Schreibtisch und Wandboard für unser Schulkind-to-be {DIY}

Eh man sich versieht ist schon fast die Hälfte von 2017 um.
Ich habe immer noch die Lichterketten von Weihnachten am Fenster hängen und trotz der nun steigenden Temperaturen bin ich noch im Winterschlaf.
Auch meine Jungs singen noch fleißig Weihnachtslieder.
2017 scheint bei uns noch gar nicht richtig da zu sein.
Dabei haben wir bereits 3 von 5 Geburtstagen hinter uns und fahren in wenigen Wochen in den Urlaub.

So zwischendurch sind meine Jungs gewachsen und nicht wieder zu erkennen von den Jungs aus 2016.
Mein großer Sohn trägt nun Brille und ist nur noch wenige Monate im Kindergarten.
Es schien noch so weit weg – aber nein. Bald, wirklich bald, habe ich keine 3 Kindergartenkinder mehr. Einer verlässt das behütete Kindergartenleben und bricht auf die Welt zu entdecken.
Ich bin schon sehr nervös auf alles was uns da erwartet.
Am meisten aber darauf morgens drei Kinder pünktlich (!) fertig zu haben.
Meine Challenge 2017 ist nicht endlich gut im Bikini auszusehen (das habe ich nach 3 Geburten eh aufgegeben), sondern morgens um kurz vor 8 Uhr mit den drein vor der Schule zu stehen. Gott steh mir bei!

Viele Veränderungen kommen auf uns zu. Zum Geburtstag im April gab es den Schulranzen und einen Schreibtisch.
Das Zimmer der großen Jungs ist bereits ziemlich voll. Einen Schreibtisch wollten wir nicht auch noch rein stellen, zumal die kleinen Brüder weiterhin spielen können sollen, auch wenn das Schulkind seine Hausaufgaben macht.
Wir haben unsere große Diele im Obergeschoss genutzt und einen extra breiten Schreibtisch mit zwei Arbeitsplätzen gebaut. Der Raum wurde sonst als „Bibliothek“ genutzt, wie er von uns genannt wird. Dort stehen große Bücherregale mit all meinen geliebten Büchern sowie unser Klavier und Gitarre. Platz genug war aber noch vorhanden.

Nach langer Überlegung haben wir uns gegen einen neigbaren Schreibtisch entschieden.
Am Anfang wird er nur wenig Zeit dort verbringen und seine Hausaufgaben wohl öfter an der Kücheninsel machen. Die neigbaren finden wir unpraktisch und ein normaler schien uns die bessere Wahl.
Erstmal wird nur die eine Hälfte genutzt. Sobald der nächste in die Schule kommt, bekommt er auch einen passenden Hocker und Deko.
Die Hocker sind prima für zappelige Kinder geeignet. Da sie bis 60 kg ausgelegt sind, können sie ihn auch noch in der weiterführenden Schule benutzten und ich darf mich auch mal draufsetzen.
Die Hocker sind beweglich. Man kann auf ihnen hin und her dopsen und muss so nicht starr auf einem Stuhl sitzen. Genau das richtige für meine Jungs. Stillsitzen ist nämlich so gut wie unmöglich. Vielleicht sollte ich mal zählen, wie oft beim Mittagessen aufgestanden oder gleich ganz im Stehen gegessen wird. Bewegung ist für die drei sehr wichtig.

Wie ich so bin, konnte ich nicht drumrum mich im Schreibtisch zu verwirklichen.
DIY musste auf alle Fälle mit einfließen.
Erstmal ging es darum den Schreibtisch zusammen zu stellen. Wir haben beim Baumarkt eine Arbeitsplatte aus Walnussholz zuschneiden lassen und aus dem Verschnitt gleich ein Regal angefertigt.
Die Beine und Schubladen haben wir beim Schweden erworben. Alles zusammen waren wir sehr viel günstiger als die fertigen Schreibtische, die es zu kaufen gibt. Zumal es eh schwierig gewesen wäre überhaupt einen Schreibtisch in dieser Größe, er ist 210 cm lang, zu bekommen. Also selbst ist die Frau.

Seit Monaten spukte mir schon so ein Wandboard für über den Schreibtisch im Kopf herum. Diese gibt es für viel Geld fertig zu kaufen.
Der Baumarkt erwies sich hier ebenfalls als Anlaufstelle zum selber machen. Eine MDF Platte grundiert und lackiert, Magnetfolie aufgeklebt und diverse Boxen und Haken festgeschraubt und fertig ist ein praktisches Board für all die vielen Sachen, die man so am Schreibtisch braucht.

Das ganze hat mich drei Tage mit jeweils etwa 1 Stunde Zeit gekostet:

  • MDF Platte vorgrundieren, 24 h trocknen lassen
  • erste Schicht weißer Lack, 24 h trocknen
  • zweite Schicht weißer Lack, 24 h trocknen
  • und zum Schluss Magnetfolie zuschneiden und festkleben und Boxen und Haken befestigen

Das Klippboard habe ich übrigens mit doppelseitigem Klebeband befestigt und es hält bombenfest.

Da der Schreibtisch eine Überraschung sein sollte, haben mein Mann und ich alles in der Nacht zum Geburtstag an der Wand befestigt und dekoriert. Die Jungs haben derweilen einfach geschlafen und haben sich vom Lärm nicht stören lassen.
Die Freue am nächsten Morgen war groß!
Besonders beliebt sind die Lego Setzkästen für Legofiguren und andere Sammlerstücke. Die einzelnen Fächer können sich nun nach und nach füllen und auf den kleinen Platten kann man sogar ganz kleine Bauwerke ausstellen.

Nun ist fast alles bereit für den Schulstart im August.
Nach unserem Urlaub werde ich mich um die Schultüte und die Einladungen kümmern und freue mich bereits sehr darauf!
Die Füllung für die Schultüte habe ich mir bereits überlegt und muss diese nur noch kaufen und einpacken.
Im Juli berichte ich euch dann alles rund um Schultüte und Füllung, Einladungen und Deko. Nicht zu vergessen die Torte und Kuchen zum großen Fest!
Und in zwei Jahres Abständen geht es dann wieder von vorne los… Mamahormonchaos und alles was dazu gehört inklusive.

der allerleckerste Apfelkuchen {mit genial veganer Vanillesauce}

An unserem Apfelbaum sprießen die ersten Knospen und lassen auf eine reiche Ernte hoffen.
Die Boskopäpfel aus unserem Garten schmecken einfach gigantisch und damit kann kein anderer Apfel mithalten. Zudem ist alles Bio und erntefrisch auf dem Tisch.

Zu meinem Bedauern ist die Äpfelzeit aber nun wirklich vorbei und macht Platz für Beeren und Steinobst. Darauf freue ich mich besonders und auch meine Jungs sind überglücklich endlich wieder kiloweise Erdbeeren essen zu können.
Doch die Äpfel vermisse ich schrecklich. Wir verputzen meistens 5-6 Stück am Tag und die säuerlichen Sorten schmecken uns am besten.
Ein paar Wochen lang  bekommt man noch knackige Elster und ich horte bereits einige Säcke im Keller. Kühl, trocken und dunkel halten Äpfel sich eine gute Zeitlang – es sei denn, sie werden allzu schnell verspeist.

Das könnte bei uns recht schnell gehen, denn seit ich vor einiger Zeit einen herrlich leckeren Apfelkuchen das erste Mal gebacken habe, sind wir diesem total verfallen.
Er schmeckt so unglaublich lecker und am allerbesten mit einer cremigen Vanillesauce. Der Kuchen kommt dabei ganz ohne Industriezucker aus und die Vanillesauce wird ohne Ei zubereitet und ist dank Mandelmilch sogar vegan.
Meine Kinder lieben diesen Kuchen und eigentlich könnte ich ihn jede Woche backen. Wäre auch gar nicht schlimm. Er ist dank vieler Äpfel, Vollkornmehl und Nüssen eine gesund Nachmittagsleckerei und auch die Vanillesauce darf hier gerne mit dem Löffel gegessen werden.
Mein kleinster Sohn isst nämlich am liebsten nur die Sauce und lässt den Kuchen – bis auf den Teigrand – links liegen.

