me and my 2 boys {Musik liegt in der Luft oder „nicht ohne mein Pläp“}

Es ist Herbst 2010 und die Mannheimer SAP Arena ist bestens gefüllt mit Hard Rock Fans. Mitten drin eine Frau Ende 20 mit derber Jeans und dickem Kugelbauch unter ihrem Fan Shirt. Die Frau bin ich und die Band Deep Purple. In meinem Bauch wächst bigBro heran. Das war wohl der Moment wo seine Leidenschaft für Musik geboren wurde – das stelle ich mir zumindestens so vor. Das Konzert war super und auch der bigBro hat sich im Bauch nicht beschwert – war auch gut geschützt durch Fruchtwasser und Bauchdecke, zusammen mit ein bisschen Speck. Am Ende war ich froh, dass ich meinen viel zu dicken Bauch in das Shirt gezwängt habe und da eher Thick anstatt Deep Purple hätte stehen müssen und zusammen mit dem Dad to be zum Konzert gefahren bin. Da ich den Altersdurchschnitt der Fans deutlich gesenkt habe (sogar im doppeltem Sinn), war es auch mit Stehplatz kein Problem. Da wurde weder gedrängelt noch geschubst. Und die Stimmung war bei weitem besser als beim letzten Konzert auf den Sitzplätzen (wo ich mir vor lauter weißen Haarschöpfen wie im Altersheim vorkam).

Ein paar Monate später befindet sich die Frau mit dem – nun deutlich dickeren Bauch – in der Frankfurter Festhalle. Diesmal ist der Bauch unter einem grünen Samtkleid zu finden und das Publikum ist deutlich jünger. Zum Hard Rock Ausgleich gibt es heute klassische Klänge von David Garrett.

Wieder ein paar Monate später sitzt die Frau mit nicht mehr dickem Bauch um 3 Uhr nachts im Wohnzimmer und hört „Mozart für Babys“. Dabei hält sie ihren neugeborenen Sohn im Arm und versucht ihn wieder in den Schlaf zu wiegen.

Ob es an den Konzerten lag oder an der Dauerberieselung mit Mozart, bigBro liebt Musik.
Ich hätte nicht gewusst, wie ich die ersten Monate mit bigBro überstanden hätte ohne Mozart. Neben tragen war das das einzige was ihn beruhigt hat. Babys brauchen ja ein paar Wochen  bis sie ihren Tag-Nacht-Rhythmus haben (wieso sagt einem das eigentlich keiner vor der Geburt des ersten Kindes???). Zu der Zeit ist für sie Tag und Nacht gleich und sie verstehen nicht ganz, warum man nachts schlafen soll und tagsüber weniger. In Mamas Bauch war das doch auch egal.
Also saß ich 6 Wochen lang nachts stundenlang im Wohnzimmer mit leiser Musik und viel Gekuschel und Getrage. Da Herr Kuchenduft ja morgens zur Arbeit musste, habe ich mich und den bigBro ausquartiert. So konnte wenigstens einer Schlaf bekommen. Ab und an bin ich auch einfach eingeschlafen (die Musik war halt sehr beruhigend) und habe mich beim nächsten Stillen kuschelnd auf dem Sofa wieder gefunden. Die Zeit war hart. Nachts bin ich nicht so scharf auf stundenlang tragen und Musik hören. Aber war der Rhythmus einmal da  wurde nachts auch geschlafen – mit Stillunterbrechung versteht sich. Dass das beim littleBro alles anders war, brauche ich nicht zu erwähnen. Der hatte seinen Rhythmus quasi von Anfang an und hat nach ein paar Wochen durchgeschlafen. Mozart durfte in den Ruhestand gehen.

Auch tagsüber und vorallem im Auto musste der gute alte Mozart ran. Nach ein paar Monaten konnte ich die CD fast nicht mehr hören. Zum Glück ist der bigBro dann irgendwann zu Kinderliedern gewechselt. Wobei ich sagen muss, dass einen der liebe Biba Butzemann ganz schön aggressiv machen kann nach 500 mal hören (Zitat zu  meinem Mann „Wenn ich noch einmal den Butzemann höre, raste ich aus!!!“).
Nicht nur Musik hören ist für beide Jungs toll. Auch selbst musizieren, tanzen und „singen“ (das beschränkt sich auf lalalala aber mit richtiger Melodie) steht ganz hoch oben auf der Das-mach-ich-gern-und-nitte-jeden-Tag Liste. Seit der bigBro ein Jahr alt ist, gehen wir einmal die Woche in die Musikschule. Am Anfang war er – wie immer – sehr schüchtern und hat sich nicht getraut was zu machen oder zu tanzen. So musste ich auch noch im 9. Monat mit bigBro auf dem Arm tanzen. Hat mich immerhin fit gehalten. Mitlerweile trommelt und rasselt er gerne, tanzt und klatscht und trippelt und hüpft und stampft. Bei manchen dauert es einfach ein bisschen, sagt die Musiklehrerin. Daran, dass es bei bigBro immer, egal bei was, länger dauert, habe ich mich gewöhnt.

