Von Mückenstichen, Fußball und Wasserschlachten {unser Jahrhundertsommer mit Babybauch}

Wo andere noch mitten in den Sommerferien stecken, haben wir schon wieder die zweite Woche Schule und Kindergarten.
Ich muss zugeben, dass ich dieses Jahr ein wenig Bedenken hatte, wie ich die Sommerferien mit meinen drei Jungs so meister. Zum einen waren es das erste Mal 6 Wochen Ferien, da mein größter Sohn erst letztes Jahr ein geschult wurde und zum anderen habe ich noch 2 Wochen bis zum Geburtstermin vom kleinen Bruder und war so die Ferien über hochschwanger und kugelrund.

Aber dann wurden es wieder Erwartens wunderbare Ferien und die Zeit ging rasend schnell um.
Erstmal waren wir für 10 Tage auf einem Bauernhof in Bayern. Die Fahrt war wirklich die Hölle, weil sitzen für mich nur noch unter Schmerzen geht und 8 Stunden Autofahrt da nicht wirklich das schönste für mich ist. Irgendwann waren wir aber da und nachdem die ersten Tage von Trotzanfällen und streiten und ärgern unter den Geschwistern bestimmt waren, hatten sich endlich alle eingewöhnt und es wurde von Tag zu Tag entspannter.

Wir verbrachten den Tag am Pool, die großen haben unentwegt Fußball gespielt und der kleine hatte alle Hände voll zu tun mit dem Traktor das Heu in die Scheune zu transportieren.
Daneben gab es frische Milch (leider nicht für mich) und Eier vom Hof und jeden Tag ein Eis für die drei Schleckermäuler.
Vor dem Urlaub hatte ich mir zum Ziel gesetzt, dass wir uns dort endlich auf einen Namen für den kleinen Bruder einigen. Schließlich war ich jenseits der 30. Woche und irgendwann musste das Kind ja mal einen Namen bekommen. Bisher kamen wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner und unsere beiden Namenslisten war lang aber keine wollte die des anderen.
Wie es der Zufall so will, machte ein kleiner Junge auf dem Bauernhof Ferien, dessen Name mir noch gar nicht in den Sinn kam. Ziemlich schnell war dann klar, dass das unser Name für den kleinen Bruder werden wird. Endlich konnten wir uns einigen und allein deshalb hat sich die lange Fahrt in den Urlaub gelohnt.

Wieder zu Hause musste mein Mann wieder auf die Arbeit düsen und ich war allein mit den wilden Jungs. Uns kam das gute Wetter zugunsten und wir haben schnell eine wunderbare Ferienroutine entwickelt. Die drei durften im Schlafanzug frühstücken und dann den ganzen Tag im Garten verbringen. Das Planschbecken wurde morgens befüllt, damit es Mittags eine angenehme Temperatur hatte, die Fußballtore wurden kaputt gekickt und ich bekam den ein oder anderen Wasserpistolenspritzer ab.
Auf große Unternehmungen hatten wir alle keine wirkliche Lust und so blieb es beim Garten und der Eisdiele. Slow living war unser Motto und auch wenn ich erst ein schlechtes Gewissen hatte, dass die Jungs in den Ferien nichts erlebt haben, waren doch irgendwie alle glücklich und zufrieden.
Manchmal heißt tolle Sommerferien auch einfach den ganzen Tag Fußball spielen, mit dem Wasserschlauch am Spielturm eine Wasserrutsche bauen und nackig durch den Rasensprenger zu laufen. Sandverschmiert Eis essen, Waffeln im Garten zum Abendessen verputzen und mittags stundenlang Hörspiele hören und Mamas Babybauch beim Wachsen zuschauen.

Ein bisschen produktiv waren wir dann aber doch noch. In den ersten Ferienwochen habe ich mit den Jungs das Babyzimmer gestrichen, umgeräumt und eingerichtet und alle Strampler und Bodys aus dem Keller geholt, gewaschen und einsortiert. Auch die ganzen Näharbeiten, die ich mir für das Baby vorgenommen habe, konnte ich fertig bekommen.

Ich würde lügen, wenn ich nicht auch sagen würde, dass es auch durchaus stressig war. Einkaufen mit drei Kindern und Hochschwanger gleicht einem Triathlon und für einen Termin beim Frauenarzt musste mein Mann extra später zur Arbeit und ich mich abhetzen möglichst schnell wieder zu Hause zu sein.
Nachdem nun fast die zweite Woche Schule und somit Alltag rum ist, sehne ich mich nach den Ferien zurück. Morgens alle drei pünktlich fertig zu bekommen grenzt schon an einer schier unmöglichen Mission, aber sie abends vor 21 Uhr ins Bett zu bekommen ist so unwahrscheinlich wie ein Lottogewinn, wenn man gar kein Lotto spielt.
Immerhin hat die Hitze ein wenig nachgelassen, denn bei 36°C im Schatten den Jungs beim Fußball Training zuschauen ist jetzt auch nicht besonders erholsam.

Jetzt kommt also die spannende Zeit. Wann wird sich der kleine Mann auf den Weg zu uns machen? Ich rechne eher mit September, aber theoretisch könnte er jederzeit kommen. Am liebsten wäre mir ja der gleiche Ablauf wie bei der letzten Geburt. Da sind wir ins Krankenhaus als die Kinder schon im Bett waren und mein Mann war schon wieder zurück als sie morgens aufgewacht sind. Besser ging es nicht.
Also bitte wieder genau so. Aber die Wehenschmerzen, die dürfen ruhig ein bisschen weniger heftig sein (sprach das rosa Einhorn).

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Soul Food {Sticky Salmon mit Kokosreis und Brokkoli}

Es gibt sie immer wieder, diese Tage, an denen man mit dem falschen Fuß aufsteht, an denen einfach alles schief läuft, an denen man sich am liebsten den ganzen Tag im Bett verkriechen möchte.
Was an diesen Tagen hilft ist die Sicherheit, dass morgen alles besser wird und sich selbst etwas Gutes zu tun. Ich koche mir dann immer ein Wohlfühlessen, nur für mich. Soulfood.
Das tut so gut und danach sieht die Welt gar nicht mehr so grau aus.

