me and my 2 boys {der kleine Unterschied}

Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen über den Unterschied von Jungen und Mädchen – ehrlich gesagt waren es mehrere Artikel. Anscheinend ist das im Moment irgendwie ein Thema.
Auf Grund dessen habe ich mir mal Gedanken über meine beiden Jungs gemacht und wie sehr sie „Jungs“ sind.

Bis bigBro zwei Jahre alt war, war er absolut kein typischer Jungs. Mit Autos, Lastern, Traktoren und Bällen hatte er nichts am Hut. Er interessierte sich nur für Tiere und Bücher.
So hatten wir zu Hause auch so gut wie keine Fahrzeuge, sondern Regale voll Bücher (die meisten über Tiere versteht sich) und Schleich Tiere.
Für andere Jungs-Mamas waren seine Interessen nicht zuverstehen. Spielten ihre Jungs doch tagein, tagaus mit Baggern und Fußbällen. Das einzige was darauf schließen lies, dass ich da tatsächlich einen Jungen auf die Welt gebracht hatte, war sein Faible für Müllabfuhr und Mülltonnen in jeglicher Ausführung.
Das alles änderte sich komplett um seinen 2. Geburtstag rum. Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass wir kurz danach in ein Neubaugebiet gezogen sind, aber vielleicht wäre es auch so gekommen.
Mein Sohn wollte von Tieren nicht mehr alzu viel wissen sondern alles, einfach alles über Raupenbagger, Radlader, Tieflader und Kipplaster.
Innerhalb von einem Jahr haben wir nun eine beträchtliche Sammlung von diversen Baufahrzeugen, ein Parkhaus und auch Fußbälle. Nicht zu verschweigen die unzähligen Baustellen Bücher, die ich – ehrlich gesagt – nicht mehr sehen kann.

Für seiner wachsenden Liebe für Fußball ist allerdings mein Mann komplett alleine verantwortlich. So heißen alle Fußballspieler, jedes Stadion, jedes Spiel einfach nur „Bayern“ (München).
Gut, damit hatte ich gerechnet, als ich das erste Mal einen Zipfel im Ultraschall sah. Und als bei der nächsten Schwangerschaft ebenfalls nicht zu verleugnen war, dass da ein zweiter Stammhalter heranwächst, habe ich mich Jahre später schon mit Trillerpfeife am Fußballplatz stehen sehen um meine beiden Sprösslinge zu bejubeln.

LittleBro hat natürlich kaum eine Chance seine eigenen Interessen zu entdecken. Wenn man seit Geburt an – und eigentlich auch schon im Bauch – immer nur Müllabfuhr, Bagger, Muldenkipper und Kran hört, ist man geprägt.
Kein Wunder also, dass eines seiner ersten Wörter Babba, also Bagger, war.

der kleine Unterschied

An der Erziehung liegt es also nicht, dass meine Jungs richtige Jungs-Interessen haben und sie Malen und Basteln so gut wie nicht interessiert.
Schließlich wollte ich meine Kinder auch neutral erziehen. Sie haben Puppen, Malsachen und meine alte „Mein kleines Pony“ Sammlung. Letzteres wird allerdings sehr gerne bespielt. Da werden den Ponys die Haare gebürstet und das Mama-Pony fährt mit ihren Pony-Baby im Kinderwagen spazieren.
Alles weitere an „Mädels“ Sachen interessiert die beiden aber nicht. Obwohl ich es oft genug angeboten habe und weiterhin anbiete.
Wahrscheinlich hat auch der Kindergarten, in den bigBro seit er 2,5 Jahre alt ist, geht einen Einfluss darauf.
Fakt ist, dass die beiden einfach ihre Interessen gefunden haben. Und das sind typische Jungs-Sachen. Auch hat bigBro im Kindergarten nur Jungs als Freunde. LittleBro hat im Gegenzug schon eine Freundin in bigBros Gruppe gefunden. Ich bin gespannt, ob das anhält wenn er in den Kindergarten kommt.

