Wie aus 1001 Nacht {Huhn-Aprikosen-Tagine mit rote Linsen Couscous}

Seit unserer Marokkoreise im Jahr (grübel) 2008 (glaube ich – ach Du meine Güte bin ich alt) sind wir der orientalischen Küche verfallen.
Wir lieben Tagine und Couscous – die Gewürze und Gerüche nach Orient und fremden Welten.
Leider kann ich unsere Tagine seit unserem Umzug nicht mehr verwenden, sondern nur noch als Dekoelement benutzen.
Wir haben sie bei unserer Rundreise mitgebracht und da sie original aus Ton ist, ist sie auf unerem Induktionsfeld nicht zu gebrauchen.
Ich spare allerdings auf eine induktionsfeldtaugliche Tagine von LeCreuset – die kostet in einer Größe für 5 und mehr Personen allerdings so ein klitze kleines bisschen…

Bis dahin bereite ich orientalische Schmorrgerichte in einem normalen Alugusstopf zu. Vielleicht wird es nicht ganz so zart und aromatisch – aber immer noch so wahnsinnig lecker – Geschmacksexplosion.
Taginegerichte dauern normalerweise sehr lange. Fleisch und Gemüse werden langsam geschmorrt bis alles weich und saftig und wunderbar würzig ist.
Im Alltag muss es aber meist schnell gehen und daher bin ich froh, dass diese schnelle Tagine auch herrlich lecker ist und in Windeseile auf dem Tisch steht.
Mein Sandwichsohn liebt sie sehr. Hühnchen und getrockenete Aprikosen sind für ihn einfach eine sehr beliebte Kombination. Dazu liebe ich Couscous mit roten Linsen, Datteln und Mandeln.
Den Couscous könnte ich auch einfach so – schüsselweise – essen. Hulsenfrüchte sind zudem sehr gesund und eiweißreich. Die Beilage ist auch sehr schnell zubereitet und steht innerhalb von 20 Minuten fertig auf dem Tisch – perfekt!
Dieses Gericht schmeckt mit Hähnchenschenkelfleisch am besten. In Australien habe ich es fertig ausgelöst ohne Knochen und Haut kennen gelernt. Dort habe ich nur damit gekocht. Es schmeckt sehr saftig und aromatisch. Hier bekommt man es in dieser Form nicht so oft zu kaufen. Ihr könnt aber euren Metzger danach fragen oder es selbst vom Knochen und der Haut befreien – oder einfach Innenbrustfilet verwenden.

Huhn-Aprikosen-Tagine
für 4 Personen

700 g ausgelöstest Hähnchenschenkelfleisch ohne Haut (Alternativ: Huhninnenbrustfilet)
1 große Zwiebel
25 g Ingwer
1 TL gemahlener Koriander
Kokosöl
1/4 TL Safranfäden
2 Cylon Zimtstangen
75 g getrocknete Aprikosen
250 g Möhren
Meersalz
Korianderblätter

Zwiebeln schälen und würfeln.
Ingwer schälen und fein reiben.
Einen großen Schmorrtopf erhitzen und das Fleisch in 1 bis 2 TL Kokosöl scharf anbraten.
Herausnehmen und beiseitestellen.
Einen weiteren TL Kokosöl im Topf erhitzen und Zwiebeln, Ingwer und Koriander sanft darin anbraten bis die Zwiebeln glasig sind.
Aprikosen halbieren und mit Safranfäden und Zimtstangen zu den Zwiebeln geben.
Möhren schälen, dritteln und in feine Stifte schneiden.
Zusammen mit 150 mL Wasser, einer guten Prise Salz und dem Hähnchenfleisch in den Topf geben.
Aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel für 20 Minuten köcheln.
In dieser Zeit den Couscous zubereiten (Rezept siehe unten).
Nun den Deckel abnehmen und für weitere 10 Minuten leicht einkochen lassen.
Mit dem rote Linsen Couscous auf Tellern verteilen und mit frischen Korianderblättern bestreuen.
Genießen!

rote Linsen Couscous mit Datteln und Mandeln
für 4 Personen

30 g gestiftete Mandeln
100 g rote Linsen
1 Zwiebel
Kokosöl
Meersalz
100 g Couscous
2 Medjool Datteln
Zimt

Mandeln in einem Topf ohne Fett rösten bis sie duften und leicht braun sind.
Herausnehmen und beiseitestellen.
Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden.
1 TL Kokosöl im Topf erhitzen und Zwiebelringe mit 1/2 TL Meersalz bei niedriger Hitze glasig dünsten.
Linsen zugeben und 400 mL Wasser angießen.
Aufkochen und für 10 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen.
Couscous einstreuen, umrühren und für 5 Minuten weiterköcheln.
Die Datteln in dünne Scheiben schneiden und mit Mandeln und einer Prise Zimt unter den rote Linsen Couscous rühren.

cremiges Dhal mit frischem Naanbrot {Lieblingsessen}

Jeden Mittag, wenn ich die Kinder vom Kindergarten abhole, kommt als erstes die Frage, was es denn zum Essen gibt.
Das ist der entscheidende Punkt, an dem die Stimmung kippt oder nicht.
Bei Curry ist die Stimmung ziemlich gut, aber nur, wenn es auch frisches Naanbrot dazu gibt. Da sind meine Jungs ziemlich verwöhnt.
Letzte Woche hatte ich einmal keine Zeit um Brot zu backen und das sorgte gleich für betrübte Gesichter. Curry ohne Naan? Geht doch nicht!

BigBro mag am liebsten Curry mit Huhn, littleBro mein Blumenkohl-Cashew-Curry und tinyBro isst eigentlich immer nur das Naan. Alle drei essen allerdings Curry Meatballs am liebsten. Dieses aber am besten mit Ofenkartoffeln.
Ich könnte mich in jegliche Curryart einfach nur reinlegen. Meine neue Liebe ist aber Linsencurry, das man unter Dhal, Daal oder Dal kennt. Zum einen ist es super fix gemacht und zum anderen ist es unglaublich gesund. Rote Linsen sind ein wahres Superfood.
Meine Variante entspricht dabei nicht dem traditionellen Dhal. Ich habe es mit Datteln und Cashewmus verfeinert und so ist es unsagbar cremig.

Falls Reste übrig bleiben, eignet es sich gut gekühlt auch prima als Brotaufstrich. Total lecker mit frischem Gemüse belegt.
Wenn man, wie wir, immer alle Zutaten im Schrank hat, ist es ein super ich-hab-nichts-zu-essen-im-Haus Gericht.
Am besten schmeckt es den Kindern und mir, wenn man es, wie in Indien, ohne Besteck und nur mit Naanbrot isst. Da es recht dickflüssig ist, kann man es super zwischen einer Naanscheibe greifen und verspeisen.

