Ihr seid mein JA

Derzeit hören die Jungs jeden Tag Bon Jovi.
Gerne wird die Anlage laut aufgedreht und dabei wild getanzt oder Fußball gespielt.
Als letztens das Lied „Born again tomorrow“ lief, stillte ich gerade den kleinen Bruder.

Im Text heißt es übersetzt „Wenn Du morgen wieder geboren wirst, würdest Du dein Leben genau so leben wie gestern?“
Bis vor kurzem hätte ich eine Millisekunde später lautstark mit Nein! geantwortet. So viele Fehler habe ich grmacht, so viele schlechte Entscheidungen getroffen, so viel Schmerz erlitten, soviel Dummheiten gemacht, zu viel gestritten und zu viel geweint.
Doch für dieses Jahr habe ich mir eins vorgenommen: Positiv zu denken, im Hier und Jetzt leben, mein Leben so annehmen wie ist und vor allem glücklicher sein.
Dann schaute ich mein Glückskind an, welches gerade zufrieden gestillt wurde und auf einmal war meine Antwort JA! Denn am Ende war alles richtig, denn dann kamst Du und deine Brüder!

Meine Antwort ist Ja!
Ja, mein Leben würde ich genau so wieder leben wollen. Denn jede Entscheidung, ob gut oder schlecht, jeden Weg den ich gegangen bin. Alles führte am Ende zu Dir. Zu Dir und deinen drei Brüdern. Hätte ich einen anderen Weg gewählt, vielleicht gäbe es euch nicht.
Alles hat mich genau da hingeführt wo ich jetzt bin. Zu euch.
Jede Träne, jedes Lachen, jeder Verlust, jede Absage auf so viele Bewerbungen, jede schlechte Note, jeder Unfug, alles war richtig. Am Ende weiß man das.
Es war alles richtig. Jeder Liebeskummer, jedes Kopfzerbrechen, jeder Tanz auf einer Party, jedes Weinen ins Kissen, jeder negative Schwangerschaftstest, einfach jeder Tag mit all seinen guten und schlechten Seiten.
Alles führte mich auf meinen Weg und am Ende kamt ihr dabei zu mir. Manchmal wache ich auf und kann nicht glauben, dass ich, ja ich, wirklich vier Kinder habe. Ja, das ist mein Leben, ich bin das wirklich. Wenn Träume wahr werden, fühlt es sich seltsam an. Als ob man von oben auf sich blickt und denkt…huch, das bin ja ich.

Mein Leben ist nicht perfekt, wird es nie sein. Viel zu oft bin ich neidisch, neidisch auf andere, die es scheinbar besser haben, die ihr Leben besser im Griff haben. Oft bin ich verzweifelt, weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll. Doch dann sehe ich mich um, sehe meine vier Jungs und alles ist wieder gut. Ich will mit keinem tauschen, nicht für alles Geld der Welt.
Ich habe so viel in meinem Leben bereut. So viel hat mich belastet. Jetzt denke ich neu. Denke daran, dass mich alles zu dem Leben was ich jetzt habe, geführt hat.

Denn das Ergebnis bist Du! Du kleines Wesen in meinen Armen und deine Brüder die in ihrem Zimmer im Feuerwehrmann-Kostüm gearde versuchen die Welt zu retten. Ihr seid das Ja in meinem Leben. Das Ja zu allem. Und wenn ich seit Wochen nachts kaum noch schlafe und vor Müdigkeit fast umkippe, dann weiß ich, alles ist gut so. Denn Du bist bei mir. Acht Arme schlingen sich um mich und das ist alles, was ich brauche.

Nein, Vorsätze für das neue Jahr mache ich mir nie. Aber meine Einstellung zum Leben möchte ich ändern. Zufrieden werden, glücklich sein, positiv denken, jeden Tag, negatives ausschalten. Das möchte ich erreichen und ihr seit der Weg zu diesem Ziel.

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Ein Adventskalender für vier Kinder {Geht das?}

Die Weihnachtszeit ist hat etwas so wundervoll magisches. Alles duftet anders, überall sind Lichter zu sehen, alles ist so wunderbar gemütlich und heimelige.
Für Kinder ist diese Zeit besonders zauberhaft.
Wunschzettel schreiben, auf den Nikolaus warten, Plätzchen backen und dabei Unmengen Teig naschen, heißen Kakao mit Marshmallows trinken, Weihnachtsmusik hören und Bücher bestaunen.
Nicht zuletzt gibt es 24 Tage lang Spannung. Jeden Morgen sind alle gespannt, was in dem Adventskalender versteckt ist. Die Spannung ist kaum auszuhalten, schließlich sieht man alle 24 Päckchen jeden Tag und kann aber trotz Rascheln und Fühlen nicht herausfinden, was dort so hübsch verpackt ist.

Hat man viele Kinder, muss man sich überlegen , ob jeder einen Adventskalender bekommt und so eine ganze Wand im Haus unter sage und schreibe 96 Päckchen verschwindet (wenn man den Mann noch mit dazu rechnet sind es sogar 120!!!), oder ob es nicht eine Option ist einfach einen Kalender für alle zu haben.
Wir haben uns bereits bei Kind Nummer zwei dafür entschieden, dass sich alle Kinder einen Kalender teilen.
So darf jeden Tag abwechseln ein Kind ein Päckchen aufmachen, das Geschenk aber ist für alle zusammen. Das hat den Vorteil, dass man den Kalender auch mit größeren Geschenkchen wie Hörspiele, kleine Bücher und Autos füllen kann und man sich finanziell nicht in den Ruin treibt.

Natürlich, ganz außer Frage, hätte jedes Kind natürlich am liebsten einen eigenen Kalender. Aber Weihnachten ist auch die Zeit des Teilens und, wie mein großer Sohn immer so schön sagt, die Geschenke sind nicht das wichtigste, sondern dass das Jesuskind geboren ist. Amen.

Dieses Jahr sind es ganze vier Kinder. Demnach kommt jeder nur sechs mal an die Reihe. Es klappt erstaunlich gut. Am 1. Dezember gab es ziemlich viele Tränen und Geschrei. Schließlich wollte jeder als erster aufmachen. Bereits am zweiten Tag war es aber okay. Die Jungs wussten, dass die Geschenkchen eh für alle waren und wenn man gerade aufgemacht hat, musste man nur ein paar Tage warten und war schon wieder dran.

Neben dem Päckchen-Adventskalender haben wir zudem auch noch unseren Buchkalender und Adventsweg. Wenn es draußen dunkel wird, werden jeden Tag so viele Kerzen angezündet, wie der Kalender anzeigt. Dann machen es wir es uns gemütlich (gerne auch mit heißem Kakao und Lebkuchen) und lesen eine Seite des Adventskalenderbuches und kleben dazu noch das passende Fensterbild für den Tag auf. Das Anzünden der Kerzen und Fensterbild Aufkleben darf dann auch immer ein Kind im Wechsel machen. Da der kleinste Bruder erst 3 Monate alt ist, müssen sich dabei auch nur drei Brüder aufteilen. Das ist für die Jungs eigentlich viel spannender und wichtiger als der eigentliche Adventskalender.

