Brötchen formen, kochen, backen, reinbeißen und glücklich sein.
Das geht fast schneller als zum Bäcker zu laufen und schmeckt so viel besser.

Mein Mann und ich essen die Brötchen am liebsten mit grobem Meersalz. Für die Jungs mache ich aber lieber Sesam oder Mohn oben drauf. Man kann auch Kürbis- oder Sonnenblumenkerne oder Nüsse nehmen oder die Brötchen einfach so lassen wie sie sind.
Die Brötchen kommen vegan daher. Da ich, bis auf sonntags, morgens keine tierischen Produkte esse, versuche ich unsere Brötchen und Brot immer ohne Ei und Butter zu backen. Ab und an kommt das natürlich auch in den Backofen, aber für mich dann nur am Sonntag.
Ich friere die Hälfte der Brötchen nach dem Abkühlen direkt ein. Nach dem Auftauen schiebe ich sie noch einmal für ein paar Minuten in den Ofen und schwups, hat man frisch gebackene Laugenbrötchen. Wenn man also genug Platz im Gefrierschrank hat, lohnt es sich durchaus die Menge zu verdoppeln und nach dem Backen einzufrieren. Einmal Aufwand und genug Brötchen für die nächsten Wochenenden. Quasi homemade Aufbackbrötchen.

Laugenbrötchen mit Pastinake
8 Stück

200 g Pastinaken (vorbereitet gewogen, entspricht etwa 230 g)
300 g Dinkelmehl
300 g Dinkelvollkornmehl
42 g frische Hefe
1 TL Kokosblütenzucker
1 TL Salz
25 g Margarine (oder Butter)
2 EL Natron
grobes Meersalz, Sesam, Mohn zum Bestreuen

Die Pastinaken schälen und klein schneiden.
In einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Für 20 Minuten weich kochen, abgießen und abkühlen lassen.
Mit einer Gabel fein Musen.
Die Hefe und den Kokosblütenzucker in 250 mL warmen Wasser auflösen und 5 Minuten ruhen lassen.
In der Zeit die Mehlsorten abwiegen und zusammen mit dem Salz mischen.
Hefemilch, Pastinaken und Margarine zum Mehl geben und für 5-8 Minuten zu einem glatten Hefeteig kneten.
Abgedeckt für 30 Minuten gehen lassen.
Ofen auf 190°C vorheizen.
Teig in 8 Stücke teilen und zu Brötchen formen. Abdecken und gehen lassen, bis das Laugenbad fertig ist.
2 L Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Sobald es kocht, das Natron einstreuen und Temperatur runter schalten.
Die Brötchen in das Wasser gleiten lassen. Meist passen etwa drei Stück auf einmal in den Topf.
Brötchen für etwa 15 Sekunden ziehen lassen, umdrehen und weiter 15 Sekunden im Laugenbad lassen.
Rausnehmen, auf ein Backblech legen, sofort kreuzförmig einschneiden und mit Salz, Mohn oder Sesam bestreuen.
Wenn alle Brötchen fertig sind, das Backblech in den Ofen schieben und für 18-20 Minuten backen.

gesunde Rasselbande {wir und der Zucker}

Wenn man sich und seine Lieben gesund und ausgewogen ernähren möchte, kommt man nicht drum herum, sich mit dem Thema Zucker auseinander zu setzen.
Das Thema ist gerade sehr präsent in allen Medien. Das ist der erste Schritt zu mehr Aufklärung und mehr Bewusstsein zu dem Thema Zucker.

In den vergangenen Jahren, besser Jahrzehnten, wurde beim Thema gesunder Ernährung und Bekämpfung von Übergewicht hauptsächlich auf das Fett geachtet. Es wurde verteufelt und war anscheinend schuld an der immer weiter steigenden Zahl an Übergewichtigen Erwachsenen und Kindern.
Dass das alles ein Trugschluss ist, dürfte hoffentlich geklärt sein. Fett macht nicht per se fett. Natürlich ist zuviel Fett nicht gesund und macht dick. Aber das gilt hauptsächlich für die ungesunden Fette. Gesunde Fette sind wichtig für den Körper und dürfen keinesfalls zu wenig aufgenommen werden.

Ungesättigte Fettsäuren kommen beispielsweise in Nüssen, Leinsamen, Avocado, Oliven- und Traubenkernöl vor. Zuviel davon ist auch nicht gesund. Aber das gilt für alle Lebensmittel. In Maßen sind die gesunden Fette aber sehr wichtig und unterstützen die gesunde Ernährung und helfen sogar beim Abnehmen.
Ungesunde Fette hingegen sind, wie wohl bekannt, gesundheitsschädlich und sollten möglichst vermieden werden. Das sind die Fette, die in Fast Food Produkten und Chips vorkommen.

Aber was uns viel mehr zu schaffen macht, ist der Zucker, der in einem viel zu hohem Maß verzehrt wird.
Anstelle von Fett haben die Hersteller zu Zucker gegriffen um ihre Produkte schmackhafter zu machen. Diese wurden dann als besonders gesund und „light“ angepriesen, da sie ja fettarm sind.
Dabei wäre es viel hilfreicher, das gesunde Fett beizubehalten und dafür ganz auf den zugesetzten Zucker zu verzichten.
So kommt es, dass man unbewusst viel zu viel Zucker zu sich nimmt.

Für uns war ausgewogene Ernährung immer schon besonders wichtig und ich koche stets frisch und ohne Fertigprodukte. Ein paar einzelne vorgefertigte Produkte wie Rahmspinat habe ich aber trotzdem gerne gekauft. Das zählt für mich jetzt noch nicht so sehr als Fertigprodukt, da bin ich nicht so streng.
Seit etwas über einem Jahr achte ich jedoch nochmal besonders verstärkt auf unsere Lebensmittel und besonders auf den Zucker.

