gesunde Rasselbande {wie der Vegan-Hype mir auf den Butterkeks geht und gesunde Ernährung nichts damit zu tun hat}

Gesund und ausgewogen zu Kochen und Backen heißt für mich Liebe geben.
Denn was kann man seinen Lieben besseres geben, als gute, frische Küche, die gesund ist und schmeckt? Auf seine Ernährung zu achten heiß auf sich zu achten, dass man es sich wert ist Zeit (und auch Geld) dafür zu investieren fit und gesund zu sein.

Der derzeitige Trend zum veganen Essen geht mir trotzdem mächtig auf den Keks. Auf den Butterkeks.
Egal wo man hinsieht, egal was man liest, wen man fragt. Jeder scheint sich ganz trendy vegan zu ernähren und zu glauben, dass das so viel gesünder sei als nicht auf irgendwelche Lebensmittel zu verzichten.
Mir ist klar, dass wenn ich nicht mit dem veganen Strom mitschwimme, ich viel Kritik erhalten werde. Aber ich war noch nie ein Mitschwimmer.
Sicher denken nun einige, bei mir war das aber so, ich lebe viel gesünder, seitdem ich vegan esse. Ist das wirklich so, oder hat das nur was mit der Umstellung auf gesunde Lebensmittel an sich zu tun?

Ständig lese ich davon, wie viel gesünder vegane Ernährung ist, die Kilos dabei nur so purzeln und man sich fitter fühlt.
Das hat aber meist damit zu tun, dass viele sich vorher einfach noch nicht mit gesunder Ernährung auseinander gesetzt haben und durch die Umstellung deutlich mehr Gemüse und weniger Fett, Süßigkeiten und Schokolade zu sich nehmen.
Mit Vegan hat dieser Effekt aber nichts zu tun und wäre auch aufgetreten, wenn man einfach die Ernährung auf gesund und ausgewogen umgestellt hätte, ohne auf irgendwelche Lebensmittel zu verzichten.
Denn vegan heißt nicht gleich gesund. Man kann sich durchaus auch ungesund Vegan ernähren. Wenn man sich nämlich haufenweise Nüsse, Trockenfrüchte, Chips und veganes Gebäck reinhaut und dazu noch kiloweise Obst isst, ist das alles andere als gesund.

Zudem kann ich das Wort „Vegan“ nicht mehr sehn. Alle Welt wirbt nun damit. Ich frage mich ehrlich, warum man auf Zucker und Mehl „vegan“ schreiben muss. Das dürfte ja wohl jedem mehr als klar sein. Vegan hier, vegan dort und es wird immer mehr.
Ich finde es gut, dass sich mehr mit gesunder und bewusster Ernährung auseinander gesetzt wird, keine Frage, aber dieser Vegan-Hype nervt nur noch. Ich finde es per se immer bedenklich irgendwelche Lebensmittel (aus nicht medizinischen Gründen) zu verbieten. Zu Reduzieren und bewusst damit umzugehen, klar, aber kein kompletter Verzicht.

Bei uns gibt es keine verbotenen Lebensmittel. Wir leben nach dem Prinzip alles in Maßen und in guter Qualität.
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, komplexen Kohlenhydraten, viel Vollkorn, Obst, fettarmen Milchprodukten und magerem Fleisch und Fisch steht für uns im Mittelpunkt.
Natürlich ist es richtig, dass die Reduktion von tierischen Fetten gut für den Körper und die Umwelt ist. Dass viele zuviel davon aufnehmen ist auch eine bekannte Tatsache.
Aber ganz darauf zu verzichten ist nicht notwendig um gesund zu leben.
Wenn jemand aus umwelttechnischen Gründen, zum Wohl der Tiere und der Massentierhaltung, auf tierische Produkte verzichtet, kann ich das nur gutheißen. Das ist dann eine bewusste Entscheidung und hat aber in erster Linie nichts mit gesunder Ernährung zu tun.

Wem es aber um ein besseres Lebensgefühl und einer gesunden Lebensweise geht, der solle sich fragen, ob kompletter Verzicht notwendig und gut ist oder nur einen Trend wiederspiegelt, der gerade alle befällt.

Vielmehr sollte man ganz bewusst essen. Tierische Produkte zu reduzieren ist dabei wichtig.
Am besten schreibt man drei Tage hintereinander auf, was man alles isst. Dann sieht man, wo und was zuviel ist und wieviele tierische Produkte dabei verspeist werden. Diese kann man nun reduzieren und ausgesucht und in guter Qualität essen. Zum Wohl des Tieres also lieber weniger Eier, Milch und Fleisch essen, dafür aber in Bio Qualität.
Wer mich kennt weiß, dass ich kein Freund von Bio bin (das ist aber ein anderes Thema); aber bei Fleisch, Eiern und Milchprodukten geht es mir um die Tierhaltung und nicht darum, ob die Kühe bei Mondlicht gestreichelt wurden.