Und zu guter Letzt bleiben noch die Adventssonntage. Ziemlich praktisch, wenn man vier Kinder hat und es vier Adventskerzen gibt. Der Reihe nach darf hier auch jeder eine Kerze anzünden.
Es gibt also unheimlich viel zu tun, zu teilen und zu freuen.

Mein Mann darf sich übrigens über seinen eigenen Schoko Adventskalender freuen. Allerdings muss er fast täglich seine Schoko durch vier teilen, denn, ja teilen können die Kinder und auch Papa soll da mitmachen. Und es ist ziemlich süß mit anzusehen, wie man sich über 1/4 eines Schokobons so sehr freuen kann.
Das ist die Weihnachtsfreude, die diese Zeit so magisch macht.

Sechs Wochen zu sechst {die erste Zeit mit vier Kindern}

Wie ist das so mit vier kleinen Kindern?
Nach den ersten sechs Wochen mit dem kleinen Bruder kann ich sagen: das Leben mit vier Kindern ist genauso wie ich es mir vorgestellt habe und doch komplett anders.

Das Leben ist bunt, turbulent, verrückt und chaotisch, anstrengend, voller neuer Überraschungen und einfach nur schön.
Dass es jemals anders war, das kann ich mir nicht mehr vorstellen. Es sind erst sechs Wochen, doch an eine Zeit ohne mein kleines Baby kann ich mich kaum noch erinnern. Diese vier Kinder gehören einfach zu uns wie das Wasser zum Meer, der Sand zum Strand.
Unsere kleine Familie, wir sechs, das fühlt sich genau richtig an, als ob es schon immer so bestimmt gewesen wäre.

Die ersten Wochen waren nicht leicht, kaum waren wir nach der Geburt aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen und die großen Brüder und der Babybruder hatten sich aneinander gewöhnt, schon mussten wir wieder in die Klinik.
Unser kleines Neugeborene war gerade 9 Tage alt, als plötzlich hohes Fieber auftrat. Als das Thermometer über 39°C anzeigte wurde ich leicht panisch. Unsere Kinderärztin schickte uns auf direktem Weg ins Krankenhaus. Zum Glück hatte mein Mann an diesem Tag früher Feierabend gemacht und konnte uns fahren und auf die anderen Kinder aufpassen.
Wir blieben dann eine Woche im Klinikum. Zuerst isoliert, da nicht klar war, was er hatte, dann mit einer lieben Zimmernachbarin mit ihrem ebenfalls Neugeborenen.
Die Zeit war ziemlich hart für alle in der Familie. Ich war im frühen Wochenbett, dem Tränenreich sehr nahe, der Kleine war sehr erschöpft und musste erst wieder zu Kräften kommen und meine drei großen Kinder durften mich eine Woche nicht sehen, da wir ja isoliert waren.
Dennoch haben wir uns die Krankenhauszeit so schön wie möglich gestaltet. Immerhin hatten wir so genug Zeit, in Ruhe zu kuscheln und uns besser kennen zu lernen. Die exklusive Zeit nur mit ihm habe ich trotz der schwierigen Zeit genossen.
Am Ende kam raus, dass er einen Enterovirus (eine Magen-Darmerkrankung) hatte, den die Brüder wohl aus dem Kindergarten angeschleppt hatten.
Ich bin wieder einmal froh, dass wir mit der Universitätsmedizin Mannheim so eine gute Kinderklinik mit hervorragenden Ärzten und Pflegepersonal in der Nähe haben.

Wieder zu Hause musste der ganze sich-aneinander-gewöhnen Prozess von vorne beginnen. Meine drei großen Söhne endlich wieder zu sehen war so schön. Noch nie hatte ich sie so lange nicht gesehen – wenn ich so darüber nachdenke, habe ich sie noch nie einen einzigen Tag nicht gesehen. Ich habe sie so vermisst.
Auf einmal war es aber wieder laut – und wild. Der Babybruder war erst mal ganz durcheinander, schließlich hatte er in seinem kurzen Leben mehr Zeit im Krankenhaus als zu Hause verbracht.

Nach gut 2 Wochen konnte sich also endlich so etwas wie Alltag bei uns einspielen. Der Babybruder hat langsam in seinen Rhythmus gefunden, die Jungs haben sich daran gewöhnt, dass nun ein vierter Bruder im Haus ist.

Die Prioritäten verändern sich, wenn ein kleines Wesen auf die Welt kommt. Wichtig ist jetzt nur noch, dass es dem Babybruder gut geht und die Brüder glücklich, zufrieden und satt sind. Immerhin tragen alle saubere Klamotten (zu mindestens noch beim Anziehen in der Früh), bekommen jeden Tag ein frisches Essen auf dem Tisch (mal abgesehen davon, dass es meistens „iiihhh, das stinkt“ ist – Gemüse ist ja bekanntlich auch nicht zum Essen da) und sind immer pünktlich in der Schule, zum Fußball, beim Hip Hop und in der Musikschule. Dass die Kleinen jetzt erst um 9 im Kindergarten sind und wir an unseren freien Tagen nur gemütlich zu Hause sitzen, kuscheln, spielen und Puzzle machen ist dabei doch ziemlich egal. An den Wochenenden bleiben wir auch meisten daheim und machen es uns gemütlich.

Ja, das Leben ist gemütlicher geworden. Oft leben wir einfach so in den Tag hinein – stillen, wickeln, kuscheln, spielen. Und dazwischen noch Apfelkuchen backen, versuchen das Haus ordentlich zu halten und die sich hauenden Kinder auseinander zerren. Ganz „bad mom“ läuft seit der Geburt und mit dem Beginn des Herbstes auch vermehrt der Fernseher. Warum auch nicht. Pädagogisch erhalte ich dafür mit Sicherheit keinen Pokal, aber wenn ich allein mit meinen vier Jungs bin, es nachmittags dunkel und kalt wird um die Jungs einfach vor die Tür zu schicken und ich neben Stillen und Abendessen kochen drei weitere Kinder haben die nichts mit sich anzufangen wissen außer das Haus abzureißen, ja, da greife ich auch mal in den Zauberärmel und Simsalabim ist die Fernbedienung da und schaltet eine Folge Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksberg ein. Solang das nicht jeden Tag ist und nicht von morgens bis abends passt das für uns und erleichtert meine Alltag enorm. Danach können die Jungs sich auf ein frisches, mit Liebe zubereitetes Abendessen freuen. Den Jungs gefällt’s und das ist es doch, was zählt.