Das Naanbrot erfordert etwas mehr Zeit, aber die Mühe lohnt sich. Es ist absolut kein Vergleich zu dem Naan, was man im Supermarkt kaufen kann. Wenn man einmal dabei ist, macht man gleich die doppelte Menge und friert das fertig gebackene Brot ein. Die einzelnen Fladen sind schnell aufgetaut und schmecken dann wie frisch gebacken.
Das fertige Naan wickel ich immer in einem Geschirrtuch ein. So bleiben sie schön weich und warm.

Wie ihr wisst, leben wir nicht vegan, essen aber gerne ein paar Mal die Woche ganz ohne tierische Produkte. Da passt das Dhal hervorragend und das Naan kann man mit Sojaghurt und Eiersatz auch vegan gestalten.
Wenn man es wenig würzt ist es auch ein prima Babybrei. Für das Baby kann man dann eine Portion abnehmen bevor man die Zwiebeln unterrührt. Auch das Naanbrot essen kleine Kinder und Babys gerne.

Naan Brot
für 6 Stück

150 g Dinkelvollkornmehl
100 g Dinkelmehl
75 mL warmes Wasser
1 TL Trockenhefe
1 TL Kokosblütenzucker
1 TL Salz
80 g Joghurt oder Sojaghurt
1 EL Traubenkernöl
1 Ei (oder 1 EL Sojamehl + 2 EL Wasser)

Hefe mit Kokosblütenzucker und Wasser verrühren und 20 Minuten ruhen lassen.
Die Mehlsorten mit dem Salz in einer Schüssel mischen.
Hefewasser, Joghurt, Ei und Öl zugeben und zu einem glatten Hefeteig kneten.
Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort für etwa 1 Stunde gehen lassen.
Teig aus der Schüssel nehmen, in 6 Stücke teilen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Bällchen formen.
Zudecken und weiter 10-15 Minuten ruhen lassen.
Eine schwere Pfanne erhitzen. Teigbällchen jeweils zu einem Oval dünn ausrollen und in die Pfanne geben.
Für etwa 2 Minuten braten und dann wenden. Eine weitere Minute weiterbacken bis das Naan schön aufgegangen und fertig gebacken ist. Ein paar dunkle Stellen stören hierbei nicht.
Naan in ein Geschirrtuch wickeln und die weiteren Brote ebenso backen.

cremiges Dhal
Linsencurry für 4 Personen

2 Möhren
1 Pastinake
Kokosöl
200 g rote Linsen
700 mL dünne Gemüsebrühe
1 TL Kurkuma
1 TL Salz
2 Medjool Datteln
1 große Zwiebel
1 TL Kreuzkümmel Samen
Traubenkernöl
1 EL Cashewmus (oder Mandelmus)
frischer Koriander
Sea Salt Flakes

Möhren und Pastinake schälen und sehr klein würfeln.
1 TL Kokosöl in einem großen Topf zerlassen und das Gemüse darin für 10 Minuten sanft anbraten.
Die Linsen unterrühren und Gemüsebrühe angießen.
Datteln entsteinen und fein würfeln. Mit Kurkuma und Salz zu den Linsen geben und aufkochen lassen.
Bei kleiner Hitze mit geschlossenem Deckel für etwa 15 Minuten köcheln.
In dieser Zeit die Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden.
In einer kleinen Pfanne die Zwiebelscheiben und die Kreuzkümmelsamen in 1 TL Traubenkernöl für 10 Minuten weich und glasig braten.
Das Cashewmus und die Zwiebelmischung in das Dhal rühren bis alles schön cremig ist.
In Schüsseln füllen, mit Korianderblättern und Sea Salt Flakes bestreuen und mit Naan Brot essen.

 

Zucchini Hirse Auflauf mit Haselnüssen {gesundes Wohlfühlessen}

Diese Woche verläuft bisher gemächlich.
Mich hat seit Sonntag eine miese Erkältung im Griff. Immerhin ist gestern Abend das Fieber runter gegangen und ich komme auch wieder ohne Schmerzmittel aus.
Den Jungs ist meine Krankheit natürlich herzlich egal und der Alltag muss weiter laufen. Irgendwie geht das schon. Nur blöd, dass ich ausgerechnet diesen Samstag einen Stampin‘ Up Bastelworkshop bei uns zu Hause habe und so noch alles für meine zehn Gäste vorbereiten muss. Ich sitze also abends mit reichlich Tee und triefender Nase am Schreibtisch und versuche mich so gut es geht zu konzentrieren.

Alle weiteren Aktivitäten, die wir uns für die letzten Tage vorgenommen hatten, mussten aber ein wenig weichen.
Heute stehen allerdings wieder viele Termine im Kalender. Zuerst die Schuluntersuchung mit bigBro, die mir als Mama ganz schön an die Substanz geht. Sie führt mir noch einmal deutlich vor Augen, dass in einem halben Jahr mein kleines „Baby“ einen weiteren großen Schritt in seine Unabhängigkeit machen wird. Ich werde als Mama weniger gebraucht. Das merke ich jeden Tag.
Loslassen gehört halt auch zum Leben einer Mama. Da habe ich noch einiges vor mir.
Nachmittags haben wir die erste Probestunde für den wöchentlichen Klavierunterricht und ich bin sehr gespannt wie es meinem Sohn gefällt. Konzentration ist nicht gerade seine Stärke. Der Wunsch ein Musikinstrument zu erlernen kommt aber von ihm. Allerdings weiß er nicht, was das bedeutet und dass man dafür üben muss. Es wird sich also zeigen, ob er richtiges Interesse entwickelt oder nicht.

Um meiner Krankheit den Kampf anzusagen und möglichst bald zu besiegen, versorge ich meinen Körper mit viel heißem Tee, frischem Obst und Gemüse und gesundem Essen.
Also eigentlich ziemlich genau so wie jeden Tag. Besonders wichtig ist mir aber der Wohlfühlfaktor. Ich wähle bewusst Gerichte, die gesund sind und der Seele gut tuen.
Abends gibt es heiße Suppen und mittags frische Kokosbrötchen mit Hummus und Ofengemüse oder diesen wahnsinnig leckeren Zucchini Hirse Auflauf mit gehackten Haselnüssen.

