Nun bist Du schon zwei {aber mein Baby wirst Du immer bleiben}

Gestern durfte nicht nur die erste Kerze am Adventskranz angezündet werden, sondern auch zwei Kerzen auf dem Geburtstagskuchen von tinyBro.
Mein kleines Baby ist nun 2 Jahre alt!

Mein kleinster Schatz,
irgendwie hat sich unser Leben seit deiner Geburt gar nicht so verändert und eigentlich ist alles anders.
Genau wie am Tag deiner Geburt sind wir gestern zusammen auf dem Weihnachtsmarkt Karussell gefahren. Nur dass diesmal nicht zwei Brüder auf Pferd und Schwein saßen, sondern drei.
Und dass ich mich nicht alle zehn Minuten in eine ruhige Ecke verkrümeln musste, um die nächste Wehe zu veratmen.

Als dritter Sohn kam nicht viel neues auf uns zu. Und doch ist alles neu. Du bist Du. Und auch wenn man Dich gerne mit deinen zwei großen Brüdern vergleicht (ich versuche das so gut es geht zu vermeiden), bist Du einmalig und hast deine eigene Entwicklung, deine eigene Art, deinen eigenen (sehr dicken) Kopf.
Jeden Tag bringst Du mich zum Lachen. Und zum Verzweifeln – das gebe ich zu. du weißt schon sehr genau, was Du nicht darfst und findest es gerade deshalb so lustig. Während ich Staubsauge ist es für dich eine Gaudi die Filzstifte der Brüder zu holen um damit die Möbel und Türen zu verschönern. Die meisten zerbrochenen Tassen, Gläser und Schüsseln gehen auf dein Konto. In deinem kurzen Leben hast Du mehr runter geschmissen als wir alle zusammen. Bevorzugt das Geschirr deiner Brüder. Im Essensweitwurf gewinnst Du auch haushoch gegen bigBro und littleBro.

Mit zwei Jahren wird nun soviel anders. Ich kann nicht mehr Baby zu Dir sagen, obwohl ich es weiterhin tue. Du bist noch so klein und verletzlich – wirst immer mein kleines Baby bleiben.
Wir beide haben eine starke Verbindung. Du bist am liebsten ganz nah bei Mama, versteckst Dich bei mir wenn dich jemand anspricht oder auch nur anguckt. Wir beide genießen noch das abendliche Stillen vor dem Schlafengehen. Dann gibt es nur uns beide (und deinen Löwen) und während wir draußen in der Diele deine Brüder beim lautstarken Zubettgehen hören, kuscheln wir uns aneinander und genießen die Zeit. Ich bin gespannt, wie lange das noch unser Ritual bleibt. Denn, auch wenn es meinem Mamaherz gar nicht gut tut, so kommst Du auch ohne mich ganz gut zurecht. Denn wenn ich zweimal die Woche zum Tanzen gehe, bringt dich dein Papa ebenso gut ins Land der Träume. Es fällt mir nicht leicht, loszulassen, zu wissen, Du kommst auch ohne mich aus. Aber es gibt mir auch Freiheiten, die ich brauche. Auch wenn ich das nicht gerne eingestehe. Jeden Tag von morgens bis abends für euch drei allein verantwortlich zu sein, ist ganz schön Kräfte- und Nerven(!!!)zehrend und ich bin leider nicht immer die entspannte und geduldige Mama, die ich gerne wäre. Aber vielleicht ist das auch nicht verwunderlich bei drei kleinen Jungs.
Mein Leben ist dank euch ganz schön bunt. Manchmal sehr viel bunter als ich gern hätte. Ein bisschen mehr schwarz-weiß wäre schön, aber ich liebe unser Leben, so wie es ist. Mit euch drei verrückten Räubern.