Eigentlich läuft es ganz gut. Ein bisschen unstrukturierter und chaotischer als mit drei Kindern. Aber mein Glücksbaby ist recht pflegeleicht. Solange er bei mir auf dem Arm oder im Tragetuch ist, so ganz nah bei Mama, ist die Welt in Ordnung. Er braucht viel Nähe und ich auch. Mir tut es gut, jemanden den ganzen Tag ganz nah bei mir zu haben. Auch wenn die kurze Pause am Wochenende, wenn der Kleine bei Papa ist, auch gut tut. Sonst sind wir 24 Stunde zusammen. Tag und Nacht wird gekuschelt und ich genieße die Zeit, die ich mit Stillen, Kuscheln und Tragen verbringe. Von jemanden gebraucht werden ist ein wunderbares Gefühl. Natürlich brauchen meine drei Großen mich auch noch, besonders der kleinste große Bruder, aber dann sind sie doch schon so selbstständig und brauchen Mama nicht mehr rund um die Uhr.
Nähe und Geborgenheit ist das, was unser Baby jetzt braucht und wenn er genug davon bekommt, ist er glücklich und zufrieden.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen einem alles über den Kopf wächst, einem alles zu viel ist. An denen Tränen fließen – bei mir und bei den Kindern. Zugegeben, die Tage überwiegen sogar. Aber die bleiben mir nicht im Gedächtnis. Ich behalte die schönen Tage in Erinnerung. Die Tage an denen ich mit dem kleinsten großen Bruder Kekse backe, wir nachmittags warmen Kakao trinken, zusammen Hörspiel hören und uns in Decken kuscheln.
Diese Tage sind der Grund warum wir vier Kinder haben, warum ich am liebsten noch vier weitere hätte. Und natürlich dieser Geruch. Der Geruch eines neugeborenen Babys.
Nichts ist wundervoller. Und egal wie anstrengend der Tag ist, wie müde und kaputt ich bin, wie wenig Kräfte noch vorhanden sind, wie viele Termine noch anstehen – ganz intensiv, ganz bewusst am Kopf riechen. Die Augen schließen, den Geruch aufnehmen. Das macht alles einfach unwichtig und die Welt einfach nur schön.
Dieser besondere, schönste Duft auf der ganzen Welt.

 

Nachtrag: Mittlerweile ist unser Sonnenschein schon 7 Wochen bei uns…aber genauso ist das Leben mit vier Kindern – Pläne kann man zwar machen, aber sie funktionieren selten und was ich heute erledigen wollte, kann auch erst in zwei Wochen fertig sein. That’s real life!

Babyzimmer makeover {das neue Zimmer vom Babybruder}

Spätestens ab Mitte jeder Schwangerschaft überkommt mich der Nestbautrieb. Ist die kritische Zeit erstmal vorbei und der Bauch schon kugelrund, kann ich mich kaum zurückhalten und möchte am liebsten alle schicken Onlineshops leer kaufen, zum Baumarkt düsen und für das neue Baby ein gemütliche neues Zimmer schaffen, das zeigt, wir freuen uns auf Dich und Du bist so willkommen in deinem Zuhause.

Allerdings war das Babyzimmer bis Mitte des Jahres noch besetzt. Von meinem kleinen Baby, das schon bald ein großer Bruder sein sollte.
Die beiden großen Geschwister teilten sich bereits ein Zimmer. Eigentlich wollte der kleine Bruder nicht umziehen. Schließlich ist so ein Einzelzimmer gar nicht schlecht. Keiner der abends noch von Fußball redet, wenn man selbst lieber schlafen möchte und man darf jeden Abend die Einschlaf CD aussuchen und muss sich nicht mit den Brüdern einigen.
Wir verkauften ihm aber das neue Bett im Jungszimmer als Großer-Bruder-Bett und das 3er Zimmer als exklusiv für die Großen und sein altes Zimmer für Babys.
Und siehe da, auf einmal war das neue Bett im neuen Zimmer sehr gefragt.

Die Sommerferien kamen und somit ein guter Zeitpunkt um die Zimmer zu wechseln. Schließlich stellten wir uns drauf ein, dass das abendliche Zubettgehen länger dauern könnte. Und wenn am nächsten Tag keine Schule ist, muss immerhin morgens keiner früh raus.
Ich richtete ihm das neue Bett besonders schön ein. Dekorierte alles um, machte es gemütlich und als er am Mittag aus dem Kindergarten nach Hause kam, war er ganz aufgeregt und sehr glücklich über sein Bett für große Brüder.
Nun schlafen also die drei Brüder in einem Zimmer und es geht erstaunlich gut. Zum Spielen und sich zurückziehen gibt es zahllose Möglichkeiten. Der Kleine ist eh meist bei mir im Wohnzimmer und Küche und im Keller haben wir noch ein Spielzimmer. Wenn der Babybruder älter ist, kann wieder einer der anderen umziehen, so dass jeweils zwei in einem Zimmer sind oder einer zieht in den Keller oder das Arbeitszimmer wird umgebaut. Es gibt noch viele Möglichkeiten aber für jetzt sind alle glücklich wie es ist.

Nachdem der Rausschmiss – ähhh Umzug – vollbracht war, konnte ich endlich meinem schier unendlichen Nestbautrieb hinterherkommen.
Mein Mann brachte mir die ausgesuchte Wandfarbe mit, hier und da wurden in meinen liebsten Shops bestellt und die Nähmaschine lief eh den ganzen Sommer auf Hochtouren.
Mittlerweile wussten wir, dass es wieder ein kleiner Bruder wird (was auch sonst?) und meine derzeitige Liebe zu den Farben maisgelb und grau konnte ich voll und ganz ausleben.
Zusammen mit dem kleinen (bald großen) Bruder habe ich eine Wand neu gestrichen und es ist sogar richtig gut geworden. Hätte ich so gar nicht geglaubt. Mein Mann war auch ganz verwundert, dass wir das hinbekommen haben. Schließlich sind wir beide nicht so die Heimwerker. Das gesparte Geld für den Maler (den wollte mein Mann nämlich engagieren) steckte ich sofort in den ein oder anderen Stoff.
Als die Farbe getrocknet und alles genäht war (bis auf die Babydecke, die konnte ich erst nach unserem Sommerurlaub nähen, weil bis dahin noch kein Name feststand und dieser wieder mit drauf sollte) konnte endlich einer der schönsten Sachen in der Schwangerschaft starten. Alles Herrichten, Dekorieren und gemütlich Einrichten für den so gewünschten und jetzt schon über alles geliebten Babybruder.