In vergangenem Jahr habe ich viel über Zucker gelernt. Vor allem wo er überall drin steckt.
Klar, in Schokolade und Gummibärchen ist Zucker enthalten. Das ist so klar wie Kloßbrühe. Und diesen Zucker sehe ich auch nicht als den gefährlichen an, denn er wird bewusst verzehrt.
Es ist der Zucker, den wir nicht erwarten, der uns ein Übermaß an diesen jeden Tag essen lässt.

Denn, auch wenn man denkt, ach Zucker esse ich gar nicht viel, so stimmt dies meist nicht. Geht einfach mal an euren Kühlschrank oder die Vorratskammer und lest euch die Rückseite eurer gekauften Produkte durch.
Ihr werdet erstaunt sein, wo überall Zucker drin ist. Ich war es auch. Eigentlich habe ich mir beim Einkaufen schon immer die Zeit genommen mir die Zutatenliste und Nährstofftabelle für meine gekauften Produkte durchzulesen. Aber bei manchen tat ich es nicht, weil ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, dass dort irgendwas drin sein könnte, was nicht drin sein sollte.
Das war ein Trugschluss. Ich stellte also fest, dass auch in Creme Fraîche, Spinat, Konserven, Tiefkühlgemüse und -obst und vielen weiteren Lebensmitteln teilweise erschreckende Mengen an Zucker zugesetzt sind. Warum das so ist, erschließt sich mir nicht und es ärgert mich.

Ich nahm mir die Zeit und habe über ein paar Wochen meine Einkäufe umgestellt. Es war nicht leicht unsere bevorzugten Produkte ohne Zuckerzusatz zu finden. Besonders bei Rahmspinat, Gewürzgurken und Sauerkraut habe ich bisher nur einen Anbieter gefunden, bei denen nur die Zutaten drin sind, die rein gehören. Beim Sauerkraut beispielsweise nur Sauerkraut und Gewürze.
Mittlerweile bin ich sehr routiniert und weiß genau wo ich welches Produkt kaufen kann. Es hat Zeit und Nerven gekostet, aber es hat sich gelohnt.
Bei ein paar Produkten wie Mayonnaise oder Wurstaufschnitt habe ich jedoch bis heute keine Marke ohne Zucker entdeckt.

Beim Thema Zucker gibt es unzählige Meinungen und Lebensweisen.
Es gibt diejenigen, denen es völlig egal ist, die, die etwas drauf achten und solche die ganz ohne Zucker auskommen. Die no-sugar Lebensweise wird zunehmend thematisiert.
Manche gehen dabei so weit und verzichten sogar auf Obst und zuckerhaltiges Gemüse.

Bei unserer Ernährungsumstellung habe ich erstmal angefangen alle versteckten Zucker weg zu lassen.
Ich finde, dass das ein wichtiger Schritt ist. Ich möchte Zucker nicht unwissend zu mir nehmen und dabei keine Kontrolle über die Menge haben. Ich sehe keinen Grund in herzhaften Gerichten Zucker zu verwenden, ohne dass ich dies weiß oder ahne.
Wenn man ein wenig darauf achte, ist es auch gar nicht so schwer.
Über die Zeit habe ich den Zucker immer weiter reduziert, habe den Zucker, den wir zum Backen verwenden, gegen Rohrohrzucker ausgetauscht und allgemein weniger verwendet.
Mitte letzten Jahres habe ich dann ganz darauf verzichtet.
Ich wollte es erstmal ein paar Wochen testen. Einfach mal bewusst keinen Industriezucker essen. Auf Dauer war das erstmal nicht geplant.
Aber mit der Zeit verliert man aber wirklich das Verlangen danach und so habe ich nicht wieder angefangen Zucker zu essen. Ich brauche das einfach nicht mehr.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Zucker gekauft habe. Es ist lange her.

Dabei verteufel ich Zucker nicht allgemein. Zucker ist nicht böse oder unser Feind.
Bewusst genossen ist er ein Teil der Ernährung. Es geht einfach um das Zuviel und um den versteckten Anteil.
Komplett auf alle Zuckerarten würde ich auch nicht verzichten.
Ich möchte nur keinen Industriezucker und keine Weißmehlprodukte mehr zu mir nehmen. Denn auch diese werden im Körper zu Zucker umgewandelt.
Weißmehl haben wir schon vor vielen, vielen Jahren komplett ausgetauscht. Das ist für uns Normalität. Ich gehe dabei aber nicht soweit, dass ich im Restaurant oder bei Einladungen es auch komplett meide. Zu Hause gibt es das einfach nicht, wenn man eingeladen ist, ist das eine andere Sache.

Die Ernährungsweise kein Obst, keine Zuckeraustauschprodukte und gar zuckerhaltiges Gemüse ganz zu streichen passt nicht in unser Leben.
Zum einen würde ich Obst nie aus dem Ernährungsplan streichen da es sehr gesund und wertvoll für den Körper ist und zum anderen schmeckt es uns einfach viel zu gut.
Ich habe es allerdings ein wenig reduziert. Wenn ich könnte, würde ich den lieben langen Tag kiloweise Obst essen. Ich liebe Äpfel, Birnen, Beeren, Mangos, Kiwis, Orangen und und. Da muss ich wirklich auf die Menge achten, damit es nicht ausartet. Aber ganz weglassen? Niemals!
Wir fünf sind alle doch ziemliche Süßschnäbel und essen gerne Kuchen und Gebäck. Der Verzicht auf Zucker heißt jedoch nicht, dass man darauf verzichten muss.
Da wir weiterhin Zuckeraustauschprodukte zum Süßen verwenden, gibt es viele Möglichkeiten weiterhin leckere Kuchen zu backen, die keinen Industriezucker enthalten und nicht pappsüß sind.
Am liebsten verwende ich Reissirup, Trockenfrüchte wie Datteln und Backpflaumen, Bananen und Honig. Ahorn- und Dattelsirup haben bereits einen feinen Eigengeschmack und werten verschiedene Kuchen auf.
Außerdem verwenden wir gerne Kokosblütenzucker und Birkenzucker (Xylit). Wenn ich mir ein neues Rezept ausdenke oder bei einem bestehenden den Zucker austauschen möchte, überlege ich mir, welches Produkt am besten passt, ob ich einen Eigengeschmack haben möchte wie beim Honig oder lieber neutral wie beim Reissirup. Oft mische ich auch verschiedene Zuckeralternativen.
Es dauert ein wenig bis man sich an das andere Backen und Kochen gewöhnt hat, doch irgendwann wird es zum Alltäglichen.