Hirse ist so gesund. Sie liefert viel Eiweiß und Eisen, hat gesunde Fette und viel Zink und B-Vitamine.
Am besten trink man ein kleines Glas Orangensaft dazu um die Eisenaufnahme zu fördern. Ich esse zum Auflauf auch gerne ein paar grüne Apfelschnitze oder einen Klecks Apfelmus. Die Kombination von herzhaft und süß mag ich einfach sehr gerne.
Für eine reichliche Ladung Gemüse sorgt die Zucchini und die Haselnüsse geben extra Power dank Eiweiß, Kalzium und ungesättigten Fettsäuren.

Das ist für mich ein richtiges Wohlfühlessen. Meine Jungs haben wieder sehr ausgewählt gegessen. BigBro nur die Hirse, littleBro die Zucchini und tinyBro nicht wirklich viel, aber er ist derzeit etwas schwierig was Essen angeht. Da er sich auch nur schwer die Zähne putzen lässt, gehen wir davon aus, dass sich die letzten Backenzähne ankündigen.
Kinder lieben den Auflauf mit einer einfachen Tomatensauce. Ich brate dazu etwas Knoblauch an, gebe dann eine Dose passierte Tomaten, Salz und Pfeffer dazu und lasse alles ein wenig köcheln. Am Ende noch einen Schuss Essig und klein gehackten Basilikum und fertig.
Falls eure Kleinen auch gerne herzhaft-süß essen, passt. wie gesagt, auch frischer Apfelmus sehr gut zum Auflauf.
Einfach 3 oder 4 Äpfel würfeln, in wenig Wasser weich köcheln und pürieren.
Der Auflauf ist auch prima für kleine Kinder und Babys und auch gerne als Baby Led Weaning (BLW) geeignet. Dabei aber bitte kein oder nur wenig Salz verwenden und natürlich die Nüsse weglassen.

Ich mag meinen Hirseauflauf am liebsten mit einen Tomatensalat aus kleinen Kirschtomaten. Das schmeckt herrlich frisch und die knackigen Tomaten geben einen schönen Kontrast zum samtweichen Auflauf.
Am nächsten Tag schmeckt er kalt übrigens auch sehr gut. Demnach also auch perfekt, um ihn mit zur Arbeit zu nehmen.

Zucchini Hirse Auflauf mit Haselnüssen
für 4 Personen

150 g Hirse
250 mL Mandelmilch
Salz
schwarzer Pfeffer
500-600 g Zucchini (2-3 Stück)
2 EL Kokosöl
2 EL gehackte glatte Petersilie
4 Eier, Größe L
120 g Kokosmilch (aus der Dose)
100 g Pecorino oder Gruyère
50 g Haselnüsse

Die Hirse in einen Topf geben und mit reichlich Wasser bedeckt für mindestens 2 Stunden einweichen.
Wasser abgießen.
150 mL Mandelmilch, 150 mL frisches Wasser und eine Prise Salz zugeben und zugedeckt aufkochen lassen.
Bei geringer Hitze für 15 Minuten bissfest köcheln.
In dieser Zeit die Zucchini in dünne Scheiben schneiden.
Kokosöl in einer großen Pfanne erhitzen und Zucchinischeiben bei kleiner Hitze für 20 Minuten braten, dabei gelegentlich umrühren.
Mit Petersilie, Salz und frisch gemahlenen Pfeffer würzen und mit der Hirse mischen.
Käse reiben und mit Eiern, restlicher Mandelmilch (100 mL) und Kokosmilch verquirlen.
Hirse-Zucchini-Mischung zugeben, verrühren und in eine Auflaufform füllen.
Haselnüsse grob hacken und auf dem Auflauf verteilen.
Bei 180°C für etwa 20 Minuten backen.
Warm, lauwarm oder kalt – der Auflauf schmeckt eigentlich immer lecker.
Wer mag serviert ihn mit einer simplen Tomatensauce, Apfelmus oder probiert einen frischen Tomatensalat dazu, was überaus köstlich ist.

*wenn kleine Kinder oder Babys mitessen, die Salzmenge reduzieren und keine Haselnüsse draufgeben

Ofengericht für kalte Wintertage {Kürbis-Süßkartoffel-Gemüse mit Hühnchen, Orangen und Zimt}

kuerbis

Vereinzelt findet man im Gemüseladen noch Kürbisse. Aber bald wird die Zeit leider vorbei sein.
Da sie sich jedoch prima lagern lassen, haben wir uns bereits einen Vorrat im Keller angelegt. Man muss nur darauf achten, dass die Schale keine Verletzungen hat, sonst können die Kürbisse anfangen zu schimmeln.
Ab und an mal betrachten kann auch nicht schaden. So habe ich heute noch einen Butternutkürbis gerettet, der in den nächsten Tagen das Zeitliche gesegnet hätte.

Gerade bei kaltem Herbst- und Winterwetter liebe ich Ofengerichte. Zum einen übernimmt so die Küche das kochen und man kann die Zeit mit Vorlesen oder Tee trinken verbringen, zum anderen zieht dann immer ein herrlicher Duft durchs Haus und in der Küche wird es gemütlich warm.
Die Jungs und wir lieben dieses schmackhafte Ofengericht mit viel Gemüse und Huhn besonders gerne. Die drei sind besonders scharf auf ihre Knochen zum knabbern. Das Gemüse ist jetzt nicht sooo sonderlich interessant, wobei littleBro es auch sehr gerne isst. Ich dagegen esse fast nur das Gemüse und überlasse das Fleisch den Männern des Hauses.
Meist gibt es dazu noch frisches Baguette für die Herren und einen großen, grünen Salat für mich (tinyBro hat doch tatsächlich angefangen auch Salat zu essen, sensationell!).

Allein beim Betrachten der Bilder habe ich den Duft von Orangen und Zimt in der Nase.
Bis auf ein bisschen Schnibbeln am Anfang hat man auch kaum Arbeit mit diesem Gericht. Alles in eine Auflaufform geben, ab in den Ofen und für eine Stunde hat man nichts zu tun als den herrlichen Duft einzuatmen und vielleicht noch eine Flasche Weißwein aus dem Keller zu holen.
Ich für meinen Teil bleibe beim Wasser. An Silvester habe ich das erste Mal seit über sechs Jahren Alkohol getrunken. Wobei man bei einer Flasche Radler ja kaum von Alkohol sprechen kann.
Aber ich habe mich danach schon sehr lustig gefühlt. Daher bleibe ich lieber bei meiner Alkohol Abstinenz und genehmige mir dann am 31.12. wieder ein Schlückchen.