Ich werde aus unserem Äpfelvorrat noch einige Kuchen backen und mich dann auf die Frühlingsbäckerei stürzen.
Uns erwarten Erdbeer-Windbeuteltorte, Rhabarber-Aprikosen-Streuselkuchen, Erdbeer-Pinienkern-Kuchen und Himbeer-Schwarzwaldtorte – alles mit vollwertigen Zutaten und natürlich gesüßt. Die lecker fluffigen Frühlingswaffeln mit Rhabarber sind natürlich auch nicht zu verachten.
Jetzt fehlt nur noch die Sonne!

Apfel-Mandel-Kuchen
für eine 26er Springform

200 g Dinkelvollkornmehl
1/2 TL Weinstein Backpulver
30 g Kokosblütenzucker
1 EI
60 g Kokosöl (oder Butter)
1 EL Wasser

2 Eier
50 g Kokosöl (oder Butter)
80 g Mandelmus
30 g Ahornsirup
1/2 EL Rum
2 EL Dinkelmehl
1/2 TL Weinstein Backpulver
100 mL naturtrüber Apfelsaft
60 g gehackte Mandeln
Salz

3 (etwa 600 g) säuerliche Äpfel
50 g gehobelte Mandeln

Für den Boden das Kokosöl oder Butter leicht erwärmen.
Mit den übrigen Zutaten zu einem glatten Teig verkneten.
Eine 26er Springform mit Backpapier auslegen und aus dem Teig einen Boden und einen etwa 2-3 cm hohen Rand formen.
Springform bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Nun die Füllung zubereiten.
Wer mag röstet die gehackten Mandeln in einer Pfanne ohne Öl bis sie duften. Beiseite stellen und abkühlen lassen.
Die Eier trennen und das Eigelb mit dem Kokosöl oder Butter, dem Mandelmus, Ahornsirup und Rum cremig rühren.
Dinkelmehl und Backpulver mischen und unterrühren.
Apfelsaft und gehackte Mandeln ebenfalls zugeben und glatt rühren.
Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und unterheben.
Die Äpfel entkernen und in sehr dünne Scheiben schneiden.
Unter den Teig heben und alles auf den Boden in die Springform verteilen.
Kuchen mit gehobelten Mandeln bestreuen und für 35-40 min backen.
Aus der Form lösen und abkühlen lassen.
Dazu gibt es leckere Vanillesauce.

schnelle Vanillesauce
vegan

300 mL + 3 EL Mandelmilch (oder Vollmilch)
1 Vanilleschote
2 TL Kokosöl
20 g (2 gestrichene EL)Speisestärke
3 EL Reissirup
Kurkuma

Mandelmilch in einen Topf geben.
Vanilleschote auskratzen und das Mark, sowie die Schote in die Milch geben.
Alles aufkochen und bei niedrigster Hitze 10 Minuten ziehen lassen.
Reissirup, Kokosöl und eine Prise Kurkuma (für die gelbe Farbe) unterrühren.
3 EL Mandelmilch mit der Speisestärke glatt rühren und mit einem Schneebesen in die Vanillemilch rühren.
Unter rühren alles aufkochen lassen bis die Sauce dicklich und cremig ist.
Topf vom Herd nehmen und Vanillesauce in einen Krug abfüllen und abkühlen lassen.

Wie aus 1001 Nacht {Huhn-Aprikosen-Tagine mit rote Linsen Couscous}

Seit unserer Marokkoreise im Jahr (grübel) 2008 (glaube ich – ach Du meine Güte bin ich alt) sind wir der orientalischen Küche verfallen.
Wir lieben Tagine und Couscous – die Gewürze und Gerüche nach Orient und fremden Welten.
Leider kann ich unsere Tagine seit unserem Umzug nicht mehr verwenden, sondern nur noch als Dekoelement benutzen.
Wir haben sie bei unserer Rundreise mitgebracht und da sie original aus Ton ist, ist sie auf unerem Induktionsfeld nicht zu gebrauchen.
Ich spare allerdings auf eine induktionsfeldtaugliche Tagine von LeCreuset – die kostet in einer Größe für 5 und mehr Personen allerdings so ein klitze kleines bisschen…

Bis dahin bereite ich orientalische Schmorrgerichte in einem normalen Alugusstopf zu. Vielleicht wird es nicht ganz so zart und aromatisch – aber immer noch so wahnsinnig lecker – Geschmacksexplosion.
Taginegerichte dauern normalerweise sehr lange. Fleisch und Gemüse werden langsam geschmorrt bis alles weich und saftig und wunderbar würzig ist.
Im Alltag muss es aber meist schnell gehen und daher bin ich froh, dass diese schnelle Tagine auch herrlich lecker ist und in Windeseile auf dem Tisch steht.
Mein Sandwichsohn liebt sie sehr. Hühnchen und getrockenete Aprikosen sind für ihn einfach eine sehr beliebte Kombination. Dazu liebe ich Couscous mit roten Linsen, Datteln und Mandeln.
Den Couscous könnte ich auch einfach so – schüsselweise – essen. Hulsenfrüchte sind zudem sehr gesund und eiweißreich. Die Beilage ist auch sehr schnell zubereitet und steht innerhalb von 20 Minuten fertig auf dem Tisch – perfekt!
Dieses Gericht schmeckt mit Hähnchenschenkelfleisch am besten. In Australien habe ich es fertig ausgelöst ohne Knochen und Haut kennen gelernt. Dort habe ich nur damit gekocht. Es schmeckt sehr saftig und aromatisch. Hier bekommt man es in dieser Form nicht so oft zu kaufen. Ihr könnt aber euren Metzger danach fragen oder es selbst vom Knochen und der Haut befreien – oder einfach Innenbrustfilet verwenden.

Huhn-Aprikosen-Tagine
für 4 Personen

700 g ausgelöstest Hähnchenschenkelfleisch ohne Haut (Alternativ: Huhninnenbrustfilet)
1 große Zwiebel
25 g Ingwer
1 TL gemahlener Koriander
Kokosöl
1/4 TL Safranfäden
2 Cylon Zimtstangen
75 g getrocknete Aprikosen
250 g Möhren
Meersalz
Korianderblätter

Zwiebeln schälen und würfeln.
Ingwer schälen und fein reiben.
Einen großen Schmorrtopf erhitzen und das Fleisch in 1 bis 2 TL Kokosöl scharf anbraten.
Herausnehmen und beiseitestellen.
Einen weiteren TL Kokosöl im Topf erhitzen und Zwiebeln, Ingwer und Koriander sanft darin anbraten bis die Zwiebeln glasig sind.
Aprikosen halbieren und mit Safranfäden und Zimtstangen zu den Zwiebeln geben.
Möhren schälen, dritteln und in feine Stifte schneiden.
Zusammen mit 150 mL Wasser, einer guten Prise Salz und dem Hähnchenfleisch in den Topf geben.
Aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel für 20 Minuten köcheln.
In dieser Zeit den Couscous zubereiten (Rezept siehe unten).
Nun den Deckel abnehmen und für weitere 10 Minuten leicht einkochen lassen.
Mit dem rote Linsen Couscous auf Tellern verteilen und mit frischen Korianderblättern bestreuen.
Genießen!

rote Linsen Couscous mit Datteln und Mandeln
für 4 Personen

30 g gestiftete Mandeln
100 g rote Linsen
1 Zwiebel
Kokosöl
Meersalz
100 g Couscous
2 Medjool Datteln
Zimt

Mandeln in einem Topf ohne Fett rösten bis sie duften und leicht braun sind.
Herausnehmen und beiseitestellen.
Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden.
1 TL Kokosöl im Topf erhitzen und Zwiebelringe mit 1/2 TL Meersalz bei niedriger Hitze glasig dünsten.
Linsen zugeben und 400 mL Wasser angießen.
Aufkochen und für 10 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen.
Couscous einstreuen, umrühren und für 5 Minuten weiterköcheln.
Die Datteln in dünne Scheiben schneiden und mit Mandeln und einer Prise Zimt unter den rote Linsen Couscous rühren.