Wenn man sich erfolgreich Zuckerentwöhnt hat, reicht einem auch eine viel geringere Süßkraft aus. Wenn meinem Mann der Kuchen nicht süß genug ist, ist er mir oft bereits viel zu süß.
Nach ein paar Wochen ohne Zucker habe ich gemerkt, wieviel weniger süß ich nun brauche. Kommen Gäste zu Kaffee und Kuchen zu uns, ist es für sie mit Sicherheit ungewöhnlich, da für sie mein Gebäck einfach sehr wenig süß schmeckt. Aber es schmeckt. Sogar richtig gut!
Auch unsere Jungs brauchen weniger süßes Gebäck. Kaufen wir mal etwas vom Bäcker für sie, ist es ihnen öfter viel zu süß.
Was jetzt nicht heißt, dass die drei nicht gerne süß essen.
Im Gegenteil. Sie naschen sehr gerne.

Obgleich ich für mich entschieden haben auf Industriezucker erstmal zu verzichten, so dürfen meine Kinder weiterhin Süßigkeiten essen.
Aber in Maßen. Als Nachtisch mal 3-4 Gummibärchen und im Sommer ein Eis ist vollkommen okay. Es bleibt jedoch die Ausnahme.
Ich verwöhne sie natürlich trotzdem. Backe leckere Plätzchen, Muffins und Kuchen und mache im Sommer fast täglich frisches Eis. Alles natürlich gesüßt und mit Vollkornprodukten und guten Zutaten. Es fehlt ihnen an nichts. Sie lieben meine Schokoladenmuffins oder das Bananen-Vanille-Eis genauso sehr wie Gekauftes – vielleicht sogar noch mehr.
Die ganzen süßen Kinderprodukte wie Joghurt, Frühstücksflakes und „gesunde“ Snacks haben wir alle ausgetauscht gegen zuckerfreie Varianten (bzw überhaupt noch nie gekaft) und die drei essen sie genau so gerne.
Es kostet vielleicht mehr Zeit, da man viel selber machen oder ein bisschen nach gesünderen Produkten suchen muss, aber das Wohlergehen meiner drei Jungs ist für mich das Allerwichtigste.
Sie haben Süßigkeiten viel mehr schätzen gelernt. Gibt es mal ein Stück Schokolade sind sie ganz aus dem Häuschen und freuen sich wie wild.
Gehen sie auf Kindergeburtstage oder Feiern, wie gerade aktuell, Karneval im Kindergarten, dürfen sie auch gerne zugreifen. Es ist nicht die Regel und sie genießen es dann.
Auch an Ostern und Weihnachten gibt es immer richtige Süßigkeiten für die drei. Die paar mal im Jahr habe ich gar kein Problem damit und wenn sie nach dem Essen nach Gummibärchen fragen, sage ich auch selten nein.
Sie sollen es nicht verboten bekommen, sondern den richtigen Umgang lernen und vor allem bewusst süß essen und nicht beispielsweise abends einen Joghurt, der 15% Zucker enthält und dabei gar nicht als Süßigkeit wahrgenommen wird.

Darum geht es bei uns. Zucker darf gegessen werden, aber ganz bewusst. Wenn man Nachmittags sagt, so, jetzt esse ich etwas Süßes und genießt dies, dann ist nichts falsches daran.
Aber nicht irgendwo im Senf oder Spinat einen Haufen Zucker zu sich nehmen. Ein paar Ausnahmen gibt es auch hier, denn ich möchte den Jungs beispielsweise ihre heiß geliebte Salami, Schinken und Lyoner nicht verbieten. Diese gibt es jedoch nicht ohne Zucker. Dabei achte ich  aber auf den Zuckergehalt und auf Bio Qualität. Ich esse selbst sehr wenig Wurst und habe mit Prosuitto und Geflügelwiener zwei Sorten ohne Zucker gefunden.

So leben wir in unserer Familie drei unterschiedliche Einstellungen zu Zucker.
Da bin ich, die komplett auf Industriezucker und Weißmehl verzichtet, mein Mann, der abends seinen Schokoriegel nascht, sich gerne ein Gebäck vom Bäcker kauft und auf der Arbeit auch nicht darauf achtet ob Zucker enthalten ist oder nicht und meine Jungs, die auch mal etwas Naschen dürfen aber generell nur natürlich gesüßte Gerichte und Backwaren bekommen.

Für uns ist das genau richtig. Wir sind alle glücklich mit unserem Modell und fühlen uns gut damit.
Jede Familie muss für sich den richtigen Umgang mit Zucker finden. Es gibt kein richtig oder falsch (na gut, den ganzen Tag nur Süßkram zu essen, ist jetzt nicht das Gesündeste).
Aber es lohnt sich mal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Unsere Gäste sind immer sehr erstaunt, wenn ich nach dem Kuchen erzähle, dass ich keinen Zucker verwendet habe, sondern natürlich gesüßt habe. Es schmeckt allen trotzdem gut. Vielleicht weniger süß als gewohnt, dafür kommen aber die anderen Aromen viel besser zur Geltung. Natürlich ist man anfangs erstmal skeptisch allen Neunem gegenüber. Man sollte sich einfach mal trauen und einen Kuchen ohne Zucker backen und sehen was passiert.