Man kann das Ofengericht auch prima vegetarisch / vegan zubereiten. Einfach das Hähnchen weglassen und dazu Hummus und Salat reichen.
Ein wunderbar gesundes Essen mit Gemüse und Eiweiß satt.
Wenn man erst nach dem Garen salzt, ist es auch ein prima Gericht für die ganze Familie samt Baby. Das Gemüse und Fleisch für das Baby dann Wahlweise pürieren oder als Fingerfood für Baby-Led-Weaning reichen.

Kürbis-Süßkartoffel-Gemüse mit Hühnchen, Orangen und Zimt
4-6 Personen

4-6 Hähnchenschenkel (je nach Fleischhunger), am liebsten Bio
1,3 kg Süßkartoffeln (orang- oder weißfleischig, gerne gemischt)
1 mittlerer (ca. 800 – 1000 g) Butternutkürbis
2 Zwiebeln
1 Bund frischer Salbei
2 Bio-Orange
3 Stangen Ceylon Zimt
1/2 TL gemahlenen Piment
Meersalz
300 mL Gemüsebrühe
2 Scheiben kräftiges Brot
2 EL Traubenkernöl oder Öl nach Wahl

Kürbis und Süßkartoffeln schälen und in etwas dickere Scheiben / Keile schneiden.
Ich schäle den Butternutkürbis nicht, da die Schale herrlich weich wird und dort ganz viele Nährstoffe vorhanden sind.
Eine Orange achten.
Zwiebeln schälen und ebenfalls in Spalten schneiden, so dass sie an den Enden noch zusammen hängen.
Das Gemüse und die Orange mit den Zimtstangen in eine große Auflaufform oder die Fettpfanne des Backofens geben.
Eine Orange auspressen, mit der Brühe zu dem Gemüse gießen.
Mit Piment und Salz würzen.
Die Hähnchenschenkel auf dem Gemüse verteilen.
Brotscheiben mahlen oder fein hacken und mit Öl mischen. Die Mischung auf die Schenkel verteilen.
Auflaufform bei 200°C in den Ofen geben und für etwa eine Stunde braten.
Mit einem kleinen Messer testen, ob das Fleisch gar ist (wenn man einsticht sollte klare Flüssigkeit auslaufen).

Aus dem Ofen nehmen und zusammen mit einem grünen Salat, Baguette, Hummus oder Joghurtdip genießen.

Wenn der Kürbis auf die Birne trifft {unglaublich leckere Kürbis-Birnen-Tarte}

kuerbis

Noch vier Türchen sind am Adventskalender zu sehen.
Morgen ist der letzte Kindergartentag und der Winter beginnt.
Es ist herrlich kalt draußen und alle haben eine Schnupfnase.
Die CD mit Weihnachtslieder dudelt rauf und runter.
Der Tannenbaum steht auf der Terrasse und wartet darauf aufgestellt zu werden.
Alle Geschenke sind verpackt und gut versteckt im Keller.
Ja, bald ist Weihnachten!

Ich habe die letzten Tage mit Geschenke einpacken und den ersten Vorbereitungen für die Feiertage verbracht und damit, den Essensplan für Weihnachten und Silvester zu schreiben.
Ich setze mich dann mit einer großen Tasse Tee und einen Stapel Kochbücher in unseren gemütlichen Sessel und blätter und schreibe und denke. Die Vorfreude auf die Gaumenfreuden ist bei allen groß und ich genieße es, leckere Sachen für uns auszusuchen. Ich suche nur noch jemanden, der das alles einkauft, kocht und backt. Interesse?
Dieses Jahr werden wir mal ausprobieren am ersten Weihnachtstag einen Brunch zu machen und erst gegen Abend das eigentliche Essen.
Die Kinder haben an einem Frühstück sowieso kein Interesse, da das Christkind bei uns die Geschenke in der Nacht zum 25.12. bringt und somit morgens ganz andere Dinge wichtiger sind.
So kann sich jeder von dem Büffet bedienen und beim Spielen hier und da etwas zwischen die Kiemen schieben. Ich muss mich mittags nicht ums Essen kümmern und wir können den ganzen Tag die neuen Spielsachen bestaunen, Weihnachtslieder und Geschichten hören und kucheln und lesen.
Brunch heißt für mich zwar früh aufstehen um alles vorzubereiten, aber ich liebe es am Weihnachtsmorgen im Schlafanzug – wenn noch alles still im Haus ist – in der Küche zu stehen und vor mich hinzubacken. Außerdem plane ich den Brunch so, dass ich das meiste bereits 1-2 Tage vorher vorbereiten kann.

Was auf keinen Fall fehlen darf, ist diese unglaublich leckere Kürbis-Birnen-Tarte.
Ich bin derzeit dezent im Tarte und Quiche Fieber und nach unzähligen Varianten mit Kürbis, habe ich bei dieser hier meine Liebe gefunden. Die Kombination aus Kürbis und Birnen ist so lecker, besonders für einen Brunch. Oben drauf gesellen sich noch karamellisierte Zwiebeln – hmmmmm, das gibt der Tarte den letzten Kick.
Die Tarte schmeckt warm und kalt, am besten mit einem grünen Salat. Wenn ich sie zu einem Brunch mache, bereite ich den Teig am Vortag vor, schneide alles klein und karamellisiere die Zwiebeln. Dann geht am nächsten Morgen alles ganz schnell.

Für die Füllung nehme ich am liebsten Butternutkürbis. Ich habe aber auch schon Hokkaido und Muskatkürbis verwendet und auch schon eine Mischung aus verschiedenen Kürbissen, da ich eh noch Reste da hatte. Die Abate-Birne würde ich allerdings nicht austauschen. Wenn sie noch sehr fest ist, schmeckt sie wunderbar süß-herb zu dem Kürbis. Ein Gedicht.
Für den Fall das Reste über bleiben, kann man die Tarte zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren. Wenn man mag, kann man sie bei 180°C für 5-10 Minuten aufbacken. Dabei eventuell mit Folie bedecken damit sie nicht zu dunkel wird.