Puddingbauch Osterhase {leckere Hefeteilchen mit Einkornmehl für das Osterfest}

Die Kleinkindzeit ist so wunderbar. Die Kleinen glauben noch an das Christkind, die Zahnfee und den Osterhasen. Auch wenn mein großer Sohn am Samstag bereits 6 Jahre alt geworden ist und nun wirklich nicht mehr zu den Kleinkindern zählt, so glaubt er auch noch an die Fabelwesen und ich genieße diese zauberhafte Zeit.
Die drei waren am Samstag so aufgeregt. Es kam aber auch viel zusammen. Der Geburtstag vom Großen und die Vorfreude auf den Osterhasen.
Wie jeden Ostersonntag habe ich mir früh den Wecker gestellt um Hot Cross Buns und Puddingbauch Hasen zu backen – und natürlich um den Osterhasen zu spielen.
Zum Glück hat sich das Wetter gehalten und ich konnte alles im Garten verstecken.
Gleich nach dem Aufwachen der beiden Großen haben sie von ihrem Zimmer im oberen Stockwerk das ein oder andere Ostergeschenk erspäht und waren sehr aufgeregt, dass der Osterhase wirklich da war.

Nachdem alles gefunden, ausgepackt und bestaunt wurde, konnten wir gemütlich frühstücken und meine gebackenen Osterleckerein verspeisen.

Neben den obligatorischen Hot Cross Buns haben sie Jungs sich Osterhasen gewünscht. Ich war die letzten Jahre nie wirklich zufrieden mit meinen gebackenen Hasen.
Ich probierte also wiedermal etwas anderes aus und verpasste den Hefeteighasen aus Dinkel- und Einkornmehl einen dicken Puddingbauch.
Vom Ergebnis sind die Jungs ganz begeistert. Sie schmecken wirklich richtig lecker. Genau richtig dezent süß und der Hefeteig ist so schön locker und saftig.
Den Puddingbauch haben die Jungs mit einem Löffel rausgekratzt und danach den Rest der Hasen mit Butter gegessen.
Die Puddingfüllung war wirklich das allerleckerste für die Jungs und ich denke, dass ich das Rezept nochmal als Puddingkränze backen werde, so gut waren sie.

Die Hasen schmecken wunderbar zum Osterfrühstück und machen sich ebenso gut zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag.
Wie sie am nächsten Tag schmecken, können wir nicht sagen – hier blieb kein Hase übrig – aber ich denke, dass sie sich gut verpackt locker einen Tag halten und einfrieren kann man sie mit Sicherheit auch.
Da die Butter sehr weich sein muss, wiege ich diese am Abend vorher ab und lasse sie, ebenso wie die Eier, bei Raumtemperatur draußen stehen. Am nächsten Tag ist dann alles bereit um verbacken zu werden.

Puddingbauch Osterhasen
für 6-8 Stück

300 g Einkornvollkornmehl (Alternativ Dinkelvollkornmehl)
200 g Dinkelmehl 630
21 g frische Hefe
200 mL Milch oder Mandelmilch
3 EL Birkenzucker oder Kokosblütenzucker
75 g weiche Butter
1 TL Salz
1 Bio Ei, L
12-16 Rosinen

Puddingsfüllung:
250 g Bio Magerquark
25 g weiche Butter
50 g Reissirup (Alternativ 60 g Ahornsirup)
2 Bio Eier, L
20 g Speisestärke
eine Prise Kurkuma
1 TL gemahlene Vanille oder Vanilleextrakt
18-24 Himbeeren

Die Milch lauwarm erwärmen, die Hefe zerbröckeln und alles glatt rühren.
Hefemilch 5 Minuten ruhen lassen.
Die Mehlsorten, den Zucker und das Salz mischen.
Die sehr weiche Butter, das Ei und die Hefemilch zugeben und alles zu einen glatten Teig verkneten.
Zu einer festen Kugel formen, mit Mehl bestäuben und in eine Schüssel legen.
Mit Frischhaltefolie bedeckt für eine Stunde gehen lassen.
In der Zeit die Puddingfüllung anrühren.
Dafür die Magerquark mit der sehr weichen Butter glatt rühren.
Den Reissirup, Kurkuma, Vanille und Speisestärke unterrühren.
Ein Ei, sowie ein Eigelb, ebenfalls mit einrühren.
Teig in 6 bis 8 Portionen teilen und zu Hasen formen.
Am Bauch eine große Vertiefung formen und die Ränder hochziehen, so dass eine schöne Kuhle für den Pudding entsteht.
Mit Rosinen Augen in die Hasen drücken und Hasen auf zwei Backbleche verteilen.
Hasen zugedeckt für weitere 5-10 Minuten gehen lassen.
Die Puddingfüllung auf die Hasen verteilen und jeweils 3 Himbeeren darauf geben.
Den restlichen Hasen mit Eiweiß bestreichen und bei 165°C für 15-20 Minuten backen (je nach Größe der Hasen).

Hot Cross Buns für das Osterfrühstück {lecker und gesund mit Einkornmehl und natürlich gesüßt}

Auf ein paar Leckerein aus meiner Küche freue ich mich 365 Tage im voraus.
Wie an Weihnachten gibt es bei uns auch an Ostern Backwaren und leckere Gerichte, die es nur dann und nur einmal im Jahr gibt.
Meine allerliebsten, aller, allerliebsten Backwaren sind Hot Cross Buns und es ist eine Schande, sie nur einmal im Jahr zu essen. Aber dafür ist die Vorfreude unglaublich groß.

Diese Köstlichkeiten habe ich während meiner AuPair Zeit in Australien kennengelernt. Ich war nämlich genau zu der Osterzeit in Down Under.
Hot Cross Buns schmecken so unglaublich locker, saftig und lecker. Im Gegenzug zu Rosinenbrötchen werden sie mit Korinthen gebacken und mit Gewürzen verfeinert. Oben oben drauf bekommen sie ein Kreuz aus einem Mehl-Wasser-Gemisch. Daher auch der Name „Hot Cross“.

Normalerweise werden sie mit Zucker, Butter und Weizenmehl gebacken. Sie sind zwar nicht so ungesund wie Kuchen oder Muffins, aber auch keine wirklich gesunden Frühstücksbrötchen.
Ich habe sie mit Einkorn- und Dinkelmehl gebacken und natürlich gesüßt mit Birkenzucker. Butter habe ich aber verwendet. Besonders viel kommt nicht rein und sie schmecken dadurch einfach wunderbar saftig. Wer mag kann hier natürlich Kokosöl oder Apfelmark verwenden. Ein bisschen Schlemmen ist aber an Ostern durchaus erlaubt.

Sie halten sich einen Tag lang frisch und lassen sich auch gut einfrieren. Ich backe sie immer an Ostersonntag und wir vernaschen sie dann beim Osterfrühstück am Sonntag und Montag.
Aus den Resten kann man auch prima meinen Brotauflauf machen. Da weiß ich gar nicht, auf was sich die Jungs mehr freuen. Frühstück mit Hot Cross Buns oder Brotauflauf aus den Resten zum Abendbrot?
Dieses Jahr habe ich den Teig zum ersten Mal über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Ich wollte mir in der Früh ein wenig Arbeit ersparen, da ich morgens auch noch Puddingbauch Osterhasen backen wollte (Rezept dazu folgt morgen).
Es ging ganz wunderbar und ich werde es nun jedes Jahr so machen.
Vielleicht habt ihr ja die Zutaten zufällig im Haus und könnt heute Abend noch flix den Teig ansetzen. Dann habt ihr morgen ein wunderbar leckeres Frühstück!