Vielleicht nehmt ihr den heutigen Aschermittwoch als Stichtag um auch mal über euren Zuckerkonsum nachzudenken oder ein paar Wochen die zuckerfreie Ernährung zu testen.
Fangt am besten an, euch eure Produkte, die ihr bereits zu Hause habt, näher anzugucken. Bei der Nährwerttabelle und Inhaltsstoffen zu lesen ob und wieviel Zucker enthalten ist. Manchmal reicht der Wechsel zu einer anderen Marke bereits aus um einen Teelöffel Zucker am Tag zu sparen – ohne dass ihr es überhaupt merkt.

Dinkel-Krapfen oder Berliner oder superduper leckere Bällchen {zuckerfrei durch die Karnevalszeit}

Karneval ist die Zeit der Berliner. In jeder Bäckerei findet man unzählige Varianten der süßen Hefebällchen.
Ich habe wohl noch niemanden getroffen, der keine Berliner mag. Besonders Kinder sind ganz wild darauf. Ob mit Marmelade oder Pudding gefüllt. Einfach lecker sind diese Teilchen.

Achtet man jedoch auf seinen Zuckerkonsum oder vermeidet diesen gar komplett, so sind diese Karnevals Leckerbissen natürlich tabu.
Im Teig, in der Füllung, oben drauf – überall ist reichlich Zucker enthalten.
Doch es geht auch ohne. Berliner schmecken auch ganz ohne Industriezucker herrlich lecker. Gesüßt mit Kokosblütenzucker und Reissirup schmecken sie nicht minder leckerer als ihre zuckrigen Brüder.

Als Füllung habe ich einen veganen Vanillepudding und eine Himbeer-Chia-Marmelade in die Berliner gespritzt.
Da es aber auch leckere zuckerfreie Marmelade zu kaufen gibt, könnt ihr aber natürlich auch diese verwenden.
Geht es auch noch gesünder? Natürlich! Man kann die Berliner, wie gewohnt, in Rapsöl ausbacken oder aber im Backofen, ganz ohne Fett, backen. Probiert beide Varianten aus und findet euren Favoriten.
Wir bevorzugen die ausgebackenen Berliner und da wir sie nur einmal im Jahr essen, ist das auch vollkommen okay. Ein bisschen Schlemmen sei auch mal erlaubt.
Aber als gesündere Alternative finde ich die Ofenberliner wirklich richtig schmackhaft und fluffig.

Meine drei Jungs waren ganz begeistert von den leckeren Berlinern. Natürlich würden sie sich, wenn sie die Wahl hätten, für die normalen Berliner beim Bäcker entscheiden.
Die selbst gebackenen, gesünderen Karnevalskrapfen schmecken dafür besonders frisch und ich kann eine extra große Portion Vanillepudding reinspritzen.
Es gibt doch nichts schöneres, als wenn die Füllung beim Reinbeißen überall rausquillt. Nomnom. Lecker!
Mein ältester Sohn hat direkt zwei auf einmal verputzt, was für so ein kleines Kerlchen schon recht viel ist.

Na gut, ich gebe zu, dass meine Krapfen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Ich hätte mir auch gewünscht, dass sie ein wenig runder und ballförmiger daherkommen.
Aber mein Mann meinte, dass er die viel schöner findet als vom Bäcker, wo es nur diese maschinell gefertigten perfekten Berliner gibt. Ich weiß zwar nicht, ob er das nur gesagt hat, um nett zu sein oder weil er es wirklich ehrlich meint; aber ich sehe das jetzt auch so.
Lieber unförmig und nicht so hübsch, dafür mit viel Liebe und guten Zutaten gebacken.

Berliner ohne Reue
8-10 Stück
wahlweise ausgebacken oder aus dem Backofen

50 g weiche Butter
200 mL Milch oder Mandelmilch
1 EL Rum
1 Würfel (42 g) frische Hefe
500 g Dinkelmehl 630
1 Ei, L
30 g Kokosblütenzucker
1/2 TL gemahlene Vanille
1/2 TL Salz
1 L Rapsöl oder Sonnenblumenöl zum Ausbacken
Füllung nach Wahl (siehe unten)
optional: Birkenpuderzucker (Xylit)

Milch oder Mandelmilch erhitzen und Hefe darin auflösen. Hefemilch 5 Minuten ruhen lassen.
Das Ei und den Rum unter die Hefemilch rühren.
Die beiden Mehlsorten mit dem Kokosblütenzucker, Salz und Vanille in eine Schüssel füllen.
Butter in Flöckchen hineingeben, Hefemilch zugießen und alles per Hand oder mit der Küchenmaschine zu einem glatten Hefeteig verkneten.
Teig zu einer festen Kugel formen und abgedeckt für 45 Minuten gehen lassen.
Teig auf die Arbeitsfläche geben und in 8-10 Portionen teilen.
Jedes Stück zu einem kleinen Ball formen, mit einem feuchten Tuch abdecken und erneut 45 Minuten gehen lassen.

Option Ausbacken: Rapsöl in einem Topf auf 170°C erhitzen. Ob das Fett heiß genug ist sieht man, wenn ein Holzstab hinein gehalten wird. Dabei müssen sich recht schnell kleine Bläschen um den Stab bilden.
So viele Berliner in die Pfanne geben, dass sie gut Platz haben (wahrscheinlich 3 Stück). Kurz anbacken lassen, umdrehen und für etwa 45 Sekunden goldgelb backen. Berliner umdrehen und fertig backen.
Zum Abtropfen auf mehrere Lagen Küchentuch legen.