Kürbis-Birnen-Tarte
für eine 28er Quicheform

100 g Dinkelmehl 630
100 g Dinkelvollkornmehl
60 g kalte Butter + 1 EL
200 g kalter Frischkäse
Salz
schwarzer Pfeffer
3 Eier
200 mL Milch
180 g Pecorino, gerieben
400 g Kürbis (vorbereitet gewogen)
1 große, feste Abate-Birne (ca 300 g)
4 EL Apfelsaft
1 EL Apfelessig
4 Knoblauchzehen
3 große Zwiebeln
Olivenöl
2 EL Kokosblütenzucker

Für den Boden die beiden Mehle mit 60 g kalter Butter, 100 g kalten Frischkäse, einer guten Prise Salz und 1 EL kaltem Wasser zu einem glatten Teig verkneten.
In Folie gewickelt für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

In der Zeit die karamellisierten Zwiebeln und die Füllung zubereiten.
Die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden.
1 EL Öl in einer Pfanne oder Topf erwärmen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze 20 Minuten ganz weich braten.
Den Kokosblütenzucker einstreuen und ein paar Minuten karamellisieren lassen. Beiseite stellen.

Für die Füllung den Knoblauch schälen und in ganz dünne Scheiben schneiden.
Kürbis nach Belieben schälen, entkernen und 400 g klein würfeln.
1 EL Butter in einer Pfanne erhitzen, Knoblauch und Kürbis scharf anbraten, salzen und mit Apfelsaft und Apfelessig ablöschen. Sofort den Deckel drauf setzen und bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten weich köcheln. Gegen Ende den Deckel abnehmen und die Flüssigkeit weitgehend verdampfen lassen.
Birne in Würfel schneiden und unterrühren. Füllung leicht abkühlen lassen.

Die Eier mit dem restlichen 100 g Frischkäse und der Milch verquirlen. Mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen.

Teig Ausrollen und den Boden und den Rand einer 28er Quicheform damit auslegen.
Die Hälfte des geriebenen Percorinos auf den Boden streuen, Kürbis und Birnen drauf verteilen und Eiermilch angießen.
Die Zwiebeln auf der Tarte verteilen und zum Schluss den restlichen Käse darüber streuen.
Bei 180°C für 30 Minuten backen.
Heiß, warm oder kalt servieren.

Mama, warum sind die Spätzle orange? Flöööt {Kürbisspätzle mit Mandel-Tomaten-Sauce zum reinlegen}

kuerbis

Es ist doch immer wieder eine Freude, die Gesichter der Kinder zu sehen, wenn diese an den Mittagstisch kommen und das Essen, was ich in mühevoller Arbeit auf den Teller gebracht habe, begutachten.
Alles jenseits ihrer zehn Lieblingsessen wird erstmal lauthals beschimpft.

Manchmal probiere ich mein Glück und versuche eins der Leibspeise abzuwandeln.
Spätzle lieben die drei. Am liebsten als Zucchini-Käsespätzle oder pur.
So war ich voller Hoffnung, dass sie auch Kürbisspätzle essen würden.
Stolz wie Oskar brachte ich die Teller mit dampfenden Kürbisspätzle und unwahrscheinlich gut schmeckender Mandel-Tomaten-Sauce auf den Tisch.
Um es meinen drei Jungs noch schmackhafter zu machen, habe ich die Spätzle noch mit ein paar Stückchen Mozzarella bestreut. Mit Käse oben drauf ist die Wahrscheinlichkeit des Gegessenwerdens deutlich erhöht.
Spätzle mögen sie. Tomatensauce auch. Mozzarella sowieso. Sollte klappen.
Nur warum müssen die Spätzle so orange sein? Gibt es weißen Kürbis??? Eine kleine Hoffnung blieb bestehen, dass sie das unter der Sauce gar nicht sehen.

Ich hätte es besser wissen müssen. Ihr geschultes ich-esse-nichts-was-irgendwie-nach-gemüse-aussieht-Auge hat es sofort erspäht.
Wie orange Spätzle? Du sagst doch es gibt Spätzle! Die sehen anders aus!!!
Ich versuchte sie also schmackhaft für die Jungs anzupreisen und zum probieren zu animieren.
Und irgendwie hat das geklappt. Warum? Vielleicht hatten die drei einfach Kohldampf? Oder es sah doch irgendwie lecker aus?
Keine Ahnung – aber sie probierten und fanden es LECKER!!! Ja ehrlich. BigBro (Gemüsemuffel-Weltrangliste Platz 1) hat sogar Nachschlag verlangt!
Besonders die Sauce fand er super lecker. So seine Worte.

Tatatata. ich habe ein neues Gemüsegericht, welches die Jungs essen. Tschakka!
Da ich im Herbst meist fertiges Kürbispüree im Kühlschrank habe, sind die Spätzle auch rucki zucki gemacht. Sonst braucht es nur etwas Zeit zum Kürbis backen, aber das macht der Ofen ja von allein.
Die Sauce schmeckt auch zu Dinkelvollkornnnudeln mit Parmesan obendrauf sehr gut. Da ich alle Zutaten dafür immer im Haus habe, ist es auch ein Prima last minute Essen.

Kürbisspätzle mit Mandel-Tomaten-Sauce
4 Personen

400 g Kürbispüree* (ich habe Butternut verwendet)
2 Eier
Salz
80-90 g Mineralwasser mit Sprudel
220 g Spätzlemehl
Olivenöl

180 g Cocktailtomaten
180 g aromatische Tomaten
100 g geröstete Mandeln (in einer Pfanne ohne Öl kurz anrösten)
1 Hand voll Basilikum
2 EL Olivenöl
4 Knoblauchzehen
1 TL Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

optional: Mozzarella in Stückchen oder geriebener Parmesan

*Kürbispüree:
Ofen auf 180°C vorheizen. Kürbis fest in Alufolie wickeln und für 1,5 h in den Ofen legen.
Kürbis auspacken, halbieren und leicht auskühlen lassen.
Fruchtfleisch mit einem Löffel auskratzen und 400 g abwiegen.
Den Rest im Kühlschrank für eine Woche aufbewahren oder einfrieren.

Zuerst die Spätzle herstellen. Wenn man gerne plant, können diese am Vortag gekocht werden.
Ansonsten morgens damit sie noch Zeit zum Trocknen haben; aber zur Not geht das auch kurz vor dem Essen.
Mehl mit 1 TL Salz mischen. Eier und Kürbispüree zugeben.
Nun mit einem Schneebesen kräftig rühren und dabei nach und nach das Wasser einlaufen lassen.
Der Teig sollte eine zähe Konsistenz haben.
Einen großen Topf mit Wasser und 1 EL Salz zum Kochen bringen.
Eine Schüssel mit kalten Wasser füllen.
Mit einer Spätzlepresse aus dem Teig portionsweise Spätzle herstellen.
Die Spätzle mit einer Schaumkeller aus dem Topf fischen und in die Schüssel mit dem kalten Wasser geben.
Wenn alle Spätzle gekocht sind, die Spätzle über einem Sieb abgießen und abtropfen lassen.
Auf einem großen Holzbrett verteilen und kurz oder lang trocknen lassen.