Es ist alles so schön geworden. Ich setzte mich jeden Tag ein paar Minuten ins Zimmer, streichelte meinen Babybauch und erzählte unserem Glückskind wie sehr wir uns alle auf ihn freuen und wie sehr ich ihn liebe und gar nicht glauben kann, welch ein Glück es ist, ihn bald bei mir zu haben.

Fünf Wochen ist er nun bei uns. Ich weiß jetzt schon nicht mehr, wie es ohne ihn war. Er hat noch gefehlt, auf ihn habe ich immer gewartet. Er gehört zu uns, schon lange bevor er geboren wurde.
Mit ihm ist alles so viel schöner, bunter, heller. Er ist meine Sonne und macht jeden Tag zu etwas ganz besonderem.

Sein Zimmer nutzen wir bisher nur zum Wickeln, weil er lieber im Familienbett schläft als in seinem. Die Zeit vergeht jedoch wie ein Flügelschlag und bald wird er in sein Zelt krabbeln und Autos über seinen Teppich flitzen lassen. Die Babyzeit wird so schnell vorbei sein. Ich werde jede Sekunde aufsaugen und auch an stressigen Tagen, wenn alles über einen zusammenzubrechen droht, immer daran denken, welches Glück man in den Armen hält, wenn man glückliche, gesunde Kinder hat. Alles andere erscheint auf einmal nebensächlich.

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Ich zähle jetzt bis drei… {unsere selbstbestimmte Geburt im Klinikum}

Es soll sie ja geben. Geduldige Menschen. Ich gehöre nicht dazu.
Geduld ist keine Stärke von mir und Warten eine Qual. Da trifft es sich ausgezeichnet, dass ich bei bereits zwei meiner drei Kinder den errechneten Termin hinter mir lies und Tag ein, Tag aus auf die Geburt warten musste.
Sohnemann eins kam erst nach 10 Tagen und auch erst nach Einleitung auf die Welt, Sohn Nummer drei ganze 5 Tage später.
Nur unser Sandwich wollte unbedingt ein Nikolauskind werden und kam dann am 6. Dezember und somit zwei Tage vor seinem Termin zu uns.

Warten auf die Geburt sollte ich demnach gewohnt sein. Ich hatte trotz Tendenz zur Übertragung Hoffnungen, dass meine vierte Geburt nicht allzu lang auf sich warten ließe.
Falsch gedacht.
Die Woche des Geburtstermins kam und nichts geschah. Ich hatte bereits 2 Wochen vor Termin ordentliche Übungswehen. Aber die kamen jeden Tag und waren jeden Morgen wieder weg. Jeden Morgen wachte ich auf und mein erster Gedanke war „Mist, wieder nichts passiert heute Nacht.“.
So kam der 30. August. Und ging wieder.
Am nächsten Abend war dann klar – ein Augustbaby bekommen wir nicht. Ich fande das ein wenig schade, denn ich finde August einfach einen sehr schönen Monat. Mein Mann war froh, schließlich wollte er gerne ein Septemberbaby um bei der Einschulung die Wahl zu haben ihn mit noch 5 oder fast 7 einschulen zu lassen.
Wunsch erfolgreich erfüllt, denn am nächsten Morgen war September.
Ich tat weiterhin alles um die Geburt anzutreiben. Jeden morgen meine Fitness, wie die ganze Schwangerschaft über, dazu ganz viel Zimt und mit dem Fahrrad die Kinder in den Kindergarten kutschieren.

Am meisten Sorgen bereitete mir der Gedanke, dass es zu einer Einleitung kommen könnte.
In deren Genuss kam ich ja bei der ersten Geburt. Die Erinnerungen daran sind nicht schön. Höllische Wehen, Wehentropf, PDA, Saugglocke und ein total geschwächtes Kind, welches erstmal von den Kinderärzten mitgenommen wurde. Nein, das wollte ich nicht. Die letzten beiden Geburten waren so viel schöner. Natürliche Wehen, keine Schmerzmittel, höllische Wehen (nunja, die kann man nicht ändern…aber diese fühlten sich trotzdem anders an) und muntere, gesunde Babies.
So war mein Plan. Einleiten wollte ich nur, wenn es medizinisch wirklich absolut notwendig sein sollte und nicht weil Tag X erreicht war.

Pläne. Ja, Pläne sind super. Nur funktionieren sie meist nicht.
Beim ärztlichen Kontrolltermin ging es dem Baby bestens. Aber das Fruchtwasser war gering. Ich solle am nächsten Tag in die Klinik, um es abzuklären und besser früher als später einzuleiten.
Das Thema geringes Fruchtwasser kannte ich schon von der letzten Geburt. Damals hatte ich auch große Sorge, dass eingeleitet werden müsse, aber die Ärzte im Krankenhaus haben Entwarnung gegeben und so konnte die Geburt ganz von alleine ein paar Tage später losgehen.
So wiegte ich mich in Sicherheit und als mein Mann mich am nächsten Tag zum Termin ins Krankenhaus fuhr, dachte ich immer noch, ich würde in ein paar Stunden in der Bahn nach Hause sitzen um abends mit meinen Jungs zum Fußballtraining zu gehen.
Leider bestätigte mir der Arzt im Krankenhaus jedoch das zu geringe Fruchtwasser und hat mir gut zugeredet, dass eine Einleitung einfach notwendig sei, weil es sonst einfach zu gefährlich für das Baby wäre. Meine Gefühle spielten Achterbahn. Ich durfte noch nicht mal nach Hause, sondern sollte mich gleich auf Station melden, mein Zimmer beziehen und bereits abends sollte mit der Einleitung begonnen werden.
Unter Tränen rief ich meinen Mann an und versuchte eine Betreuung für die Kinder zu organisieren. Eine Einleitung dauert meist länger, aber ich wollte beim Start nicht allein sein. Ich fühlte mich sowieso schon allein und verlassen.

Dann ging alles seinen gewohnten Gang. Zugang gelegt bekommen, weinen, sich vom freundlichen Arzt beruhigen lassen, in der Klinik anmelden, aufs Zimmer dackeln, sich erstmal setzen und alles sacken lassen. Trotz der bevorstehenden Einleitung war ich wieder froh in „meinem“ Krankenhaus zu sein. Auch wenn wir seit der ersten Geburt weiter weg gezogen sind, so konnte ich mir für die Geburten keine andere Option vorstellen. Hier fühle ich mich aufgehoben, alles war so vertraut (schließlich war ich nicht nur zu den Geburten, sondern auch schon während der Schwangerschaften und auch mit den Kindern öfter in Behandlung), die Ärzte und das Fachpersonal sind immer nett und sehr kompetent.