Mein liebstes Soulfood derzeit ist Sticky Salmon. Cremiger Lachs in einer süß-salzigen, klebrigen Sauce mit knackigen Brokkoli und Kokosreis. Das ist so wahnsinnig lecker. Im Prinzip könnte ich das jeden Tag essen. Zudem ist es auch noch gesund. Omega-3 Fette aus dem Lachs, Vitamine aus Brokkoli und Vollkornreis.
Meine Jungs freuen sich an diesen Tagen über Maultaschen oder Schupfnudeln mit Brokkoli und ein paar Lachsstückchen. So bekommen alle ihr Lieblingsessen und wenn es für die Jungs dann noch Eis zum Nachtisch gibt, sind alle glücklich und zufrieden.

Sticky Salmon mit Kokosreis und Brokkoli
für 2 Personen

Sticky Salmon

400 g Bio Lachsfilet
1/2 EL Kokosöl oder Rapsöl
1 große oder 2 kleine rote Zwiebel
4 Knoblauchzehen
25 g Kokosblütenzucker (Ersatz: brauner Zucker)
25 g Birkenzucker (oder mehr Kokosblütenzucker)
4 EL dunkle Sojasauce
4 EL Fischsauce
1 Limette

Am besten erst den Reis zubereiten und dann mit dem Lachs anfangen.

Die Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Ringe schneiden.
Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden
Das Kokosöl in einem kleinen Topf oder tiefen Pfanne erhitzen und Zwiebeln mit Knoblauch weich dünsten.
Sojasauce, Fischsauce und die beiden Zucker einrühren und aufkochen lassen.
Bei schwacher Hitze dicklich einkochen.
Lachs häuten, in große Würfel schneiden und in die Sauce rühren.
Für etwa 5 Minuten ziehen lassen.
Limette auspressen und zum Lachs geben.
Weitere 2-5 Minuten sanft köcheln bis der Lachs gerade so durch ist.

Reis auf Schalen verteilen, einige Brokkoliröschen draufgeben und alles mit dem leckeren Lachs samt Sauce bedecken.
Dann eintauchen und genießen.


Kokosreis und Brokkoli

150 g Jasminvollkornreis
220 mL Wasser
2 EL Kokosmilch (am besten vom festen Cremanteil)

1/2 Brokkoli
Gemüsebrühe

Wasser und Kokosmilch zum Kochen bringen und Reis einrühren.
Sofort auf kleinste Hitze stellen und für 25 bis 30 Minuten garen.

Brokkoli in Röschen teilen, waschen und abtropfen lassen.
Etwa 1,5 Liter Gemüsebrühe aufkochen und Brokkoliröschen für etwa 5-7 Minuten bissfest dünsten.

Mädel oder Bub {die lang ersehnte Antwort}

Jetzt habe ich fast nicht mitbekommen, dass ich heute bereits in der 29. Schwangerschaftswoche bin.
Durch meine drei Jungs und unseren Alltag fliegen die Tage und Wochen nur so dahin.
Nächste Woche startet Woche 30 und dann wird es doch langsam ziemlich real.
In nicht allzu ferner Zukunft werde ich ein Kind zur Welt bringen. Ich weiß noch nicht so recht, wie ich mich bei dem Gedanken fühle.
Vorfreude – klar, aber auch große, wahnsinnig große, Bedenken. Wie wird die Geburt? Sind die Schmerzen wirklich so unerträglich, wie ich in Erinnerung habe (ja, sind sie)? Werden die Jungs währenddessen gut versorgt sein?
All so Fragen kreisen fast täglich durch meinen Kopf und doch schiebe ich sie immer ganz weit weg – denn es ist doch noch sooo lange hin bis Ende August (…denkst de…).
Aber irgendwie wird sich alles finden und planen kann man eh nicht viel, dass weiß ich mittlerweile.

Eine Frage hat sich allerdings schon geklärt.
Ob wir denn einen vierten Buben bekommen oder ein Mädel.

Die Jungs waren da sehr gespalten welcher ihr Favorit ist. Sohn eins wünscht sich einen Bruder (wir bekommen doch eh nichts anderes), Sohn zwei eine Schwester (wir haben doch schon so viele Jungs) und Sohn drei ein Baby (den Wunsch kann ich auf alle Fälle erfüllen).
Mein Mann wollte weitere Unterstützung des männlichen Geschlechts und mir ist es eigentlich Wurscht. Wie ich schon in einem der letzten Beiträge geschrieben habe, bin ich einfach nur so überglücklich, dass beim Organscreening alles in Ordnung war und das Baby gesund sein wird, dass das Geschlecht wirklich an letzter Stelle steht.

Mädel oder Junge, beides hat Vor-  und Nachteile.
Wenn ein Mädel kommt, gibt es mal Abwechslung (wobei jedes neue Kind sowieso ganz anderes ist als die anderen), wir haben schon laaange einen Namen und meinen Spielzeug Ponys aus Kindheitstagen würde wohl mehr Beachtung geschenkt werden.
Allerdings wird es auf alle Fälle Kostenintensiver. Denn ein paar Mädchen Sachen würde es schon bekommen und ich vermute mal stark, dass es, wenn es älter wird, auch „Mädchen Spielsachen“ haben möchte (spätestens im Kindergartenalter kommt wohl so oder so die rosa Phase).

Mit einem Jungen hingegen kenn ich mich aus. Wir haben nahezu alles da was ein kleiner Bruder bräuchte. Nach drei Jungs ist das Haus einfach gut ausgestattet und Anziehsachen haben wir auch nicht zu wenige. Ich fühle mich wohl als Jungsmama und alle drei sind absolute Mamakinder.
Käme da nicht die Tatsache ins Spiel, dass das Kind einen Namen braucht. Und sich auf einen zu einigen würde wohl eine große Herausforderung werden.

Als alter Hase in Sachen Ultraschall habe ich, schon bevor der Arzt uns sagte was es wird, es selbst gesehn.
Mein Mann erkennt ja wirklich gar nichts auf den Bildern am Bildschirm, selbst wenn der Arzt uns dies und jenes zeigt.
Für mich war aber deutlich sichtbar, dass da eindeutig zu erkennen war, dass die Jungs einen kleinen Bruder bekommen.
Ja, unser Jungs Kleeblatt wird vollständig. Wir bekommen unseren vierten Jungen.
Auch wenn das vielleicht nicht alle glauben, aber ich bin glücklich.