Option Backofen: Backofen auf 180°C vorheizen und Berliner auf ein Backblech legen und für etwa 15 Minuten goldgelb backen.

Die gewünschte Füllung in einen Spritzbeutel mit langer Tülle geben (oder eine Füllspritze verwenden) und jeweils etwa 1 EL der Füllung in die Berliner spritzen.
Berliner nach Belieben mit Birkenpuderzucker bestäuben und am selben Tag essen oder einfrieren.

Vanillepuddingfüllung

500 mL + 6 EL Mandelmilch
1 Vanilleschote
30 g Stärke
3 EL Reissirup
2 TL Kokosöl
Prise Kurkuma

Vanilleschote längs aufschneiden und auskratzen. Mandelmilch zusammen mit der ausgekratzten Vanilleschote in einen Topf geben, einmal kurz aufkochen, vom Herd nehmen und für 30 Minuten ziehen lassen.
Vanilleschote entfernen.
6 EL Mandelmilch mit der Stärke und dem Kurkuma glatt rühren.
Stärkepaste in die Mandelmilch rühren, ebenso den Reissirup und das Kokosöl.
Unter ständigem Rühren zum Kochen bringen und für ein paar Minuten leicht köcheln lassen.
Pudding zum Abkühlen mit Folie abdecken.
Vor dem Füllen gut durchrühren.

Himbeer-Vanille Füllung

250 g Himbeeren (frisch oder tiefgekühlt)
1/4 TL gemahlene Vanille oder 1/2 TL Vanilleextrakt
20 g (2 EL) weiße Chia Samen
60 mL Apfelsaft
1 EL Ahornsirup (optional)

Frische Heidelbeeren waschen und abtropfen lassen.
Gefrorene in einem kleinen Topf auftauen.
Heidelbeeren mit Vanille und Apfelsaft in einen kleinen Topf geben.
Unter Rühren aufkochen und für 3-4 Minuten leicht köcheln lassen.
Chia Samen unterrühren, nochmal aufkochen und für eine Minute weiter köcheln.
Nach Belieben Ahornsirup zugeben.
Marmelade in ein großes Schraubglas abfüllen, fest verschließen und abkühlen lassen.
Die Marmelade für mindestens 5 Stunden, besser über Nacht zum Eindicken in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Tag gut durchrühren und, falls sie zu fest ist, einen Löffel Apfelsaft unterrühren.

me and my 3 boys {das Langzeitstillen nähert sich seinem Ende}

Als ich mit unserem ersten Sohn schwanger war, konnte ich mir nie vorstellen, wie sich Stillen anfühlt. Wie das wohl ist so ein kleines Wesen an der Brust nuckeln zu lassen.
Die Vorstellung fand ich irgendwie seltsam.
Gleich nach der Geburt war es dann das natürlichste der Welt. Wir hatten vom ersten Moment an eine wunderbare Sillbeziehung. Es klappte alles so wie ich es mir erhofft hatte.
Natürlich war der Milcheinschuss ein ziemlicher Schock. Niemand hatte mich gewarnt, dass die Brüste auf zwei Größen anschwellen würden – innerhalb einer Nacht. Alles spannte und tat weh. Nach ein paar Tagen hatte es sich zum Glück normalisiert und wir konnten unsere 13 Monate Stillen voll und ganz genießen.
Einen Milchstau gab es leider und ich habe mich selten so elend gefüllt. Es war furchtbar, änderte aber nichts daran, weiter zu Stillen.

Gleich nach dem Abstillen war ich wieder schwanger und freute mich diesmal sehr auf das Stillen von Sohn Nummer zwei. Ich wusste, wie schön es ist, wie vertraut, wie beruhigend. Ich wusste was in den ersten Tagen auf mich zukommt, habe mir bereits Salbe für die Brustwarzen in den Klinikkoffer gepackt und zu Hause war alles für Quarkwickel bereits vorhanden.
Unsere Stillbeziehung lief genau so gut an wie bei meinem ersten Kind. Diesmal gab es weder einen Milchstau, noch einen Stillstreik (den mein Erstgeborener mit drei Monaten hatte und mich zwei Wochen schier in den Wahnsinn getrieben hat). Alles lief für uns beide perfekt. Die langen Stillzeiten habe ich genutzt um den großen Bruder vorzulesen.
Das war unser Ritual und so haben wir uns alle drei auf das Stillen gefreut. Ja, es war richtig harmonisch. Ich las und las, der kleine Bruder trank und trank und ich konnte mich ein bisschen zurücklehnen und das Leben mit zwei kleinen Kindern zu schätzen lernen. Diesmal stillte ich noch ein paar Monate länger, aber nach 15 Monaten war dann Schluss. Ich weiß gar nicht mehr, warum. Ich glaube, es lief wie beim ersten Mal. Irgendwann war einfach kein großes Interesse mehr da und nach und nach wurden unsere Stillmomente weniger bis dann auch das abendliche Zubettgehen-Stillen nicht mehr gebraucht wurde. Durchgeschlafen hat der kleine Bruder bereits – man darf das gar nicht so laut sagen – mit sechs Wochen, so dass es nachts auch keinen Bedarf mehr gab.