Ich freundete mich also gerade mit dem Gedanken der Einleitung an und hoffte, dass der Arzt recht behalten sollte und es bei der 4. Geburt ruck zuck gehen sollte, als mein Baby den Plan umdrehte.
Diese Geburt sollte einfach anders verlaufen als die bisherigen. Bei meinen drei Jungs ging es immer klassisch mit Wehen los und die Fruchtblase platze immer erst kurz vor den Presswehen. Somit rechnete ich keine Sekunde damit, dass es diesmal mit einem Blasensprung anfangen würde.
Und da saß ich, telefonierte mit meinem Sohn und auf einmal wurde es nass. Ganz still und heimlich hatte mein Baby sich doch noch entschlossen der Räumungsklage zu umgehen und die Fruchtblase platzen zu lassen.
Auch wenn dies meine 4. Geburt war, so war dies mein erster Blasensprung und ich war leicht überfordert.
Panik. Plötzlich hatte ich Panik, dass ich hier das Kind ohne meinen Mann bekommen müsse. Ich rechnete jede Sekunde mit Mörderwehen und das das Baby in Null Komma Nichts da sein würde. Aus Null Komma Nichts wurden dann noch 11,5 Stunden, aber wer will schon kleinig sein?
Es tat sich nämlich erstmal…nichts.
Erst als ich ein paar Stunden später zum CTG in den Kreißsaal gebracht wurde, gingen leichte Wehen los. Es war mittlerweile schon spät abends. Ich wehte alleine im Kreißsaal vor mich hin, mein Mann sollte zu Hause noch ein paar Stunden schlafen, ich wusste ja wie lange das Rumgewehe dauern kann.

Plötzlich redete die Hebamme vom Abfall der Herztöne während der Wehen und dass sie bald einen Wehentropf anlegen wollten um alles zu beschleunigen.
Panik. Wieder überkam mich Panik. Wehentropf. Mein Hasswort. Ich erinnere mich noch viel zu gut an den lieben Wehentropf bei der ersten Geburt. Nein, der solle weg bleiben, den wollte ich hier gar nicht erst sehen. Pfui Teufel.
Ich diskutierte mit der Hebamme und der Ärztin. Bei der ersten Geburt fühlte ich mich unsicher und tat genau das, was mir geraten wurde. Jetzt war ich selbstbewusster, konnte einschätzen wo und wie ich bei der Geburt stand, wußte was kam, was ich wollte. Und das war eine natürliche Geburt. Keine Hilfsmittel (um die Einleitung war ich ja schon drum rumgekommen, wofür ich ewig dankbar sein werde) und auch sonst sollte nicht eingegriffen werden. Kein Wehentropf, keine Schmerzmittel, selbst bestimmt und natürlich- so wie die letzte Geburt, so sollte es sein.
Ich konnte die Ärztin also davon überzeugen noch eine halbe Stunde mit dem Wehentropf zu warten bis mein Mann da sei. Den klingelte ich mitten in der Nacht aus dem Bett und schaute sehnsüchtig auf die Uhr, wann er denn endlich da sei.
Bis dahin veratmete ich die Wehen (die jetzt ganz schön übel wurden)und schielte dabei auf das CTG um die Herztöne zu überprüfen.
Und wieder einmal hat meinem Baby die Drohung der Ärzte nicht gefallen, denn in der nächsten halben Stunde fielen die Herztöne nicht mehr ab und ich kam um den Wehentropf drum rum.

Von da an kommt mir alles wie in einer Blase vor. Einer Wehenblase in der Zeit und Raum keine Bedeutung haben. Mir kam es vor, als ob ich tagelang in den Wehen lag – aber von dem Zeitpunkt an dem mein Mann kam bis zur Geburt waren es nur 2,5 Stunden. Ich verstehe das immer noch nicht. Vielleicht ist die Uhr aber auch stehen geblieben…

Die Wehen waren mittlerweile unausstehlich geworden. Oh ja, man vergisst wirklich WIE schlimm die letzte Phase der Geburt ist.
Irgendwann kam die Hebamme mit dem Wehentropf, denn die Herztöne waren wieder schlecht und die Wehen zwar stark aber die Abstände zu lang und sie wollten jetzt eingreifen. Was soll ich sagen? Die Drohung funktionierte wieder und nachdem der Wehentropf schon im Kreißsaal gehangen hatte, wurden die Abstände kürzer. Nun kamen die Wehen in 2 Minuten Abständen und nochmal schlimmer als die zuvor.
Ich weiß nicht, wie mein Baby das gemacht hat, aber er wollte wohl nur unter Drohungen ausziehen.
Da hing der Wehentropf also und fristete sein trostloses Dasein. Leid tat er mir nicht.
Nach zwei Wehen, die alle dagewesenen in den Schatten stellten und mich schier zu zerreißen drohten, musste ich auch schon pressen und dann war er da.

Er war da. Endlich. Mein Wunder, meine große Liebe, mein Ein und Alles, mein Baby, mein Sohn, alles was ich mir gewünscht hatte. In dieser Sekunde stand die Welt still. Die Gefühle, die einen überfluten, sind unbeschreiblich. Die Erleichterung, dass die Wehen vorbei sind – Stolz, dass man es geschafft hat – Glück, unendliches Glück, dass das allergrößte Wunder nun zu uns gehört – Liebe, soviel Liebe, die das Herz überflutet – Dankbarkeit – Erschöpfung und noch mehr Liebe.

Und dann Fassungslosigkeit, dass ich, trotz all der schlechten Anzeichen, eine selbst bestimmte, natürliche Geburt bekommen habe, die schöner nicht hätte sein können – na gut, um die Wehen kommt man ja leider nicht drum rum. Ich hatte solche Ängste, solche Sorgen vor und während der Geburt und am Ende war alles perfekt und genauso wie es sein sollte. Geborgen und gut versorgt in meiner Wunschklinik und ganz natürlich nur wir drei und die Hebamme. Als mein großes Wunder dann nackt auf meinem Bauch lag und sofort angefangen hat an meiner Brust zu saugen, da hätte mein Glück nicht größer sein können. Alles was ich mir erträumt hatte lag hier in meinen Armen.

Von jetzt an werde ich immer an deiner Seite sein und meine Liebe wird jeden Tag wachsen und alles ist so viel schöner, weil du da bist.

Du bist unsere Sonne, unser Lachen, unser Leben. {Endlich bist Du da}

Die Welt steht still und plötzlich ändert sich alles!

Du hast Dir Zeit gelassen und kamst 6 Tage später als erwartet zu uns.
Jeder Tag, jede Stunde, jede Sekunde die wir gewartet haben hat sich gelohnt.
Du bist da und die Welt ist so viel schöner weil Du ein Teil von ihr geworden bist.

kleiner Bruder
05. September 2018
04:04 Uhr
in Mannheim
3450 g – 51 cm – 34 cm KU

Schon drei Wochen ist unser letztes Kleeblatt-Blatt bei uns. Er macht uns komplett und vollkommen.
Seit dem Tag seiner Geburt haben wir viel erlebt. Langsam kehrt so etwas wie Alltag ein. Auch wenn er ganz anders ist als vor seiner Geburt.
Alles hat sich verlangsamt, alles ist ruhiger und doch soviel lauter geworden.
Die Sorgen sind größer … die Liebe auch. Alles wächst, alles ändert sich.
Das Haus riecht so wunderbar nach Baby.
Ich möchte, dass die Zeit still steht. Möchte jeden Moment einfrieren.