Zugegeben, am Anfang war es etwas seltsam für mich. Ich hatte nämlich die ganze Schwangerschaft über das Gefühl, dass es ein Mädchen wird. Die Schwangerschaft war so anders und mein Gefühl lag sonst immer richtig.
Ich musste also im Kopf etwas umdenken und mich auf einen Jungen einstellen. Nach ein paar Tagen kam es aber bei mir an und seitdem freue ich mich eine Jungsmama von bald vier Buben zu sein.
Das mit dem Namen stellt sich aber als wirkliches Problem dar. Wir kommen einfach auf keinen der uns beiden zu 100% gefällt.
Nach drei Jungs (also 6 bereits vergebenen Jungsnamen) wird das nicht einfacher zumal der Name auch zu den anderen passen und einen anderen Anfangsbuchstaben haben soll.
Nachdem wir beide unsere Listen erstellt haben, war schnell klar, dass wir sehr unterschiedliche Vorlieben haben.
Noch bekomme ich keine Panik, dass das Baby namenlos ist, denn es ist ja noch soooo lange hin bis Ende August.

Falls ihr also Vorschläge habt, könnt ihr diese gerne mit mir teilen. Ich kann langsam keinen Namenslisten und „die schönsten Jungsnamen des Jahres“ mehr sehen und die Vorschläge unserer Jungs sind auch nicht wirklich brauchbar.
Ich vertraue einfach mal darauf, dass sich, wie bei den anderen auch, alles finden wird. Am Ende wird der Kleine einen Namen haben und am Ende wird es genau der richtige Name sein.

„Das darf man nicht!“ {Wer bestimmt wie Erziehung auszusehen hat?}

Neulich wartete ich mit meinen zwei Kleinen in der Musikschule.
Der Große klimperte auf dem Klavier rum und während meine Jungs die Spielecke stürmten, surfte ich ein wenig mit meinem Handy durch Instagram und Facebook. Die freie Zeit sollte genutzt werden um ein bisschen sozial Media zu betreiben.

Neben mir saßen drei Mamas, die ebenfalls auf ihre Kinder warteten.
Ich wollte ihrem Gespräch wirklich nicht lauschen, aber das ist ganz schön schwierig, wenn man direkt daneben sitzt und lautstark diskutiert wird.
Also drang der ein oder andere Gesprächfetzen (seien wir ehrlich – das ganze Gespräch) in mein Ohr.

Es ging um wiederum andere Mamas die sich in ihrer Kindererziehung unmöglich verhalten.
Ein Kind sei hingefallen und die Mutter gab zum Trost (jetzt kommts) Gummibärchen! Die Empörung der zuhörenden Mama war deutlich zu spüren…
„Das darf man doch nicht!!!“
„Unmöglich!“
„Sowas macht man nicht!“

Es ging dann noch um einige andere Fauxpas diverser Eltern. Es war recht amüsant zuzuhören, was man alles nicht darf und was sich nicht gehört.
Ich fragte mich, wer denn bestimmt, was sich gehört, was gute Erziehung ist, was richtig und falsch zu sein hat?

Wie auch die sich unterhaltenden Mamas würde auch ich meinen Kindern keine Süßigkeiten oder sonstige Ablenkungen geben, wenn sie sich weh getan haben. Trösten, kuscheln und bei ihnen sein ist meine Methode der Wahl. Süßigkeiten als Trostpflaster halte ich schon immer für falsch.
Aber wenn jemand das anders handhabt würde ich mich nie anmaßen, das zu kritisieren. Jeder muss doch seine Erziehungsmethode selbst festlegen dürfen und es so machen wie es für sie und das Kind am besten passt. Wenn das für die besagte Mama nun mal der einfachste Weg ist, dann ist das so.
Zudem weiß man auch nie was schon alles gewesen ist an diesem Tag. Vielleicht macht die Mama das auch nur, weil sie selbst total kaputt und erschöpft ist und keine Nerven mehr hat das Kind ewig zu trösten?
Man steckt doch nie drin und sieht nur die augenblickliche Situation.

Falsch oder richtig in der Erziehung muss am Ende jeder für sich entscheiden. Natürlich spreche ich hier nicht von offensichtlichen Verboten wie körperlicher oder seelischer Gewalt. Da hört die Selbstbestimmung in der Erziehung auf.
Aber bei sonstigen Themen wie Süßigkeiten, Medienkonsum, Hausarrest, Strafen und Belohnung muss jeder seinen Weg finden.
Es ist klar, dass es Erziehungsstile gibt, die nachweislich besser für das Verhältnis von Eltern und Kind sind, die das Leben respektvoller und harmonischer gestalten. Aber wenn dies und jenes für die eigene Familie nicht passt, muss man eigene Wege finden.
Wer darf bestimmen was richtig ist? Machen die urteilenden Mamas alles richtig? Mit Sicherheit werden einige ihrer Erziehungsmaßnahmen mir auch nicht gefallen, denn nicht alles passt für alle.
Darüber zu Urteilen ist nicht mein Recht.

Ich schaue da lieber in mein eigenes Leben. Denn mir gefällt auch nicht immer, wie ich auf Situationen reagiere, besonders nicht abends nach einem harten Tag mit den drein. Da würde ich auch manchmal gern neben mir stehen und mit erhobenen Zeigefinger sagen, was ich alles falsch mache. Ich muss täglich an mir arbeiten um irgendwann dahin zu kommen, wo ich als Mama gerne sein würde.
Das alles wird mit steigender Kinderzahl nicht einfacher. Besonders jetzt in der Schwangerschaft bin ich nicht besonders energiegeladen, leicht reizbar und eigentlich den ganzen Tag müde.
Da hilft es auch nicht, dass sich zwei Kinder in der Zahnlückenpupertät und eins in der Trotzphase befinden. Aber wir müssen uns alles jeden Tag den Herausforderungen als Familie stellen.
Richtig mache ich dabei nicht alles, wahrscheinlich nicht mal die Hälfte. Daraus zu lernen und zu wachsen ist meine Aufgabe als Mama.