Für die Sauce den Knoblauch in dünne Scheiben schneiden.
1 EL Olivenöl in einem kleinen Topf erwärmen und Knoblauch mit 1 TL Salz sanft darin anbraten.
Tomaten, Mandeln, Basilikum und 1 EL Olivenöl in den Multizerkleinerer geben und fein pürieren (geht auch mit dem Stabmixer).
Tomatenpüree zum Knoblauch geben, mit Pfeffer würzen und einmal aufkochen lassen.
Sanft köcheln lassen bis die Spätzle fertig sind.

In einer großen Pfanne die Spätzle in Olivenöl anbraten.
Spätzle auf Teller verteilen, Tomatensauce draufgeben und nach Belieben mit Mozzarella oder Parmesan bestreuen.

Fertige Spätzle können gut eingefroren werden und die Sauce hält sich eine Woche im Kühlschrank.

neues Lieblingsessen für kuschelige Herbsttage {Gnocchi Pfanne mit Kürbis}

kuerbis

Es ist wirklich eine Schande, dass mein Mann und ich die einzigen im Haus sind, die ganz verrückt nach jeder Art von Kürbis sind.
Unsere drei Jungs konnten wir leider noch nicht auf den Geschmack bringen.
Davon lasse ich mich allerdings nicht abhalten. Ist er irgendwo versteckt (so wie in den Kürbiswaffeln) wird er gerne verspeist. Aber bloß nichts Sichtbares.

Aber ich bin hartnäckig. Immer und immer wieder biete ich Gerichte mit Kürbis an. Denn man liest ja so oft, dass man nur oft genug ein Lebensmittel anbieten muss und irgendwann wird es gegessen. Auf dieses irgendwann warte ich seit über 5 Jahren vergebens.
Nun gut, bleibt mehr für uns Eltern übrig.

So habe ich mich am Samstag wieder in die Küche gestellt und Kürbis verarbeitet. Zusammen mit Gnocchi aus Ricotta wird daraus ein extrem leckeres Herbstgericht. Das schmeckt richtig lecker und noch besser mit etwas Crème Fraîche oder saure Sahne. Meinen Jungs habe ich selbst gemachten Ketchup dazu angeboten. Aber auch das half nichts. Nur der Bergkäse oben drauf – der kam richtig gut an. Dazu noch eine große Schüssel grünen Salat und man ist bestens gerüstet für das kalte Herbstwetter. Denn hier sorgt eine große Portion Gemüse und Obst für viele Vitamine und Ballaststoffe.
Als Nachtisch gab es auf Wunsch von bigBro frisches Bananen-Joghurt-Eis. Das rundete unser perfektes Herbstmenü mit Eiweiß und Kalium und Magnesium richtig ab.
Bei uns wird es die Gnocchi Pfanne auf jeden Fall noch öfter geben – solange wir noch Kürbisse im Keller haben. Vielleicht essen die Jungs ja dann irgendwann mal einen Haps. Irgendwann….

Gnocchi Pfanne mit Kürbis
6 Personen

250 g Ricotta
50 g kräftiger Bergkäse, gerieben
100 g Dinkelmehl 630
50 g Dinkelvollkornmehl
2 Eigelb
Salz

500 g Hokkaidokürbis
1 rote Zwiebel
1 große (ca. 300 g ) Zucchini
1 (ca. 180 g) Boskop Apfel
Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer

zum Servieren: 50 g Bergkäse, gerieben

Den Ricotta mit dem Käse, dem Mehl und den Eigelben, sowie einer guten Prise Salz zu einem glatten Teig verkneten.
Portionsweise auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Rollen formen und in kleine Gnocchi schneiden.
Einen großen Topf mit Wasser und Salz zum kochen bringen, Gnocchi reingleiten lassen und sanft köcheln bis die Gnocchi nach oben steigen.
Abgießen und abtropfen lassen.
Den Ofen auf 230°C vorheizen.
Zwiebel schälen, halbieren und in Scheiben schneiden.
Hokkaido in kleine Stücke schneiden, mit Zwiebeln und 1 EL Olivenöl mischen und salzen und pfeffern.
Auf einem Backblech verteilen und im Ofen für 10 Minuten rösten.
Zucchini längs vierteln und in Scheiben schneiden.
Boskop entkernen und klein würfeln.
1 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen und Zucchini und Boskop kräftig braten.
Gnocchi dazugeben und mit ggf noch etwas Öl für 5 Minuten anbraten.
Mit Kürbis und Zwiebeln mischen, auf Teller verteilen und mit Bergkäse bestreuen.

Noch ein Grund mehr, den Herbst zu lieben {KürbisZeit} mit würzigen Kürbiswaffeln

kuerbis

Dieses Jahr hat unsere eigene Kürbisernte leider nicht geklappt. Meine Aussaat ist nicht angegangen. Letztes Jahr hatten wir 5 oder 6 richtig schön große Butternut Kürbisse in super Bio-Qualität aus dem eigenen Garten geerntet.
Nun, so müssen wir die orangen Leckerbissen eben kaufen. Nächstes Jahr starten wir aber wieder einen Versuch. Irgendwie waren die Wetterbedingungen nicht ideal. Auch die Zucchini und Tomaten waren recht spärlich. Einzig unser Boskop Apfelbaum trägt dieses Jahr unglaublich viele Äpfel. Und was für welche. Satte 800 g haben wir bei einem Prachtstück gewogen.
Unser Herbst ist somit gerettet und verwöhnt uns mit saftigen Vollkorn-Apfel-Honig-Kuchen, Bratäpfeln und Apfelkompott.

Meine zwei liebsten Herbstleckerein – Apfel und Kürbis – schmecken auch in Kombination unglaublich gut. Sowohl süße, als auch herzhaft sind die beiden ein unschlagbares Team. Meine Traumkomination ist hierbei Boskop und Butternut.

Die besonders delikate Kürbiszeit möchte ich im Herbst meine ganze Aufmerksamkeit – zumindestens in der Küche – widmen.
Und so habe ich beschlossen, eine Blogreihe zu starten und im Oktober und November jede Woche mehrere Kürbisrezepte zusammen zu schreiben.
Ihr könnt euch freuen auf Kürbisspätzle, Kürbis-Zimtschnecken, Dinnette mit Kürbis, Gnocchi Kürbispfanne, Kürbis, Kürbis, Kürbis. Heute starte ich mit würzigen Kürbiswaffeln.
Meine Kinder und Herr Kuchenduft waren sehr begeistert von dem Ergebnis, was ich gestern Abend präsentiert habe. Mit frischem, noch warmen Apfelkompott war es ein Gedicht und die wenigen Reste gab es heute in der Lunchbox im Kindergarten.