Manchmal gibt es einfach keine Worte.
Liebe ist die stärkste Macht der Welt.
Ich liebe Dich für alle Zeit!

Von Mückenstichen, Fußball und Wasserschlachten {unser Jahrhundertsommer mit Babybauch}

Wo andere noch mitten in den Sommerferien stecken, haben wir schon wieder die zweite Woche Schule und Kindergarten.
Ich muss zugeben, dass ich dieses Jahr ein wenig Bedenken hatte, wie ich die Sommerferien mit meinen drei Jungs so meister. Zum einen waren es das erste Mal 6 Wochen Ferien, da mein größter Sohn erst letztes Jahr ein geschult wurde und zum anderen habe ich noch 2 Wochen bis zum Geburtstermin vom kleinen Bruder und war so die Ferien über hochschwanger und kugelrund.

Aber dann wurden es wieder Erwartens wunderbare Ferien und die Zeit ging rasend schnell um.
Erstmal waren wir für 10 Tage auf einem Bauernhof in Bayern. Die Fahrt war wirklich die Hölle, weil sitzen für mich nur noch unter Schmerzen geht und 8 Stunden Autofahrt da nicht wirklich das schönste für mich ist. Irgendwann waren wir aber da und nachdem die ersten Tage von Trotzanfällen und streiten und ärgern unter den Geschwistern bestimmt waren, hatten sich endlich alle eingewöhnt und es wurde von Tag zu Tag entspannter.

Wir verbrachten den Tag am Pool, die großen haben unentwegt Fußball gespielt und der kleine hatte alle Hände voll zu tun mit dem Traktor das Heu in die Scheune zu transportieren.
Daneben gab es frische Milch (leider nicht für mich) und Eier vom Hof und jeden Tag ein Eis für die drei Schleckermäuler.
Vor dem Urlaub hatte ich mir zum Ziel gesetzt, dass wir uns dort endlich auf einen Namen für den kleinen Bruder einigen. Schließlich war ich jenseits der 30. Woche und irgendwann musste das Kind ja mal einen Namen bekommen. Bisher kamen wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner und unsere beiden Namenslisten war lang aber keine wollte die des anderen.
Wie es der Zufall so will, machte ein kleiner Junge auf dem Bauernhof Ferien, dessen Name mir noch gar nicht in den Sinn kam. Ziemlich schnell war dann klar, dass das unser Name für den kleinen Bruder werden wird. Endlich konnten wir uns einigen und allein deshalb hat sich die lange Fahrt in den Urlaub gelohnt.

Wieder zu Hause musste mein Mann wieder auf die Arbeit düsen und ich war allein mit den wilden Jungs. Uns kam das gute Wetter zugunsten und wir haben schnell eine wunderbare Ferienroutine entwickelt. Die drei durften im Schlafanzug frühstücken und dann den ganzen Tag im Garten verbringen. Das Planschbecken wurde morgens befüllt, damit es Mittags eine angenehme Temperatur hatte, die Fußballtore wurden kaputt gekickt und ich bekam den ein oder anderen Wasserpistolenspritzer ab.
Auf große Unternehmungen hatten wir alle keine wirkliche Lust und so blieb es beim Garten und der Eisdiele. Slow living war unser Motto und auch wenn ich erst ein schlechtes Gewissen hatte, dass die Jungs in den Ferien nichts erlebt haben, waren doch irgendwie alle glücklich und zufrieden.
Manchmal heißt tolle Sommerferien auch einfach den ganzen Tag Fußball spielen, mit dem Wasserschlauch am Spielturm eine Wasserrutsche bauen und nackig durch den Rasensprenger zu laufen. Sandverschmiert Eis essen, Waffeln im Garten zum Abendessen verputzen und mittags stundenlang Hörspiele hören und Mamas Babybauch beim Wachsen zuschauen.

Ein bisschen produktiv waren wir dann aber doch noch. In den ersten Ferienwochen habe ich mit den Jungs das Babyzimmer gestrichen, umgeräumt und eingerichtet und alle Strampler und Bodys aus dem Keller geholt, gewaschen und einsortiert. Auch die ganzen Näharbeiten, die ich mir für das Baby vorgenommen habe, konnte ich fertig bekommen.

Ich würde lügen, wenn ich nicht auch sagen würde, dass es auch durchaus stressig war. Einkaufen mit drei Kindern und Hochschwanger gleicht einem Triathlon und für einen Termin beim Frauenarzt musste mein Mann extra später zur Arbeit und ich mich abhetzen möglichst schnell wieder zu Hause zu sein.
Nachdem nun fast die zweite Woche Schule und somit Alltag rum ist, sehne ich mich nach den Ferien zurück. Morgens alle drei pünktlich fertig zu bekommen grenzt schon an einer schier unmöglichen Mission, aber sie abends vor 21 Uhr ins Bett zu bekommen ist so unwahrscheinlich wie ein Lottogewinn, wenn man gar kein Lotto spielt.
Immerhin hat die Hitze ein wenig nachgelassen, denn bei 36°C im Schatten den Jungs beim Fußball Training zuschauen ist jetzt auch nicht besonders erholsam.

Jetzt kommt also die spannende Zeit. Wann wird sich der kleine Mann auf den Weg zu uns machen? Ich rechne eher mit September, aber theoretisch könnte er jederzeit kommen. Am liebsten wäre mir ja der gleiche Ablauf wie bei der letzten Geburt. Da sind wir ins Krankenhaus als die Kinder schon im Bett waren und mein Mann war schon wieder zurück als sie morgens aufgewacht sind. Besser ging es nicht.
Also bitte wieder genau so. Aber die Wehenschmerzen, die dürfen ruhig ein bisschen weniger heftig sein (sprach das rosa Einhorn).

Soul Food {Sticky Salmon mit Kokosreis und Brokkoli}

Es gibt sie immer wieder, diese Tage, an denen man mit dem falschen Fuß aufsteht, an denen einfach alles schief läuft, an denen man sich am liebsten den ganzen Tag im Bett verkriechen möchte.
Was an diesen Tagen hilft ist die Sicherheit, dass morgen alles besser wird und sich selbst etwas Gutes zu tun. Ich koche mir dann immer ein Wohlfühlessen, nur für mich. Soulfood.
Das tut so gut und danach sieht die Welt gar nicht mehr so grau aus.