Hot Cross Buns
ergibt 12 Brötchen

100g Korinthen
1 TL Zimt
Salz
1/4 TL gemahlene Muskatnuss
1/2 TL Mixed Spice*
250 g Dinkelmehl 630
200 g Einkornvollkornmehl (Alternativ Dinkelvollkornmehl)
42 g frische Hefe
40 g Birkenzucker oder Kokosblütenzucker
1 Ei, L
50 g Butter oder Kokosöl
150 mL Milch oder Mandelmilch

4 EL Dinkelmehl 630
Wasser

*Mixed Spice
alle Gewürze in gemahlener Form mischen
2 TL Zimt
1 TL Koriander
1/4 TL Nelken
1/4 TL Fenchelsamen
1/4 TL Ingwer
1/4 TL Muskatnuss

Korinthen in eine Schüssel geben, mit warmen Wasser übergießen und quellen lassen.
Mehl mit Gewürzen, einer Prise Salz und Birkenzucker mischen.
Milch lauwarm erwärmen, die Hefe darin auslösen und 5 Minuten stehen lassen.
Butter schmelzen, mit dem Ei und der Hefemischung zum Mehl geben und zu einem glatten Hefeteig verkneten.
Korinthen abtropfen lassen und zum Schluss kurz unterkneten.
Hefeteig zu einen festen Ball formen, in eine bemehlte Schüssel legen und mit Frischhaltefolie abdecken.
Den Teig entweder für eine Stunde gehen lassen oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Wenn der Teig im Kühlschrank gegangen ist, nimmt man ihn morgens heraus und lässt ihn etwa 30 Minuten auf Raumtemperatur kommen.
Den Teig in 12 Stücke teilen und zu Brötchen rollen.
Auf ein Backblech setzen und mit einem scharfen Messer tiefe Kreuze einritzen.
Mit einem feuchten Küchentuch abdecken und für 20 Minuten gehen lassen.
In der Zeit die 4 EL Dinkelmehl mit etwa 2-4 EL Wasser zu einer dicken Paste rühren. In einen Gefrierbeutel geben, eine Ecke abschneiden und ein Kreuz in die eingeritzten Brötchen spritzen.
Hot Cross Buns bei 200°C für 15 Minuten goldgelb backen.
Warm schmecken sie am besten!

süße Bohnencookies {neue Lieblingsnascherein meiner Jungs}

Am Wochenende bin ich ziemlich oft in der Küche vorzufinden. Nach dem Frühstück kommen mir da irgendwie immer viele Ideen zu neuen Rezepten und ich bin dann so voller Tatendrang, dass ich augenblicklich ans Werk muss.
Manchmal muss ich mich dann aber doch gedulden. Nämlich dann, wenn die neue Rezeptidee Zeit beansprucht. Arbeite ich mit Hülsenfrüchten, so verwende ich fast ausschließlich die getrocknete Form und weiche diese über Nacht ein. Ich habe zwar auch ein paar Dosen Kichererbsen und Bohnen im Vorratskeller, falls mich abends der Heißhunger auf Hummus überkommt, aber normalerweise koche ich lieber frisch.
Zum einen ist es um Welten günstiger und zum anderen schmeckt es besser und ist frei von jeglichen Zusätzen (wobei ich bei der Dosenware auch immer drauf achte, dass nur die Hülsenfrüchte, Salz und Wasser verwendet werden).

Die Mühe des Einweichens und Kochens lohnt sich bei den süßen Bohnencookies auf alle Fälle.
Sie werden nur natürlich, mit Kokosblütenzucker, gesüßt und da sie ganz ohne Mehl gebacken werden, sind sie Glutenfrei und zudem Laktosefrei und vegan.
Also eigentlich für jegliche Unverträglichkeit geeignet. Nussallergiker wählen ein Nussmus das sie vertragen.

Meine Jungs haben zum Glück keinerlei Allergien und ich bin sehr froh, mir darum keine Gedanken machen zu müssen.
Die drei lieben die Bohnencookies. Mein großer Sohn meinte, dass die Kekse so so lecker sind, dass er die immer essen könnte und ich solle sie ganz oft backen.
Na, wenn das mal kein Kompliment ist. Sie dürfen dabei gerne öfter zugreifen. Hülsenfrüchte liefern gutes Eiweiß und Ballaststoffe und Bananen, Datteln und Mandeln geben Energie und füllen den Körper mit Mineralstoffen und Vitaminen auf.

Ganz frisch gebacken schmecken die Cookies am selben Tag einfach am besten.
Aber man kann sie eine Woche luftdicht verschlossen aufbewahren. Sie sind ein beliebter Nachtisch bei uns oder eine Nachmittags-Leckerei mit Apfeltee.
Mit den Früchten und Nüssen kann man dabei gerne experimentieren und nehmen, was einem schmeckt. Wer mag schummelt noch ein paar Stückchen, mit Kokosblütenzucker gesüßte, Schokolade mit rein und in den Wintermonaten ganz viel Zimt.
Falls ihr Maulbeeren noch nicht kennt, solltet ihr sie einmal ausprobieren. Wir essen sie wirklich gerne und sie bieten eine leckere Abwechslung zu Rosinen. Als Alternative können Rosinen, Korinthen oder Cranberries verwendet werden.

süße Bohnencookies
ca. 20 Stück

60 g getrocknete weiße Bohnen
60 g getrocknete Kichererbsen
Alternativ: 250 g Kichererbsen oder weiße Bohnen aus der Dose
40g Kokosblütenzucker
1 TL gemahlene Vanille
1 TL Weinsteinbackpulver
1 reife Banane (ca. 150 g)
70 g Nussmus
Salz
100 g zarte Haferflocken
50 g Mandelmilch
40 g Maulbeeren (Alternativ: Rosinen)
40 g gehobelte Mandeln
70 g Datteln

Die weißen Bohnen und Kichererbsen über Nacht in Wasser einweichen.
Am nächsten Tag abtropfen lassen und mit frischem Wasser für 45 Minuten köcheln lassen.
Wasser abgießen und abkühlen lassen.
Alternativ Kichererbsen oder Bohnen aus der Dose in ein Sieb geben, mit Wasser abspülen und abtropfen lassen.
Die Bohnen und Kichererbsen mit dem Kokosblütenzucker, Vanille, Backpulver, Banane, Nussmus und einer Prise Salz mit dem Stabmixer oder im Mixer glatt pürieren.
Haferflocken und Mandelmilch zugeben und ganz kurz pürieren.
Maulbeeren und Datteln hacken und zusammen mit den Mandeln unterkneten.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen und je 1 EL des Teigs zu etwa 20 Bällchen formen und auf das Blech legen.
Bällchen gut platt drücken (Cookies verändern ihre Form beim Backen nicht).
Cookies bei 180°C für 18 Minuten backen.
Abkühlen lassen und luftdicht verschlossen aufbewahren.

Als kleine Aufmerksamkeit verschenke ich zwei oder drei Cookies gerne in einer hübschen Verpackung.
Die ist ziemlich schnell gemacht. Mit dem Stempelset „Perfect Mix“ von Stampin‘ Up und ein bisschen Band und Spitzendeckchen hat man schnell eine kleine Aufmerksamkeit für einen lieben Menschen.
Man sollte viel öfter Danke sagen oder jemanden einfach so eine kleine Freude machen. Das kostet weder viel Zeit noch Geld, macht aber glücklich.

me and my 3 boys {nicht gut genug}

Die Zahnlückenpupertät bestimmt gerade stark unseren Alltag.
Ich fühle mich ausgepowert von den täglichen Machtkämpfen mit meinem großen Sohn und den Trotzanfällen der beiden Kleinen. An meinem Vorsatz, dieses Jahr gelassener zu werden, weniger zu meckern und mich nicht so schnell auf die Palme bringen zu machen, scheitere ich täglich. Aber ich gebe nicht auf und gebe jeden Tag mein bestes.

Mein Bestes?
Das sehen meine drei Jungs anders. In ihren Augen mache ich alles falsch, was man überhaupt falsch machen kann.
Ich komme wahlweise zu spät zum Kindergarten Abholen oder zu früh. Dabei kann man nicht sagen, ob es heute zu früh oder spät ist. Egal wann ich komme, es passt halt nie. Ich gehe jeden Tag mit einer positiven Einstellung in den Kindergarten: Heute wird es besser! Die Jungs werden sich freuen wenn ich komme, sich anziehen und mit nach Hause kommen.
Das passiert aber in 9 von 10 Fällen nicht. Ich werde angemeckert, weil ich dies und jenes falsch mache. Keiner zieht sich an, geschweige denn, steigt ins Auto.
Es ist ein großer Kraftakt, die drei irgendwie nach Hause zu bekommen. Sehnsüchtig blicke ich auf die anderen Kinder, die ihren Eltern entgegen rennen, sich umziehen und einfach so, ohne zu murren und sich auf den Boden zu schmeißen, ins Auto einsteigen oder sich aufs Fahrrad setzen.
Ich atme tief durch und versuche mich daran zu erinnern, dass ich gar keine anderen Kinder haben möchte. Ich möchte meine drei! Nur die drei, wie sie sind. Und auch wenn mein Nervenkostüm bis zum Mittagessen bereits sehr zu bröckeln beginnt, so stelle ich mich jeden Tag der Herausforderung in der Gewissheit, dass es irgendwann besser sein wird. Durchhalten, tief durchatmen, nicht die Nerven verlieren.