Und erneut war ich kurz nach dem Abstillen wieder schwanger. Sohn Nummer drei kündigte sich an und wir waren alle ganz aufgeregt und hatten auch ein wenig Angst vor dem Leben mit drei Kindern unter vier.
Um das Stillen machte ich mir keine Gedanken. Bei den beiden großen hatte es ja bereits tadellos geklappt, so solle es auch bei dem dritten Kind sein.
Gleich nach der Geburt war er auch schon wieder da – dieser Zauber. Das passte einfach wieder alles. Ich bin sehr dankbar, dass ich dreimal das Glück hatte eine wunderbare Stillbeziehung ohne jegliche Probleme aufbauen zu können. Ich weiß, wie schwer es teilweise andere Mamas haben. Bei uns lief jedes Mal alles so toll, das ist nicht selbstverständlich.
Es lief sogar so gut, dass keiner der drei jemals einen Schnuller wollte oder abgepumpte Milch aus der Flasche akzeptiert hatte. Das war für mich als Mama natürlich anstrengend. In dem ersten halben Jahr musste ich immer verfügbar sein. Auch Krankheit oder Termine konnten mich nicht vom Stillen freisprechen. Mama wurde immer gebraucht. Zum Trinken, zum Beruhigen, zum Dasein. Mir machte das aber nie etwas aus. Ich konnte trotzdem bald nach der Geburt wieder in mein Ballett Training gehen. Ich habe kurz bevor ich los musste die Jungs zum schlafen gestillt und in den zwei Stunden, wo ich weg war, brauchte keiner Milch. Und wenn doch musste halt der Papa mit Kuscheln und Tragen dafür sorgen, dass das Kleine noch ein wenig durchhält bis die Milchbar wieder da ist.

Seit dem ersten Stillen von tinyBro sind nun 27 Monate vergangen und ich stille noch.
Bei meinem kleinsten fühlte es sich irgendwie nie danach an Abzustillen. Es hat sich zwar nach und nach sehr reduziert, aber unser abendliches Einschlafstillen ist immer noch Teil unseres Alltags. Wir genießen die Zeit nur für uns zwei. Eng beieinander, ohne dass die Brüder um uns rumspringen.
Doch in den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass ich mir immer öfter denke, dass es jetzt auch mal gut sei mit Stillen, dass für mich jetzt einfach der Punkt gekommen ist, wo ich es nicht mehr ganz so genießen kann.
Durch die Eingewöhnung im Kindergarten, die seit Januar läuft, ist tinyBro sehr anhänglich geworden. Noch anhänglicher als er es sowieso schon war. Sobald wir nach Hause kommen, klebt er wie Kaugummi an mir. Geht keinen Schritt ohne mich, möchte wieder getragen werden. Im Kindergarten selbst läuft alles prima. Er kann mich gehen lassen, spielt ausgelassen und freut sich, wenn ich ihn wieder abholen komme. Zu Hause braucht er dann aber die Gewissheit, dass ich da bin und nirgendswo anders hingehe. Mittlerweile hat es sich ein bisschen eingependelt und er fordert meine Nähe nicht mehr ganz so arg. Aber man merkt einfach, wie unsicher er ist und wieviel Zuversicht er braucht, dass ich da bin.
Ich merke diese Angst, dass Mama weg geht, besonders abends beim Einschlafen. Er fordert das Stillen viel mehr ein, nuckelt sehr ausgiebig und lässt mich dann auch nicht mehr gehen. Sobald ich das Stillen beende wird bitterlich geweint. Mit Streicheln und beruhigenden Lauten kann ich ihn dann aber zum Einschlafen bewegen. Das lange Nuckeln bereitet mir jedoch Schmerzen und ich bin nicht mehr glücklich in unserer Stillbeziehung.
Wie sagte meine Stillberaterin immer „Es ist eine Beziehung. Beide Seiten müssen glücklich sein und sich wohlfühlen. Sobald es für einen nicht mehr passt, ist es Zeit aufzuhören.“
Nun, für mich passt es nun nicht mehr. Ich stille gerne und ich werde es sehr vermissen. Aber jetzt ist für mich der Zeitpunkt um es langsam zu beenden.
Allerdings gestaltet sich das nicht so einfach wie bei den beiden Brüdern. TinyBro hängt sehr am Stillen. Es ist natürlich auch ein ungünstiger Zeitpunkt. Mit der Eingewöhnung und all seinen Sorgen und Ängsten.
Wir probieren jetzt jeden Abend, dass der Papa ihn ins Bett bringt. Mit mir geht es derzeit nicht ohne Stillen. Sobald ich ihn auf dem Arm habe, wird „auf, auf“ gerufen und am T-Shirt gezerrt.
Ein paar Tage lang ging es gut. Er hat 50 Mal „Mama“ gerufen, aber am Ende ist er mit Papa eingeschlafen. Gestern konnten wir abends seinen Kuschellöwen nicht finden. Und so ganz ohne Löwen und ohne Stillen ging es einfach nicht. Und das ist okay so. Wenn er mich braucht, bin ich da. Wir versuchen uns zu lösen und das braucht Zeit.
Natürlich könnte ich auch von heute auf morgen sagen, dass das Stillen vorbei ist. Aber ich möchte es für ihn so sanft wie möglich gestalten und so auch mir den Abschied leichter machen.
Denn, auch wenn ich nun einerseits froh bin, wenn das Stillen vorbei ist, so werde ich es auch vermissen. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt, aber wahrscheinlich wird dies mein letztes Mal Stillen sein. Daran zu denken stimmt mich traurig. Es war eine wundervolle Zeit. Insgesamt fast 5 Jahre Stillen liegen hinter mir. Mit Höhen und Tiefen. Doch meist mit Höhen. Mit viel Geborgenheit, Liebe und Dankbarkeit.