Mein liebstes Soulfood derzeit ist Sticky Salmon. Cremiger Lachs in einer süß-salzigen, klebrigen Sauce mit knackigen Brokkoli und Kokosreis. Das ist so wahnsinnig lecker. Im Prinzip könnte ich das jeden Tag essen. Zudem ist es auch noch gesund. Omega-3 Fette aus dem Lachs, Vitamine aus Brokkoli und Vollkornreis.
Meine Jungs freuen sich an diesen Tagen über Maultaschen oder Schupfnudeln mit Brokkoli und ein paar Lachsstückchen. So bekommen alle ihr Lieblingsessen und wenn es für die Jungs dann noch Eis zum Nachtisch gibt, sind alle glücklich und zufrieden.

Sticky Salmon mit Kokosreis und Brokkoli
für 2 Personen

Sticky Salmon

400 g Bio Lachsfilet
1/2 EL Kokosöl oder Rapsöl
1 große oder 2 kleine rote Zwiebel
4 Knoblauchzehen
25 g Kokosblütenzucker (Ersatz: brauner Zucker)
25 g Birkenzucker (oder mehr Kokosblütenzucker)
4 EL dunkle Sojasauce
4 EL Fischsauce
1 Limette

Am besten erst den Reis zubereiten und dann mit dem Lachs anfangen.

Die Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Ringe schneiden.
Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden
Das Kokosöl in einem kleinen Topf oder tiefen Pfanne erhitzen und Zwiebeln mit Knoblauch weich dünsten.
Sojasauce, Fischsauce und die beiden Zucker einrühren und aufkochen lassen.
Bei schwacher Hitze dicklich einkochen.
Lachs häuten, in große Würfel schneiden und in die Sauce rühren.
Für etwa 5 Minuten ziehen lassen.
Limette auspressen und zum Lachs geben.
Weitere 2-5 Minuten sanft köcheln bis der Lachs gerade so durch ist.

Reis auf Schalen verteilen, einige Brokkoliröschen draufgeben und alles mit dem leckeren Lachs samt Sauce bedecken.
Dann eintauchen und genießen.


Kokosreis und Brokkoli

150 g Jasminvollkornreis
220 mL Wasser
2 EL Kokosmilch (am besten vom festen Cremanteil)

1/2 Brokkoli
Gemüsebrühe

Wasser und Kokosmilch zum Kochen bringen und Reis einrühren.
Sofort auf kleinste Hitze stellen und für 25 bis 30 Minuten garen.

Brokkoli in Röschen teilen, waschen und abtropfen lassen.
Etwa 1,5 Liter Gemüsebrühe aufkochen und Brokkoliröschen für etwa 5-7 Minuten bissfest dünsten.

Mädel oder Bub {die lang ersehnte Antwort}

Jetzt habe ich fast nicht mitbekommen, dass ich heute bereits in der 29. Schwangerschaftswoche bin.
Durch meine drei Jungs und unseren Alltag fliegen die Tage und Wochen nur so dahin.
Nächste Woche startet Woche 30 und dann wird es doch langsam ziemlich real.
In nicht allzu ferner Zukunft werde ich ein Kind zur Welt bringen. Ich weiß noch nicht so recht, wie ich mich bei dem Gedanken fühle.
Vorfreude – klar, aber auch große, wahnsinnig große, Bedenken. Wie wird die Geburt? Sind die Schmerzen wirklich so unerträglich, wie ich in Erinnerung habe (ja, sind sie)? Werden die Jungs währenddessen gut versorgt sein?
All so Fragen kreisen fast täglich durch meinen Kopf und doch schiebe ich sie immer ganz weit weg – denn es ist doch noch sooo lange hin bis Ende August (…denkst de…).
Aber irgendwie wird sich alles finden und planen kann man eh nicht viel, dass weiß ich mittlerweile.

Eine Frage hat sich allerdings schon geklärt.
Ob wir denn einen vierten Buben bekommen oder ein Mädel.

Die Jungs waren da sehr gespalten welcher ihr Favorit ist. Sohn eins wünscht sich einen Bruder (wir bekommen doch eh nichts anderes), Sohn zwei eine Schwester (wir haben doch schon so viele Jungs) und Sohn drei ein Baby (den Wunsch kann ich auf alle Fälle erfüllen).
Mein Mann wollte weitere Unterstützung des männlichen Geschlechts und mir ist es eigentlich Wurscht. Wie ich schon in einem der letzten Beiträge geschrieben habe, bin ich einfach nur so überglücklich, dass beim Organscreening alles in Ordnung war und das Baby gesund sein wird, dass das Geschlecht wirklich an letzter Stelle steht.

Mädel oder Junge, beides hat Vor-  und Nachteile.
Wenn ein Mädel kommt, gibt es mal Abwechslung (wobei jedes neue Kind sowieso ganz anderes ist als die anderen), wir haben schon laaange einen Namen und meinen Spielzeug Ponys aus Kindheitstagen würde wohl mehr Beachtung geschenkt werden.
Allerdings wird es auf alle Fälle Kostenintensiver. Denn ein paar Mädchen Sachen würde es schon bekommen und ich vermute mal stark, dass es, wenn es älter wird, auch „Mädchen Spielsachen“ haben möchte (spätestens im Kindergartenalter kommt wohl so oder so die rosa Phase).

Mit einem Jungen hingegen kenn ich mich aus. Wir haben nahezu alles da was ein kleiner Bruder bräuchte. Nach drei Jungs ist das Haus einfach gut ausgestattet und Anziehsachen haben wir auch nicht zu wenige. Ich fühle mich wohl als Jungsmama und alle drei sind absolute Mamakinder.
Käme da nicht die Tatsache ins Spiel, dass das Kind einen Namen braucht. Und sich auf einen zu einigen würde wohl eine große Herausforderung werden.

Als alter Hase in Sachen Ultraschall habe ich, schon bevor der Arzt uns sagte was es wird, es selbst gesehn.
Mein Mann erkennt ja wirklich gar nichts auf den Bildern am Bildschirm, selbst wenn der Arzt uns dies und jenes zeigt.
Für mich war aber deutlich sichtbar, dass da eindeutig zu erkennen war, dass die Jungs einen kleinen Bruder bekommen.
Ja, unser Jungs Kleeblatt wird vollständig. Wir bekommen unseren vierten Jungen.
Auch wenn das vielleicht nicht alle glauben, aber ich bin glücklich.