Erziehung ist eine schwierige Aufgabe und ob man es „gut“ gemacht hat, wird sich erst Jahre später zeigen. Jeder gibt dabei sein bestes und keiner sollte den anderen für seinen Stil verurteilen.
Wir sitzen doch alle im gleichen Boot. Wir möchten nur das beste für unsere Kinder, möchten sie zu liebevollen, respektvollen, starken Menschen erziehen oder besser gesagt, zu begleiten.
Denn Erziehung ist Begleitung. Dabei sein, da sein, den Weg zeigen (auch wenn dieser nicht immer eingeschlagen wird) und versuchen ein gutes Vorbild zu sein (wohl die schwierigste Aufgabe überhaupt).
Und dabei die ganze Zeit hoffen, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist und man irgendwann sagen kann, ich glaube, ich war gar nicht so eine schlechte Mutter,  wie ich an manchen Tagen dachte.
Und vor allem, dass sich die Jungs irgendwann an eine schöne Kindheit zurückerinnern. Das wäre mir schon Bestätigung genug.
Dann ist es mir auch egal ob andere meine Erziehung gutheißen oder missbilligen. Hauptsache meine Jungs sind glücklich – dann bin ich es auch.

Zeit für Neues {ein neuer Look für unser Wohnzimmer}

Kennt ihr auch diesen Drang ab und an mal etwas an der Wohnung verändern zu müssen?
Na, und besonders wenn man schwanger ist, wird man doch ständig vom Nestbautrieb verfolgt.

Allerdings kam die Idee endlich mal das Wohnzimmer (und auch den ein oder anderen Raum im Haus) umzuräumen und die alten, unpraktischen Möbel zu ersetzen schon vor dem positiven Schwangerschaftstest.
Wir haben also die Wintermonate genutzt um das halbe Haus praktischer zu gestalten. Das fing im Keller an. Das Gästezimmer wurde renoviert, weil dort mein neues Fotostudio entstehen soll (Aufgrund der Schwangerschaft verschiebt sich das nun allerdings um ein weiteres Jahr) und der alte Abstellraum ist nun mit Boden und Tapeten ausgestattet und dient den Jungs als Spielzimmer und gleichzeitig, dank eines Schlafsofas, als Gästezimmer. Gleichzeitig wurden auch die Zimmer der Jungs ein wenig anders gestaltet, so dass nun genug Platz für die vier sein wird – wobei Kinder wohl nie genug Platz haben können. Wie alles aussieht, kommt beim nächsten Interior Beitrag.

Heute geht es aber um unser Wohnzimmer. Was früher als schön und praktisch empfunden wurde, zeigte sich in letzter Zeit als nicht ganz so geeignet für das Leben als Großfamilie.
Die Gesellschaftsspiele Sammlung der Jungs wächst immer zu, ganz zu unserer Freude. Endlich spielen wir mal etwas, was auch uns Spaß macht (ich bin nicht so der Freund von Kleinkinderspielen).
So kam der Spieleschrank langsam an seine Grenzen. Auch Fotoalben und CDs werden über die Jahre mehr als weniger.
Zudem störten mich schon länger die alten Möbel, die ich irgendwie nicht mehr sehen konnte.
Es bedurfte etwas Überredungskunst um den Mann zu überzeugen den Akkuschrauber aus dem Schrank zu holen und neue Möbel zu besorgen.
Mit dem Ergebnis sind wir alle mehr als zufrieden. Endlich Platz für alles, endlich ein neuer Wind im Wohnzimmer.
Die Jungs waren wirklich begeistert, als sie nach dem Umbau von Kindergarten und Schule kamen und ich das neue Regal dekoriert hatte. Es gefällt ihnen so wunderbar. Die drei haben auch schon einen guten Geschmack für Dekoration und mögen es auch hübsch haben in den eigenen vier Wänden.

Vor der Umgestaltung sah es bei uns so aus. Es war kurz nach Weihnachten und diverse Geschenke haben auch ihren Platz auf das Bild gefunden…

Nach vielen Stunden Arbeit und der ein oder anderen Schweißperle war das Werk vollbracht…

Die Arbeit – und es war einen Haufen Arbeit alles zu zweit, schwanger und mit drei kleinen Kindern, aufzubauen, zu verschönern und zu renovieren – hat sich wirklich gelohnt. Ich freue mich jeden Tag über den schönen Anblick vom Sofa und Esstisch.
Apropos Esstisch…ist ja nicht so, dass wir schon fertig sind mit umgestalten. Zur Geburt des sechsten Mitglieds der Familie brauchen wir nicht viel – nach 3 Kindern hat man so gut wie alles da – aber der Tisch wird dann wirklich zu klein sein und etwas größeres muss über kurz oder lang her. Derzeit wird dafür noch gespart, den das gute Stück, was ich im Auge habe, ist aus Massivholz und in Deutschland gefertigt. Dementsprechend hat er seinen Preis. Aber es soll auch ein Tisch für die Ewigkeit werden, oder zumindest bis zu meines Lebens Ende. Da sollte man in Qualität investieren.

Bei dem neuen Regalsystem haben wir uns für eine Mischung aus Schwedenmöbeln und maßangefertigten Regalböden aus Massivholz entschieden. Ich mag die Kombination aus weiß und Eiche. Das wirkt so schön frisch und natürlich.
Nachdem einer der Jungs vor ein paar Jahren den Fernseher kaputtgeschlagen hat (ja, so war es), wollte ich schon seit einer Ewigkeit den TV an die Wand hängen. Aber wie das so ist mit Vorsätzen, man hat doch irgendwie nie Zeit oder Lust oder beides. Jetzt gab es aber keine Ausreden mehr und endlich hängt er also an der Wand. So kann er immerhin nicht umfallen – reinschlagen kann man aber trotzdem…

Ein bisschen Dekoration habe ich, wie immer wenn wir planen etwas umzugestalten, schon über Monate gesammelt und bin recht froh, dass alles so gut zusammenpasst, wie ich mir das vorgestellt habe.
CDs und DVDs sind nun gut verstaut in den Schränken und die Spiele der Jungs haben auch endlich genug Platz und die Sammlung darf gerne noch wachsen. Und falls es wieder knapp wird – der Zeitpunkt kommt so oder so – haben wir noch den alten Spieleschrank im Essbereich stehen, da stauben derzeit die Spiele und Puzzle für meinen Mann und mich ein, denn irgendwie haben wir abends keine Energie mehr um etwas zu spielen bei dem man denken muss. Aber die Zeit wird kommen, wo auch die Jungs unsere Spiele spielen können und darauf freue ich mich bereits.

viertes Kind {und immer wieder die Frage nach dem Geschlecht}

Wenn man mit dem vierten Kind schwanger ist, ist das ganz schön amüsant.
Die Blicke der Anderen und das ungläubige Kopfschütteln und einen für komplett verrückt erklären gehören ebenso dazu wie neugierige Fragen.