Nach 3 Jahren als Jungs-Mama und Freunden die Mädchen-Mamas sind, kann ich sagen, dass es Unterschiede gibt. Und nicht zu knapp. Egal wie man die Kinder erzieht.
Jungs sind im allgemeinen lebhafter und rabiater als Mädchen. Ich spreche hier nur vom Durchschnitt. Ich kenne einige Kinder bei denen das nicht zutrifft. Aber auf die große Masse eben schon.
Jungs sind härter im nehmen, meine zumindestens. Hingefallen? Wieder aufstehen und weiter. Vom Stuhl runter gefallen und Arm gebrochen? Auf welchen Stuhl kann ich als nächstes klettern? Der große Bruder hat mit einem Stock auf littleBros Kopf eingeschlagen? War was?
Und an dreckige, kaputte Hosen und Shirts habe ich mich auch schon fast gewöhnt. Man spielt halt mit ganzem Körpereinsatz.
Wie sehr habe ich mir manchmal ein ruhiges Mädchen gewünscht, dass brav im Sandkasten spielt während meine Jungs den Spielplatz abreißen. Ich wiederhole: ich spreche vom Durchschnitt.

Woran ich mich wohl nie gewöhnen werde ist diese Lautstärke. Sind alle Kinder so laut, oder nur Jungs? Ich kann es nicht sagen. Aber meine beiden hört man durchs ganze Wohngebiet und beim Einkaufen drehen sich nicht nur einmal Leute nach uns um. Jeglicher Versuch den bigBro und auch littleBro zum leise Sprechen zu animieren sind fehl geschlagen. Also muss ich damit leben, täglich im Erdboden versinken zu wollen.

Unterschiede bestehen also. In den Interessen, im Spielen, bei der Auswahl der Freunde und nicht zuletzt bei der Kleidung.
Aber jedes Mal wenn ich einen Bericht über gleichgeschlechtliche Erziehung lese, frage ich mich….was ist so schlimm daran, dass es Unetrschiede gibt?
Ich verstehe das nicht ganz. Wir sind Männer und Frauen, Jungen und Mädchen. Warum sollte es keine Unterschiede geben?
Ich möchte gar nicht, dass Männer und Frauen sich gleichen. Das wäre doch langweilig. Ich finde Unterschiede gut und welche Frau mag keinen starken, mutigen Helden?
Richtig ist, dass man Kinder so erziehen sollte, dass sie wissen, dass nichts peinliches daran ist als Junge mit Puppen und als Mädchen im Dreck zu spielen. Aber dass es auch gut ist, dass sie Jungs und Mädels sind.
Auch ich werde meinen Jungen weiterhin Puppen zum spielen geben und bigBro kommt – auf eigenen Wunsch – nächstes Jahr ins Ballett („Ballett tanzen wie die Mama“).
Aber ich förder sie einfach in den Dingen, die sie interessieren. Und das sind wie bereits gesgat, Jungs-Themen.

Die Prediger von neutraler Erziehung ziehen ihren Söhnen doch auch keine rosa Röcke und ihren Mädchen keine Bob-der-Baumeister-Shirts an. Klar kann man neutral kleiden, aber spätestens im Kindergarten ist es eh vorbei damit.
So wollte ich nie Autos oder jegliche Fahrzeuge auf Kleidungsstücken der Jungs haben. Kaum im Kindergarten wird ein Bagger auf einem T-Shirt gesichtet und bettelnd gefragt, ob man nicht auch sowas haben kann (ich konnte mich bisher erfolgreich dagegen wehren – fragt sich nur, wie lange noch).

Ich stehe also für den Unterschied und dazu, zwei Jungen zu haben, die Jungs sein wollen. Der ersten Ballett-Aufführung fiebere ich schon jetzt entgegen…

Advertisements

Ein Kommentar zu “me and my 2 boys {der kleine Unterschied}

  1. Haha, Schnuppi hatte anfänglich ANGST vor Puppen. Heute ist sie eine leidenschaftliche Puppenmami – ohne geht gar nicht! Dazu ihre über alles geliebte Spielküche machen sie zu einem typischen Mädel. Aber auch Autos gehören zu ihren Spielsachen. Aber hier kleine Schwester hingegen liiiiiiiebt Autos über alles. mal sehen,ob sich das auch noch ändert…
    Und was die Lautstärke angeht: Eure Tonlagen sind sicherlich angenehmer – lautes Kreischen ist schon grenzwertig!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s