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob es mit dem Abstillen geklappt hat und wie es tinyBro und mir damit geht. Ich blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge dem Ende entgegen. Aber hauptsächlich verspüre ich tiefes Glück und jede Menge Liebe für die wundervolle Zeit.
Bei tinyBros Geburt hätte ich nie geglaubt, dass ich mal eine langzeitstillende Mama sein werde.  Ich dachte, nach etwa einem Jahr wäre es Zeit zum Abstillen.
Das Leben hat andere Pläne und manchmal kommt es anders als geplant und das ist gut so. Ich bin dankbar für diese Erfahrung und weiß, dass ich meinen kleinen Schatz all die Liebe gegeben hab, die ich habe. Seine Bedürfnisse stehen für mich an erster Stelle (neben denen der beiden anderen Jungs).
Für andere mag Langzeitstillen ein wenig befremdlich sein. Für uns war es genau das richtige und nun fühlt es sich auch genau richtig an, Abschied davon zu nehmen.
Alles Schöne geht irgendwann zu Ende – aber die Erinnerung bleibt.

Die Bilder hat bigBro gemacht und ich bin furchtbar stolz auf meinen kleinen Nachwuchsfotografen-

zuckerfreie Haselnuss Kipferl {knusprig lecker zu Kaffee und Tee}

Kekse und Plätzchen stehen auf der Lieblingsliste meiner Jungs ganz weit oben. Wenn wir mal eine Packung kaufen, achte ich immer darauf welche aus Vollkorn und mit wenig Zucker zu nehmen.
Meist landen dabei Vollkornbutterkekse im Einkaufswagen.
Während der Weihnachtszeit haben wir viele Plätzchen selbst gebacken. Ohne Industriezucker und mit einem Vollkornanteil. Und eigentlich schmecken selbst gebackene Kekse doch das ganze Jahr über lecker. Warum also zu den viel zu süßen Packungen im Supermarkt greifen, wenn selbst gebacken erstmal viel besser schmeckt und zudem auch noch viel besser und gesünder ist?

Plätzchen und Cookies backe ich auch unter der Woche sehr gerne. Sie gehen schnell und man hat in 30 Minuten eine ganze Dose leckerste Plätzchen, die erstmal eine Zeit lang reichen.
Aufwändige Kuchen und Torten mache ich da eher mal am Wochenende, wenn die Jungs sich auch mal mit dem Papa begnügen.

Dabei sind meine Jungs gar nicht so leicht von gesunden Keksen zu überzeugen. Sie müssen wirklich erstklassig schmecken um angenommen zu werden.
Ich stehe da also vor einer großen Herausvorderung: Gesunde Kekse die einfach oberlecker sind.
Jedes Mal, wenn ich ihnen eine neue Kreation das erste Mal zum Nachmittagskaffee anbiete, bin ich nervös. Werden sie sofort in die Küche zurück geschickt oder aber in Windeseile verspeist?
TinyBro ist bei diesen Haselnuss Kipferl schier ausgerastet. Er liebt sie heiß und innig.
Schwieriger zu überzeugen sind allerdings die beiden großen Brüder. Welch ein Glück, auch sie mögen die Kipferl sehr gerne.
Und ich kann sie guten Gewissens einfach zugreifen lassen. Allerdings versuche ich dem ganzen Genasche schon ein bisschen Einhalt zu gebieten, da ich sonst jeden Tag welche backen müsste.
Eine Woche sollte so eine Dose irgendwie halten und daher befindet sie sich auch ganz oben im Regal.

Ich habe bei den Kipferl eine Mischung aus Einkorn-, Teff- (Zwerghirse) und Buchweizenvollkornmehl verwendet. Wir haben uns da einfach durch verschiedene Kombinationen probiert und uns hat diese am besten geschmeckt. Sie schmecken richtig schön nussig und ein wenig herb.
Wenn ihr nicht so viele Mehle zu Hause habt, schmecken sie mit reinem Dinkelmehl oder halb Dinkelmehl, halb Dinkelvollkornmehl auch richtig lecker.
Nehmt einfach das Mehl, was gerade da ist und wenn ihr mögt könnt ihr das Kokosnussöl durch Butter ersetzen.
Die Kipferl sind nicht besonders süß. Für uns reicht die Süße, da wir schon sehr entsüßt sind.
Falls ihr es eher süßer mögt, könnt ihr den Anteil an Ahornsirup einfach erhöhen und dafür weniger Mandelmilch nehmen.

Haselnuss Kipferl

50 g gemahlene Haselnüsse
50 g gehackte Haselnüsse
1 Ei
1/4 TL gemahlene Vanille
Prise Salz
50 g Kokosblütenzucker
100 g Kokosnussöl (Alternativ: Butter)
100 g Einkornmehl*
30 g Teffmehl*
50 g Buchweizenvollkornmehl*
*Alternativ: 180 g Dinkelmehl
1 EL Ahornsirup
2-3 EL Mandelmilch

Alle Zutaten (bis auf die Mandelmilch) in eine Schüssel geben und zu einen glatten Teig verkneten.
2-3 EL Mandelmilch unterrühren, so das der Teig formbar ist.
Zu kleinen Kipferln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
Bei 190°C für etwa 8 Minuten backen. Abkühlen lassen und in einer luftdichten Blechdose aufbewahren.

selbst gebastelte Karten zu jedem Anlass und gesunde Leckerein {mein Stampin‘ Up Workshop in der Pfalz}

Nachdem sich meine Erkältung zum Glück gebessert hatte, konnte am Wochenende mein Stampin‘ Up Workshop bei uns zu Hause in der Pfalz stattfinden.
Zwischen Mannheim und Speyer fanden sich zehn bastelbegeisterte Mädels ein um einen schönen Nachmittag zu verbringen.

Die Jungs hatte ich samt meinem Mann zu den Großeltern nach Stuttgart ausquartiert. Die Stille im Haus war ganz schön unheimlich, aber so hatte ich genug Ruhe um die Nascherein für das gesunde, zuckerfreie Buffet zu backen, den Tisch einzudecken und alles bereit zu stellen für den großen Andrang.