Ich bin ein recht offener Mensch und habe keine Probleme auch über private Sachen zu sprechen. Aber ich finde trotzdem, dass sich manches nicht gehört – wenn ich das so sagen darf.
So haben bereits bei Kind Nummer 3 wirklich viele gefragt, ob dass denn geplant sei. Und nicht enge Freunde, nein, Leute die ich kaum kenne. Beim vierten Kind ist das noch verstärkt.
Ich käme nie auf die Idee, jemanden zu fragen, ob es geplant gewesen sei schwanger zu werden und erst recht nicht jemanden, den ich kaum kenne.
Die Frage ist schon sehr persönlich und ich weiß auch nicht so recht, was die Leute hören möchten und was die Information überhaupt bringt?!
Es liegt wohl daran, dass, sobald man aus dem Schema fällt, also 2 Kinder – Mutter – Vater, man komisch beäugt wird. Drei Kinder ist ja mittlerweile fast Standard geworden, aber bei vieren ist man schon eine seltsame Spezies.
Vielleicht können sich die Leute einfach nicht vorstellen, dass man sich ganz bewusst für viele Kinder entscheidet?

Um alle Neugiernasen zu besänftigen:
Ja, wir haben uns ganz bewusst für ein viertes Kind entschieden. Es war sogar das Kind, welches am schwierigsten zu bekommen war. Ich habe einen kleinen Weg hinter mir um endlich unser Wunschkind unter dem Herzen tragen zu dürfen. Es ist sowas von gewollt und geplant und macht unser Kleeblatt perfekt.
Vielleicht ist es verrückt vier Kinder zu bekommen (ganz sicher sogar), aber für uns unser gewähltes Leben.
In einem halben Jahr, wenn ich vor Müdigkeit kaum laufen kann und meine Nerven bereits um 8 Uhr morgens am Ende sind, werden wir uns wiedersprechen…
Ich gebe zu, ein bisschen Angst habe ich schon davor, mich um vier – noch recht kleine – Kinder zu kümmern. Aber ich bin mir sicher, dass wir unseren Weg finden und, genauso wie bei Nummer drei, irgendwann eine gute Routine haben werden und sich das Leben mit den vieren einfach richtig anfühlt.

Noch interessanter ist jedoch eine andere Frage. Die, die auch mehrere Kinder eines Geschlechts haben, wissen schon welche das ist.
Bekommen wir den vierten Jungen oder endlich (!) ein Mädchen?
Dies wird auch gerne in Kombination mit Frage Nummer eins gestellt…habt ihr nochmal auf ein Mädchen probiert? Oder…wenn es ein Junge wird, müsst ihr aber weiter machen…macht ihr jetzt so lange weiter, bis ein Mädchen kommt?
(Da frage ich mich, woher denn bitteschön alle wissen, dass wir unbedingt ein Mädchen haben wollen? Eine Mama von vier Jungs zu sein, finde ich ziemlich cool…)

Mich machen die Fragen eigentlich nur traurig. Sehr oft erlebe ich, dass, wenn jemand von meiner Schwangerschaft erfährt, gar nicht gefragt wird ob es mir und dem Kind gut geht und alles in Ordnung ist, sondern sich sofort, und auch nur, nach dem Geschlecht erkundigt wird. Das habe ich in dieser extremen Form in den anderen Schwangerschaften nicht erlebt.
Ich verstehe natürlich, dass man Interesse an dem Geschlecht hat und ich habe auch kein Problem mit der Frage, denn es ist eine ganz normale, die so gut wie jeder Schwangeren gestellt wird.
Aber diese Art und Weise, diese Neugierde endlich zu erfahren was es wird und einfach Null Interesse an dem Kind an sich, das macht mich traurig.
Wir haben uns für ein viertes Kind entschieden, weil wir uns ein viertes Kind wünschen. Nicht um nochmal auf ein Mädchen zu probieren.
Mal ganz unter uns, nach drei Jungs ist die Wahrscheinlichkeit auf ein Mädchen sowieso recht gering und wir wären ganz schön wagemutig nochmal ein Kind zu bekommen weil wir unbedingt ein Mädchen möchten.
Die Entscheidung für ein Kind fällt doch nicht aufgrund des Geschlechts, sondern weil man diesen einen besonderen Menschen in seinem Leben haben möchte.
Und dieser Mensch hat den Weg zu uns gefunden. Ob er männlich oder weiblich ist, ist dabei Nebensache.
Jemand hat sich entschlossen zu uns zu kommen und unsere Familie zu erweitern. Dafür sind wir unglaublich dankbar.
Den Spruch „Hauptsache Gesund“ fand ich immer irgendwie doof. Aber er ist so wahr. Bei unserem dritten Sohn war nicht ganz klar, ob er gesund sein wird. Wir hatten Wochen und Monate der Angst und Sorgen hinter uns bis nach der Geburt endlich klar war, dass er vollkommen gesund und wohlauf ist.
Ich kann gar nicht laut genug sagen wie egal mir dabei war, ob es ein Sohn oder eine Tochter wird. Ich wollte einfach nur, dass er gesund ist.
Und genauso ist es nun auch. Ich hatte die ganze erste Hälfte der Schwangerschaft furchtbare Angst, dass mit dem Baby etwas nicht stimmt, es nicht gesund sein könnte.
Nachdem beim Organscreening alles danach aussieht, dass es pudelgesund ist, kann ich endlich etwas entspannen. Natürlich gibt es keine 100%ige Gewissheit, aber die Wahrscheinlichkeit ist demnach sehr gering.
Und das war und ist alles was für mich seit dem positiven Test zählt.
Dass es dem Baby an nichts fehlt, alles gesund ist.