Zu Hause angekommen begehe ich die nächsten schwerwiegenden Fehler.
Beim Essen mache ich wirklich alles falsch.
Ich gebe mir so viel Mühe, Backe, Koche, denke mir schöne Sachen aus, die den Kindern schmecken könnten. Ich verbringe wirklich viel Zeit damit, mich um eine gesunde und kindgerechte Ernährung zu bemühen. Aber egal wieviel ich mich anstrenge, wieviel ich mir Mühe gebe etwas zu finden, was allen schmeckt, es ist doch nie gut genug.
Mindestens einer ist unzufrieden, nölt rum und beschwert sich. Das Essen ist zu warm, zu grün, zu wenig, zu viel, einfach das Falsche, es sieht anders auch als sonst, …, …
Da gibt es böse Gesichter, weil ich es nicht geschafft habe zum Curry frisches Naan Brot zu backen oder der Brokkoli nicht richtig zubereitet ist.
Selbst bei den Gerichten, die sie sich gewünscht haben (jeder darf sich einmal die Woche etwas zu Mittag wünschen), stimmt irgendwas nicht. Sei es nur, dass das anders aussieht als beim letzten Mal.

Den Nachmittag über bekomme ich nicht mehr so viel Schimpfe ab. Die drei spielen zusammen, sind draußen und hauen sich gegenseitig die Köpfe ein. Ich bin immer neutral und begebe mich auf keine Seite. Daher bin ich hier meistens nicht böse. Außer ich verbiete irgendwelchen Unsinn – dann kann es schon mal sein, dass ich wieder die schlechteste Mama des Universums bin.
Spätestens beim Abendessen ist es aber wieder soweit und die schlimmste Mutter aller Zeiten tritt wieder auf. Laut der drei heißt es dann „kein Kind auf der Welt hat so eine böse Mama wie wir“.
Danke auch! Ich wandere aus.
Wie bei allen anderen Mahlzeiten habe ich auch beim Abendbrot keine Chance irgendwas richtig zu machen.
Der eine möchte Bananenshake, der andere Smoothie, der andere Brot nur mit Butter, der dritte Brot ohne alles und eigentlich und immer genau das, was ich gerade nicht mehr da habe.
Sind die Mozzarella Kugeln aus heißt es „Böse Mama, warum hast Du die nicht gekauft?“. Ja warum denn nicht? Warum nicht einen zweiten Kühlschrank kaufen und jeden Tag einkaufen gehen um immer alles, was die drei jetzt gerade, in diesem Moment essen wollen, da zu haben? Ich bin aber auch eine schlechte Mutter.
Stellt euch das mal vor? Da ist der Schinken alle und kein neuer im Kühlschrank. Straftat Nummer eins!
Keine Brötchen gebacken? Unverschämt! Mama kann jetzt keinen Milchreis kochen, da er zu lange braucht um gekocht zu werden und abzukühlen? Schlechte Planung!

Ich weiß, und muss es mir immer und immer wieder sagen, dass die drei Kinder sind und es nicht so meinen. Sie sehen ihre Bedürfnisse und verstehen nicht, warum sie jetzt gerade in diesem Moment nicht haben können, was sie möchten. Sie möchten nicht verstehen, warum es nicht jeden Tag ihr Lieblingsessen gibt. Sie fragen sich, wo Mama bleibt, um sie vom Kindergarten abzuholen. Gestern war es doch früher. Sie haben ein anderes Zeitgefühl und wissen nicht, dass ich gestern sogar später da war. Aber da haben sie gespielt und die Zeit spielte keine Rolle.
Mama soll immer da und präsent sein und ihre Wünsche und Bedürfnisse erfüllen und ihre Sorgen ernst nehmen.
Für sie bin ich Mama. Nur Mama. Dafür da, ihre Mama zu sein und mich um sie kümmern. Und das heißt für sie auch, Schinken da zu haben, wenn sie gerade Hunger darauf haben. Mama muss doch wissen, dass ich heute welchen essen möchte. Warum hat sie da nicht dran gedacht?

Die drei sind nicht verwöhnt, vielleicht nur in der Hinsicht, dass ich sie die meiste Zeit am Tag betreue und ich mir viel Mühe mit ihrem Essen gebe, aber sie sind kleine Kinder.
Aber ich vergesse das.
Sehe nur die Kritik.
Für mich als Mensch mit wenig Selbstbewusstsein ist das nicht leicht. Mir täglich anhören zu müssen, dass ich nicht gut genug bin. Dass, egal wieviel ich mich anstrenge, ich nie eine gute Mutter sein werde, das kratz an mir und das macht mich traurig – selbst wenn ich weiß, dass die Kinder es anders meinen, als es bei mir ankommt.
Das zeigen sie mir, indem sie zu mir kommen, mich fest drücken und sagen „Ich hab dich ganz, ganz, ganz doll lieb“.
Trotz allem, was ich in ihren Augen so falsch mache, zeigen sie mir doch jeden Tag, dass ich gut genug bin. Dass ich da bin, dass ich für sie da bin.

Vor den Kindern hätte ich nie geglaubt, wieviel man bei der Erziehung und bei der Beziehung zu den Kindern lernen muss, wie sehr es einen fordert, jeden Tag an sich zu arbeiten.
Das Leben mit den drein stellt mich derzeit vor eine große Herausforderung. Sie sind alle in einer schwierigen Phase und der kurze Altersabstand ist im Moment wirklich eine Bombenmischung.
Aber was ich am kräfteraubendsten und anstrengendsten empfinde ist die Arbeit an mir selbst. Mir ihre Kritik nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen, mich in Geduld und Ruhe zu üben, mich nicht auf 180 bringen zu lassen, nicht zu schreien, auch wenn ich am liebsten ein Löwengebrüll durch das Haus jagen würde.
Ich möchte einfach gelassener werden und jeden Tag an mir arbeiten, es besser zu machen. Aber es fällt mir alles so schwer, wenn ich mir jeden Tag anhören muss, dass ich im Grunde genommen doch alles falsch mache, was man als Mama falsch machen kann.

Demnächst eröffne ich den Club der „bösesten Mamas aller Zeiten“. Wer ist mit dabei?

zuckerfreie „Zuckerperlen“ {schöne Streudeko mal ganz gesund}

Kommt es nur mir so vor, oder hat sich der März als April verkleidet? Das Wetter geht rauf und runter – meine Stimmung auch.
Der Wechsel warm – kalt, Sonne – Regen macht mir immer zu schaffen und obwohl die Jungs nachts durchschlafen, bin ich einfach Dauermüde.
Eigentlich bin ich ein Freund des Winters, aber so langsam bin selbst ich bereit für den Frühling. Meine dicken Winterjacken dürfen ruhig zurück in den Schrank verschwinden und erst im November wieder rauskommen.

Ich freue mich auf Ostern. Es ist so ein schönes Fest. Und für uns Christen auch so wichtig. Die Ostermesse ist mein liebster Gottesdienst. Leider gehen wir seit Jahren nicht mehr hin, da es für die Jungs einfach zu spät ist. Aber die ganze Stimmung in der Kirche zaubert mir immer eine Gänsehaut auf den ganzen Körper. Wenn es dann Licht wird und alles wieder hell ist. So berührend.
Die Jungs sind bereits ganz aufrege, weil in ein paar Wochen der Osterhase kommt. Ich wünsche mir jetzt schon mal bitte keinen Regen am Ostersonntag, damit ich morgens die kleinen Geschenke und ein paar Eier im Garten verstecken kann. Die staunenden Kinderaugen, die nach dem Aufwachen aus dem Fenster blicken um zu sehen, ob der Osterhase da war, sind unbezahlbar.