Eigentlich gehen die Waffeln ruck zuck. Nur das Kürbispüree dauert seine Zeit. Wobei man dabei nichts machen muss, sondern lässt den Ofen alles erledigen.
Das ist mein allerliebstes Kürbispüree Rezept. Schneller gehts nichts. Also vom Aufwand her. Und da der Ofen dabei schon recht lange läuft und man das Püree super im Kühlschrank und sogar im Gefrierschrank aufbewahren kann, mache ich direkt ein paar Kürbisse auf einmal.
So hat man beim nächsten Kürbisrezept quasi keine Arbeit mehr. Sehr praktisch.

würzige Kürbiswaffeln
8-9 dicke Waffeln

1 Butternutkürbis
100 g Dinkelmehl 630
100 g Dinkelvollkornmehl
2 TL Backpulver
2 TL Zimt, gemahlen
1/2 TL Cardamom, gemahlen
Prise Nelken, gemahlen
Prise Ingwer, gemahlen
Prise Salz
250 mL Mandelmilch oder Vollmilch
60 g Kokosöl
2 Eier, L
1 TL Vanilleextrakt
2 EL Ahornsirup

zum Servieren: frisches Apfelkompott

Ofen auf 180°C vorheizen. Kürbis fest in Alufolie wickeln und für 1,5 h in den Ofen legen.
Kürbis auspacken, halbieren und leicht auskühlen lassen.
Fruchtfleisch mit einem Löffel auskratzen und 250 g abwiegen.
Den Rest im Kühlschrank für eine Woche aufbewahren oder einfrieren.
Das abgewogene Kürbisfleisch mit dem Kokosöl mischen, so dass es schmilzt.
Mandelmilch zugeben und alles mit dem Stabmixer pürieren.
Eier, Vanillextrakt und Ahornsirup ebenfalls dazugeben und kurz pürieren.
Mehl mit Backpulver und Gewürzen mischen und unter den Teig rühren.
Im heißen Waffeleisen Waffeln kross ausbacken.
Die Waffeln schmecken am besten warm mit Apfelkompott.

Heute gibt es grünen Kuchen und den Kindern schmeckts! {Spinat Tarte}

Mein Kleinster ist derzeit – mal wieder – in einer schwierigen Phase. Es geht auf den zweiten Geburtstag zu und so ist es nun wohl an der Zeit ein großer Junge zu werden.
Nein nein nein, im Einkaufswagen zu sitzen ist etwas für Babys. Hinter Mama herlaufen ist aber auf Dauer auch blöd und am schönsten ist es doch einfach minutenlang auf einer Stelle zu stehen ohne sich zu bewegen. Wer zuerst zuckt hat verloren.
Falls es diese kleinen Kindereinkaufswägen gibt, wird dieser auch zu gerne mit allem möglichen Zeug beladen. Dabei folgt die Auswahl keinem mir logischem Prinzip. Rohrreiniger wird ebenso gerne eingepackt, wie Servietten, Windeln oder Slipeinlagen. Eben das, was so auf Augenhöhe ist.
Nichts mehr mit schnell ein paar Sachen einkaufen. Das war einmal.

Mit die ganze Nacht schlafen war auch einmal. Wir sind ja ganz schön verwöhnt von unseren drei Durchschläfern. Aber seit ein paar Wochen ist jede zweite Nacht dahin.
Gestern mussten wir sogar unser Fenster schließen. TinyBro hatte wohl einen Albtraum. Auf jeden Fall hat er dermaßen laut geschrien, dass wir Angst hatten, die Nachbarn rufen die Polizei weil dort drüben im Haus ein Kind abgestochen wird. Ehrlich wahr. Sogar ich hatte Angst. So ein angsterfülltes Schreien kannte ich bisher noch nicht von ihm.

Ich schieb die diversen Wein- und Trotzanfälle wie immer gerne auf die Zähne. Sobald einer der Jungs schlecht drauf war im Baby/Kleinkindalter heißt es bei mir immer nur, dass da wieder Zähne kommen. Anders kann ich mir das nächtliche Weinen in Kombination mit sehr schlechtem Essen und todesgeschrei beim Zähneputzen nicht erklären.
Wie dem auch sei – da müssen wir so oder so durch und dann kommen auch wieder bessere Zeiten. Kurzzeitig…

So hatte ich auch heute wenig Hoffnung, dass mehr als ein Haps des Mittagessens in seinem Bauch landet. Zumal ich mich heute mal gewagt hatte (Nervenkitzel pur!!!) ein reines Gemüsegericht zu kochen. Ich hatte gestern Abend meinem Mann noch erzählt, dass er am nächsten Abend die Reste vom Mittagessen essen darf, denn von meiner geplanten Spinat Tarte würde mit Sicherheit nur ich essen.

Ich musste daher zweimal, gar dreimal, hinschauen als ich das Mittagessen auf den Tisch stellte. Zwei der drei Jungs haben sich über die Tarte hergemacht. Sie haben sie g e g e s s e n!!!! Und zwar Haufenweise. Ich habe tinyBro selten soviel essen gesehn.
Sohn Nummer eins hat natürlich nichts davon angerührt – das wäre auch zuviel des Guten gewesen. Aber die beiden anderen haben sie richtig gern gegessen.
Nur die Nüsse hat tinyBro nicht gemocht und abgekratzt. Das nächste Mal werde ich also eine Hälfte ohne Haselnüsse machen. Und das nächste Mal wird schon ganz schön bald sein. Denn auch ich finde diese Spinat Tarte unglaublich lecker und ein Gemüsegericht auf Lager zu haben, welches 2/3 der Kinder essen ist ein wahr gewordener Traum.

Dadurch dass der Spinat mit den Eiern und dem Hüttenkäse püriert wird, bekommt die Füllung eine seidige Konsistenz. Weich, warm, köstlich.
Schade, dass ich die Tarte nicht schon in der Babyzeit gemacht habe. Denn, ohne die Nüsse, ist sie perfekt für BLW (baby lead weaning) geeignet.
Aber wie ihr seht, ist sie genauso gut für zahnende Kleinkinder ein Leckerbissen. TinyBro hat sich genüsslich mit den Fingern die Füllung rausgekratzt und nach dem vierten Stück musste ich ihn zurück halten uns nicht alles weg zu mümmeln. LittleBro hat dazu eine große Portion Tomaten-Apfel-Ketchup genehmigt. Der sorgt dann nochmal für eine extra Portion Gemüse und Obst ohne dass es jemand merkt. Und selbstgemacht, ohne Zucker und mit guten Zutaten, ist mir dieser Ketchup mehr als willkommen auf dem Essenstisch.