Eigentlich wollte ich diese Schwangerschaft gar nicht erfahren, was wir bekommen. Ich stelle mir das unglaublich magisch vor, wenn man erst bei der Geburt erfährt, was es geworden ist.
Aber mein Mann wollte es so gerne wissen. Manchmal bin selbst ich Kompromissbereit (denn die Option, dass nur er es weiß und ich nicht, stand nie im Raum) und so wollen wir nun wissen, ob ein kleiner Bruder oder eine Schwester sich zu den Jungs gesellt.

So können wir dann auch endlich alle Neugiernasen zufrieden stellen und die Fragen aller Fragen beantworten.
Dann freue ich mich bereits jetzt auf die Kommentare. Denn egal was es wird, ein paar lustige Sprüche (oder solche zum Augenverdrehen) kommen in jedem Fall.
Wie gesagt, die vierte Schwangerschaft ist ziemlich amüsant.

Und eins kann ich schon verraten.
Wir wissen, was es wird!

Ein Baby! Und zwar ein zauberhaftes!

Mein allerschönstes Weihnachtsgeschenk

Es gibt uns noch.
Die Stille auf meinem Blog ist nicht zu vergleichen mit dem was hier bei uns los ist. Hier ist es alles andere als still und ruhig.

Ich musste selbst staunen, dass ich mein letztes Lebenszeichen im Januar von mir gegeben habe. Dann ist das passiert, was wohl jedem diesen Winter passiert ist.
Wir waren Dauerkrank. Entweder alle gleichzeitig oder nacheinander, schön abwechselnd – immer im Kreis herum.
Was für eine herrliche Zeit das war. Selbst mit an die 40°C Fieber und kaum Kreislauf zu Hause vor sich hin vegetieren und so ganz nebenbei sich um drei Kinder plus Haushalt kümmern – also ich kann mir durchaus schöneres vorstellen.
Nach gut zwei Monaten war dann endlich alles überstanden. Danach haben wir im Haus umgebaut, renoviert und aufgehübscht und mein Blog rutsche auf der Prioliste immer weiter nach hinten.
Ganz schön verrückt war das erste Drittel des Jahres. Langsam wird es nun ruhiger hier. Wobei das wohl nicht lange anhalten wird.

So erzähl ich euch heute von meinem schönsten Weihnachtsgeschenk – das schönste was ich jemals bekommen habe.
Doch warum erzähle ich erst fast 5 Monate nach den Feiertagen davon?
Obwohl ich bereits um 23.12.2017 wusste was ich als Geschenk bekommen werde, werde ich es erst Ende August zu Gesicht bekommen.

Unser Traum ist wahr geworden – wir werden wieder Eltern und bekommen im August (oder September, man weiß ja nie) unser viertes Kind.
Die Weihnachtstage waren dementsprechend sehr emotional. Ich war überglücklich und auf Wolke 7 und gleichzeitig sehr besorgt, ob es denn auch wirklich real ist und ob alles in Ordnung ist und da wirklich ein kleiner Mensch in mir wächst. Die Sorgen und Ängste ändern sich auch bei Kind Nummer vier nicht.

Im Gegenteil. Vielleicht liegt es am Alter (man wird ja nicht jünger, nur weiser) oder daran, dass die letzte Schwangerschaft nicht optimal lief. Diese Schwangerschaft mache ich mir wirkliche extreme Sorgen. Ich war bis vor ein paar Wochen fest überzeugt, dass irgendwas schief laufen wird. So habe ich auch erst sehr spät überhaupt jemanden von der Schwangerschaft erzählt und in den sozialen Medien habe ich bis nach dem Organscreening gewartet um es zu verkünden.
Heute bin ich in der 24. Schwangerschaftswoche angekommen und jetzt kann auch langsam ich glauben, dass wir bald zu sechs sein werden.
Die 24. Woche ist mein Meilenstein. Ab heute könnte das Baby überleben, falls es zur Welt kommt. Natürlich wäre es sehr kritisch und keiner wünscht sich das. Aber zu wissen, dass man dem Baby theoretisch helfen könnte und es wenigstens eine kleine Chance hätte, beruhigt mich doch sehr.
Meine Freude steigt Tag für Tag und auch die Jungs können kaum erwarten bis Sommer ist.

Manchmal kann ich mein Glück kaum fassen.
Nochmal schwanger zu sein ist ein Segen, ist solch ein Glück, dass ich nicht glauben kann, dass ich das erleben darf.
Es war kein einfacher Weg bis zu unserem Babyglück – aber dafür ist die Freude um so größer.
Nur an die Geburt, da darf ich gar nicht dran denken, denn es sind nicht nur die Sorgen und Ängste um das ungeborene Baby bei diesem Mal größer, auch die Angst vor der Geburt ist exorbitant.
Es ist schon ganz gut, dass man so lange Zeit hat um sich darauf vorzubereiten. Manchmal wünschte ich, ich wäre ein Elefant, dann hätte ich noch ein bisschen Schonfrist bis zur Geburt – andererseits würde ich dann mein viertes Wunder erst nach etwa 2 Jahren kennenlernen dürfen. Da bleibe ich doch lieber bei 9 Monaten Schwangerschaft.

Bei „Kuchenduft & Kinderlachen“ wird es in nächster Zeit natürlich viel um Baby, Schwangerschaft und das Leben mit vier Kindern gehn.
Aber ich habe auch neue, super leckere Rezepte und lasse euch an unserem kleinen Umbau im Haus teilhaben.
Und jetzt, da die Übelkeit und Müdigkeit nachgelassen haben, finde ich auch wieder die Energie um mich an den Computer zu setzen und ein paar Zeilen zu schreiben.
Aber ab nachmittags ist mit mir nichts mehr anzufangen, da werde ich so müde, dass ich sogar beim UNO spielen einschlafe…

Von Löwen und Magiern {Karneval steht vor der Tür}

Als ich vor ein paar Jahren in unsere neue Heimat gezogen bin, war ich erstmal erstaunt, dass die 5. Jahreszeit hier nicht Karneval heißt. Ich dachte, das würde überall so heißen. Aber nein, hier sagen die Leute Fasching.
Ich komme damit immer noch nicht klar und zu Hause heißt es bei uns trotzdem Karneval.
Nächster Schockmoment kam dann beim ersten Karnevals-Umzug bei uns im Dorf. Hier ruft man doch tatsächlich „Ahoi“. Woher auch immer das kommt, denn ein Meer und damit Schifffahrt ist hier weit und breit nicht. Egal, ich musste mich wohl oder übel damit abfinden, dass wir hier Ahoi, anstatt Helau, rufen. Man gewöhnt sich ja an vieles.