Nach dem Eiersuchen freue ich mich auf unser Osterfrühstück mit all den leckeren Sachen, die es nur einmal im Jahr bei uns gibt – und dazu natürlich jede Menge Rührei und Frühstücksmuffins.
Ich backe zwar seit einiger Zeit Zuckerfrei, dekoriere die Muffins und Kuchen für die Jungs aber weiterhin mit Zuckerperlen. Für sie ist das Gebäck dann einfach viel leckerer, denn das Auge isst ja mit und ich freue mich, wenn sie sich freuen.
Trotzdem war ich schon länger auf der Suche nach Zuckerperlen ohne Zucker. Leider bin ich nirgendswo fündig geworden.
Am Wochenende hatte ich dann die Eingebung einfach mal Quinoa Pops, die ich gerne auf meinen Porridge streue, einzufärben.
Vom Ergebnis bin ich ziemlich begeistert. Bunte Perlen, ganz ohne Zucker, verzieren jetzt unser Gebäck.
Die Jungs sind glücklich über ihre „Zuckerperlen“, ich bin glücklich, dass weniger Zucker aufgenommen wird. Win-Win!

Die Quinoa-„Zuckerperlen“ lassen sich in jeder beliebigen Farbe einfärben und halten sich, in einer Dose verpackt, ewig.
Natürlich kann man auch gepufften Amaranth oder Teff benutzen. Was man eben gerade da hat. Vor dem Verpacken auf alle Fälle gut trocknen lassen. Ich habe die Perlen einfach über Nacht in einer Schüssel stehen lassen. Ihr könnt sie aber auch gleich zum Dekorieren verwenden. Als „Kleber“ verwende ich einen Zuckerguss aus Birkenpuderzucker oder unseren Schokoladenguss aus Kakao, Reissirup und Kakaobutter.

zuckerfreie „Zuckerperlen“

1 Messerspitze Lebensmittelfarbenpaste
1 TL Wasser
4 EL Quinoa Pops (oder Amaranth, Teff)

Die Lebensmittelfarbenpaste in einer Schüssel mit dem Wasser glatt rühren.
Quinoa Pops dazugeben und zügig gut vermischen.
Trockenen lassen (1-2 Stunden, am besten über Nacht) und luftdicht verschlossen aufbewahren.

gesunde Rasselbande {wir und der Zucker}

Wenn man sich und seine Lieben gesund und ausgewogen ernähren möchte, kommt man nicht drum herum, sich mit dem Thema Zucker auseinander zu setzen.
Das Thema ist gerade sehr präsent in allen Medien. Das ist der erste Schritt zu mehr Aufklärung und mehr Bewusstsein zu dem Thema Zucker.

In den vergangenen Jahren, besser Jahrzehnten, wurde beim Thema gesunder Ernährung und Bekämpfung von Übergewicht hauptsächlich auf das Fett geachtet. Es wurde verteufelt und war anscheinend schuld an der immer weiter steigenden Zahl an Übergewichtigen Erwachsenen und Kindern.
Dass das alles ein Trugschluss ist, dürfte hoffentlich geklärt sein. Fett macht nicht per se fett. Natürlich ist zuviel Fett nicht gesund und macht dick. Aber das gilt hauptsächlich für die ungesunden Fette. Gesunde Fette sind wichtig für den Körper und dürfen keinesfalls zu wenig aufgenommen werden.

Ungesättigte Fettsäuren kommen beispielsweise in Nüssen, Leinsamen, Avocado, Oliven- und Traubenkernöl vor. Zuviel davon ist auch nicht gesund. Aber das gilt für alle Lebensmittel. In Maßen sind die gesunden Fette aber sehr wichtig und unterstützen die gesunde Ernährung und helfen sogar beim Abnehmen.
Ungesunde Fette hingegen sind, wie wohl bekannt, gesundheitsschädlich und sollten möglichst vermieden werden. Das sind die Fette, die in Fast Food Produkten und Chips vorkommen.

Aber was uns viel mehr zu schaffen macht, ist der Zucker, der in einem viel zu hohem Maß verzehrt wird.
Anstelle von Fett haben die Hersteller zu Zucker gegriffen um ihre Produkte schmackhafter zu machen. Diese wurden dann als besonders gesund und „light“ angepriesen, da sie ja fettarm sind.
Dabei wäre es viel hilfreicher, das gesunde Fett beizubehalten und dafür ganz auf den zugesetzten Zucker zu verzichten.
So kommt es, dass man unbewusst viel zu viel Zucker zu sich nimmt.

Für uns war ausgewogene Ernährung immer schon besonders wichtig und ich koche stets frisch und ohne Fertigprodukte. Ein paar einzelne vorgefertigte Produkte wie Rahmspinat habe ich aber trotzdem gerne gekauft. Das zählt für mich jetzt noch nicht so sehr als Fertigprodukt, da bin ich nicht so streng.
Seit etwas über einem Jahr achte ich jedoch nochmal besonders verstärkt auf unsere Lebensmittel und besonders auf den Zucker.

In vergangenem Jahr habe ich viel über Zucker gelernt. Vor allem wo er überall drin steckt.
Klar, in Schokolade und Gummibärchen ist Zucker enthalten. Das ist so klar wie Kloßbrühe. Und diesen Zucker sehe ich auch nicht als den gefährlichen an, denn er wird bewusst verzehrt.
Es ist der Zucker, den wir nicht erwarten, der uns ein Übermaß an diesen jeden Tag essen lässt.

Denn, auch wenn man denkt, ach Zucker esse ich gar nicht viel, so stimmt dies meist nicht. Geht einfach mal an euren Kühlschrank oder die Vorratskammer und lest euch die Rückseite eurer gekauften Produkte durch.
Ihr werdet erstaunt sein, wo überall Zucker drin ist. Ich war es auch. Eigentlich habe ich mir beim Einkaufen schon immer die Zeit genommen mir die Zutatenliste und Nährstofftabelle für meine gekauften Produkte durchzulesen. Aber bei manchen tat ich es nicht, weil ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, dass dort irgendwas drin sein könnte, was nicht drin sein sollte.
Das war ein Trugschluss. Ich stellte also fest, dass auch in Creme Fraîche, Spinat, Konserven, Tiefkühlgemüse und -obst und vielen weiteren Lebensmitteln teilweise erschreckende Mengen an Zucker zugesetzt sind. Warum das so ist, erschließt sich mir nicht und es ärgert mich.

Ich nahm mir die Zeit und habe über ein paar Wochen meine Einkäufe umgestellt. Es war nicht leicht unsere bevorzugten Produkte ohne Zuckerzusatz zu finden. Besonders bei Rahmspinat, Gewürzgurken und Sauerkraut habe ich bisher nur einen Anbieter gefunden, bei denen nur die Zutaten drin sind, die rein gehören. Beim Sauerkraut beispielsweise nur Sauerkraut und Gewürze.
Mittlerweile bin ich sehr routiniert und weiß genau wo ich welches Produkt kaufen kann. Es hat Zeit und Nerven gekostet, aber es hat sich gelohnt.
Bei ein paar Produkten wie Mayonnaise oder Wurstaufschnitt habe ich jedoch bis heute keine Marke ohne Zucker entdeckt.

Beim Thema Zucker gibt es unzählige Meinungen und Lebensweisen.
Es gibt diejenigen, denen es völlig egal ist, die, die etwas drauf achten und solche die ganz ohne Zucker auskommen. Die no-sugar Lebensweise wird zunehmend thematisiert.
Manche gehen dabei so weit und verzichten sogar auf Obst und zuckerhaltiges Gemüse.

Bei unserer Ernährungsumstellung habe ich erstmal angefangen alle versteckten Zucker weg zu lassen.
Ich finde, dass das ein wichtiger Schritt ist. Ich möchte Zucker nicht unwissend zu mir nehmen und dabei keine Kontrolle über die Menge haben. Ich sehe keinen Grund in herzhaften Gerichten Zucker zu verwenden, ohne dass ich dies weiß oder ahne.
Wenn man ein wenig darauf achte, ist es auch gar nicht so schwer.
Über die Zeit habe ich den Zucker immer weiter reduziert, habe den Zucker, den wir zum Backen verwenden, gegen Rohrohrzucker ausgetauscht und allgemein weniger verwendet.
Mitte letzten Jahres habe ich dann ganz darauf verzichtet.
Ich wollte es erstmal ein paar Wochen testen. Einfach mal bewusst keinen Industriezucker essen. Auf Dauer war das erstmal nicht geplant.
Aber mit der Zeit verliert man aber wirklich das Verlangen danach und so habe ich nicht wieder angefangen Zucker zu essen. Ich brauche das einfach nicht mehr.
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Zucker gekauft habe. Es ist lange her.