Ein klein wenig Zucker kam jedoch in Form der Gastgeschenke daher. Ich hatte ein paar Tage vorher glücklicherweise schon die ersten Ostereier erspäht. Denn ich hatte schon länger die Idee für die Geschenkchen, passend zum Thema Frühling und Ostern, bunte Schokoladeneier zu verwenden.
Farblich passten sie zudem noch hervorragend zu den Stempelfarben Jeansblau, Ockerbraun und Melonensorbet. Was will das Bastelherz mehr?
Meine ganze Deko spielte mit dem Thema Heißluftballons. Mit dem Stempelset „Abgehoben“ und den passenden Stanzen „In den Wolken“ für die Big Shot lassen sich so schnelle Gastgeschenke und Kuchendeko zaubern.

Das gesunde Buffet strahlte auch im Zeichen der Ballons. Leider habe ich keine passenden Servietten zu dem Thema gefunden – was solls…
Die Leckerein kamen alle sehr gut bei den Gästen an.
Das Rezept für die leckeren Schokobomben Muffins habe ich bereits vor ein paar Wochen veröffentlich. Ich habe sie schon einen Tag vorher gebacken und die Creme direkt im Spritzbeutel in den Kühlschrank gelegt und musste sie am nächsten Tag nur noch auf die Muffins spritzen. Als Deko habe ich je zwei Ballons gestempelt und gestanzt und auf einen halben Papier-Strohhalm geklebt. Das ging sehr schnell und macht viel her.

Meine Gäste waren auch Tester für meine zwei neuesten Rezepte.
Birnen-Dattel-Gugelhüpfle und Schwarzwaldcreme. Beide wurden für gut befunden und fast vollständig aufgenascht. Daher wird es die Rezepte auch in den nächsten Wochen auch auf dem Blog geben. Besonders die Gugelhüpfe sind meine neuen Lieblinge.
Abends waren meine Jungs sehr glücklich, dass aber noch drei Gläser Schwarzwaldcreme übrig geblieben sind. Da hatten sie es nämlich schon drauf abgesehen. Die Creme lässt sich ebenfalls am Tag vorher zubereiten und zieht dann richtig schön durch.

Anscheinend war Tag des Naschens, denn die herzhaften Sachen wurden nur wenig gegessen. Wahrscheinlich waren die süßen Köstlichkeiten einfach zu gut.
Denn die Mais Hotdogs und Mozzarella-Tomaten-Oliven Spieße sind richtig lecker und gesund.
Mit der dreifach einstellbaren Fähnchenstanze und dem Designerpapier „Traum vom Fliegen“ aus der Sale-a-Bration hat man, zusammen mit Zahnstochern und Schaschlikspießen, ganz schnell eine hübsche Buffetdeko.

Natürlich lag bei dem Workshop das Hauptaugenmerk auf dem Bastelbuffet.
Ich hatte sechs verschiedene Karten zu vielen Anlässen vorbereitet. Hierbei konnten die Gäste, wie immer, kreativ werden und Sprüche und Stempel austauschen. Es war schön zu sehen, welch unterschiedliche Werke am Ende rauskamen.

Das Stempelset „Everyday Hero“ zählt mittlerweile zu eins meiner liebsten, dabei wollte ich es erst nicht bestellen.
Es eignet sich so toll für den Mutter- und Vatertag und auch um jemanden einfach mal zu sagen, wie super er ist.

Auch wenn es draußen noch kalt ist und Ostern noch so weit entfernt scheint, gab es natürlich eine Osterkarte. Die flotten Hühner aus dem SAB Set „Das Gelbe vom Ei“ stapeln sich um ein frohes Osterfest zu wünschen. Die Farbkombination von Flamingorot und Saharasand mag ich wirklich gerne.
Dieses Jahr fällt der Geburtstag von bigBro auf Karsamstag. Deshalb fange ich bald mit dem Basteln der Osterkarten an. Danach werde ich mit den Vorbereitungen für den 6. (!!!) Geburtstag beschäftigt sein.

Der Klassiker Geburtstagskarte durfte als Auswahl selbstverständlich nicht fehlen. Denn hierzu verschickt man doch am ehesten eine Karte.
Ich habe die Karte recht weiblich gestaltet – zumindestens ich schicke hauptsächlich Karten zum Geburtstag von Frauen. Männer wissen so selbst gebastelte Karten meist nicht zu schätzen.

Da der Wokshop nur ein paar Tage vor Valentinstag stattfand, musste auch hierzu eine Karte her.
Ich habe mir Mühe gegeben, diese etwas männlich wirken zu lassen und habe mich daher für sanfte Brauntöne und Bermudablau entschieden. Man will ja nicht zu knallig und kitschig sein. Auch hier machen sich die Ballons aus dem Set „Abgehoben“einfach gut.

Bei den Babykarten gab es eine für Jungen und für Mädchen zur Auswahl. Das hübsche Wolkenpapier aus „Traum vom Fliegen“ passt wunderschön auf Karten zur Geburt.
Das Baby und der Mond kommen mit einer Coleration mit Aquarellpaintern besonders gut zur Geltung. Ich freue mich schon, bald ein paar der Glückwunschkarten verschicken zu dürfen, denn der Storch wird auch 2017 wieder fleißig sein.

Als letztes gab es noch eine Danke Karte zum Nachbasteln.
Das sind eigentlich meine liebsten Karten. Denn Danke zu sagen ist ja irgendwie nicht selbst verständlich und wird viel zu selten gemacht. Solch eine Karte im Briefkasten zu finden ist eine besondere Freude.
Den Eiswagen gibt es im SAB Stempelset „Lecker-Laster“ und lässt sich individuell mit Muffins, Eis oder Würstchen ausstatten.
Das Designerpapier „Genussmomente“ sorgt direkt für Sommerstimmung.