Ich finde es ja sehr putzig, wenn die Jungs sich verkleiden. So habe ich voll motiviert für meinen kleinsten ein süßes Drachenkostüm für seinen ersten Karneval im Kindergarten im letzten Jahr gekauft. Die Brüder wollten als Ritter gehen und so passt das, dachte ich.
Dabei habe ich nicht damit gerechnet, dass mein kleinster dieses Kostüm absolut nicht anziehen wollte. Nichts half und nachdem ich es zehn mal probiert hatte und er es sich immer schreiend vom Körper gerissen hat, habe ich es wieder eingepackt und umgetauscht.
So ging er an Karneval mit seiner Warnweste in den Kindergarten. Zu mehr war er nicht zu bewegen.

Dieses Jahr wollte ich es nochmal probieren. Die beste Chance würde ich wohl mit einem knuffigen Löwenkostüm haben. Schließlich sind Löwen seine Lieblingstiere und sein Kuscheltier Löwi sein bester Freund, ohne den man ihn nur selten sieht.
Im Laden habe ich kein passendes Kostüm gefunden und wurde dann aber im Netz auf einer Seite für Karnevals Kostüme fündig.
Das süße Löwenkostüm wanderte also in den Einkaufswagen zusammen mit einem Zaubererkostüm für den großen Bruder.

Als die Sachen bereits am nächsten Tag ankamen war ich wirklich sehr gespannt, was mein anti-Kostüm-Kind wohl zu dem Löwen sagen wird.
Mein Plan ging zum Glück auf. Als er das Bild auf der Verpackung erblickte, war er gleich hin und weg und wollte sofort den Löwi anziehen. Es passt wie angegeossen und wenn er könnte, würde er es wohl auch nachts tragen. Das war also mal eine gelungene Investition. Zudem ist das Kostüm noch wunderbar warm, denn derzeit ist es wirklich kalt hier und falls es in ein paar Wochen immer noch so sein sollte, ist er auf alle Fälle gut eingepackt.
Auch der große Bruder fühlt sich pudelwohl in seinem Zauberer von Oz Kostüm. Da wir gerade abends das Buch dazu lesen, war klar, dass er auf alle Fälle dieser Zauberer sein wird. Ich finde ja eher, er sieht aus wie Gandalf – aber er ist da anderer Meinung. Mit seiner runden Brille hätte auch Harry Potter ganz wunderbar gepasst. Den kennt er allerdings noch nicht. Vielleicht dann im nächsten Jahr.

Dem mittlerern Bruder passt sein Affenkostüm vom letzten Jahr noch recht gut und er liebt es nach wie vor. Außerdem haben wir immer noch ein Piraten- und zwei Ritterkostüme in der Karnevalskiste. Genug Auswahl also um die närrische Zeit angemessen zu feiern.
Mein Mann und ich halten uns da eher zurück. Ich habe in meinem Leben schon soviel Karneval gefeiert (es sagt wohl alles, dass ich in Düsseldorf geboren bin), dass mir das reicht. Ich habe nun genug davon und gehe nur als Aufpasser für die Jungs und Bonbonfänger auf den Zug.
Dass sie in den wenigen Tagen Karnevalszeit ihren Zuckerkonsum des Jahres haben werden und vier Tage dauerhigh davon sind, muss ich wohl akzeptieren. Das fällt mir, als gesundheitsbewusste Mama nicht leicht, aber ich schau dann ein paar Tage einfach nicht so genau hin. Die Jungs können es auf alle Fälle kaum erwarten, bis wieder Bonbons und Süßigkeiten geschmissen werden, wobei das Interesse an den Zuckerbomben zum Glück schnell abschwacht und wir erst vor kurzem die letzten Bonbons vom letzten Jahr aufgegessen haben.

So schwierig es war, meinen kleinen letztes Jahr in das Drachenkostüm zu bekommen, so schwer wird es nun sein, ihn wieder aus dem Löwenkostüm herauszubekommen.
Er würde es so gerne bereits jetzt schon in den Kindergarten anziehen und die nächsten drei Wochen werden bestimmt schwer zu überstehen. Ich werde es bis dahin erstmal wieder in der Kiste verschwinden lassen, nicht, dass er das Interesse verliert und er an Karneval genug vom Löwenleben hat. Notfalls habe ich immer noch seine Warnweste hier.

Unser neues Lieblingsbrot {knuspriges Bierbrot}

Für mich gibt es nichts schöneres als ein frische Brot im Ofen zu haben und im ganze Haus duftet es wie in einer Bäckerei.
Brotbacken ist so etwas Gemütliches, Schönes, Erfüllendes.
Aus simplen Zutaten wie Mehl, Wasser, Salz und Hefe entsteht etwas so wahnsinnig Schmackhaftes.
Meine Kinder sind ganz wild auf meine Brote und fragen regelmäßig danach. Wo sie sonst keine guten Esser sind, wird hier zugeschlagen als ob es keinen Morgen gibt.

Als ich im Dezember ein Bierbrot probiert habe, hätten die drei am liebsten den ganzen Leib gegessen. Ich halbiere das Brot immer und friere eine Hälfte ein, damit es frisch bleibt.
Für meine Jungs ist es kein Problem die eine Hälfte innerhalb von 2 Tagen allein aufzufuttern.
Besonders mein ältester Sohn konnte sich schier nicht halten vor Begeisterung. Das sei das leckerste Brot der Welt. Da schmilzt mein Mama- und Bäckerinherz.
Und recht hat er – es schmeckt vorzüglich. Am liebsten ganz simpel mit Tomaten- und Gurkenscheiben belegt.
Was am selben Tag nicht gegessen wird, lässt sich am nächsten Tag in den Toaster stecken und macht so das allerbeste Toastbrot. Oder es wird neugeboren zu Croque Monsieur. Ein Gedicht!
Hm, wenn nicht schon alles weg wäre…jetzt bekomme ich tatsächlich großen Appetit auf ein heißes Croque Monsieur. Beim nächsten Backen muss ich mir zwei Scheiben beiseite legen.