Dabei verteufel ich Zucker nicht allgemein. Zucker ist nicht böse oder unser Feind.
Bewusst genossen ist er ein Teil der Ernährung. Es geht einfach um das Zuviel und um den versteckten Anteil.
Komplett auf alle Zuckerarten würde ich auch nicht verzichten.
Ich möchte nur keinen Industriezucker und keine Weißmehlprodukte mehr zu mir nehmen. Denn auch diese werden im Körper zu Zucker umgewandelt.
Weißmehl haben wir schon vor vielen, vielen Jahren komplett ausgetauscht. Das ist für uns Normalität. Ich gehe dabei aber nicht soweit, dass ich im Restaurant oder bei Einladungen es auch komplett meide. Zu Hause gibt es das einfach nicht, wenn man eingeladen ist, ist das eine andere Sache.

Die Ernährungsweise kein Obst, keine Zuckeraustauschprodukte und gar zuckerhaltiges Gemüse ganz zu streichen passt nicht in unser Leben.
Zum einen würde ich Obst nie aus dem Ernährungsplan streichen da es sehr gesund und wertvoll für den Körper ist und zum anderen schmeckt es uns einfach viel zu gut.
Ich habe es allerdings ein wenig reduziert. Wenn ich könnte, würde ich den lieben langen Tag kiloweise Obst essen. Ich liebe Äpfel, Birnen, Beeren, Mangos, Kiwis, Orangen und und. Da muss ich wirklich auf die Menge achten, damit es nicht ausartet. Aber ganz weglassen? Niemals!
Wir fünf sind alle doch ziemliche Süßschnäbel und essen gerne Kuchen und Gebäck. Der Verzicht auf Zucker heißt jedoch nicht, dass man darauf verzichten muss.
Da wir weiterhin Zuckeraustauschprodukte zum Süßen verwenden, gibt es viele Möglichkeiten weiterhin leckere Kuchen zu backen, die keinen Industriezucker enthalten und nicht pappsüß sind.
Am liebsten verwende ich Reissirup, Trockenfrüchte wie Datteln und Backpflaumen, Bananen und Honig. Ahorn- und Dattelsirup haben bereits einen feinen Eigengeschmack und werten verschiedene Kuchen auf.
Außerdem verwenden wir gerne Kokosblütenzucker und Birkenzucker (Xylit). Wenn ich mir ein neues Rezept ausdenke oder bei einem bestehenden den Zucker austauschen möchte, überlege ich mir, welches Produkt am besten passt, ob ich einen Eigengeschmack haben möchte wie beim Honig oder lieber neutral wie beim Reissirup. Oft mische ich auch verschiedene Zuckeralternativen.
Es dauert ein wenig bis man sich an das andere Backen und Kochen gewöhnt hat, doch irgendwann wird es zum Alltäglichen.

Wenn man sich erfolgreich Zuckerentwöhnt hat, reicht einem auch eine viel geringere Süßkraft aus. Wenn meinem Mann der Kuchen nicht süß genug ist, ist er mir oft bereits viel zu süß.
Nach ein paar Wochen ohne Zucker habe ich gemerkt, wieviel weniger süß ich nun brauche. Kommen Gäste zu Kaffee und Kuchen zu uns, ist es für sie mit Sicherheit ungewöhnlich, da für sie mein Gebäck einfach sehr wenig süß schmeckt. Aber es schmeckt. Sogar richtig gut!
Auch unsere Jungs brauchen weniger süßes Gebäck. Kaufen wir mal etwas vom Bäcker für sie, ist es ihnen öfter viel zu süß.
Was jetzt nicht heißt, dass die drei nicht gerne süß essen.
Im Gegenteil. Sie naschen sehr gerne.

Obgleich ich für mich entschieden haben auf Industriezucker erstmal zu verzichten, so dürfen meine Kinder weiterhin Süßigkeiten essen.
Aber in Maßen. Als Nachtisch mal 3-4 Gummibärchen und im Sommer ein Eis ist vollkommen okay. Es bleibt jedoch die Ausnahme.
Ich verwöhne sie natürlich trotzdem. Backe leckere Plätzchen, Muffins und Kuchen und mache im Sommer fast täglich frisches Eis. Alles natürlich gesüßt und mit Vollkornprodukten und guten Zutaten. Es fehlt ihnen an nichts. Sie lieben meine Schokoladenmuffins oder das Bananen-Vanille-Eis genauso sehr wie Gekauftes – vielleicht sogar noch mehr.
Die ganzen süßen Kinderprodukte wie Joghurt, Frühstücksflakes und „gesunde“ Snacks haben wir alle ausgetauscht gegen zuckerfreie Varianten (bzw überhaupt noch nie gekaft) und die drei essen sie genau so gerne.
Es kostet vielleicht mehr Zeit, da man viel selber machen oder ein bisschen nach gesünderen Produkten suchen muss, aber das Wohlergehen meiner drei Jungs ist für mich das Allerwichtigste.
Sie haben Süßigkeiten viel mehr schätzen gelernt. Gibt es mal ein Stück Schokolade sind sie ganz aus dem Häuschen und freuen sich wie wild.
Gehen sie auf Kindergeburtstage oder Feiern, wie gerade aktuell, Karneval im Kindergarten, dürfen sie auch gerne zugreifen. Es ist nicht die Regel und sie genießen es dann.
Auch an Ostern und Weihnachten gibt es immer richtige Süßigkeiten für die drei. Die paar mal im Jahr habe ich gar kein Problem damit und wenn sie nach dem Essen nach Gummibärchen fragen, sage ich auch selten nein.
Sie sollen es nicht verboten bekommen, sondern den richtigen Umgang lernen und vor allem bewusst süß essen und nicht beispielsweise abends einen Joghurt, der 15% Zucker enthält und dabei gar nicht als Süßigkeit wahrgenommen wird.

Darum geht es bei uns. Zucker darf gegessen werden, aber ganz bewusst. Wenn man Nachmittags sagt, so, jetzt esse ich etwas Süßes und genießt dies, dann ist nichts falsches daran.
Aber nicht irgendwo im Senf oder Spinat einen Haufen Zucker zu sich nehmen. Ein paar Ausnahmen gibt es auch hier, denn ich möchte den Jungs beispielsweise ihre heiß geliebte Salami, Schinken und Lyoner nicht verbieten. Diese gibt es jedoch nicht ohne Zucker. Dabei achte ich  aber auf den Zuckergehalt und auf Bio Qualität. Ich esse selbst sehr wenig Wurst und habe mit Prosuitto und Geflügelwiener zwei Sorten ohne Zucker gefunden.

So leben wir in unserer Familie drei unterschiedliche Einstellungen zu Zucker.
Da bin ich, die komplett auf Industriezucker und Weißmehl verzichtet, mein Mann, der abends seinen Schokoriegel nascht, sich gerne ein Gebäck vom Bäcker kauft und auf der Arbeit auch nicht darauf achtet ob Zucker enthalten ist oder nicht und meine Jungs, die auch mal etwas Naschen dürfen aber generell nur natürlich gesüßte Gerichte und Backwaren bekommen.

Für uns ist das genau richtig. Wir sind alle glücklich mit unserem Modell und fühlen uns gut damit.
Jede Familie muss für sich den richtigen Umgang mit Zucker finden. Es gibt kein richtig oder falsch (na gut, den ganzen Tag nur Süßkram zu essen, ist jetzt nicht das Gesündeste).
Aber es lohnt sich mal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Unsere Gäste sind immer sehr erstaunt, wenn ich nach dem Kuchen erzähle, dass ich keinen Zucker verwendet habe, sondern natürlich gesüßt habe. Es schmeckt allen trotzdem gut. Vielleicht weniger süß als gewohnt, dafür kommen aber die anderen Aromen viel besser zur Geltung. Natürlich ist man anfangs erstmal skeptisch allen Neunem gegenüber. Man sollte sich einfach mal trauen und einen Kuchen ohne Zucker backen und sehen was passiert.