Beim Reduzieren tierischer Produkte habe ich einfach angefangen keine Wurst oder Käse aufs Brot zu machen, sondern Gemüse. Ich verwende dabei trotzdem Butter und Frischkäse, denn ein kompletter Verzicht soll es bei uns ja nicht sein.
Weiter essen wir sowieso schon immer wenig Fleisch. Fleisch kommt bei uns 2-3 mal in der Woche auf den Tisch und Fisch einmal.
Das ist ein gutes Maß, denke ich. Die Kinder essen allerdings ein bisschen mehr Wurst, weil ich einfach nur froh bin, wenn ich überhaupt Essen in sie hineinbekomme. Ich habe also nichts dagegen, wenn sie abends ihr Wurstbrot essen.
Auch den Konsum von Joghurt, Milch und anderen Milchprodukten kann man ganz einfach reduzieren.
Und dann kann man ganz bewusst zugreifen und mit einem guten Gewissen ausgewogen essen.
Wir (und besonders ich) essen durch den bewussten Umgang zwangsläufig oft vegan. Aber nicht weil wir es erzwingen, sondern weil es sich einfach ergibt.

Viel wichtiger als Vegan zu leben ist nämlich frisch und gesund zu Kochen und zu Essen. Dazu gehören viel Gemüse. Zu jeder Mahlzeit. Komplexe Kohlenhydrate und Vollkornprodukte. Nudeln und Reis sind schnell gegen die Vollkornvariante ausgetauscht und einen Unterschied schmecke ich schon lange nicht mehr. Dazu noch frisches Obst und Milchprodukte in Maßen und ab und an Fleisch und Fisch.
Den Zuckerkonsum zu reduzieren ist zudem fast das wichtigste. Es gibt andere, gesündere Möglichkeiten zu süßen und wenn man generell weniger süßt, gewöhnt der Geschmack sich auch daran und man kommt mit deutlich weniger aus.
Auf Öle und Fette muss und soll man übrigens nicht verzichten. Es kommt hier auf gute Fette an wie Olivenöl, Traubenkernöl und Kokosöl.
Zu der Umstellung auf gesunde Lebensmittel schreibe ich noch einen anderen Beitrag, weil das hier den Rahmen sprengen würde.

Fazit ist. Mit einer Umstellung der Ernährung erreicht man ein gesünderes Leben und ist fitter und frischer.
Das hat aber nichts mit Vegan zu tun, sondern mit guten, hochwertigen Lebensmitteln und der bewusste Umgang mit tierischen Produkten.
Auch sollten Veganer sich bewusst machen, dass man, wenn man auf tierische Produkte verzichtet, andere Lebensmittel zum Ausgleich der fehlenden Vitamine zu sich nehmen muss um keine Mangelerscheinungen zu erleiden. Falsch Vegan ist nämlich genauso ungesund wie falsch normal.
Bevor man sich also entschließt Vegan zu leben, sollte man sich intensiv mit dem Thema auseinander setzen.

Natürlich darf sich jeder so ernähren, wie er es für richtig hält und was für denjenigen die richtige Lebensweise ist. Das muss jeder für sich entscheiden.
Ich würde nur begrüßen, wenn man nicht täglich erzählt bekommt, dass Vegan ja so viel gesünder sei als „Normal“ zu essen und man in den Medien und beim Einkaufen nicht mehr mit Vegan regelrecht erschlagen wird.
Für uns gilt Gesund: JA, Vegan: nein. Das ist für uns die richtige Lebensweise und damit fühlen wir uns fit, glücklich und gesund.

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7 Kommentare zu “gesunde Rasselbande {wie der Vegan-Hype mir auf den Butterkeks geht und gesunde Ernährung nichts damit zu tun hat}

  1. Das sieht wirklich köstlich aus!
    Das werde ich bestimmt bald testen :)!
    Ich würde mich riesig freuen, wenn du bei mir vorbei schaust :)!
    Liebe Grüße Carla!

  2. Danke! Wir hatten das Thema gestern mit den Kollegen – läuft wohl auf „Karmapunkte“ hinaus. Schlimm finde ich, wenn jemand seine Essreligion militant auslebt (und ich ein ganz böser Mensch bin, weil ich Milch am Kaffee habe).

    • Danke für deinen Kommentar!
      JA, das meine ich genau so. Ich finde, dass einem das fast aufgezwungen wird.
      Dabei soll dochjeder so machen, wie er denkt. Ich mag es halt nicht, wenn behauptet wird, dass nur die eine Weise die beste ist und alles andere schlecht.

      Lieber Gruß, Steffi

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