In deinem neuen Lebensjahr wird nun so viel passieren. Jeder Tag ist ein neues Abenteuer. Du lernst jeden Tag etwas neues und es ist einfach nur schön, dabei sein zu dürfen. Auch wenn Du kein Freund vieler Worte bist (so wie dein großer Bruder), so kommt doch langsam etwas aus Dir heraus. Du plapperst alles nach, wenn auch meist nur die erste oder letzte Silbe. Aber Af statt Giraffe und Fant statt Elefant ist einfach so zuckersüß und Du kannst das gerne bis Du 18 bist so sagen.
Auch mit wenigen Worten bekommst Du alles, was Du willst. Oder besser gesagt, Du kannst mir mitteilen, was Du gern hättest. Ob Du das bekommst sei mal dahingestellt.
Aber dann nimmst Du dein Glück einfach selbst in die Hand. Wenn es eine Stunde vor dem Mittagessen kein Brot für dich gibt, schnappst Du dir den Hocker und gehst einfach selbst an den Brotkasten. Ist da keine abgeschnittene Scheibe zu finden, nimmst Du gerne den halben Laib und beißt genüsslich rein.

Nicht nur in deinem Äußerlichen gleichst Du deinen Brüdern, auch den dicken Kopf habt ihr alle drei gemeinsam. Ich finde es faszinierend, wie man mit gerade mal Zwei so einen Willen haben kann. Da freue ich mich bereits auf die Pubertät.
So hast Du deinen ganz eigenen Kleidungstil. Am liebsten hast Du dein Löwen und Fuchs Shirt. Wenn das in der Schublade liegt, muss es auch angezogen werden, so dass ich es (tut mir ja leid) auch gerne mal länger in der Wäsche lasse. Auch wenn es draußen mittlerweile an die Null Grad hat, magst Du weder Jacke, noch Schal, noch Mütze anziehen. Die Jacke bekomme ich mit Schweißausbrüchen noch irgendwie an – denn, auch wenn ich euch allen viel Freiheit lasse bei dem was ihr anzieht, bei Minusgraden muss eine Jacke angezogen werden – doch am Schal und der Mütze scheitere ich. Ich frage mich, ob dir nicht kalt am Kopf ist, so mit lichtem Haar. Aber nach zehn Mal runter ziehen, gebe ich dann einfach auf.
Im tiefen Winter muss ich mir etwas ausdenken. Aber vielleicht merkst Du dann selbst, dass es mit Mütze doch viel kuscheliger ist. Hoffen darf ich ja.
Bei Dir war es schon einfach immer so – wenn Du etwas nicht willst, dann willst Du es nicht. Aus. Ende. Da kann Mama soviel bitten und reden und erklären wie sie will. Nein bleibt Nein.

Mit deiner schüchternen Art, wann immer jemand in der Nähe ist, der nicht zu der Familie gehört, mag man gar nicht glauben, was für ein Lausbub Du sein kannst. Aber mit zwei großen Brüdern ist das auch normal. Du hast es mit Sicherheit nicht leicht, als Nesthäkchen. Kaum ist irgendwas kaputt, nicht aufzufinden und verschollen, so  bist immer Du der Schuldige. Ganz schön mies von deinen Brüdern, Dir immer alles in die Schuhe zu schieben. Aber auch ganz schön einfach, denn Du kannst Dich ja noch nicht wehren. Aber ich verrate Dir jetzt was. Glaube mir, es kommt der Zeitpunkt, wo Du dich endlich verteidigen und es deinen Brüdern heimzahlen kannst. Irgendwann klaut Dir keiner mehr die Plätzchen vom Teller und das Spielzeug vor der Nase weg. Nicht mehr lange, vertraue mir!
Trotz der Anschuldigungen, der Haue und der Klauerei liebst Du deine Brüder „Amar“ und „Nenai“ und sie Dich. Sie ziehen Dir die Schuhe an, Schnallen Dich im Auto ab, geben Dir Sachen, die zu weit oben sind, legen eine CD für Dich ein und klauen Dir gerne den Löwen. Ihr drei seid dicke Freunde und es macht mich so glücklich euch beim Brüdersein zuzusehen.

Mein kleiner Schatz! du wirst immer mein Baby sein. Mein kleiner Süßer. Ich freue mich so auf das Jahr, was vor Dir liegt.
Du wirst ein Kindergartenkind werden, Du wirst Sätze sprechen lernen, Du wirst die Welt entdecken, neue Freunde finden und mich jeden Tag faszinieren.
Es wird spannend und ich bin unendlich dankbar bei Dir sein und Dich auf deinen Weg begleiten zu dürfen.

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