Vielleicht nehmt ihr den heutigen Aschermittwoch als Stichtag um auch mal über euren Zuckerkonsum nachzudenken oder ein paar Wochen die zuckerfreie Ernährung zu testen.
Fangt am besten an, euch eure Produkte, die ihr bereits zu Hause habt, näher anzugucken. Bei der Nährwerttabelle und Inhaltsstoffen zu lesen ob und wieviel Zucker enthalten ist. Manchmal reicht der Wechsel zu einer anderen Marke bereits aus um einen Teelöffel Zucker am Tag zu sparen – ohne dass ihr es überhaupt merkt.

Dinkel-Krapfen oder Berliner oder superduper leckere Bällchen {zuckerfrei durch die Karnevalszeit}

Karneval ist die Zeit der Berliner. In jeder Bäckerei findet man unzählige Varianten der süßen Hefebällchen.
Ich habe wohl noch niemanden getroffen, der keine Berliner mag. Besonders Kinder sind ganz wild darauf. Ob mit Marmelade oder Pudding gefüllt. Einfach lecker sind diese Teilchen.

Achtet man jedoch auf seinen Zuckerkonsum oder vermeidet diesen gar komplett, so sind diese Karnevals Leckerbissen natürlich tabu.
Im Teig, in der Füllung, oben drauf – überall ist reichlich Zucker enthalten.
Doch es geht auch ohne. Berliner schmecken auch ganz ohne Industriezucker herrlich lecker. Gesüßt mit Kokosblütenzucker und Reissirup schmecken sie nicht minder leckerer als ihre zuckrigen Brüder.

Als Füllung habe ich einen veganen Vanillepudding und eine Himbeer-Chia-Marmelade in die Berliner gespritzt.
Da es aber auch leckere zuckerfreie Marmelade zu kaufen gibt, könnt ihr aber natürlich auch diese verwenden.
Geht es auch noch gesünder? Natürlich! Man kann die Berliner, wie gewohnt, in Rapsöl ausbacken oder aber im Backofen, ganz ohne Fett, backen. Probiert beide Varianten aus und findet euren Favoriten.
Wir bevorzugen die ausgebackenen Berliner und da wir sie nur einmal im Jahr essen, ist das auch vollkommen okay. Ein bisschen Schlemmen sei auch mal erlaubt.
Aber als gesündere Alternative finde ich die Ofenberliner wirklich richtig schmackhaft und fluffig.

Meine drei Jungs waren ganz begeistert von den leckeren Berlinern. Natürlich würden sie sich, wenn sie die Wahl hätten, für die normalen Berliner beim Bäcker entscheiden.
Die selbst gebackenen, gesünderen Karnevalskrapfen schmecken dafür besonders frisch und ich kann eine extra große Portion Vanillepudding reinspritzen.
Es gibt doch nichts schöneres, als wenn die Füllung beim Reinbeißen überall rausquillt. Nomnom. Lecker!
Mein ältester Sohn hat direkt zwei auf einmal verputzt, was für so ein kleines Kerlchen schon recht viel ist.

Na gut, ich gebe zu, dass meine Krapfen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Ich hätte mir auch gewünscht, dass sie ein wenig runder und ballförmiger daherkommen.
Aber mein Mann meinte, dass er die viel schöner findet als vom Bäcker, wo es nur diese maschinell gefertigten perfekten Berliner gibt. Ich weiß zwar nicht, ob er das nur gesagt hat, um nett zu sein oder weil er es wirklich ehrlich meint; aber ich sehe das jetzt auch so.
Lieber unförmig und nicht so hübsch, dafür mit viel Liebe und guten Zutaten gebacken.

Berliner ohne Reue
8-10 Stück
wahlweise ausgebacken oder aus dem Backofen

50 g weiche Butter
200 mL Milch oder Mandelmilch
1 EL Rum
1 Würfel (42 g) frische Hefe
500 g Dinkelmehl 630
1 Ei, L
30 g Kokosblütenzucker
1/2 TL gemahlene Vanille
1/2 TL Salz
1 L Rapsöl oder Sonnenblumenöl zum Ausbacken
Füllung nach Wahl (siehe unten)
optional: Birkenpuderzucker (Xylit)

Milch oder Mandelmilch erhitzen und Hefe darin auflösen. Hefemilch 5 Minuten ruhen lassen.
Das Ei und den Rum unter die Hefemilch rühren.
Die beiden Mehlsorten mit dem Kokosblütenzucker, Salz und Vanille in eine Schüssel füllen.
Butter in Flöckchen hineingeben, Hefemilch zugießen und alles per Hand oder mit der Küchenmaschine zu einem glatten Hefeteig verkneten.
Teig zu einer festen Kugel formen und abgedeckt für 45 Minuten gehen lassen.
Teig auf die Arbeitsfläche geben und in 8-10 Portionen teilen.
Jedes Stück zu einem kleinen Ball formen, mit einem feuchten Tuch abdecken und erneut 45 Minuten gehen lassen.

Option Ausbacken: Rapsöl in einem Topf auf 170°C erhitzen. Ob das Fett heiß genug ist sieht man, wenn ein Holzstab hinein gehalten wird. Dabei müssen sich recht schnell kleine Bläschen um den Stab bilden.
So viele Berliner in die Pfanne geben, dass sie gut Platz haben (wahrscheinlich 3 Stück). Kurz anbacken lassen, umdrehen und für etwa 45 Sekunden goldgelb backen. Berliner umdrehen und fertig backen.
Zum Abtropfen auf mehrere Lagen Küchentuch legen.

Option Backofen: Backofen auf 180°C vorheizen und Berliner auf ein Backblech legen und für etwa 15 Minuten goldgelb backen.

Die gewünschte Füllung in einen Spritzbeutel mit langer Tülle geben (oder eine Füllspritze verwenden) und jeweils etwa 1 EL der Füllung in die Berliner spritzen.
Berliner nach Belieben mit Birkenpuderzucker bestäuben und am selben Tag essen oder einfrieren.

Vanillepuddingfüllung

500 mL + 6 EL Mandelmilch
1 Vanilleschote
30 g Stärke
3 EL Reissirup
2 TL Kokosöl
Prise Kurkuma

Vanilleschote längs aufschneiden und auskratzen. Mandelmilch zusammen mit der ausgekratzten Vanilleschote in einen Topf geben, einmal kurz aufkochen, vom Herd nehmen und für 30 Minuten ziehen lassen.
Vanilleschote entfernen.
6 EL Mandelmilch mit der Stärke und dem Kurkuma glatt rühren.
Stärkepaste in die Mandelmilch rühren, ebenso den Reissirup und das Kokosöl.
Unter ständigem Rühren zum Kochen bringen und für ein paar Minuten leicht köcheln lassen.
Pudding zum Abkühlen mit Folie abdecken.
Vor dem Füllen gut durchrühren.

Himbeer-Vanille Füllung

250 g Himbeeren (frisch oder tiefgekühlt)
1/4 TL gemahlene Vanille oder 1/2 TL Vanilleextrakt
20 g (2 EL) weiße Chia Samen
60 mL Apfelsaft
1 EL Ahornsirup (optional)

Frische Heidelbeeren waschen und abtropfen lassen.
Gefrorene in einem kleinen Topf auftauen.
Heidelbeeren mit Vanille und Apfelsaft in einen kleinen Topf geben.
Unter Rühren aufkochen und für 3-4 Minuten leicht köcheln lassen.
Chia Samen unterrühren, nochmal aufkochen und für eine Minute weiter köcheln.
Nach Belieben Ahornsirup zugeben.
Marmelade in ein großes Schraubglas abfüllen, fest verschließen und abkühlen lassen.
Die Marmelade für mindestens 5 Stunden, besser über Nacht zum Eindicken in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Tag gut durchrühren und, falls sie zu fest ist, einen Löffel Apfelsaft unterrühren.