Die Freude Musik zu spielen zeigte sich bereits früh. Schon mit 3 Monaten gab es nichts tolleres als auf unserem E-Piano zu spielen.

bigBro Klavier

Mit gut 18 Monaten hat er dann auch den Lautstärkeknopf gefunden. Sehr zur Freude der Nachbarn und des schlafenden, neugeborenen Bruders. Der Knopf wurde also abgeklebt und auf eine moderate Lautstärke eingestellt. Ich muss sagen, dass sich sein Geklimper sogar richtig gut anhört. So ein Jazz Stil. Ob ich wohl doch ein Wunderkind habe (siehe daszu meinen Artikel über Wunderkinder)???? Am besten ich melde ihn gleich auf der Mannheimer Popakademie an!
Nachdem also das Klavierspielen beherrscht wurde, hat er zur Trommel und Xylophon gewechselt. Die Trommel ist allerdings eine Keksdose von mir, die mitlerweile so zerbeult ist, dass diese nicht mehr als solche zu verwenden ist. Alles in allem geht es bei uns immer recht laut zu und es wird den halben Tag musiziert und getanzt.
Wenn ich seine Kinderlieder CD anmache, wird sich die Trommel geschnappt, mir Rasseln und Tambourin in die Hand gedrückt und getanz und gespielt. LittleBro ist auch total begeistert, steht direkt an der Anlage und wipt zur Musik. Leider rockt er machnmal zu viel ab und erwischt dabei den Ausknopf – sehr zum Ärger von bigBro. Er selber guckt nur doof aus der Wäsche und wundert sich wo die schöne Musik hin ist.

Wir alle drei sind totale Fans der „die 30 besten“ Lieder CDs. Als erstes hatten wir „Die 30 besten Spiel- und Bewegungslieder„. Zu dem Lied „Maus auf Weltraumreise“ hat bigBro schon im Laufstall abgerockt und das war manchmal das einzige was ihn bei den ach so verhassten Autofahrten beruhigt hat (am liebsten live von Mummy gesungen – der muss wirklich was an den Ohren haben…). Bei Aramsamsam geht er auch total ab (wie einst die Mummy auf dem Deep Purple Konzert) und macht die Bewegungen schon ganz toll mit. Gefolgt wurde die CD von  „Die 30 besten traditionellen Kinderlieder„, die mich wieder zurück in meine Kindheit versetzt. Praktischerweise sind auch immer die Leidtexte dabei um sein Wissen wieder aufzufrischen. Ich brauche nicht zu sagen, dass ich nun alle 60 Lieder auswendig kann plus die 30 Weihnachtslieder, die seit Winter letzten Jahres auch zu unserer Sammlung gehören. Die finde ich für die Weihanchtszeit einfach einsame Spitze und ist auch für Erwachsene ganz toll anzuhören.
Zu guter Letzt ist bei uns gestern „die 30 besten Kirchenlieder für Kinder“ eingezogen. Ich war ganz glücklich, als ich entdeckt habe, dass es die nun auch gibt. Und was soll ich sagen, ich und die Bros sind begeistert. Das ist wirklich die beste CD. Die Lieder kennen wir teilweise aus dem Kindergottesdienst und von den Familienwochenenden der Gemeinde, aber auch neue sind dabei. Wir rocken seit gestern stundenlang ab und tanzen durch die Wohnung. BigBro ist ganz heiß drauf, besonders wenn er dabei auf seiner Baua-ba (Trommel) spielen darf. Die Lieder haben schöne Texte und Melodien und geben einem richtig Mut und zeigen, dass man gut ist, genauso wie man ist, weil Gott dich so gemacht hat. Die Botschaft möchte ich meinen Kindern gerne vermitteln. Egal wieviel Ärger sie machen – und das ist nicht wenig – und egal was sie können oder nicht und wie sie aussehn. Sie sind gut, so wie sie sind und der liebe Gott hat sie lieb!
Die CD wäre auch ein schönes Geschenk zur Taufe (die haben aber beide Bros schon hinter sich).

BigBro wäre nicht mein Sohn, wenn er nicht neben seiner Leidenschaft fürs Klavier (das ist ja Herrn Kuchendufts Part) auch die für die E-Gitarre entdeckt hätte (das wird wohl auch an dem Deep Purple Konzert im Bauch liegen). Anfangs hat sie ihn nicht sonderlich interessiert. Aber seit sie in unsere Bibliothek Schrägstrich Musikzimmer neben dem E-Piano steht, ist er ganz heiß drauf, damit zu spielen. Er hat sich bei mir ganz gut abgeguckt wie das geht. So wird sich die Gitarre schön über das linke Bein gelegt, die linke Hand zum Saitengreifen, die Rechte zum spielen und es wird NIE ohne sein Pläp gespielt. Das liegt gut gesichert im Schrank. Wenn er spielen möchte und nach seinem Pläp verlangt, gebe ich es ihm natürlich. Was ein Pläp ist? Ist doch klar: E-Gitarre spielt man doch mit Plektrum!
Musikalisch hört sich jedoch das Klavier bei weitem besser an als die E-Gitarre – aber daran lässt sich arbeiten.

bigBroGitarre

bigBroGitarre2

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5 Kommentare zu “me and my 2 boys {Musik liegt in der Luft oder „nicht ohne mein Pläp“}

  1. Was für ein hinreissender Blogbeitrag! Ich glaube, ich habe noch nie soviel Text auf einem Blog gelesen und war am Ende traurig, dass es zu Ende ist! BigBro am Klavier ist einfach zu süss, boah, das war doch grad gestern, oder?

  2. Hoffe, in der Weihnachtszeit dürfen die beiden Nef’s auch meine ABSOLUTE Lieblings-Kassette hören: die schlumpf weihnacht :) da kann man auch toll mitsingen, und die Eltern nerven mit immer und immer wieder hören, hehe

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