Ich backe das Bierbrot immer mit alkoholfreiem Bier. Ihr könnt natürlich auch normales Bier nehmen, was ihr halt da habt. Da wir so gut wie keinen Alkohol trinken, kaufe ich immer ein Sixpack extra für dieses Brot. Durch das Roggenmehl, den Ahornsirup und dem Bier ist das Brot schön kräftig im Geschmack. Wir lieben das sowohl zu herzhaften Aufstrichen als auch zu süß wie mit unserer Chia-Marmelade.

Bierbrot
ein großer, runde Leib

500 g Dinkelmehl Typ 1150 oder 630
250 g Roggenvollkornmehl
21 g frische Hefe
3 EL Ahornsirup
1 Flasche (333 mL) alkoholfreies Bier
1. 5 EL Meersalz

Hefe in eine Schüssel bröckeln und mit Ahornsirup glatt rühren.
Bier sowie 170 mL heißes Wasser dazugeben.
Alles gut vermischen und kurz stehen lassen.
Die Mehlsorten mit Salz mischen. Nun die Hefemischung mit einem Schwung zum Mehl geben.
Alles zu einem glatten Teig verkneten und zugedeckt für eine Stunde gehen lassen.

Eine Arbeitsfläche bemehlen und Teig darauf nochmals durchkneten.
Zu einem runden Leib formen, auf ein Backblech (ausgelegt mit Backpapier) legen und abgedeckt weiter 30 Minuten gehen lassen.
Ofen auf 200°C vorheizen, eine Schüssel mit Wasser unten in den Ofen stellen und das Brot etwa 30 Minuten backen.
Schmeckt lauwarm am allerbesten!

5 Tage bis zur Heiligen Nacht {unsere allerliebsten Plätzchen}

Auch in diesem Jahr sind wir wieder sehr spät dran mit Plätzchen backen.
Aber ich hab’s immerhin vor Weihnachten noch geschafft.
Zum einen hat uns ein Magenvirus dahin gerafft und zum anderen muss ich mal wieder zugeben, dass ich Plätzchen backen nicht mag.

Ja, ich mag es nicht. Alleine schon, aber nicht mit Kindern. Ich Rabenmutter.
Das ist mir einfach alles zu stressig, laut, dreckig und zuviel Teiggenasche (gehört natürlich dazu, aber es sollten auch so 2 oder 3 Plätzchen in der Gebäckdose landen).
Aber da ich mir ja Mühe gebe, eine einigermaßen vorzeigbare Mama zu sein, backe ich selbstverständlich jedes Jahr 4 oder 5 Bleche zusammen mit den Jungs.
Danach brauche ich aber erstmal eine große Tasse Tee zur Beruhigung.
Ich blicke dabei sehnsüchtig auf die Familien in denen (scheinbar) in vollkommener Harmonie Plätzchen Dosenweise gebacken und verziert werden. Wie machen die das bloß?

Um mich selbst zu einem Plätzchenbacktag zu motivieren, muss das Endprodukt, sprich die Plätzchen, wirklich sensationell sein.
Dieses Jahr habe ich endlich das für uns perfekte Pätzchenrezept gefunden.
ich habe damit bereits die Kekse für den Geburtstag meines kleinsten gebacken und bin seither schwer verliebt.
Es kommt ohne Kristallzucker aus und hat doch genau die richtige Süße und schmeckt so wunderbar lecker nach Vanille.

Für unseren Backtag habe ich die 1,5 fache Menge gemacht und das war genau richtig. Zwei große Dosen haben wir so voll bekommen. Eine mit Pistazien für meinen Mann und mich und eine mit Zuckerperlen für die Jungs. Wieviele Perlen beim verzieren auf dem Boden landeten und wieviele auf den Plätzchen lässt sich leider nicht bestimmen.
Und egal wie gut man danach putzt, man findet doch Tage später irgendwo noch Perlen auf dem Küchenboden.

Jetzt warten im Kühlschrank noch Teige für Schwarz-Weiß-Gebäck und Lebkuchen. Die möchte ich aber ohne die Jungs, ganz in Ruhe backen. Beim Blick auf den Kalender bezweifle ich aber, dass das noch was wird bis Heilig Abend.
Ich bin immer sehr motiviert und setzte drei oder vier Teige an, dann wandert alles in den Kühlschrank und meine Motivation in den Keller. Irgendwann kram ich dann beides wieder raus und wenn ich erstmal angefangen habe, macht es auch irgendwie Spaß (vorausgesetzt kein Kind wird involviert).
Außerdem warten die leeren Plätzchendosen noch auf ihren Einsatz und sollen ja nicht umsonst aus dem Keller geholt worden sein.

Kuchenduft Plätzchen

500 g Dinkelmehl 630
250 g Butter
60 g Kokosblütenzucker
60 g Birkenzucker
(kann bei Bedarf auch gegen 120 g Rohrzucker ausgetauscht werden)
3 Eigelb
3 EL Crème Fraîche
Prise Salz
1 TL gemahlene Vanille oder Mark einer Vanilleschote

Nach Belieben:
1 Eigelb
gehackte Nüsse
Zuckerperlen
Puderzucker
Zitronensaft

Alle Zutaten zu einen glatten Teig verkneten und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Teig 2-4 mm dick ausrollen, ausstechen und Plätzchen auf, mit Backpapier ausgelegte, Backblech legen.
Nun entweder das Eigelb mit 1 EL Wasser verrühren, Plätzchen damit bestreichen und nach Lust mit Nüssen oder Zuckerperlen bestreuen oder die Plätzchen „nackig“ backen.
Bei 180°C brauchen sie etwa 10 bis 15 Minuten, je nachdem wie dick und groß sie sind.
Die Plätzchen ohne Eigelb können nun mit Zitronenzuckerguss und Nüssen und Perlen schön verziert werden.