Spinat Tarte
für 4 Personen

100 g Dinkelmehl 630
110 g Dinkelvollkornmehl
100 g kalter Frischkäse (egal welche Sorte, ich hab Kräuter genommen)
60 g kalte Butter
Salz

700 g frischer Spinat
200 g Hüttenkäse
60 g Frischkäse
3 Eier, L
100 g Cheddar, gerieben
Salz
schwarzer Pfeffer
frisch gemahlene Muskatnuss
2 EL gehackte Haselnüsse (optional)

Für den Teig das Mehl mit einer guten Prise Salz, Butter in Flöckchen und Frischkäse verkneten. Dabei 2 EL kaltes Wasser einkneten bis ein glatter Teig entsteht.
In Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
Einen großen Topf Wasser aufkochen und Spinat darin 3 Minuten köcheln lassen.
Abtropfen und auskühlen lassen.
Spinat sehr gut auspressen (das sollten etwa 300 g fertiger Spinat ergeben).
Eier, Hüttenkäse, Frischkäse und Spinat mit dem Stabmixer pürieren.
Käse unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.
Teig ausrollen und den Boden und Wände einer quadratische Backform von etwa 24×24 cm damit auslegen.
Spinatmasse einfüllen und rausstehende Ränder leicht nach innen klappen.
Mit Haselnüssen betreuen.
Tarte bei 200°C für 35 Minuten backen.
Mindestens 10 Minuten ruhen lassen vor dem Anschneiden.
Schmeckt warm und kalt gut.

Wenn der Sommer den Herbst trifft {Kürbis Gnocchi mit Heidelbeeren}

In wenigen Tagen ist die Heidelbeerzeit leider vorbei. Das ist besonders für tinyBro kein Spaß.
Er liebt die kleinen Beeren einfach viel zu sehr. Im Sommer hat er fast täglich eine kleine Schüssel davon aufgemümmelt.
Und auch ich liebe es meinen morgendlichen Porridge oder Couscous mit allerlei Nüssen und einer Hand voll Heidelbeeren zu löffeln.

Wir werden euch vermissen – ihr blauen Superfrüchte. Die Tiefkühlkollegen können nur schwer mithalten, schmecken aber im Bircher Müsli gar nicht mal schlecht.

Zum Abschied gibt es bei uns noch ein leckeres Spätsommeressen, wo der Herbst (in Form von Kürbis) auf den Sommer (hier kommen die Heidelbeeren ins Spiel) trifft.
Falls ihr euch noch nicht getraut habt, Gnocchi selbst herzustellen, dann ist das nun die perfekte Gelegenheit. Die Kartoffel Variante gibt es ja überall zu kaufen und ich greife da, für ein schnelles Mittagessen, gerne zu.
Aber Kürbis Gnocchi, die muss man schon selbst machen und es ist auch gar nicht schwer.
Wer Kinder hat, findet ihr mit Sicherheit auch kleine Küchenchefs, die beim Rollen gerne helfen. Denn das ist eigentlich die meiste Arbeit.
Beim ersten Versuch habe ich den Fehler gemacht, die Gnocchi viel zu groß zu schneiden. Da kamen richtige Teigfladen raus.
Am Besten richtig schön klein schneiden.

Das ist richtiges Soulfood. Die warme, cremiger Sauce, die leicht süßen Gnocchi und die sauren Beeren streicheln die Seele.
Für uns so ein typisches Freitagessen. Da lassen wir vier es uns nämlich gerne gut gehen mit Mehlspeisen und Seelenfutter.
Da wird mein Mann schon öfter mal neidisch – der muss sich ja mittags mit Kantinenessen begnügen.

Für uns reicht locker eine halbe Portion. Die Gnocchi lassen sich (ungekocht) gut einfrieren und können auch mit gebratenen Gemüse gegessen werden. Oder einfach mit Salbei und Butter gebraten. Ach, es gibt so viele Möglichkeiten.
Auch für Babys sind die Gnocchi als Fingerfood bestens geeignet.

Kürbis Gnocchi mit Heidelbeeren
für 6 Personen

Gnocchi:
1 – 1,2 kg Butternut Kürbis
Salz
100 g Dinkelvollkornmehl
100 – 150 g Dinkelmehl 630
40 g gemahlene Mandeln
1 Ei
1 EL Mandelmus
1/4 TL gemahlene Vanille oder 1 TL Vanilleextrakt

Sauce:
200 g fettarmer Frischkäse
200 g Mandelmilch oder Milch
50 g Sahne
1/4 TL gemahlene Vanille oder 1 TL Vanilleextrakt
4 TL Akazienhonig
200 g Heidelbeeren

1 EL Chia Samen
1 EL gehackte Pistazien
2 EL gehobelte Mandeln

Kürbis waschen, halbieren und die Kerne rauslösen.
In dünne Scheiben schneiden und auf einem Backblech verteilen.
Im Ofen bei 180°C etwa 40 min weich backen.
Kürbis mit dem Stabmixer pürieren.
Mit Vollkornmehl, 100 g Dinkelmehl, Mandeln, Ei, Mandelmus, Vanille und einer Prise Salz zu einen glatten, festen Teig kneten.
Nach Bedarf noch weiteres Dinkelmehl unterkneten.
Portionsweise zu Rollen formen und in kleine Gnocchi schneiden.
Nach Belieben mit einer Gabel Muster in die Gnocchi drücken.
Auf eine bemehlte Arbeitsfläche oder ein Backblech bis zur weiteren Verwendung legen.
Einen großen Topf mit Wasser und ein wenig Salz zum kochen bringen.
Gnocchi reingleiten lassen und sanft köcheln, bis die Gnocchi nach oben steigen.
Gnocchi abgießen.

In einen kleinen Topf alle Zutaten für die Sauce, bis auf die Heidelbeeren, erhitzen.
Heidelbeeren dazugeben und einmal kurz aufkochen. Die Heidelbeeren sollen nicht zerfallen, sondern sollen noch leich knackig bleiben.
Gnocchi unter die Sauce rühren, auf Teller verteilen und mit Chia Samen, Mandeln und Pistazien bestreuen.