Zugegeben, am Anfang war es etwas seltsam für mich. Ich hatte nämlich die ganze Schwangerschaft über das Gefühl, dass es ein Mädchen wird. Die Schwangerschaft war so anders und mein Gefühl lag sonst immer richtig.
Ich musste also im Kopf etwas umdenken und mich auf einen Jungen einstellen. Nach ein paar Tagen kam es aber bei mir an und seitdem freue ich mich eine Jungsmama von bald vier Buben zu sein.
Das mit dem Namen stellt sich aber als wirkliches Problem dar. Wir kommen einfach auf keinen der uns beiden zu 100% gefällt.
Nach drei Jungs (also 6 bereits vergebenen Jungsnamen) wird das nicht einfacher zumal der Name auch zu den anderen passen und einen anderen Anfangsbuchstaben haben soll.
Nachdem wir beide unsere Listen erstellt haben, war schnell klar, dass wir sehr unterschiedliche Vorlieben haben.
Noch bekomme ich keine Panik, dass das Baby namenlos ist, denn es ist ja noch soooo lange hin bis Ende August.

Falls ihr also Vorschläge habt, könnt ihr diese gerne mit mir teilen. Ich kann langsam keinen Namenslisten und „die schönsten Jungsnamen des Jahres“ mehr sehen und die Vorschläge unserer Jungs sind auch nicht wirklich brauchbar.
Ich vertraue einfach mal darauf, dass sich, wie bei den anderen auch, alles finden wird. Am Ende wird der Kleine einen Namen haben und am Ende wird es genau der richtige Name sein.

„Das darf man nicht!“ {Wer bestimmt wie Erziehung auszusehen hat?}

Neulich wartete ich mit meinen zwei Kleinen in der Musikschule.
Der Große klimperte auf dem Klavier rum und während meine Jungs die Spielecke stürmten, surfte ich ein wenig mit meinem Handy durch Instagram und Facebook. Die freie Zeit sollte genutzt werden um ein bisschen sozial Media zu betreiben.

Neben mir saßen drei Mamas, die ebenfalls auf ihre Kinder warteten.
Ich wollte ihrem Gespräch wirklich nicht lauschen, aber das ist ganz schön schwierig, wenn man direkt daneben sitzt und lautstark diskutiert wird.
Also drang der ein oder andere Gesprächfetzen (seien wir ehrlich – das ganze Gespräch) in mein Ohr.

Es ging um wiederum andere Mamas die sich in ihrer Kindererziehung unmöglich verhalten.
Ein Kind sei hingefallen und die Mutter gab zum Trost (jetzt kommts) Gummibärchen! Die Empörung der zuhörenden Mama war deutlich zu spüren…
„Das darf man doch nicht!!!“
„Unmöglich!“
„Sowas macht man nicht!“

Es ging dann noch um einige andere Fauxpas diverser Eltern. Es war recht amüsant zuzuhören, was man alles nicht darf und was sich nicht gehört.
Ich fragte mich, wer denn bestimmt, was sich gehört, was gute Erziehung ist, was richtig und falsch zu sein hat?

Wie auch die sich unterhaltenden Mamas würde auch ich meinen Kindern keine Süßigkeiten oder sonstige Ablenkungen geben, wenn sie sich weh getan haben. Trösten, kuscheln und bei ihnen sein ist meine Methode der Wahl. Süßigkeiten als Trostpflaster halte ich schon immer für falsch.
Aber wenn jemand das anders handhabt würde ich mich nie anmaßen, das zu kritisieren. Jeder muss doch seine Erziehungsmethode selbst festlegen dürfen und es so machen wie es für sie und das Kind am besten passt. Wenn das für die besagte Mama nun mal der einfachste Weg ist, dann ist das so.
Zudem weiß man auch nie was schon alles gewesen ist an diesem Tag. Vielleicht macht die Mama das auch nur, weil sie selbst total kaputt und erschöpft ist und keine Nerven mehr hat das Kind ewig zu trösten?
Man steckt doch nie drin und sieht nur die augenblickliche Situation.

Falsch oder richtig in der Erziehung muss am Ende jeder für sich entscheiden. Natürlich spreche ich hier nicht von offensichtlichen Verboten wie körperlicher oder seelischer Gewalt. Da hört die Selbstbestimmung in der Erziehung auf.
Aber bei sonstigen Themen wie Süßigkeiten, Medienkonsum, Hausarrest, Strafen und Belohnung muss jeder seinen Weg finden.
Es ist klar, dass es Erziehungsstile gibt, die nachweislich besser für das Verhältnis von Eltern und Kind sind, die das Leben respektvoller und harmonischer gestalten. Aber wenn dies und jenes für die eigene Familie nicht passt, muss man eigene Wege finden.
Wer darf bestimmen was richtig ist? Machen die urteilenden Mamas alles richtig? Mit Sicherheit werden einige ihrer Erziehungsmaßnahmen mir auch nicht gefallen, denn nicht alles passt für alle.
Darüber zu Urteilen ist nicht mein Recht.

Ich schaue da lieber in mein eigenes Leben. Denn mir gefällt auch nicht immer, wie ich auf Situationen reagiere, besonders nicht abends nach einem harten Tag mit den drein. Da würde ich auch manchmal gern neben mir stehen und mit erhobenen Zeigefinger sagen, was ich alles falsch mache. Ich muss täglich an mir arbeiten um irgendwann dahin zu kommen, wo ich als Mama gerne sein würde.
Das alles wird mit steigender Kinderzahl nicht einfacher. Besonders jetzt in der Schwangerschaft bin ich nicht besonders energiegeladen, leicht reizbar und eigentlich den ganzen Tag müde.
Da hilft es auch nicht, dass sich zwei Kinder in der Zahnlückenpupertät und eins in der Trotzphase befinden. Aber wir müssen uns alles jeden Tag den Herausforderungen als Familie stellen.
Richtig mache ich dabei nicht alles, wahrscheinlich nicht mal die Hälfte. Daraus zu lernen und zu wachsen ist meine Aufgabe als Mama.

Erziehung ist eine schwierige Aufgabe und ob man es „gut“ gemacht hat, wird sich erst Jahre später zeigen. Jeder gibt dabei sein bestes und keiner sollte den anderen für seinen Stil verurteilen.
Wir sitzen doch alle im gleichen Boot. Wir möchten nur das beste für unsere Kinder, möchten sie zu liebevollen, respektvollen, starken Menschen erziehen oder besser gesagt, zu begleiten.
Denn Erziehung ist Begleitung. Dabei sein, da sein, den Weg zeigen (auch wenn dieser nicht immer eingeschlagen wird) und versuchen ein gutes Vorbild zu sein (wohl die schwierigste Aufgabe überhaupt).
Und dabei die ganze Zeit hoffen, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist und man irgendwann sagen kann, ich glaube, ich war gar nicht so eine schlechte Mutter,  wie ich an manchen Tagen dachte.
Und vor allem, dass sich die Jungs irgendwann an eine schöne Kindheit zurückerinnern. Das wäre mir schon Bestätigung genug.
Dann ist es mir auch egal ob andere meine Erziehung gutheißen oder missbilligen. Hauptsache meine Jungs sind glücklich – dann bin ich es auch.